Brüste und Kaschmir II

Sanftes Lächeln gehört zu meinem Mimik Repertoire, seit ich in meiner früheren Firma für den Werkstudenten zuständig war. Konrad hieß der und war so ausgesprochen dämlich, dass ich mir dieses Lächeln angewöhnen musste. Lächeln oder ihn Niederbrüllen, es gab nur zwei Optionen. Wenn Sie jemals von oben bis unten voll mit Toner vollgestaubt vor einem Hightech Drucker standen und sich fragten warum ein 19jähriger gewaltsam einen Deckel, auf dem „nicht entfernen“ stand, von der Kartusche abgerissen und diese dann geschüttelt hat, dann wissen Sie – sanft lächeln oder rauschmeißen. Zu letzterem hatte ich keine Befugnis, also verzog ich den Mund und atmete zehn Mal tief ein und aus, bis mir einfiel, dass ich wegen des hochgiftigen Tonerstaubes besser nicht ganz so tief atmen sollte. Mein sanftes Lächeln ist nicht unbedingt freundlich. Man sagte mir, dass es durchaus verstörend wirken kann, weil die Lippen zwar lächeln, die Augen aber angriffslustig funkeln würden. Ein bisschen würde ich damit wie Chucky die Mörderpuppe aussehen. Ganz sicher aber wie eine Frau, mit der man lieber keinen engen Kontakt hatte. Lina, die Tochter meiner Freundin, hielt mein Lächeln nicht davon ab, sich neben mich auf den Boden zu setzten. Lina ist tough. Die hat sich in den vergangenen Wochen die ganze Staffel von Germanys next Topmodel reingezogen und ein Chucky Lächeln macht ihr jetzt keine Angst mehr. Nicht einmal der Ausschnitt von Heidi Klum, der selbst mich das fürchten lehrt. Warum fallen die nicht raus, fragt der Teenager ehrfürchtig und während ihre Mutter und deren Freundinnen etwas von „noch straff und „doppelseitiges Klebeband“ murmeln, bin ich davon überzeugt, dass es sich um schwarze Magie handeln muss. Anders kann ich es vor mir selbst nicht rechtfertigen, dass ich mich tatsächlich ein zweites Mal in ein Wohnzimmer habe locken lassen, in dessen Fernsehr GNTM Germanys next topmodel läuft. Diesmal das Finale. Lächeln oder Freundschaften kündigen – ich habe nur zwei Optionen und lächle sanft.

Würde der Fernseher nicht laufen, wäre es schön hier. Ich bin in einem Haushalt in dem man sich auf dem Boden liegend in 2,50 x 1,80 Meter große Kaschmirdecken kuscheln kann. Das kann ich mir nicht leisten, würde es mir aber gerne leisten können. Ich kann mir auch nicht leisten auch nur einmal den Mund zu öffnen, würde es aber gerne tun. Ich würde gerne weniger sanft lächeln und lieber die Frage in den Raum werfen, wann wir eigentlich in unserem Freundeskreis den Feminismus zu Grabe getragen haben. Als wir Jobs hatten, die gut genug waren um nicht mehr neidisch auf das Gehalt der Männer zu schielen. Man vergisst ja leicht, dass das nicht selbstverständlich ist. Oder vielleicht doch erst, als wir mit unseren Töchtern eine Casting Show zu sehen begannen, in der die Mädchen Kleider mit der Aufschrift „Gott ist eine Frau“ oder „Die Zukunft ist weiblich“. Mal abgesehen davon, dass sowohl Gott als auch die Zukunft weder das eine noch das andere sein sollten, weil eins von beiden, am Ende eben doch immer nur eines und nicht beides betont, wird das ganze ad absurdum geführt, wenn die Kleid tragenden Mädchen sich wenig später von 30 halbnackten Kerlen für ein Foto auf Händen tragen lassen und die Moderatorin die Männer auffordert „ruhig alles mit den Mädchen zu machen“. Sanft lächeln, oder den Fernseher eintreten. Der Quotenteenager findet es ähnlich albern und hat bereits den Raum verlassen, als die Klum mit einem Laubbläser (kein Witz – leider) den Strippern den Schweiß vom Körper gepustet hat. 

