CR-Leseagentur, ich musste gerade an dich denken.

Es ist 19:30 Uhr und seit ich vor etwa etwa vier Stunden in den Feierabend ging, sitze ich vor meinem Rechner und möchte etwas schreiben, was mir schon seit Tagen unter den Nägeln brennt. Über jemanden, der mir in den letzen Monaten so sehr ans Herz gewachsen ist, dass es wirklich an der Zeit ist, ihn hier zu erwähnen. Gerade jetzt, wo die Welt still zu stehen scheint und einer der wenigen positiven Begleiterscheinungen, das mehr an Zeit ist, möchte ich endlich, endlich über die wunderbare Agentur, deren Herz und Verstand du bist, schreiben. Die sozialen Kontakte liegen brach, wir treffen uns nicht mehr mit Freunden und wir verbringen die Tage in unseren eigenen vier Wänden. Es ist der perfekte Moment. Dennoch ist es heute nicht still und ruhig. Im Gegenteil. Um ehrlich zu sein, sitze ich nicht vor dem Rechner, sondern renne mit dem Telefon am Ohr durch die Wohnung und lese E-Mails im Stehen, zwischen zwei Gesprächen. Jetzt ist es gleich 20:00 Uhr und ich habe noch immer nicht das geschrieben, was ich eigentlich wollte. Vielleicht aber, lieber Christine, ist es genau das, was mich gerade heute besonders an dich und die Agentur denken lässt. Die unglaubliche Dynamik dieses Tages, das beständige Klingeln des Telefons und die Flut an E-Mails die gelesen und beantworte werde wollen. Weiterlesen

Corona Home Office IX

Warum mich dieses, in meinem Flur hängende Foto derzeit am Verstand der Deutschen zweifeln lässt, (und zugleich unglaublich amüsiert)  verstehen Sie wahrscheinlich nur, wenn Sie gerade in Deutschland festhängen und sich am Klopapier hamstern nicht beteiligt haben.

Warum ich es heute an Tag IX poste, verstehen sie wahrscheinlich in jedem Land. Dank Home Office und Abenden und Wochenenden zu Hause, laufe ich an diesem Foto einfach viel öfter vorbei und freue mich, dass es mich Tag für Tag zum Lächeln bringt. Das Lachen ist uns noch nicht vergangen. Erst, wenn auch noch die Küchenrolle alle ist. 

 

 

Corona Home Office VIII

Der Moment wenn im Briefkasten ein Schreiben des Arbeitgebers mit „Persönlich/ Vertraulich“ im Adressfenster liegt und einem für einen kurzen Moment das Herz in Hose rutscht.

Unbezahlbar das Gefühl der Erleichterung wenn es sich dann „nur“ um die Bescheinigung für den Arbeitsweg handelt. 

Leider verfliegt es schnell, das schöne Gefühl der Erleichterung. Wer hätte noch vor nur vier Wochen gedacht, dass wir diese Bescheinigungen vielleicht bald aufgrund möglicher weiterer Ausgangsbeschränkungen brauchen. 

 

Andrá tutto bene

Eigentlich suchte ich etwas anderes. Gelandet bin ich bei alten Kalendern, deren Einträge mich heute sentimental machen, berühren und mit ziemlicher Wucht durch die Jahrzehnte schleudern.

22.03.2000 
11:00 Uhr – Katrin Strand Enfola
15:00 Uhr – Catharina Portoferraio
23.03.2000
10:30 Uhr – Micha, Carmen, Katrin Rom 

