Drei Balken sind (k)eine Brücke

Hinter unserer Hütte, führt ein kleiner Weg ins Dorf. Es führte ein Weg ins Dorf. Mittlerweile gibt es einen ausgebauten Wanderweg und den kleinen Trampelpfad, benutzen nur noch wenige. Ich zum Beispiel. Farne und Äste stören mich nicht. Drei Balken, die früher einmal eine kleine Brücke waren allerdings schon ein bisschen. Direkt hinter der Brücke geht es nämlich nach unten. Ziemlich tief nach unten. So tief, dass mir ein Restfunke gesunden Menschenverstand ist dann doch zu verstehen gibt, dass meine profillosen, ausgelatschten Turnschuhe (fragen Sie jetzt bitte nicht, warum jemand der in den Bergen aufwuchs solche Schuhe überhaupt in den Bergen trägt) und die moosigen Balken keine gute Kombination sind. Ich bin durchs Gestrüpp und durch den Bach gegangen.

Falls Sie einen Urlaub in den Bergen planen. Ausgelatschte, profillose und NASSE Turnschuhe vertragen sich auch mit dem Laub auf Waldwegen nicht allzu gut. 😉

Kommen sie mit. Dorthin wo das Herz schneller schlägt I

Manchmal muss man springen muss. Ins kalte Wasser, über den eigenen Schatten und über die Alpen. Nach Italien. Dorthin, wo das Herz schneller schlägt. Und manchmal muss man zurück springen. Zurück über die Alpen. Nach Bayern. Dorthin, wo das Herz schneller schlägt. 

Hier zum Beispiel. Hier pocht mein Herz immer schneller. Ein letzter kleiner Anstieg und ich bin da – oben auf dem Berg und auf unserer Hütte. Bis Sonntag. Ich nehme Sie ein bisschen mit. 

 

Bitte, Mitz – das Bitte leicht gedehnt ausgesprochen

Es gibt zwei Worte, die kann ich auf den Tod nicht ausstehen. „Bitte“ und „Mitz“. Also „bitte“ mag ich schon. Ich mag es, wenn mich jemand um etwas bittet und es nicht fordert und ich füge ein „bitte“ in unzähligen meiner gesprochenen und geschriebenen Sätze ein. Das Wort an sich ist absolut ok und sollte viel öfter ausgesprochen werden.  Mit „Mitz“ kann ich auch gut leben. Es gibt Situationen in denen der eigene Name von anderen ohne das verniedlichende „i“ genutzt werden darf. Sogar muss, wenn die Zeit für einen weiteren Buchstaben fehlt. „Mitz, halt!“ zum Beispiel, ist absolut in Ordnung, wenn der, der es sagt, mich davon abhalten will, mir ein Stück Erdbeerkuchen mit Wespe darauf, in den Mund zu schieben. Oder „Mitz, rechts!“ wenn ich die Richtungen im Auto sitzend wieder mal verwechsle. Aber „Bitte, Mitz…“, mit offenem Ende und einem leicht gedehnten „Bitte“, das geht gar nicht. Hier kommt es auf die Betonung an. Höre ich das gedehnte „Bitte“, dann weiß ich das die Übersetzung: „Ach komm….niemals, Mitz“ lautet.  Weiterlesen

Rettung naht

Obwohl heute Samstag ist, fühlt es sich nach Sonntag an. Hier bei uns haben die Sommerferien ihren Höhepunkt erreicht und gefühlt mindestens ein Drittel der Nachbarschaft ist ausgeflogen. Hätte ich ein Auto, dann würde mit das Parken in diesen Tagen gefallen. Schwungvoll, ohne groß abzubremsen, könnte ich einschlagen und hätte ohne rangieren die perfekte Parkposition. Perfekt für mich. Das heißt, ich würde 2,5 Parkplätze in Beschlag nehmen, was aber angesichts der wenigen Autos die derzeit hier parken völlig ok ist. Selbst mein Nachbar Paul, der gerade an mir vorbei geht, parkt schlampig und zuckt nur grinsend mit den Schultern. Egal, in den Sommerferien haben wir Platz. Ich überlege, mir das Auto meiner Eltern auszuleihen. Nicht weil ich es brauche, sondern nur weil ich auch einmal das Gefühl eines tiefenentspannten Parkvorgangs genießen möchte. Vielleicht morgen, heute ist ein so fauler Tag, dass ich lieber auf dem Boden sitzen bleibe und weiter die Speichen meines Fahrrades mit einem Taschentuch abwische. Nicht weil sie wirklich dreckig sind, sondern weil ich einen Vorwand brauche, um zu sehen, was genau Herr Krüger vor dem Haus treibt. Seit geraumer Zeit steht er gebückt in der Buchsbaumhecke und bewegt sich nicht. Es ist mir peinlich so neugierig zu sein, aber Herrn Krüger bekommt man so selten zu Gesicht, dass ein genauerer Blick zu verlockend ist.  Weiterlesen

Pronto?!?