Ob der Feminismusscheiß schon vorbei ist, will das halbe Kind wenig später wissen und ich denke das erste Mal einen Satz in dem „Feminismus“ und „großer Mist“ direkt aufeinander folgen. Wenn sich eine Sendung in der junge Mädchen ausschließlich aufgrund ihres Äußerem bewertet werden Feminismus auf die Fahne schreibt und Persönlichkeit mit der Anzahl der Instagram Follower wächst, dann können wir ihn hier und jetzt beerdigen. Müssen wir aber nicht. Macht die Klum für uns. Die letzten Lebensgeister prügelt sie ihm bei einer fingierten Hochzeit eines der jungen Dinger raus. Der Angetraute ist 27 Jahre älter und schätz an seiner Braut, dass sie so crazy ist. Was soll er auch sagen? Hirn, Verstand, Charakter, Engagement, wären Attribute die hier nicht wichtig sind. 

Ich lächle sanft und wische mir eine Träne aus dem Augenwinkel und stehe dann auf um den Fernseher auszuschalten. Das ist großer Mist, sage ich und das Kind nickt. Der Feminismuskram, ja das findet sie auch. Ich schalte ihn wieder an, bevor ich gehe. Die junge Seele ist verloren, da kann man nichts mehr machen. Mittwoch Abend gehe ich mit einer meiner Nichten essen. Über Feminismus werden wir kaum sprechen. Sie lebt ihn. So wie ihre Schwestern und Cousinen. Und auch ihre Brüder oder Cousins. Für die ist es selbstverständlich. Nach letztem Samstag ein kleines Wunder. Danach werden wir uns in eine rießige Kaschmirdecke kuscheln und noch einen Film ansehen. Die Decke habe ich am Samstag mitgenommen, um einen von mir verursachten Rotweinfleck entfernen zu lassen. Drücken Sie mir die Daumen, dass man vergisst, dass ich sie habe. Und nein, das ist nicht feministisch sondern nur unverschämt von mir. Aber ein bisschen Schmerzensgeld habe ich mir verdient. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich noch immer Heide Klum mit dem Laubsauger vor mir. 

 

 

 

 

Brausepulver buchbar

Ich bin der festen Überzeugung, dass sich Emotionen für jeden Menschen ein wenig anders anfühlen. Jeder fühlt ein bisschen anders und jeder beschreibt Gefühle auf seine Art. Glück, zum Beispiel, ist für mich warm und ruhig und vergleichbar mit einer warmen Wärmflasche und einer heißen Tasse Tee an einem stürmischen Herbsttag. Ganz anders ist das Gefühl der Freude. Müsste ich es beschreiben, dann wäre es das Brausepulver meiner Kindheit, das es noch heute zu kaufen gibt. Während das bunte Pulver auf der Zunge prickelt, schäumt die Freude ganz tief im Magen. Und ähnlich wie mit Brausepulver im Mund ist es mir in Momenten großer Freude ganz unmöglich, keine glucksenden Laute von mir zu geben. Mit Freude im Magen muss ich aufstehen. Ein paar Schritte gehen vielleicht sogar einmal in die Luft springen und ganz viel Lächeln. Nur für mich, weil ich mich doch so freue und weil das Prickeln in meinem Magen so wunderschön und herrlich ist. Vorhin habe ich gelächelt. Ganz viel. Weiterlesen

