Kurze Frage

Wissen Sie wer dieses Bild im Original gemalt hat?

Der Junge, gemalt von meinem Vater, begleitet mich mein Leben lang schon. Leider kann sich mein Vater nicht an den Namen des Malers erinnern, von dem er es vor über 50 Jahren abgemalt hat.

Kennen Sie ihn?

Guten Start in die Woche.

Friss mich nicht – U-Bahn Gedanken

In der U-Bahn sitzt mir einer gegenüber. Unheimlich, irrer Blick und Speichelfäden in den Mundwinkeln. Ohne zu zögern könnte man ihm eine Rolle im Tatort als Massenmörder anbieten. Würde man sich trauen ihn anzusprechen. Keiner sitzt bei ihm. Ich nur, wenn ich muss. Er macht mich nervös. Rucksäcke, Attentatsgedanken und Burkas nicht. Er schon. „Du magst mich nicht.“, sagt er an einem Morgen. Sagt es so plötzlich, dass ich vergesse nicht zu antworten und es versäume schnell aufzustehen und zu gehen. „Ja,“ wenn es zu spät ist kann man ehrlich sein, „Sie sehen aus, als würden Sie mich gleich fressen.“ Er schnaubt. „Ich fresse niemanden auf. Muss ich nicht. Es frisst sie auf. Das Böse. Von ganz alleine.“ Er sieht mich an. Wischt sich mit dem Handrücken über den Mund. „Dich nicht.“ Weiterlesen →

Alte Bissgurkn* U-Bahn Gedanken

Schon seit dem Harras höre ich die ältere Dame leise jammern. Worte braucht sie dazu nicht. Jeder einzelne ihrer Atemzüge ist von tiefem Schmerz erfüllt. Beim Einatmen ein schwaches Stöhnen, beim Ausatmen ein leises Seufzen. Dazu ein mildes aber herablassendes Lächeln und wenn ein fremder Blick zufällig den ihren kreuzt, dann schließt sie matt die Augen. Sekundenbruchteile später öffnet sie die selben wieder und schütteln kaum merkbar den Kopf. Ein solches Kopfschütteln signalisiert, dass es schon geht. Schwer, aber es geht schon. Man leidet halt arg. Die Leut im Bus nehmen sie nicht ernst genug. Sie merkt es, weil sich seit zwei Stationen nicht einer erkundigt hat, woran es den fehlen würde. So gerne hätte sie ihre Leidensgeschichte erzählt. Man sieht es an ihrem Gesicht. Aber heutzutage hört ja keiner mehr dem anderen zu und längst sind Egoismus und Desinteresse die Geiseln der Stadtbevölkerung geworden. Das ignorante Volk merkt es nicht einmal und erdreistet sich, trotz ihrer beständigen, schmerzvollen Atemzüge, auch noch zu lächeln und sich auf das lange Osterwochenende zu freuen. Ein letztes Mal atmet sie aus und macht sich dann auf anderem Weg bemerkbar. Weiterlesen →

Sommerfilter

Mein Lieblingsmensch mochte keine Fotos. Einen billigen Abklatsch der Wirklichkeit nannte er sie und hatte doch eines von mir auf seinem Handy gespeichert. Eines, von dem er behauptete, dass es echt sei. Und eines das mir gar nicht gefiel. Ich beiße mir darauf auf die Unterlippe, funkle ein bisschen genervt in die Kamera, bin ungeschminkt, von Sommersprossen übersäht und meine Haare sind zerzaust und nass, weil mich die Hitze eines Julitages in die Isar getrieben hatte. Er mochte es wegen des leuchtenden Grün meiner Augen und dem Wassertropfen der sich in den Wimpern verfangen hat.  Und wegen des genervten Gesichtsausdrucks, der – wie er sagte – an eine bockige Dreijährige erinnerte. Mein Lieblingsmensch fand mich immer dann am schönsten, wenn ich mich gar nicht mochte. Man müsse wenigstens einen Filter darüber legen, forderte ich und setzte mich durch. Der bockige Gesichtsausdruck blieb, der Rest wirkte seltsam weichgewaschen. Man könnte keine zwei Filter übereinander legen, meinte mein Lieblingsmensch und löschte das Bild. Ohne die Sommersprossen hatte es für ihn den Reiz verloren.

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Ein ganz besonderer Abend

Herzlichen Dank für Ihre kreativen und herrlichen Vorschläge, wie wir mit der DSGVO umgehen können. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann kommen Sie künftig einfach persönlich vorbei und ich erzähle Ihnen das, was ich sonst schreibe. Nicht die schlechteste Idee.

