Gefundene Sätze #57

„Nenn mich nicht Waltentin, du nennst ja auch nicht deinen Vater Water.“

Karl Valentin

Gestern hätte er Geburtstag gehabe und ich bin einen Tag zu spät. Gratulieren hätte ich ihm ja eh nicht mehr können und Valentin kann man an jedem Tag zitieren. Obiges übrigens bekomme ich hoffentlich endlich einmal fehlerfrei über die Lippen, wenn ich wieder in seinem Geburtshaus in München lesen darf. Da steht es übergroß an der Wand und eigentlich weiß ich es ja, das Vater-V in Valentin. Aber weil er da in diesem Raum so grantig und streng schaut, hab ich noch ein jedes Mal „herzlich Willkommen im Walentinhaus gesagt“ und wurde vom Publikum ganz streng ermahnt.
Das sind sie nämlich….streng….die Auer, wenn eine kommt und den Namen ihres liebsten Münchners falsch ausspricht. Und grad deswegen eben, weil ich es ja weiß, wie er heißt und weiß, dass man hier ganz streng ist, wird´s ein ums andere Mal ein W statt einem V.
Wurscht…hauptsach´ ich darf bald wieder hin. Denn ebenfalls nach Valentin…. „es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem“ und mir würd schon noch einiges einfallen, was ich dort erzählen könnte.

Ihnen ein schönes Wochenende und wenn irgendwas nicht passt, dann googeln Sie einfach nach Valentin Zitaten. Da ist bestimmt etwas passendes dabei, das Sie schmunzeln lässt.

Gefundene Sätze #55

„So ein herrlicher sonniger Tag und ich soll gehen. Aber wieviele müssen heutzutage auf den Schlachtfeldern sterben, wieviel junges, hoffnungsvolles Leben…
Was liegt an meinem Tod, wenn durch unser Handeln tausende von Menschen aufgerüttelt und geweckt werden.“

Sophie Scholl (22.02.1943)

Gefundene Sätze #54

„Nicht alle von uns sind von Natur aus schön, manche sind geradezu hässlich“

Linea diretta – Arbeitsbuch Italienisch

Ab und zu hole ich meine alten Bücher zu italienischer Grammatik raus und immer wieder lese ich mit einem breiten Grinsen die darin abgedruckten Beispieltexte. Das Buch ist alt. War es schon, als ich es kaufte und hat doch die besten Erklärungen zur Grammatik. Und herrlich fiese Texte, die in den frühen 90zigern wahrscheinlich normal waren. Würde heute irgendein Lehrbuch von „geradezu hässlichen“ Frauen sprechen und ihnen bei Korpulenz raten, dringend abzunehmen, weil ihr Anblick eine Zumutung ist? Natürlich nicht und das ist gut so. Trotzdem muss ich über die alten Texte schmunzeln. 

Tauchen Sie! Trinken Sie! – Ein Glas Lyrik

Tauchen sie ein in starke Wortbilder,
hinab zwischen den Zeilen,
bis auf den Grund des Unaussprechlichen,
in den Sound hinter den Worten

Schön, nicht wahr?
Mit diesen (und anderen) Worten wurden die ersten Lesungen, die das Münchner Theater Südsehen im Geburtshaus von Karl Valentin 2016 organisierte, angekündigt. Am 09.12.2016 mich und am 17.12.2016 Simone Lucia Birkner. Ein Glas Lyrik wurde die kleine Reihe genannt. Die Idee dahinter, unter anderem Blogger aus dem virtuellen Raum in den realen des kleinen, gemütlichen Raum im Herzen Münchens zum Lesen einzuladen. Für mich, die noch nie gelesen vor anderen gelesen hatte und deren Texte sicher nicht als Lyrik einzuordnen sind, war es der Anfang von jetzt recht genau vier Jahren, die zu den spannendsten und aufregendsten meines Lebens gehören. Am 09.12. erzähle ich Ihnen davon. Heute nicht, heute gehört der Tag Simone und ihren Worten. Und ihrer Stimme. 

Sie ist das fünfte Türchen im Adventskalender vom Südsehen. Eine Stadtnacht (mit Make-up) Und obwohl ich sie alle schön finde, gehört dieses Türchen mit zu meinen liebsten. Lesen können Sie Simone auch: Gedanketrifftpapier

Einen schönen zweiten Advent!

Gefundenen Sätze #52

„….denn die einzigen Menschen sind für mich die Verrückten, die verrückt sind aufs Leben, verrückt aufs Reden, verrückt auf Erlösung, voll Gier auf alles zugleich, die Leute die…….. brennen, brennen, brennen wie gelbe Wunderkerzen und wie Feuerräder unter den Sternen explodieren.“

Unterwegs
Jack Kerouac

Aus „Der Sommer der blauen Nächte“ – Stefanie Gregg

Gefundene Sätze #50

 

„Frauen haben all diese Jahrhunderte hindurch als Spiegel gedient, der die magische und vorzügliche Eigenschaft besitzt, einen Mann, zweimal größer als er ist, erscheinen zu lassen.“

Virgina Woolf

Ein feiner Satz und noch immer aktuell. Auch wenn man heute bedeutend öfter Frauen findet, die sich freiwillig als solcher Spiegel zur Verfügung stellen. 
Befremdlich ist der Fundort des Satzes. Er stand in „Der geheime Code“ einem Buch über den goldenen Schnitt, diese faszinierende Zahl der perfekten Proportion.  Sie wissen schon das Teilungsverhältnis einer Strecke, bei dem das Verhältnis des Ganzen zu seinem größeren Teil dem Verhältnis des größeren zum kleineren Teil gleich ist. Phi. Oder 1,61803. Gestern im Shop des Deutschen Museum in München gekauft und mich gleich fest gelesen. Oder besser, ich habe es versucht, denn gelungen ist es mir mit dem Buch von Priya Hemenway leider nicht. Wunderschön gestaltet ist es und die Bilder darin ganz herrlich anzusehen. Nur was die mit dem goldenen Schnitt zu tun haben ist mir oft ein Rätsel. Zitate sind auch darin – auf jeder Seite im Schnitt eines. Auch das von Virginia Woolf. Klar, im Kapitel vorher geht es um Proportionen und deren Verschiebungen in einem Spiegel, je nach Standort des Betrachters. Dennoch erscheint mir dieses Zitat ein wenig unpassend. 

Egal, liest sich leider eh alles hat ein Zehntklässler die Stoffsammlung für ein umfassendes Referat einfach mal veröffentlicht und vergessen, die durchaus interessanten Teilstücke, in eine verständliche Reihenfolge zu bringen. Ein bisschen wie meine Diplomarbeit bevor mich der klügste meiner Freunde fragte, ob ich eigentlich ein Inhaltsverzeichnis hätte und wenn ja, warum ich mich daran halten würde. Ich weiß, es ist ein wenig garstig, aber ich bin enttäuscht von diesem Buch. Ich bin fast durch und suche immer noch nach dem roten Faden. Die Zahl 1,61803 ist es leider nicht. Also schon, aber er reißt so oft, der Faden. 

Haben Sie einen Tipp für mich. Ein Buch, das den goldenen Schnitt behandelt und kein Mathematikstudium voraussetzt?