Acht Tage VII

Ein halbes Leben fast, dass ich ganz in der Nähe am Strand bei Genua saß und fest davon überzeugt war, in 468 Tagen nach Italien zu ziehen.

8.426 Tage später weiß ich, wenn ich hier bin, noch immer, warum ich es wollte. Und warum ich es tat. Man macht in einem Leben ja viele Fehler…das war keiner.

Acht Tage V

Falls Sie sich fragen, was ich heute gemacht habe. Wahrscheinlich nicht, wir kennen uns ja nun schon eine Weile.

Allerdings war ich nicht ganz so entspannt, wie man vermuten könnte. Vor dieser herrlichen Kulisse googelte ich, wann genau ein Auto in Italien noch mal abgeschleppt wird. Weil ich keine schlüssige Antwort fand, fragte ich die Italiener am Strand neben mir. Wir sind dann etwas schneller zurück zum „Parkplatz“. Die sind aber auch pingelig hier….

Acht Tage III

Eine Freundschaft zählt keine Jahre, Monate oder Wochen. Meist ist sie weit geduldiger als die Freunde selbst, und weiß, dass es weniger auf die Summe, als auf die Qualität gemeinsam verbrachter Stunden ankommt. Und doch….eine Handvoll Stunden in einem Jahr sind zu wenig. Dann wird es irgendwann anstrengend. Dann, wenn man nicht mehr einschlafen möchte, weil es vor der nächsten Abreise noch zu viel zu erzählen gibt.

Dieses Jahr habe ich Zeit und kann schlafen. Vieles erzählte ich schon im Juni und manches im April. Jetzt im September bin ich, sind wir, so geduldig wie unsere Freundschaft es schon immer war. Was ich mache, fragt er und ich antworte entspannt, dass ich gar nichts mache, noch nicht angezogen bin und noch ein oder zwei Stunden das Meer anschauen möchte. Es kommt ihm gerade recht. Dann kann er noch schlafen. Bis halb vier. Hätte ich keine acht Tage, würde ich ihn fragen, ob er noch alle Tassen im Schrank hat. Schlafen, wenn er und ich uns treffen können?!? Vermutlich hätte ich das nicht gesagt, sondern beleidigt gefaucht. Bei acht Tagen schlage ich halb fünf vor. Reicht ja auch und ich brauche noch etwas.

Am späten Abend sage ich: „Bis morgen.“ Ein kleiner, winziger Satz. Aber so viel schöner als: „Bis nächstes Jahr.“

Acht Tage II

Ob ich Fisch essen darf, fragen meine Freunde und ich nicke. Seit ich ab und an ein paar Stunden in der Notaufnahme verbrachte, weil mein Körper sich entschieden hat Allergien zu entwickeln, eine berechtigte Frage. Ich bin mir nicht sicher. Aber sehr sicher, dass ich das Tris von Sardellen – gebraten, eingelegt und frittiert – ganz unbedingt essen muss.

Wenn alles nach Meer riecht und wenn man nur Meer sieht, dann muss man das Meer auch schmecken. Mittags, Abends und zum….obwohl, nein, zum Frühstück vielleicht doch nicht.

Acht Tage – I

Heute morgen hat das Meer mehr Farben. Grauer am Strand und tiefblau hinten am Horizont. Ein paar dunkelgraue Flecken und einige wenige silberne. Ich kann das Meer nicht beschreiben. Auch nicht das Geräusch des Windes, der heute ungewöhnlich stark durch Bäume und Büsche rauscht. Nicht einmal den Geschmack des ersten Kaffees heute morgen.

Ich kann nur sehen, hören, schmecken und riechen.

Sehen Sie mir nach, das rauher die letzten Tage so ruhig war. Ich hätte Sehnsucht nach Italien. Mit der im Bauch kann ich nur schlecht schreiben. Jetzt still ich sie. Acht Tage. Dann geht es wieder.