Ich würde so wenig schreiben, sagt er, dass er das von mir nicht gewohnt sei und ob alles in Ordnung wäre. Logo, sage ich und schiebe ihn aus dem Türrahmen, in dem er steht. Eigentlich kommen wir da gut zu zweit durch, nur heute nicht, weil ich einen Karton mit Büchern im Arm halte und darauf eine übervolle Tasse Milchkaffee balanciere. Da will ich kein Risiko eingehen. Ich schreibe schon, teile ich ihm nuschelnd mit und er zieht die Stirn in Falten weil er mich nicht versteht. Nachdem er mir die Kontoauszüge, die ich zwischen meine Zähne geklemmt hatte aus dem Mund nimmt, wiederhole ich es noch einmal. Doch, ich würde schon schreiben, fast so viel wie immer, nur im Moment eben nur im Kopf. Der Karton mit den Büchern – meinen eigenen – kommt in den Flur. Zur Auer Dult brauche ich sie. Die beginnt zwar erst am 19. Oktober aber wenn sie schon jetzt da stehen, dann kann ich das schon mal nicht vergessen. Wie man im Kopf schreibt, möchte er wissen und ich schiebe den Karton ein Stück unter die Kommode. Nur so weit, dass er mich täglich stört und ich ihn sicher nicht vergessen werde. Nun, ich schreibe eben in Gedanken. Schreiben ist für mich ja nachdenken und damit hört man nicht auf, nur weil die Zeit mal etwas knapper wird. Knapper, fragt er schmunzelnd, schiebt den Karton ein Stück weiter unter die Kommode und rettet den Milchkaffee, der gefährlich wacklig noch immer darauf steht. Wir teilen uns den Milchschaum und weil sein Rücken so schön breit ist, lehn ich mich kurz dagegen. Weiterlesen
Alltag XI – Zeit




