Im Bmpf wird gegrillt – U-Bahn Gedanken

Im Bmpf verschwinden Dinge. Die Dinge werden entweder versehentlich geklaut, oder jemand, dem sie nicht gehören, hat sie mitgenommen. Ich vermute, dass Dinge die mitgenommen werden und die einem nicht gehören, ebenfalls geklaut werden. Wie man etwas versehentlich klaut, weiß ich leider nicht. Ich würde den, der gerade vom versehentlichen Klauen berichtet, gerne danach fragen, wie so etwas funktioniert, aber ich möchte sein Telefonat nicht unterbrechen. Er redet mit so lauter und klarer Stimme, dass man ihn unmöglich stören darf. Wer mit einer solchen Stimme ganze acht Reihen in einem Bus unterhält, berichtet ganz offensichtlich etwas von großer Wichtigkeit. Weiterlesen

Oh, Ostern – es wäre ein schöner Artikel geworden.

Eigentlich hätten Sie heute von mir einen besonders schönen Artikel über Ostern erhalten. Über das faszinierende Frühlingserwachen auf meinem Balkon zum Beispiel. Oder über das Wunder der Auferstehung und die Schönheit einer Osternachts-Messe in einer katholischen Kirche. Ich bin sicher, das hätte Ihnen gefallen. Auch über mein Patenkind mit dem ich Eier färbte, hätte ich Ihnen gerne berichtet. Der Kleine war so herzallerliebst als er die hartgekochten Eier mit Schwung in die stark färbende Flüssigkeit schmetterte. Und auch danach, als wir kuschelten und er mir zärtlich mehrmals ins Gesicht nieste. Sie können sich sicher sein, dass ich es so verpackt hätte, dass man die Zuneigung zu diesem Kind überdeutlich heraus gelesen hätte. Leider wird daraus nichts. Auf meiner To-do-Liste stehen noch zu viele Punkte die ich vor dem Osterartikel abarbeiten muss. 

  1. Fenster putzen
    Frau Obst kann kaum noch in meine Küche sehen.
  2. Paul anrufen
    Ich muss ihn fragen ob er den Wein, den er vor meine Tür gestellt hat loswerden wollte. Falls ja, schmunzle ich. Falls nein, und er so eine Plörre ernsthaft trinkt, irritiert es mich.
  3. Wäsche waschen
    Ich muss Ihnen nicht erklären warum man das ab und an tun sollte
  4. Jules & Christophrox & Paleica
    Die stehen da schon eine Weile und mir fällt partout nicht mehr ein, was ich von ihnen wollte oder was ich meine ihnen zu schulden. Ich werde also nach einer unverfänglichen Formulierung suchen um es in Erfahrung zu bringen.
  5. Einkaufen
    Das ist schon mal missglückt. Heute ist Feiertag und der Kühlschrank ist leer. Vielleicht habe ich Christophrox notiert um ihn zu fragen ob er mich zum Essen einlädt. Ich glaube nicht, dass es das war.
  6. A zum Geburtstag gratulieren
    Sie entschuldigen mich, das muss ich gleich machen!
  7. Worttrennungen und Kommata prüfen
    Haha! Gerade ich…das kann ich getrost streichen
  8. Christbaumstämme zum Wertstoffhof bringen.
  9. 10 Kilo abnehmen
    Möglicherweise hören Sie länger nicht von mir.
  10. Vorhänge für das Küchenfenster
    Dann kann ich auch Punkt 1 streichen.

Wirklich am Herzen liegt mir aber eines. Das klärende Gespräch mit fünf engen Freunden, die sich seit der Veröffentlichung meiner Einpark-Erzählung damit beschäftigen, Anekdoten über meinen Fahrstil auszutauschen. Seit vorgestern gibt es eine Facebook Gruppe „Mitzi am Steuer – Ungeheuer!“. Ich kann darüber nicht lachen.

