Gefunden Sätze #27


„Das zwanzigste Jahrhundert ist unter anderem das Zeitalter des Lärms.“

Adous Huxley

Für das einundzwanzigste Jahrhundert gilt dies wohl auch noch. Umso schöner und kostbarer sind tiefverschneite Sonntage. Die weiße Decke schluckt eine Vielzahl der Geräusche. Schon beim Aufwachen merkt man das es geschneit hat, weil es stiller und leiser als sonst ist. Wunderbar diese Stille.

Könnte eng werden.

Unter all den Sätzen, die ich in meinem Leben bisher gehört, gelesen und gesagt haben, gibt es einen, der mich seit Jahrzehnten begleitet und eigentlich gar nicht schön ist. Er ist nur vertraut. Und vertrautes gewinnt man dem Jahren lieb. Mein liebster Satz ist so banal, dass er der Rangliste schönster Sätze mit Sicherheit auf den unteren Plätzen rangieren oder gar nicht erst aufgenommen werden würde. Weder zeichnet er sich durch eine schöne Wortwahl aus, noch wird er mit klugen Köpfen in Verbindung gebracht. Wahrscheinlich ist er nur in meinem Kopf schön und präsent und das mit einer Beständigkeit, wie sonst kaum einer. Weiterlesen →

Hoppla…

Memo an mich

Vorsatz für 2017 (und folgende Jahre): Schreibe Gedankenfragemente in das Notizbuch und nicht in das Feld für einen Beitragsentwurf auf der WP Seite. Und wenn du es doch machst, dann drücke „speichern“ und nicht „veröffentlichen“. Solltest du auch das machen, dann stufe es nach dem ersten (sehr amüsanten) Kommentar wenigstens wieder zurück in den Entwurfsstatus. 

Gehe nicht in die Badewanne, ignoriere nicht das Benachrichtigungs-Piepsen und lass den Schmarrn nicht über Nacht stehen…

Interessant, dass ihr einen vier Wort Beitrag dennoch zu würdigen wusstet. 😂 Ich nehm das als liebevolles Wohlwollen freudig zur Kenntnis. 

Ein zweiter Versuch ist in Arbeit. Ich weiß nur nicht mehr genau welche Idee ich da gestern Abend eigentlich hatte….

Gefundene Sätze #27

 

I

Welche Version dieses wundervollen Liedes Sie auch immer bevorzugen mögen – ich wünsche Ihnen ein gesundes und glückliches 2017.

Lassen Sie uns auf ein weiteres gemeinsames Jahr anstoßen. Auf reales und fiktives, Wortspiele und Geschichten, Fotos und Lyrik und dem großen Rest, der sich außerhalb dieser Plattform abspielt.

Jetzt müssen Sie mich entschuldigen – ich muss ins Bett.
Ich lief eine Nacht an der Hand meiner Freunde durch den unglaublichsten Nebel, den München je gesehen hat. Stieg auf den Schuttberg um in Rauchschwaden gehüllt das erste Glas des Jahres zu trinken, bestückte meine Jacke mit Wunderkerzen-Brandlöchern, lief mir Blasen beim durch die Nacht eilen um den einen Freund noch in die Arme zu schließen, umarmte die wunderbarsten Menschen und hörte Auld lang syne so oft, dass ich es wohl nie wieder aus meinem Kopf bekommen werde. Das ist ok. Stellen Sie sich vor, ich hätte ein Lied von Helene Fischer in Kopf gepflanzt bekommen.  

Herr Mu sagt danke

Wolln´s a Gutzerl, fragt Herr Mu an der Bushaltestelle und lächelt mich freundlich an. Sehr gerne, sage ich und setzte mich auf den freien Platz neben ihm. Es ist noch kalt, so früh morgens, aber neben Herrn Mu ist es immer ein paar Grad wärmer. Drei Bonbons fischt er aus seiner Hosentasche und drückt sie mir in die Hand. Auf einem Bein kann man nicht gut stehen, sagt er und verrät mir nicht, wofür das dritte steht. Im Winter wollte ich wieder mit er U-Bahn fahren. Dann, wenn Herr Mu nicht mehr an der Bushaltestelle sitzt. Weil er aber noch immer jeden Morgen dort sitzt und seine Guterzln verteilt, nehme ich weiter den Bus. Ich hab ihn lieb, den Herrn Mu. Und weil ich ihn lieb habe, lasse ich den Bus vorbei fahren und bleibe noch ein bisschen bei ihm sitzen. Weiterlesen →

