Büro Baum

Mit meinen Lieblingsmenschen bin ich geizig. Ich teile sie nur ungern, wenn die Zeit, die ich mit ihnen verbringen kann, knapp bemessen ist. Ungern teile ich den mutigsten meiner Freunde, weil wir uns zu selten sehen und die Zeit für das Kennenlernen einer dritten Person viel zu knapp ist. Meine Kollegin Bine aber, die habe ich sofort mitten in unser Wiedersehen geschmissen. Nicht erst seit heute, aber heute ganz besonders, weiß ich warum. Weil sie ein Schatz ist. Einer, der einen anderen Schatz heute neben meinen Schreibtisch gestellt hat. Weiterlesen →

Alltag [der]: Substantiv, maskulin [ohne Plural] II

Stimmt nicht. Lassen Sie sich von mir versichern, dass der Duden eben doch nicht alles weiß. Natürlich gibt es einen Plural vom Alltag. Der Alltag; die Alltage. Ausnahmsweise lehne ich mich etwas aus dem Fenster und bezeichne mich als Autorin. Als eine, die überwiegend über den Alltag schreibt und die sich anmaßt, sich aufgrund der intensiven Beschäftigung mit eben diesem, bestens auszukennen. Deshalb….Plural: [Alltage]. Sorry, Duden – ist so.  Weiterlesen →

Wie „ne“?!?

Ob ich wissen würde, was das heißt, fragt er und nimmt mir den Kaffeebecher aus der Hand. Ich schüttle den Kopf. Viel mehr interessiert mich, warum er jetzt meinen Kaffee austrinken würde, wo er vorher noch sagte er will keinen. Vorher stand er unter der Dusche, da wollte er keinen. Jetzt an der S-Bahn schon. Aber zurück zum Geschmiere an der Scheibe, sagt er. Ich könne das doch nicht auf Instagram hochladen, ohne zu wissen was da steht. Wohl, sage ich und stelle mich auf die Zehenspitzen um den Kaffeebecher zurück zu bekommen. Ein Herz ist ein Herz und das ist das schönst heute Morgen hier an der S-Bahn. Ein Herz, in dem womöglich „Schlampe“ steht, gibt er zu bedenken und hält den Becher extra hoch. Das ist albern, sage ich und meine den Kampf um den Kaffee. Allerdings, stimmt er zu und meint das fremdsprachige Herz.  Weiterlesen →

Fenster Geschichten

Wenn Sie am 08.12.2018 zur Lesung kommen, dann lesen Sie jetzt nicht weiter, ja? Sonst wird Ihnen da dann fad. 

Wenn ich jetzt im Winter morgens in die Arbeit gehe, dann mag ich es, in die hell erleuchteten Fenster zu blicken. Freilich, das ist neugierig und wahrscheinlich gehört es sich auch nicht, aber wer das nicht will, der könnt ja einfach die Vorhänge zuziehen. Manche sollten das auch. Zum Beispiel des Prackl von Mannsbild, das im Parterre gleich ums Eck wohnt. Jeden morgen steht er in der ausgeleierten Unterhosen vorm Herd und schaut der Milch beim warm werden zu. Und ich ihm beim Zuschauen, weils gar so nett ausschaut, wie er dasteht, das Kreuz durchdrückt und sich gähnend die Haar zu richten versucht. Den mag ich. Weil er lustig ist. Die Familie mit den drei Kindern daneben würd ich wahrscheinlich auch mögen, wenn ich sie kennen würde. Fremd aber, sind sie mir ein bisschen zu langweilig. Die sitzen nur am Tisch und es passiert nichts. Wobei ja eigentlich auch gar nichts passieren muss. Manch einem kann man auch beim Sitzen zuschauen ohne das einem die Zeit lang wird. Wenn ich morgens auf den Bus warte, dann sehe ich eine alte Frau an ihrem Küchentisch sitzen. Die macht gar nichts. Die trinkt bloß eine Tasse Kaffee. Aber sie lächelt dabei und es sieht so schön aus, wie sie die Tasse nimmt, langsam nippt, lächelt und sie dann wieder absetzt. Wenn sich einer so über den ersten Kaffee des Tages freut, dann freut einen das auch – schon beim Zuschauen. Zu der würde ich mich sofort dazu setzen. Zu anderen auf keinen Fall. In machen Wohnungen herrscht ein Gewusel, dass einem ganz schwindlig wird. Da fragt man sich wie zwei eine halbwegs gute Beziehung führen wollen, wenn sie sich schon in der Küche früh morgens dauernd anrempeln, weil keiner ausweichen will. Solche Paare, haben auch zwei Fernseher. Das sieht man dann abends. Da sitzt einer in der Küche und einer im Wohnzimmer. Von außen betrachtet, ein trauriger Anblick. Vor allem wenn die jeden Abend alleine rumsitzen. Da wären zwei Wohnungen doch gescheiter, dann bliebe zu hoffen, dass sie sich freuen, wenn sie sich dann mal sehen. Dann müssten sie auch nicht jeden Abend streiten, wie die zwei im Hinterhaus, bei denen man froh ist, dass jetzt Winter ist und die Fenster geschlossen und die Vorhäng zugezogen sind. Hinter diesem Fenster werden Geschichten erzählt, die ich nicht hören will. Das machen sie nämlich, die hellen Fenster im Winter – sie erzählen Geschichten.  Weiterlesen →