Weder über die SMS aus Italien mit dem Text „Na, du super Autofahrerin“ noch über das mir zur Verfügung gestellte Fotomaterial der 90iger Jahre auf welchem man mich heulend hinter dem Steuer sitzen sieht (die Parklücke war extrem eng). Ich amüsierte mich auch nicht über das gestrige Treffen von vier der fünf Freunden, welches sie zum Anlass nahmen sich gegenseitig Geschichten zu erzählen. Jeder musste einer Erzählung zum Besten geben, die unter dem Motto „Als ich neben Mitzi im Auto saß und Angst hatte.“ Wenn ich den Berichten glauben darf, gewann der dämlichste meiner Freunde mit der Schilderung meines Blackouts am Stachus. Der Preis müsste an mich gehen. Ich war es, die drei sturzbetrunkene Männer nach Hause fahren musste. Und ich bekam auf die Frage in welche Richtung ich fahren müsse ein gelalltes Dreistimmiges „links“ – „rechts“ – „geradeaus“. Da würden sie auch die Nerven verlieren und versehentlich halblinks auf die Trambahngleise einbiegen. Und ich war dabei noch sehr ruhig. Das ich panisch und kraftvoll immer wieder auf die Hupe einschlug lag nur daran, dass mir eine Trambahn entgegen kam, ich mit dem Reifen aber auf dem Grünstreifen feststeckte und mich bemerkbar machen wollte. ICH hatte Angst. Die Suffköpfe haben doch fast alles verschlafen.

Vielleicht war an den Geschichten etwas dran. Ich wunderte mich früher oft, wo andere Autos plötzlich herkamen, bog versehentlich in Einbahnstraßen ein und überfuhr beim Einstellen des Radiosenders eine rote Ampel. Lappalien!  Wirklichen Grund zur Sorge hatte nur einer und der wohnt schon lange in Italien. Der würde mir nie vorhalten, dass ich seinen VW beidseitig zerkratzt habe. Im Gegenteil, der bewunderte mich sogar, weil er es dafür für ausgeschlossen hielt, dass man in einer kleinen Italienischen Hofeinfahrt an beiden Seiten zugleich hängen bleiben kann. Und der nahm es mir auch nicht übel, dass ich mit Trennung drohte, wenn er nicht sofort rauskäme und das saublöde Auto einparken würde.

Ich schreib hier gar nichts mehr, wenn alles gegen einen verwendet wird.

Heute nicht mehr. Morgen bin ich nicht mehr beleidigt, dann geht es wieder.

Heute backe ich nur Osterlämmer. Über die hätte ich Ihnen auch etwas schönes erzählen können. Dass es nicht dazu kommt, ist die Schuld von fünf Freunden, die sich noch immer amüsieren. Gerade hat wieder einer etwas bei Facebook gepostet. Die alte Karamelle erspare ich Ihnen. Die kleine Delle am Strohkasten hinter dem Giesinger Bahnhof ist allerdings tatsächlich von mir. Schuld war aber ein Eichhörnchen.

 

Parken unter Beobachtung 

 

Ich bin eine gute Autofahrerin. Da können Sie jeden fragen. Wer bei mir auf dem Beifahrersitz Platz nimmt, wird sicher von A nach B kutschiert. Als Münchnerin mit Verwandtschaft auf dem Land, fühle ich mich sowohl im Feierabendverkehr, als auch auf der Landstraße heimisch und bezeichne mich selbst als versierte und flotte Fahrerin. Flott, ja, stimmt mein Nachbar Paul mir zu. Versiert allerdings, würde er angesichts des eben beobachteten Einparkversuches jedoch bezweifeln. Mit einem überheblichen Grinsen wischt er sich die Finger an der Hose ab und legt seine halb gegessene Leberkäsesemmel zur Seite, bevor er an die Scheibe der Beifahrerseite klopft. Weiterlesen

Unverdautes Brioche

Es gibt zwei Sorten von Glück. Das eine, das einen urplötzlich und unvorbereitet trifft, und Körper und Geist mit solcher Wucht durchflutet, dass es eine wahre Freude ist und der getroffene nur strahlen und laut auflachen kann. Das sollte er auch, denn es ist flüchtig. Dieses mächtige Glücksgefühl, dass die Zeit für einen kurzen Moment anhält und keinen Raum für andere Empfindungen bietet, kann man nicht festhalten und sollte es gar nicht erst versuchen. Ich mag es. Noch lieber aber, mag ich das andere Glück. Das stille, leise, das einer tief empfundenen Zufriedenheit gleicht und sich wie eine warme Decke um die Schultern legt. Heute ist ein besonderer Tag, den ich habe beides. Weiterlesen

Zwischen Taubennestern und Mettbrötchen ein Hilfeschrei!!!

