Kopf Bauch Kombination

Die Zeit heilt alle Wunden. Finde ich einen Kalender, der diesen Spruch bereithält, werfe ich ihn weg. Egal ob er mir gehört oder nicht – Lügen darf man nicht verbreiten. Die Zeit mag vielleicht ein aufgeschlagenes Knie heilen, gegen die nicht sichtbaren Wunden aber ist sie machtlos. Die Zeit ist ein falscher Freund. Da ist eine Wunde, ein Loch im Garten des Lebens, und mit der Zeit wächst Unkraut und auch schöne Blumen über seinen Rand. Und die Zeit, der miese Freund, gaukelt einem vor, dass man nun so langsam vergessen und wieder durchatmen könne. Aber schon ein kleiner, falscher Schritt reicht, und man fällt in ein Loch das noch genauso tief und genau so scharfkantig ist wie am ersten Tag. Tut mir leid, sagt die Zeit, ich dachte ein paar schöne Blümchen, etwas Löwenzahn und feine Gänseblümchen würden es hübscher machen. Die Zeit ist ein Idiot. Weiterlesen

Gefundenen Sätze #52

„….denn die einzigen Menschen sind für mich die Verrückten, die verrückt sind aufs Leben, verrückt aufs Reden, verrückt auf Erlösung, voll Gier auf alles zugleich, die Leute die…….. brennen, brennen, brennen wie gelbe Wunderkerzen und wie Feuerräder unter den Sternen explodieren.“

Unterwegs
Jack Kerouac

Aus „Der Sommer der blauen Nächte“ – Stefanie Gregg

Randnotiz – Männerdenken

Wie ich nächste Woche fahre, wollte er wissen. Welche Autobahn ich nehmen würde, um ihn endlich, endlich wieder am Meer zu besuchen.  Nicht über Mailand sagte ich und damit wäre die Frage für mich hinlänglich beantwortet gewesen. Jetzt ist sie das nicht mehr. Der mutigste meiner Freunde begann nämlich laut zu denken. 

Also ja, Mailand nicht. Ne, Mailand nicht. 
Blödsinn, natürlich nicht über die Schweiz. 
Na, ne, da an Verona vorbei, musst dann Richtung Brescia, mit den ganzen LKW…geht auch nicht. 

Er beendete das Gespräch mit einem „Passt schon“.

Und ich sitz jetzt hier. Nicht Mailand, nicht Schweiz, nicht an Brescia vorbei. Seit gestern denke ich darüber nach, was er meinen könnte. Und schlagen Sie mir bitte nicht vor, nachzufragen. Wenn Sie eine Frau sind, dann kennen Sie die Antwort: „Passt schon.“

Versprochen

Ich habe keine Angst, sagte ich meinem Vater als er mich am Vormittag nur ungern im Wald, in dem unserer Hütte liegt, zurück ließ. Ich lachte, weil die Sonne schien und hier an diesem Ort noch nie etwas böses gelauert hat. Die Welt ist voll davon, aber hier oben am Berg, da ist nichts wovor man sich fürchten muss. Ich wäre alleine, sagte mein Vater und schien sich nicht daran erinnern zu wollen, dass es nicht das erste Mal war. Alleine ist gut, erinnerte ich ihn. Ohne andere Menschen widerfährt einem meist viel weniger schlechtes, als mit. Warum er sich an diesem Tag sorgte, weiß ich nicht. Vielleicht hatte er Angst, dass meine Freunde nicht wie vereinbart am Abend kommen würden und ich die Nacht ohne Auto allein wäre. Lachend zuckte ich an diesem Tag mit den Schultern. Es ist mein Nest, diese Lichtung, und nichts macht mir dort Angst. Nicht einmal der alte Schrank am Absatz der Treppe. Weiterlesen

Drei Balken sind (k)eine Brücke

Hinter unserer Hütte, führt ein kleiner Weg ins Dorf. Es führte ein Weg ins Dorf. Mittlerweile gibt es einen ausgebauten Wanderweg und den kleinen Trampelpfad, benutzen nur noch wenige. Ich zum Beispiel. Farne und Äste stören mich nicht. Drei Balken, die früher einmal eine kleine Brücke waren allerdings schon ein bisschen. Direkt hinter der Brücke geht es nämlich nach unten. Ziemlich tief nach unten. So tief, dass mir ein Restfunke gesunden Menschenverstand ist dann doch zu verstehen gibt, dass meine profillosen, ausgelatschten Turnschuhe (fragen Sie jetzt bitte nicht, warum jemand der in den Bergen aufwuchs solche Schuhe überhaupt in den Bergen trägt) und die moosigen Balken keine gute Kombination sind. Ich bin durchs Gestrüpp und durch den Bach gegangen.

Falls Sie einen Urlaub in den Bergen planen. Ausgelatschte, profillose und NASSE Turnschuhe vertragen sich auch mit dem Laub auf Waldwegen nicht allzu gut. 😉

Kommen sie mit. Dorthin wo das Herz schneller schlägt I

Manchmal muss man springen muss. Ins kalte Wasser, über den eigenen Schatten und über die Alpen. Nach Italien. Dorthin, wo das Herz schneller schlägt. Und manchmal muss man zurück springen. Zurück über die Alpen. Nach Bayern. Dorthin, wo das Herz schneller schlägt. 

Hier zum Beispiel. Hier pocht mein Herz immer schneller. Ein letzter kleiner Anstieg und ich bin da – oben auf dem Berg und auf unserer Hütte. Bis Sonntag. Ich nehme Sie ein bisschen mit.