Eckes ESC

Meine Freunde wissen, dass es sinnlos ist mich zu Facebook Gruppen einzuladen. Ich reagiere so selten und so verspätet, dass es einfacher ist, mich anzurufen. Tim weiß es nicht. Als er und ich befreundet waren, gab es noch kein Facebook. Tim kann mich aber nicht anrufen, denn als wir befreundet waren gab es keine Handys und ich wohnte noch bei meinen Eltern im Kinderzimmer. Dass er es letzte Woche dennoch tat, wunderte mich. Mindestens so sehr wie die seltsame Facebook Gruppe „Eckes ESE“ zu der er mich zwei Monate zuvor hinzu fügte und die ich umgehend wieder verlassen hatte, weil ich nichts damit anfangen konnte. „Hey“, sagt er und seine Stimme, die ich sofort wieder erkenne wirft mich Jahrzehnte zurück. „Was machst du heute? Grand Prix schauen bei mir?“ Ich nicke, was am Telefon dämlich ist, und frage erst mit Verzögerung wo denn „bei ihm“  ist, da er doch vor einer Unendlichkeit nach Australien ausgewandert sei. Er lacht und ich erkenne darin das Lachen des Freundes, der er einmal gewesen war. Die alte Adresse. Seine Eltern wohnen noch immer über dem Tierpark, sind am  Wochenende nicht da und er, dessen neue Freunde auf einem anderen Kontinent leben, dachte der Besuch in der alten Heimat wäre doch eine gute Gelegenheit, die alten einmal wieder zu sehen. Ein wenig spontan, ja, aber da wir alle anscheinend Facebook Konten hätten, uns aber weigerten sie zu benutzen, hätte er sich daran gemacht uns anzurufen. Nicht leicht, sprudelt seine Stimme, die noch immer wie die eines Fünfzehnjährigen klingt, weil anscheinend keiner mehr im Telefonbuch stünde, aber die meisten Eltern schon noch und so konnte er sich in den letzten Stunden durchfragen. Drei fehlen noch, deshalb nur kurz. Um acht, ja? Und nimm mit, was du immer mitgenommen hast. Nur langsam komme ich in das heute zurück und bitte ihn mich kurz überlegen zu lassen. Eigentlich hätte ich keine Zeit und…. Tim unterbricht mich, indem er meinen alten Spitznamen benutzt. Echt, Mimi, du musst überlegen ob du mich und die anderen sehen willst? Weiterlesen

Wahlfreiheit III – 26.05.2019

Nachstehendes kommt Ihnen vielleicht bekannt vor. Ursprünglich im September 2017 geschrieben und veröffentlicht. Natürlich könnte ich etwas über die anstehende Europawahl schreiben, aber ich würde mich wiederholen. Deshalb nur ein wenig geändert und ergänzt…Wahlfreiheit, machen Sie was draus, sie ist nicht selbstverständlich. 

Die Wahl am 26. Mai wäre ihm herzlich egal, sagt er und beißt in seine, dick mit Leberkäse belegte Semmel. Stolz ist er auf seine Aussage, sonst würde er nicht Beifall heischend den Blick durch das Abteil der U-Bahn schweifen lassen. Den dunkelhäutigen Mann, der ihm gegenüber sitzt, lächelt er freundlich an. Wenn’s ein Tourist ist, dann hat der ihn vielleicht – hoffentlich – gar nicht verstanden. Ist es ein Mensch, der sein Land aus welchen Gründen auch immer verlassen musste,  dann ist das Lächeln des Essenden fehl am Platz. Denn dem, der ihm da gegenüber sitzt, wird der Ausgang der Wahl wohl nicht herzlich egal sein. Für den ging und geht es um etwas. Weiterlesen

Googeln Sie nicht!

Ich bin wirklich froh, dass es mir schon immer herzlich egal war, was man als Frau tragen soll oder tragen darf. Wie 9 von 10 meiner Freundinnen bin ich mehr oder weniger dem Mainstream hinterher geschwommen und hatte meist einen Mann an meiner Seite, der Entgleisungen im Bezug auf Kleidungsstücke mit dem Zucken der rechten oder wahlweise linken Augenbraue verhinderte. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich mag Mode und ich ziehe mich gerne schick an. Ich hege eine ausgeprägte Leidenschaft für Cashmere und versuch mich meiner Körper- und Kleidungsgröße entsprechend ansprechend anzuziehen. Seit ich ein Alter erreicht habe bei dem der Monat nicht vor dem nächsten Gehaltseingang endet, achte ich auf Qualität und freue mich über Dauerbrenner wie meine zwanzig Jahre alte Jeansjacke. Merken Sie was? Ich rechtfertige mich sogar bei Ihnen. Fühle mich genötigt eingangs ein paar Sätze zu schreiben, damit Sie mich nicht für eine völlige modische Entgleisung halten. Bin ich auch nicht. Oder vielleicht doch. Weiterlesen

