ENDE 2015

Ohne Happy End geht’s nicht. Flüstert er leise, während er auf meiner Bettkante sitzt und lächelt. Ich nicke und beobachte, wie der Rauch seiner Zigarette langsam zur Decke aufsteigt. Würde er wirklich auf der Bettkannte neben mir sitzen, hätte ich ihn längst gebeten die Zigarette draußen auf dem Balkon zu rauchen. Menschen die nicht real sind, dürfen auch im Schlafzimmer rauchen. Seltsamerweise riecht der nicht existente Rauch genauso wie der echte. Weiterlesen →

Verschonen Sie mich mit Silvester-Vorfreude!

Freuen Sie sich auf den heutigen Silvester-Abend? Sind Sie schon gespannt was er bringen wird?  Laufen Sie aufgeregt und hibbelig durch die Wohnung und überlegen Sie, was Sie anziehen können? Dann laufen Sie mal schön weiter. Ich würde Ihnen die Laune verderben. Bei mir bekommen Sie heute nur ein Glas lauwarmen Weißwein. Nicht später. Später ist er kalt – gerade ist er noch lauwarm, aber ich brauche ihn jetzt. Wenn Sie bleiben, müssen Sie ein Glas davon mit mir trinken. Anders ist die Silvester-Euphorie nicht zu ertragen. Weiterlesen →

Danke von Mitzi

Das ist doch eine schöne Gelegenheit, danke zu all jenen zu sagen, die diesen Blog zu dem machen, was er ist. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass mich hier so viele Menschen begleiten. Jeder einzelne von euch ist mir ans Herz gewachsen. Ich genieße die tiefsinnigen, emotionale und auch flapsigen und lustigen Kommentare. Es freut mich, rührt mich und macht mich auch ein wenig stolz, euch zum Lachen oder kurzem Innehalten zu bringe. Genauso schön ist es, eure Texte zu lesen, die tollen Fotos anzusehen und lachend, nachdenkend oder zustimmend nickend vor dem Rechner zu sitzen. Mein kleines Experiment  habe ich lieb gewonnen. Eigentlich sollte es zum Jahresende auslaufen. Ich habe mich dagegen entschieden und bleibe hier, weil ich mir momentan keinen schöneneren Ort zum Schreiben vorstellen kann. Ich habe euch lieb, ihr Lieben. Sagt man viel zu selten 😉 Kommt gut ins neue Jahr! 

 

Hier ist ein Auszug:

Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieses Blog wurde in 2015 etwa 8.600 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 3 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieses Blog.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Nicht erinnern

Früher glaubte ich, dass meine Erinnerungen nur mir gehören. Ich alleine könne bestimmen welche Erlebnisse in den Schubladen meines Gedächtnisses aufbewahrt werden und nur ich würde entscheiden, wann darin gewühlt werden darf. Heute weiß ich, dass das Öffnen einer Penatencreme-Dose reicht, um hilflos von Erinnerungen überflutet zu werden. Ich weiß auch, dass man stundenlang ertrinken und dabei weiter atmen kann. Man kann bis ganz auf den Grund der Schublade sinken, sich im Seegras vergessener Gefühle verstricken und erst durch das Klingeln des Telefons wieder auftauchen. Es ist ganz einfach. Und ganz grässlich. Weiterlesen →

Erwartungen

Geht es um übertriebene Erwartungen, bin ich ganz vorne mit dabei. Ich erwarte grundsätzlich Großes. Dass dieser Wunsch vermessen ist, meistens nicht realisierbar und fast immer in die Hose geht, ist mir dabei egal. Wüsste ich morgens schon, dass mich ein absolut durchschnittlicher Tag erwartet, hätte  ich keine Lust aufstehen. Großes zu erwarten  ist bei mir normal. Ebenso wie die fast immer darauf folgende Ernüchterung. Ich kann gut damit leben. Einen kleinen Rückschlag stecke ich leicht weg. Der nächste Tag verspricht schließlich erneut Großes. Weiterlesen →

Manchmal seufze ich leise Miststück

Vor 25 Jahren, am 21 Dezember wurde Tim von Claudia verlassen. Mit Tim habe ich nie gesprochen. Nicht vor 25 Jahren und nicht in den Jahren danach. Aber Claudia kannte ich ganz gut. Sie saß in der Schule neben mir weil man mich von Nicole getrennt hatte. Die Trennung von Nicole war eine unschöne Sache gewesen. Sie und ich waren beste Freundinnen und in etwa gleich schlecht in der Schule. Sie etwas schlechter als ich. Vor allem in Stenographie. Dem einzigen Fach, das mir leicht fiel. Minus mal Minus ergibt Plus. Soviel hatte ich in Mathe verstanden und ging daher am Anfang der siebten Klasse dazu über, die Stenoprüfungen sowohl für mich als auch für sie zu schreiben. Weiterlesen →

Weihnachten ist Weihnachten ist Weihnachten

Weihnachten ist mir heilig. Da bin ich kompromisslos. Es ist mir schnuppe ob sich die ganze Welt über den Konsumrausch oder den fehlenden Schnee echauffiert. Ab dem ersten Advent bin ich in Weihnachtsstimmung. Keinen Tag eher und keinen Tag später. Weihnachten ist mir heilig. Der Wahnsinn drum herum ist mir egal. Von meinem Weihnachten habe ich eine klare Vorstellung. Keine Geschenke – egal. Kein Baum – undenkbar. Weihnachten ist angesichts des Elends der Welt scheinheilig? Ist es. Aber dann soll man nicht lamentieren sondern im Kleinen etwas gegen die Schlechtigkeit tun. Weiterlesen →

16 Tage

Heute morgen ist es still bei mir. Kein Radio und keine Musik läuft. Nur ein bisschen Straßenlärm schwappt durch das gekippte Schlafzimmer-fenster. Ich schließe die Augen und rutsche tiefer unter die Decke. Heute ist Samstag und mein zweiwöchiger Urlaub beginnt.  Wenn man das Wochenende mitzählt sind es ganze sechzehn Tage. Natürlich zähle ich das Wochenende dazu. Zwei Wochen Urlaub über Weihnachten, das haben viele. Sechzehn Tage dagegen,  sind schon fast unverschämt lange.  Unter meiner Bettdecke ist es herrlich warm. Nur die Nasenspitze, die an der Luft ist, friert. Das mag ich. Nur warm wäre mir zu langweilig. Um die Wärme zu genießen und zu schätzen, muss ein kleiner Teil – zum Beispiel die Nase – kühl sein. Weiterlesen →

Sanft und gelassen brüllend

Ich bin ein sehr geduldiger Mensch. Da können Sie jeden fragen. Ich bin auch eine ausgesprochen gelassene und in sich ruhende Person. Auch hier können Sie sich gerne erkundigen. Man wird Ihnen bestätigen, dass ich das bin. Im größten Chaos bin ich der Fels in der Brandung. Im Jahresendspurt wissen das vor allem meine Kollegen zu schätzen. Ich sorge für den nötigen Weihnachtsfrieden im Büro. Weiterlesen →

Tanz!

Samstag sah ich den Tod. Ein weißes Gerippe unter einem schwarzen, langen Umhang. Die weite Kapuze tief über die knöcherne Stirn des blanken Schädels gezogen, schlich er sich langsam und ohne Eile heran. Er ist ein großer, schlanker Mann. Natürlich ist er schlank. Denn dort wo das Fleisch und das Fett des Körpers fehlen, ist ein jeder dünn. Dass pure Knochen schön sein können, wusste ich nicht. Aber er war schön. Der Tod war ein schöner Mann. Weiterlesen →