Zerschlagen und gekittet

Ein Hammer liegt auf meinem Tisch. Er passt nicht recht zwischen die Weingläser, Kaffeetassen und den Resten des Stollens, den wir zum Frühstück gegessen haben. Und doch passt er besser zu diesem Weihnachten als alle Christbaumkugeln, Geschenke und Weihnachtsbäume zusammen. Ich bin gleich da, schrieb ich dem Mann der in der gleichen Straße wie ich aufwuchs und zerschlug damit die Weihnachtsleere in meiner Wohnung. Ich wollte es nicht, aber der Hammer muss den ganzen Tag schon auf dem Tisch gelegen haben ohne das ich ihn bemerkt. Bratenduft in der Wohnung und eine leise Stimme die versicherte, das alles gut werden würde. Wie lächerlich, wenn sie von einem kommt, der wissen sollte, dass manchmal nichts wieder gut wird. Und wie unverschämt, wenn einer nickt, der Experte darin ist, das Grauen zu duplizieren. Es ist erstaunlich mit welcher Kraft man Stille und Leere zerschlagen kann, wenn man nur wütend genug ist. Der, der so oft auf meiner Bettkante sitzt und wortlos mit mir spricht ist klug genug den Mund zu halten. Der andere flüstert noch leise, dass es wieder wird und sieht erst im letzten Moment, dass ich wütend genug bin ihre flüchtigen Reste mit einer einzigen Handbewegung zu zerschmettern. Er verschwindet bevor ich ihn anschreien kann und ich fühle mich betrogen, weil ich brüllen und schreien möchte. Weiterlesen →

Eben noch

Gerade eben noch, war das Innere des Autos vollgestopft mit Lachen und mit Worten. Nichts von dem was mir erzählt wurde, war belanglos. Nur angenehm schwerelos und fröhlich. Eben noch saßen sie neben mir und wir lachten über den dichten Nebel der über den Feldern lag. Gerade noch, gestanden wir uns, dass die Straße durch den Wald heute wirklich unheimlich ist und der Gedanke an einen Motorschaden Gänsehaut hervorruft. Wäre man alleine. Weiterlesen →

Betrogene Frau dank DHL

Die negativen Einflüsse des Online Shoppings auf den stationären Einzelhandel sind hinlänglich bekannt. Über die verheerenden Auswirkungen auf das harmonische Zusammenspiel einer Hausgemeinschaft wird dagegen kaum berichtet. Wer noch nicht erlebt hat, in welches Chaos ein einzelner DHL Bote ein ansonsten ruhiges Haus stoßen kann, der würde sich wundern. Soviel sei vorweg genommen – seit Amazon bis kurz vor Weihnachten noch versandkostenfrei liefert, ist es mit der besinnlichen Adventszeit vorbei . Bis vor kurzem gab es zwei in meinem häuslichen Umfeld zwei unerschütterliche Felsen, dank derer die stürmische Paketbrandung in Schach gehalten wurde. Hugo, den zuverlässigen DHL Boten und ein russisches Ehepaar aus dem zweiten Stock. Seit letzten Montag könnten wir uns auf beide nicht mehr verlassen und es herrscht Anarchie. Weiterlesen →

Eine goldene Glocke und ein Esel

In meinem Keller steht ein Karton, der mir wichtiger und wertvoller ist als die meisten meiner Besitztümer. Obwohl er groß ist, wirkt er auf den ersten Blick unscheinbar und niemand weiß, dass er so kostbares beinhaltet. Die schönsten Dinge werden ja oft in unscheinbaren Behältnissen aufbewahrt. Früher war er weiß. Heute ist er grau und die Ecken des festen Kartons sind abgewetzt und der Deckel schließt nicht mehr richtig. Er muss nicht schön sein. Er steht ja das ganze Jahr im Keller. Solange er den Inhalt fest umschließt und die Schnüre, die als Griffe dienen, noch halten, ist es mir gleichgültig wie er aussieht. In ein paar Jahren werde ich ihn austauschen. Noch aber darf er bleiben, weil ich an ihm hänge und es mag zu wissen, dass dieser Karton an jedem Ort an dem ich lebte im Keller stand. Weiterlesen →

München im Advent – grausam!

Als Münchnerin, die sich öffentlich im Internet zu Wort meldet, fühle ich mich verantwortlich für das Bild meiner Heimatstadt, das Nicht-Bayern vermittelt wird. Nicht-Bayern sind aus Münchner Sicht alle die, deren Wohnort sich außerhalb des Weißwurstäquators befindet. Und nein, über den Verlauf dieses Äquators lässt sich nicht diskutieren. Es ist die Donau und nur die Donau. Wäre sie es nicht, dann würde Nürnberg zum bayerischen Kernland gehören und das ist, mit Verlaub, schlicht nicht richtig. Man merkt es ja schon am Namen. Ober- und Niederbayern. Ende. Fast. Die Schwaben laufen so nebenbei. Aber dann ist Schluss. Die ganzen Frankenländer sind zweifellos wunderschön. Ebenso wie die Pfalz. Aber mit dem Bayern aus Münchner Sicht haben sie herzlich wenig zu tun. Einem Oberfranken, der von München keine Ahnung hat, fühle ich mich also ebenso verpflichtet, wie einem Ostfriesen.  Einen Nicht Bayern würde ich sofort bereitwillig Auskunft geben, wenn er wissen möchte, wo München am schönsten im weihnachtlichen Glanz erstrahlt. So schöne Ecken gäbe es. Aber….es bringt nichts. Egal wo ich den Hamburger, Nürnberger oder Chinesen hinschicken, die Münchner sind vor ihm da und die sind ein wirkungsvolles Mittel um jegliche Adventsstimmung zu vertreiben. Weiterlesen →