1.800.000 Atemzüge

Auf meinem Sofa hockt seit drei Tagen das heulende Elend. Vor vier Tagen noch war es eine meiner Freundinnen und mir im Bezug emotionaler Ausgeglichenheit weit überlegen. Jetzt nicht mehr. Ihr Mann hat seit Samstag ein neues Auto, eine neue Freundin und eine neue Telefonnummer. Was genau er sich zuerst angeschafft hat, weiß ich nicht. Meiner Freundin Suse präsentierte er vorgestern Abend aber Auto und Freundin gleichzeitig und weigerte sich die neue Nummer rauszugeben, als er mit einer Reisetasche unter dem Arm die gemeinsame Wohnung und das gemeinsame Leben verließ. Unschön. Die neue Freundin, vor allem aber die neue Telefonnummer, die es Suse unmöglich macht ihm all das zu sagen, was sie jetzt ersatzweise gegen die Wände meiner Wohnung brüllt. Wir haben alles durch. Wein und Schokolade. Analyse der WhatsApp Chats der vergangenen drei Jahre.  Sie das Internetstalking der Neuen und ich die Gewissheit, dass man auch mit zwei Jahrzehnten mehr auf dem Buckel so bescheuert wie eine angeschossene Zwanzigjährige ist. Selbstverständlich sind wir die Straße der ehemals gemeinsamen Wohnung in den letzten beiden Nächten mehrfach mit ausgeschaltetem Licht abgefahren, um anhand eines erleuchteten Küchenfensters auch nicht mehr als vorher zu wissen. Und natürlich hat sie betrunken E-Mails geschrieben von deren Abschicken ich sie solidaritäts angeschickert nicht abgehalten habe. Wir sind genauso blöd wie vor zwei Jahrzehnten, machen genau die gleichen Fehler und stellen jetzt nur fest, dass wir nach solchen Nächten morgens nicht mehr dramatisch wild, sondern zerknautscht verkatert aussehen. Mit zwanzig war verschmierte Wimperntusche ein Accessoire, heute das was es schon immer war – kosmetischer, bröckelnder Dreck.  

Nach 48 Stunden intensivster Freundschaftspflege brauche ich eine Pause und weil man sich die als gute Freundin nicht einfach nehmen kann, nutze ich Wimperntuschen verschmierte und Rotwein befleckte Kopfkissen als Ausrede um mich eine Stunde im Waschkeller zu erholen und mir Tipps für Liebeskummer bei Google, dem großen Bruder und Allwissenden zu holen. Gallseife, Bleiche, 60 Grad und ein Handy mit Internetzugang – mehr braucht man als gute Freundin heute nicht mehr. Dann mal los…

Google ist auch nicht mehr das was es mal war. Noch vor der Hauptwäsche gebe ich auf. Mein Nachbar Paul nicht. Der versucht noch immer seinen Fußabtreter in eine der Maschinen zu stopfen. Mein amüsierter Blick scheint ihn dabei zu stören und er macht eine Pause, indem er sich neben mich stellt und über meine Schulter auf das Display meines Handys schaut. Grinsend schüttelt er den Kopf und nimmt es mir aus der Hand. Mit „Schwachsinn“ kommentiert er die Kalenderweisheiten für frisch Getrennte und mit „harte Nacht?“, mein zerzaustes Aussehen. Ich zucke mit den Schultern, besser sehe ich nach einer durchwachten Nacht nicht aus – Suse blockiert heulend seit Stunden das Bad. Ich erzähl ihm von den Stunden im Auto vor einem hellen Küchenfenster, von geschriebenen und bereuten E-Mails und ein bis drei Gläsern zuviel. Wir schmunzeln darüber und lachen wie dumm, irrational und verletzlich einen eine Trennung doch noch immer machen kann. Wir lachen, bis wir verstummen, weil es eigentlich gar nichts zu lachen gibt, wenn einem der Boden unter den Füßen weggerissen wird und weil es doch eher zum Heulen ist, wenn ein Leben von heute auf morgen zerbricht. Wie geht es ihr, fragt er und ich zeige ihm ein Bild von uns beiden, dass wir kurz vorm Einschlafen geschossen haben. Da hielten wir uns für wild und ungestüm. Im Neonlicht des Waschkellers sehen wir darauf angeschlagen und traurig aus. Beide. Suse, weil sie es ist und ich, weil ich nichts tun kann, damit es ihr besser geht. Süß, sagt Paul und ich finde es süß, dass er lügt. Ob er soll, will er wissen und ich verstehe ihn nicht, bis er mit den Schultern zuckt und etwas von Gift mit Gift bekämpfen murmelt. 