Schnee

Den ersten Schnee des Jahres gibt es nur einmal und jedes Mal ist es etwas ganz besonderes. Wunderschön ist es, wenn man morgens aufwacht und ihn riecht noch bevor man die Augen öffnet und sieht, was man ahnt. Alles weiß. Dann fühlt es sich so an.. Anders, aber genauso schön ist es, wenn man spät abends vor die Türe tritt und mitten im Gespräch plötzlich merkt, dass es kein feiner Nieselregen ist, der die Nasenspitze kitzelt, sondern erste feine Schneeflocken. Dann muss man unbedingt stehen bleiben, den Kopf in den Nacken legen und die Augen schließen. Mindestens drei Atemzüge lang sollte man so stehen bleiben und es muss einem unbedingt egal sein, ob einen Menschen von hinten fast umrennen oder für bescheuert halten. Der erste Schnee in einem Jahr ist so schön und so wertvoll, dass einem alles egal sein sollte. Vielleicht nicht die Winterreifen, die man noch aufgezogen hat, aber sonst fast alles. Weiterlesen →

WP Nerds an Bord?

Können Sie mir vielleicht sagen, woran es liegen könnte, dass ich neue Blog Beiträge über die App mit meinem Handy erstellen und veröffentlichen kann, es über meinen Rechner aber nicht geht. Über den kann ich alles machen, nur wenn ich einen neuen Block Beitrag schreiben möchte bleibt die Seite weiß und nichts tut sich.

Mehr als lästig, weil ich wieder Handy sicher keine längere Texte schreiben möchte. Hilfe!

Edit: Anderer Browser und es funktioniert – DANKE!

Karma im Nacken

Seit ich die Ventile der Heizkörper im Keller und im Erdgeschoss abmontiert und bei mir in der Wohnung installiert habe, ist es im Treppenhaus ein wenig kühl. Das ist für jeden spürbar und für mich noch etwas mehr, weil mir das Karma unangenehm eisig in den Nacken atmet. Den Hauch des Karmas muss man aushalten, sage ich mir und bleibe auf den Treppenstufen zwischen erstem und zweiten Stock sitzen. Es ist in Ordnung, dass ich friere. Es ist ja nur ein Frösteln und ich stelle mir vor, dass man im Gefängnis, auf diesen schmalen Pritschen, mit den kratzigen Decken bestimmt noch mehr unter herbstlicher Kälte leiden muss. Ich muss nicht ins Gefängnis. Hätte ich einen Mord begangen, dann würde ich sicher nicht auf meinem Blog darüber berichten, sondern hätte mich längst vertrauensvoll an den Strafverteidiger in meinem Bekanntenkreis gewendet. Vielleicht, so überlege ich auf den Stufen sitzend, sollte ich das präventiv dennoch tun. Der Strafverteidiger, der zugleich ein alter und guter Freund ist, befindet sich auf einem anderen Kontinent und wenn ich dem Tatort glauben darf, dann ist es besonders wichtig schon bei den ersten Verhören einen Anwalt an seiner Seite zu haben. Ich sollte ihm vielleicht die Möglichkeit geben, sich auf den Weg zu machen, damit er da ist, wenn es nötig ist. Mord wäre es nicht. Herr Krüger lebt ja noch. Aber versuchter Mord vielleicht schon. Es glaubt einem ja keiner, dass man einen massiven 30 Zentimeter großen Porzellan Gartenzwerg versehentlich vom zweiten Stock aus, auf die Straße schleudert. Weiterlesen →

08.12.2018 Und ewig schreibt das Weib – Lesung

„Spinnst? Mit einem Profi les ich ganz sicher nicht. Da schäm ich mich ja in Grund und Boden“, sagte ich vor ziemlich genau zwei Jahren zu Robert. Da stand meine erste Lesung in der Veranstaltungsreihe des Theaters Südsehen vor der Türe und ich war mir sicher, dass ich auch alleine noch während des ersten Absatzes meiner Erzählung ersticken würde. Oder einen Schuh an den Kopf geworfen bekomme. Die Tür lassen wir offen, sagte ich damals. Damit die (die Zuhörer) gehen können, wenn´s arg schlimm wird.

„Mit der Uli? Ja, wahnsinnig gern!“, sagte ich vor einem viertel Jahr, als Robert mir Vorschlug gemeinsam mit Ulrike Dostal eine Lesung zu machen. Nicht, weil die kein Profi ist, sondern weil ich so dumm, gar nicht sein kann, mit ihr nicht lesen zu wollen. Ersticken werd ich wahrscheinlich nicht, aber freuen, das werd ich mich ganz sicher. Die ganze Stunde lang, wenn ich neben ihr sitze. Das tue ich nämlich jetzt schon.