Chiuso per ferie – wegen Urlaub geschlossen – hätte ich vor Jahren gerne dem missmutigen Spanier und dem unfreundlichen Italiener am Telefon ins Ohr gefaucht. Nix Telefon. Heute ist Feiertag. Mariahimmelfahrt bei mir und Ferragosto bzw Asunción de la Virgen Maria bei euch. In Gedanken habe ich es gemacht. Bei jedem Klingeln des Telefons fauchte ich anfangs leise und im laufe des Tages immer lauter „No! Sono in ferie!“ – ich hab frei – bevor ich den Hörer abnahm und mein leidlich freundliches „Pronto“ schmetterte. Von wegen Pronto. An diesem 15. August war ich alles andere als pronto. Weder war mein Italienisch den unzähligen italienischen Dialekten gewachsen, noch sprach ich Spanisch. Beides grundlegende Voraussetzungen um ein Telefonat mit italienischen und spanischen LKW Fahrern zu führen. Ich verstand nur die Holländer. Die hatten keinen Feiertag, waren keine Fahrer sondern Büromenschen und riefen am häufigsten an. Pronto war ich für die aber auch nicht. Sprachlich lief es super mit ihnen, inhaltlich eher weniger. Die Holländern wollten von mir an jenem 15. August nämlich wissen wo sich die LKW Ladungen ihrer Obst- und Gemüselieferungen gerade befanden und warum bei ihnen die Telefone mit verärgerter Lageristen heiß liefen. Ganz ehrlich, obwohl ich die einzige war, die diese Frage hätte beantworten können, war ich völlig ahnungslos. Weiterlesen

Beschränkt kreativ, aber glücklich und dankbar

Ein Blick dürfte Ihnen reichen und Sie ahnen, dass an mir weder eine Fotografin noch eine Frau mit Blick für das richtige Arrangement von Büchern verloren gegangen ist. Ein wenig uninspiriert und nur leidlich gut drapiert liegen sie hier. Bei mir ist es eben nur das Schreiben, das mit liegt. Für den Rest benötige ich Unterstützung.

Im aktuellen Fall bei „Nix mit Amore“ von Constanze Kramer, die mir das perfekte Cover gestaltet hat. Ein herzliches Dankeschön und eine warme Empfehlung. http://www.coverboutique.de
Ein ebenso herzliches Dankeschön an Mira (www.miraalexander.de) die mich bei den ersten beiden Büchern begleitet hat und deren Cover eben erst wieder auf der Münchner Auer Dult bei den Lesern gut angekommen sind. 
Ohne Euch wäre ich verloren gewesen. 

Vielleicht kann ich meine drei Lieblinge bald einmal mit einem schöneren Bild präsentieren. Der beste meiner Freunde kann das, was ich nicht kann. Mich und alles andere ordentlich fotografieren und in Szene setzen. Danke für das Bild im Buch, Oliver Metzner.

Halt die Klappe, denken Sie sich und haben natürlich recht. Trotzdem….einer muss noch rein. Danke, Christine und danke Carola und Marion (www.cr-leseagentur.de). Ich freu mich so sehr auf die von euch organisierten Lesungen im nächsten Jahr.

Hinter mir steht einer und fragt mich, ob ich bescheuert bin. Vielleicht. Aber man muss doch auch mal danke sagen dürfen. Es ist nicht selbstverständlich, dass einem so viele Menschen unterstützen und dabei weit über das hinausgehen, was zu erwarten wäre. Und deshalb auch danke, an jeden der hier mit liest und meine Kommafehler großzügig ignoriert und mir mit so vielen Kommentaren und Möglichkeiten zum Gedankenaustausch immer wieder eine große Freude bereitet.

Danke! 

Ihre glückliche Mitzi

 

 

Mach´s gut

Irgendwer sagte einmal, dass keiner wirklich weg ist, solange es Menschen gibt, die an ihn denken. Ob es auch auf jene zutrifft, die nie wirklich da waren, weiß ich nicht.

In meiner Schublade liegt ein kleines, von meiner Mutter gehäkeltes Jäckchen. Generationen meiner Stoffbären haben es getragen, nur nie das kleine Kerlchen für das es gemacht wurde. Sternenkinder nennen sie manche. Bei uns hat er einen Namen. Er wird nicht mehr oft ausgesprochen, wurde es nie, weil wir ihn nie kennen gelernt haben. Aber das kleine Jäckchen, das bleibt und ich mag es. Es macht mich nicht traurig, weil es mir schwer fällt etwas zu vermissen, dass ich nicht kannte. Und doch, ab und zu und ausnahmslos immer am 11. August, denke ich an ihn. An meinen kleinen Bruder, den ich wirklich gut hätte brauchen können. Gerne hätte ich es ihm überlassen, der jüngste in dieser großen Familie zu sein. Wahrscheinlich auch der Größere von uns beiden, was bei meinen Kinderzimmerregalen durchaus von Vorteil gewesen wäre. Überhaupt hätte man sich gut brauchen können. Als jüngste zieht man viel zu oft die volle Aufmerksamkeit der Eltern auf sich. Ein wenig mehr Ablenkung und geteilter Ärger wäre schön gewesen. Wir hätten uns sicher auch ganz wunderbar gestritten. Mit einer großen Schwester wie mir, hätte er gelernt sich durchzusetzen und wäre auf geballten weiblichen Wahnsinn ganz famos vorbereitet gewesen. Und heute, heute würden wir, an seinem Geburtstag vielleicht zusammen in der Sonne sitzen und uns fragen wie wir in so kurzer Zeit, so alt werden konnten.  Weiterlesen