Suse hat die Wäsche nach oben geholt und Paul getroffen, der auf seine Fußmatte wartete. Ich vermute er hat sein Rhett Butler Lächlen gelächelt. Sie waren beim Griechen, bei DEM Griechen. Dort werden um Mitternacht die Servietten in die Luft geworfen und dann wird auf den Tischen getanzt. Ein Ort an den man seine frisch getrennte beste Freundin als Frau sicher nicht schleppen würde. Ein Ort, den nur ein Kerl als passend empfinden würde. Als Suse um fünf in der Früh nach Hause kam und zu mir ins Bett kroch weinte sie ein bisschen bevor sie lachend rülpste. Ob der ganze Scheiß nicht zum Heulen lächerlich wäre, murmelte sie und wir lachten beide. Ohne Grund. Oder weil Weinen – begründet bei ihr,  solidarisch, bei mir – nach drei Tagen zu sehr in den Augen brennt. Vielleicht auch weil das mit dem „Gift bekämpft Gift“ gar nicht so falsch ist. Einer versaut es, einer macht es wieder gut. Bevor ich einschlafe, schreibe ich Paul eine SMS: „Danke“. 

Suse heult wieder. Zwischen dem Griechen, der Bar im Glockenbachviertel und ihrem interims Zuhause bei mir hat sie in den wohl einen Zwischenstopp im Hinterhaus eingelegt. Würde Paul an sein verdammtes Handy gehen oder die von ihr an ihn geschriebenen WhatsApp Nachrichten einen zweiten Haken zeigen, würde Suse jetzt nicht heulen. Gift vertreibt Gift. Mag sein, hält nur nicht lange. Meiner Nachbarin Judith erzähle ich es im Keller vor den Altglascontainern. Sie haut mir ein Gurkenglas in die Rippen und fragt ob ich mir solidarisch den Verstand weggetrunken hätte. Paul? Unser Paul?!? Sie muss mir das Glas nicht noch mal gegen den Arm schlagen. Ich nehm es ihr weg und nicke. Paul ist toll. Als Nachbar. Wahrscheinlich auch als guter Freund. Auch um zu vergessen, sich toll zu fühlen und wieder lebendig. Nach Paul schläft man bestimmt gut ein. Nur das Aufwachen, das kann schief gehen. 

Judith nimmt sich jetzt Suse an. Ich mache mir ein wenig Sorgen um meine Freundin. Ganz tief in mir drin, weiß ich ja, dass gar nichts hilft. Nur warten. Einatmen, ausatmen und einatmen. 1.800.000 Mal. Dann sind die ersten drei Monate geschafft und es wird besser. 

 

 

 

Mama sagt NEIN

Meine Mutter hat mir explizit verboten über sie zu schreiben. Sie hätte ich rauszulassen und sie würde ganz sicher nicht zum Thema irgendeiner meiner Erzählungen werden. Keine Bitte, eine Feststellung. Mein Vater hat das nicht. Vermutlich weil er lange Zeit von der Existenz meiner Homepage nichts mitbekam und es schlicht und einfach versäumt hatte, auf seine Persönlichkeitsrechte zu pochen. So wie meine Nachbarn, meine Bekannten und meine Freunde auch. Jetzt ist es zu spät und meine Mutter kann sich über ihre Weitsicht freuen. Von ihr findet sich nichts im Internet. Ok, sie hat sich vor Jahren versehentlich (fragen Sie nicht) bei Facebook angemeldet, aber auch dort kann man nichts über sie finden. Ihre Privatsphäre ist ihr wichtig und Dinge die ihr wichtig sind, die behütet und beschützt sie. Mich zum Beispiel. Weiterlesen