Lesen Sie das nicht!

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Windspiele an Balkonen in der Stadt aufgehängt werden? Möchte sich der Besitzer am zarten Klang erfreuen oder hat er eine diebische Freude daran, seine Nachbarn mit dem penetranten Geschepper in den Wahnsinn zu treiben? Ich habe mich das gestern Abend gefragt. Da schrieb ich auf der Heimfahrt in der Bahn „das dumme Windspiel, die ungeöffnete Flasche Wein, das bekloppte Eichhörnchen und Herr Meier  von nebenan“ in mein Notizbuch. Weiterlesen

Kopfstürme

Eine strahlende Sonne passt am besten zu mir, sagt einer meiner Freunde und ich lächle über das schöne Kompliment. Ich lächle bis er mich nicht mehr ansieht und ich nicht mehr lächeln muss. Das erloschene Lächeln juckt  in meinen Mundwinkeln und ich schließe die Augen, weil ich lieber an dein Lächeln als an mein eigenes denken möchte. Es gelingt mir nicht. Vielleicht weil du so selten gelächelt hast. Weiterlesen

Anna, geh ins Bett! U-Bahn Gedanken

„Ich hab dich lieb. Schlaf gut.“ Er sagt es ganz leise. Ich mag seine Stimme schon bei den ersten Worten. Sehr warm und weich unterstreicht sie die schönen Sätze. Ich habe dich lieb, das sagt man zu Kindern, wenn man sie in der früh verabschiedet. Man sagt es auch zu seinen Eltern, wenn sie ein Alter erreicht haben, in dem sich die Rollen langsam tauschen. Er sagte es zu keinem Kind und sicher nicht zu seiner Mutter. Seine Worte müssen seiner Frau oder Freundin gelten. Sie bedeutet ihm viel. Weiterlesen

Als wir Robbie Williams in die Wüste schickten

So vieles wird geschrieben. Banales, Kluges, Nützliches und sehr viel Dummes. Fragt man diejenigen, die nur um des Schreibens willen schreiben, wie sie dazu gekommen sind und wann sie damit begonnen haben, erfährt man meist hübsche Anekdoten oder interessante Begebenheiten. Auch ein Blick ins Editorial oder die Rubrik „über mich“ eines Blogs lohnt. Häufig beantwortet er die Frage, wie es begonnen hat. Das Schreiben.
Bei mir nicht. Weiterlesen

Feig und wütend

Jeden Morgen macht er mich wütend. Egal ob das Wetter schön ist oder schlecht. Unwichtig ob ich mit guter Laune in die S-Bahn eingestiegen bin oder sowieso schon mit dem Tag haderte. Es reicht, ihn zu sehen und ich werde wütend. Einem ungeschriebenen Gesetz zu Folge, steht man täglich an genau der gleichen Stelle am Bahnsteig und setzt sich brav an seinen angestammten Platz. Weiterlesen

Rotwein gegen dreiste Dämlichkeit – funktioniert!

Seit 1973 ist die Kuppelei in Deutschland kein Straftatbestand mehr. Unter Freunden und Kollegen galt es wohl auch schon zuvor (zu unrecht)  als Kavaliersdelikt. Dort entspringt es in der Regel falschem Mitgefühl gepaart mit einer großen Portion Dämlich- und Dreistigkeit. Die Dämlichkeit beginnt damit, dass einem allein durchs Leben gehenden Menschen ab 30 grundsätzlich unterstellt wird, dass er unglücklich zu sein hat. Frauen über 35 die nicht verzweifelt sind, werden misstrauisch beäugt.  Weiterlesen

Ein Pfirsich für Annette

„Schreib weiter.“ Steht in ihrer SMS und ich sehe das Ausrufezeichen dort, wo der Punkt  am Ende des Satzes steht. Ein Fragezeichen wäre angebracht gewesen. Und überhaupt eine Frage und nicht eine Aufforderung. Mein Einwand, dass ich die letzten beide Tage schon etwas geschrieben habe, wird mit einem „Na und? Schreib weiter!“ weggewischt. Sie musste es genauso wenig tippen, wie ich meinen Einwand anbringen musste. Ungeschrieben und ungesagt, hängt es in der Luft und hat seinen Weg zum Empfänger gefunden. Weiterlesen