Gehen Sie besser in Deckung. Heute weise ich Sie lieber gleich im ersten Satz auf die möglichen Nebenwirkungen dieses Beitrags hin. Körperliche Schäden haben Sie nicht zu befürchten, aber die Mischung aus Mettbrötchen, einem Taubennest und geschupsten Personen, könnte ein wenig verstörend wirken. Zudem werde ich Sie um Hilfe bitte. Sogar anflehen und so etwas ist manch einem unangenehm. Mir ja auch, aber ich muss.

Eigentlich sollte dieser Text ausschließlich von Mettbrötchen handeln. Da ich diese aber nur morgens am Münchner Hauptbahnhof sehe und es mich meist noch schüttelt, wenn ich nach unten zu den Gleisen gehe und ich dort ein Taubennest sehe (lassen Sie uns kurz Atem holen….), wird er vermutlich auch von diesem Taubennest handeln. Das zumindest dachte ich mir heute morgen, als ich noch das ekelhafte Bild der Mettbrötchen vom Rewe vor Augen hatte und entzückt beobachtete, wie die Taubenmutter ihre wild zwitschernde Brut fütterte. Ein so kontrastreiches Gedankenbild ist eine hervorragende Vorlage für einen amüsanten Text. Leider schob sich mir immer wieder der heute Beitrag vom Zeilenende in meinen Kopf. Das war verstörend. Nicht der Text, den Sie  hier nachlesen können. Nur die Vorstellung des lieben Zeilenendes einen Teil eines Paares von der Mauer zu schubsen. Bitte lesen Sie wirklich nach, sonst klingt es allzu befremdlich. Aber genau das dachte ich mir, als ich mich über den vollbesetzten Bahnsteig schlängelte. Schups und einer wenig. Noch mal schups und wieder etwas mehr Platz. Verstehen Sie mich bitte richtig, ich stelle mir durchaus nicht vor, Personen vor eine S-Bahn zu schupsen. Gott bewahre! Ich wollte nur mehr Platz und hätte jeden zweiten Pendler einfach für 30 Sekunden in Luft aufgelöst, bis ich vorbei bin.

Sie merken es, das wäre kein guter Text geworden. Mettbrötchen, Taubennester und geschupste Pendler. Daraus etwas zu machen gelingt mir an einem Tag wie heute nicht. Einem Tag an dem alles nichts mehr hilft und ich die Segel streichen muss. Oder – um im Bild zu bleiben – einen erfahrenen, lesenden und schreibenden Skipper um Hilfe bitten muss. Sie sehen meine Verzweiflung, wenn ich als Bayer mich erblöde ein Bild aus der Schifffahrt zu bemühen. Vergessen wir die Einleitung, durch die Sie sich ganz umsonst gequält haben und kommen zum Punkt. Erst ich, dann Sie.

Meine kleinen Texte habe ich zu einem noch kleineren Band zusammen gefasst. Noch unsicher wohin ich sie werfe, braucht es einen Titel. „Münchner Kuriositäten“ das steht schon lange fest, aber darunter, da braucht es noch einen Untertitel. Nur welchen. Seit ich diesen Blog betreibe suche ich nach einem Titel und finde keinen. Weder wenn ich intensiv nachdenke, noch wenn ich die Gedanken treiben lasse. Kennen Sie die Unendliche Geschichte von Michael Ende und das darin beschriebene „Nichts“? Das sehe und denke ich, wenn ich mich an diesen Untertitel wage. 

Haben Sie, die Sie meine Texte fast so gut wie ich selbst kenne, einen Moment Zeit? Dann schauen Sie sich den nachstehenden Entwurf an. Ich mag ihn….aber dieser Untertitel. So sperrig, so gewollt, so…..schlecht.  Der Hauch der Verzweiflung umweht mich, ich merke es selbst.

Sei´s drum. Ich biete Ihnen eine Deal an: Sie helfen mir und ich schicke Ihnen dafür Pralinen von Elli Seidl. Was könnte darunter stehen? Die U-Bahn Gedanken und die Erzählungen aus meinem Haus umreißen?  Oder zu meinen Kurzgeschichten passen? Einfach aus dem Bauch raus, ja?

Wenn Sie es nicht wissen, wer dann?
Wenn Sie es nicht wissen…….dann teile ich die Pralinen dennoch mit Ihnen.

Herzlichst Ihre Mitzi, die sich unendlich über Vorschläge und Anregungen freut!