Verdammt. 20 Jahre?!? 20 Jahre ist es her, dass ich mit Katrin am Strand von Enfola auf Elba saß. Wahrscheinlich ist es richtig, denn es steht in meinem Kalender. Irgendwo habe ich ihre Nummer und werde sie anrufen. Nach acht Jahren seltsam. Momentan völlig normal. Wir erkundigen uns nach dem Verbleib von Menschen, die es aus unserem Alltag gespült hat. Jetzt wo der nicht mehr existent ist, bleibt die Zeit nachzufragen. Sie müsste in Norddeutschland sein. Noch immer mit segelnd. Wie damals, als wir uns in diesem verrückten, verrückten Sommer kennen lernten. Dem Sommer in dem mein Freund nach Italien zog und ich zu pendeln begann. Vielleicht der schönste Sommer meines Lebens. Und Catharina…das Kindermädchen bei der lustigen Familie. Facebook hält mich auf dem Laufenden. Sie ist in Kanada. Wie es dort wohl mit Corona ist? Ich schreibe ihr zwischen Home Office und Wäsche aufhängen. Ob sie noch weiß wie sehr wir gelacht haben, heute vor 20 Jahren. Wir lachten – mein Freund nicht. Der hatte Angst, dass wir uns bei unseren Fahrkünsten auf der kurvigen Küstenstraße den Hals brechen würden. Es war schon warm, das weiß ich noch. Aber noch mehr erinnere ich mich an das Lachen. Heute fehlt es – das Lachen. Weiterlesen

Corona Home Office VII

Es gab Zeiten, da wusste ich, dass das Klingeln meines Telefons einen Anruf von Familie oder Freunde bedeutet. Manchmal auch eine dämliche Umfrage. Zu 99% aber hörte ich nach dem Abheben eine Stimme die mir bekannt war. Gute alte Zeit. Im Moment versetzt mich das Klingeln des Telefons in Panik – ich weiß nämlich nicht mehr, wen der Anrufer zu hören erwartet, weil ich es die letzten Wochen, Monate und Jahre versäumt habe, all die Nummern von Zetteln und in E-Mails auch in meinem Telefon abzuspeichern. Bis her war es einfach. Familie und Freunde, riefen abends an. Kollegen am Firmenapparat und wer die Autorin sprechen wollte, tagsüber am Handy. Heute wo fast jeder zu Hause ist, weiß ich überhaupt nicht mehr, wen der Anrufer gerade sprechen will. 

a) Mitzi, mit der man verwandt, befreundet oder privat bekannt ist und mit der man ratschen möchte
b) Frau Irsaj, die Kollegin oder Mitarbeiterin aus der Firma, der man eine Frage zu geschlossenen Fonds stellt
c) Mitzi Irsaj, der man eine Lesung absagt oder die man für 2023 (vorbehaltlich) buchen möchte
d) oder die blöde Kuh, die laut Meinung des Anrufers, seinen Tiefgaragen Stellplatz blockiert. Weiterlesen

Corona Home Office VI

Drei Tage war es schön und gemütlich den ganzen Tag im Schlafanzug, mit ungekämmten Haaren und dem knielangen Pullover des Freundes zwischen Bett, Sofa und Küche zu pendeln. Es hatte etwas von dem Gefühl einer Achtjährigen, die mit Papa alleine zu Hause ist und gemeinsam mit ihm Mamas Regeln bricht. An Tag vier fehlt die Mama, die einen strafend ansieht und erst ins Bad und dann zum Aufräumen schickt. Da mich niemand schickt und ich alleine wohne, musste ich es selbst machen. 

  • Alle Wintersachen sind gewaschen
  • Alle Frühlingssachen aus dem Schrank sind gebügelt
  • Die Legokisten der Nachbarskinder sind nach Themen sortiert. 
  • Die Zwischenräume aller Tastaturen in meinem Haushalt wurden mit Wattestäbchen gereinigt

Meine Mutter wäre mit meinem Achtjährigen Ich sehr zufrieden und würde mir jetzt erlauben zu spielen. Ich habe es uminterpretiert und mir ein Glas Wein gegönnt. Eines, dass ich fernmündlich mit dem liebsten meiner Freunde aus Italien getrunken habe. Gin, Gin! Andrá tutto bene. 

Heute werde ich jedes einzelne Buch abstauben. Wenn Sie meine Wohnung kennen, dann wissen Sie, dass der Tag damit ausgefüllt ist. 

Wenn Ihnen die Decke auf den Kopf fällt, dann spiel ich für Sie kurz die Mama. Also, ja das nervt, aber so viel Zeit wirst du in den nächsten Jahren vermutlich nicht mehr haben. Wenn also keine Kinder rumrennen, die Aufmerksamkeit braucht, dann hopp. Wir haben Zeit geschenkt bekommen. Zeit…das was uns letztes Jahr immer fehlte. *Klugscheißermodus aus.