20 Gedanken zu “Gefundene Sätze

    1. Meine Nichte hat mich (wieder) auf Max Frisch gebracht. Ich werde alle drei wieder lesen im Herbst. Dann weiß ich hoffentlich wieder genauer was mir an den Büchern so gefallen hat. Ich hab sie mit 18 gelesen und es ist an der Zeit es zu wiederholen 🙂

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  1. Die meisten Untersuchungen der Psycho- oder Soziologen geben Frisch recht, wobei ich überfragt bin, ob er die oder die ihn auf den Gedanken brachten. Wir alle denken uns (ein klein wenig anders und manchmal sehr viel anders als wir von anderen wahrgenommen werden und als uns ein objektiv gemeinter Lebenslauf darstellen würde), denken uns aus, wobei das Sein, das Wünschen und das sich gedanklich Konstruieren – vor lauter Verwirrung schlägt es manchmal in bedenkliches Dekonstruieren um – sich unentwirrbar (vergleichbar bunten Knetmassestäbchen, die kinderhandfreudig ineinander vermengt und verknetet werden) verbinden.
    Ich z.B. erfinde mich täglich neu. Also, wenn es mir nicht zu viel Mühe macht. Dummerweise kommt dann – ganz wie bei Stanislaw Lems Zeitschleife – mein vorausgedachtes Ich von Morgen, ganz bestimmt aber das Erinnerte von Gestern und gar noch von Vorvorgestern dazwischen… Kein Wunder, wenn mir der Kaffefilter aus der einen Hand fällt, während ich noch das rieselnde Kaffepulver mit der anderen aufzufangen versuche, denn wer weiß schon genau, wer der Tolpatsch jetzt wieder war! Doch solange nichts Schlimmeres passiert…
    Manchmal agieren diese Gewollten, Gedachten und aus dem Unbewußten Aufgestiegenen sogar parallel, dann wirds übel. Wieso eigentlich ist mir plötzlich leicht schwindelig?
    Übrigens: schon die Griechen kannten das Schicksal, gegen das sich aufzulehnen unsinnig und vergeblich ist, was insofern wieder blöd ist, als man es eben vorher nicht kennt. Und den Daimon, der einem innewohnt, der einen an- und umtreibt. Sisiphos hatte es vergleichsweise gut, er hatte wenigstens eine klar umrissene Aufgabe…

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    1. Dein letzter Satz rundet diesen feinen und durchdachten Kommentar ganz wunderbar ab. Ein breites Grinsen meinerseits. Selten denkt man, dass Sisiphos es leicht hat. In diesem Fall…ja, wenigstens eine klare Aufgabe.
      Liebe Grüße aus dem Urlaub.

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