Ich hätte noch eine: Am 5. Juli werde ich in Begleitung spannender und toller Frauen im Herzen Münchens lesen. Sicher wird es genauso schön, wie das Plakat gestaltet ist.

Ich freu mich! Weiterlesen →

Randnotiz

DSGVO – jetzt macht bloggen erst richtig Spaß. Am besten schicken Sie mir Ihre Adresse per Postkarte an meine, im vollständigen Impressum angegebene Adresse.

Ich schicke meine Erzählungen dann per Brief an Sie. Das Porto müssten Sie aber bitte überweisen. Meine Bankverbindung einfach bei Amazon erfragen.

Natürlich werden Sie mich hier nicht wirklich los 😉

Grüezi vom Bernhard

Ich bin dem mutigsten meiner Freunde für viele Dinge dankbar, besonders aber dafür, dass er manchmal keine Fragen stellt. So sagte er zum Beispiel vor einigen Wochen, nur „schön“, als ich ihm mitteilte dass ich ihn für genau 6 Stunden an einem Schweizer Ort in der Nähe zu Italien besuchen würde und leider nicht mehr Zeit hätte, weil ich mich einer Reisegruppe besteht aus 50 Rentnern (inklusive meiner Eltern) angeschlossen habe und Tags darauf das Jungfraujoch zwischen Mönch und Eiger besichtigen würde. Mit keinem Wort fragte er mich, ob es nicht sinnvoller sei, ihn für etwas mehr als 6 Stunden dann eben einfach einige Tage später zu besuchen. Die Frage wäre durchaus berechtigt gewesen. Selbst für ein Organisationstalent wie mich, handelt es sich bei 48 Rentnern (exklusive meiner Eltern) um unbekannte Variablen, die einen gut durchdachten Plan binnen kürzester Zeit zunichte machen können. Weiterlesen →

Peinlich oder irgendwie charmant

Ob das nun peinlich oder irgendwie charmant ist, fragt mich meine Nachbarin Judith und hält mir die andere Hälfte ihrer Honigsemmel hin. Ich nehme sie gerne, weil ich vergessen habe Brot einzukaufen und überlege kauend. Irgendwie charmant passt. Mit Betonung auf irgendwie. Wir lehnen uns mit den Unterarmen auf die Brüstung unseres Laubenganges und beobachten wie Paul, der Nachbar aus dem Hinterhaus, sich auf die Zehenspitzen stellt, um an die wenigen noch nicht verblühten Äste des Fliederbusches zu gelangen.

Muttertag, murmelt Judith und zieht den Morgenmantel enger vor der Brust zusammen und ich nicke. Wegen des Muttertags hängt Paul im Fliederbusch und wegen eben diesem steht Judith hier draußen. Ihre Kinder richten das Frühstück und wollen die Mama überraschen. Dass das klappt indem man sie einfach aus der Wohnung bugsiert, davon sind sie mit vier und sechs Jahren noch überzeugt. Zum Glück hat sie sich ein wenig Proviant mitgenommen. In ihrer Wohnung scheppert und rumort es schon seit gut einer halben Stunde. Weiterlesen →

Bitte einen Sonnenplatz

Am Münchner Westfriedhof besitzen wir drei Gräber, die nicht weit auseinander liegen. Wenn sich früher die Karawane, bestehend aus meiner Großmutter, einer wechselnden Anzahl ihrer drei Schwestern, meinem Großvater und mir im Schlepptau in Bewegung setzet, dann hatten wir eine festgestellte Route.  Da ging es vom Grab meiner Großeltern, das zu diesem Zeitpunkt einen kurz nach dem Krieg verstorbenen Onkel beheimatete, zu dem vom ersten Mann von Mitzi, meiner Namensvetterin, und dann weiter zu einer Reihe mir unbekannte Menschen und schließlich zu dem Grab meiner Urgroßeltern. Ich hab sie nicht mehr alle eine Erinnerung, aber ich weiß, dass der Weg zu den Gräbern, die wir besuchten, nicht unbedingt nur über die Wege ging, sondern wir uns häufig durch Büsche und zwischen Grabsteinen hindurch schlängelten.  In Erinnerung an diese Tage trampelt ich heute auch von Oma und Opa, zu Mitzi und Mischko, zu dem von Alexandra und weiter zu Väterchen Timofei, bis ich bei meinen Urgroßeltern ankomme und eine kleine Pause mache. Weiterlesen →