Am 08. Dezember ist es so weit. „Und ewig schreibt das Weib“. Das passt zu uns. Ein bisserl müssen Sie sich überraschen lassen. Im Detail verraten wir noch nicht, was genau wir lesen werden. Aber in etwa so müssen Sie es sich vorstellen: Eine namhafte Autorin, ein Weib, hat etwas über Amouresken geschrieben. Schon vor Jahrzehnten, vielleicht in den 1920igern. Es ist ja auch egal. Es ist ein Stück, das Ihnen gefallen wird. Man lacht und kann sich vorstellen, wie es damals war. Vielleicht sinniert man auch ein bisserl oder wird melancholisch. Auf jeden Fall, da bin ich mir sicher, man hört gern zu. Der Ulrike. Und dann, dann komm ich. Und sag wie´s heute ist. Mit den Amouresken oder besser dem lautstarken Erzählen über die Eroberungen. Und meine Oma kommt auch zu Wort. Auch ein Weib. Auch eine die geschrieben hat. Und das von ihr, das gehört schon längst einmal vorgelesen.

Am 08.12.2018 um 18:00 Uhr im Valentinhaus, in München.

 

Gedankenleser gesucht

Nie würde ich mir von einem Mann den Mund verbieten lassen. Völlig ausgeschlossen, dass ich es tolerieren oder akzeptieren würde, dass mich ein Mann bittet den Mund zu halten. Trotzdem, und das ist erstaunlich, bin ich in vielen Momenten sehr, sehr froh wenn mir einer, und nur dieser eine, mit einem Blick signalisiert dass ich genau das bitte tun soll. Den Mund halten.

Würde ich die obigen Sätze nicht für Sie aufschreiben, sondern im Kreis meiner engsten Freunde laut aussprechen, dann würden sich drei Männer ansehen und sich fragen, bei wem bitte, ich schon jemals aufgrund eines Blickes verstummt wäre. Nicht bei ihnen, da wären sie sich sicher. Ganz im Gegenteil, wenn man gerade hofft, dass ich nichts mehr sagen werde und sich entspannt zurück lehnt, dann schieße ich gerne noch einmal nach und man kann sich sicher sein, dass Menschen die mich nicht kennen, spätestens dann davon überzeugt sind, eine komplette Idiotin vor sich sitzen zu haben. Meine engsten Freunde, befinden sie sich in einem Raum, beginnen dann gerne Anekdoten von mir zu erzählen. Die sind für alle, außer für mich, auch lustig. Besonders lustig, weil Bekannte und weniger enge Freunde, nicht wirklich ernst nehmen, was sie hören und deshalb hemmungslos lachen. Man hat mir geraten, das besser nicht richtig zu stellen und einfach mit zu lachen. Weiterlesen →

Danke

Wenn Sie wüssten, wie oft ich heute schon eine Erzählung über die gestrige Lesung begonnen habe…. Vier mal bestimmt. Es wird einfach nichts. Es gelingt mir nicht humorvoll darüber zu berichten, dass just in dem Moment, in dem ich zu lesen begann ein Handy klingelt. Nicht ein Handy, sondern meines. Dabei könnte man da was draus machen. Eine bessere Steilvorlage um über eine Lesung zu berichten ist schwer zu finden.

Es soll nicht sein. Ich belasse es bei einem DANKE.

DANKE, Papa, für das auswechseln der Glühbirnen und dem heimlichen Austauschen des von mir gekauften Weines – der Deine war eindeutig besser ;). Und danke Mama fürs Flaschen und Stühle schleppen.

DANKE, für das Lachen und den Applaus.

DANKE, an meine Nichte und meinen Neffen, die 90 Minuten auf einem Fensterbrett saßen und sich die Waden von einem Heizkörper verbrennen ließen.

DANKE, an alle die hinten standen und ohne Stuhl durchgehalten haben.

DANKE, an alle die ihre Gläser selbst gespült und weitergereicht haben, weil sie uns längst ausgegangen waren.

DANKE, für die Umarmungen meiner Freunde, deren reservierte Plätze im Chaos vor Beginn verschwunden waren und die ich im Trubel kaum begrüßt hatte.

DANKE, das Publikum, das weit mehr als ich den Überblick behielt und lachend selbst die restliche Bestuhlung des Raumes übernommen hatte.

DANKE, an „Uwe, mit den Winterreifen & Co“ – mit das schönste an diesem Abend, vier Menschen kennen zu lernen, die mich schon ein bisschen kannten und die Grenzen von virtuellem zu realem verschwinden ließen. Es tut mir so leid, Euch nicht mehr gefragt zu haben. In all dem Trubel hätte ich das gerne gemacht und ich war froh, dass Ihr so früh schon da gewesen seid. Es war wirklich schön Euch kennen zu lernen! Vielleicht bis nächstes Mal, ich würde mich sehr freuen.

DANKE, an Robert und das Theater Südsehen. Ich freue mich noch immer bei jeder Lesung über das Glück Euch kennen gelernt zu haben. Längst nicht mehr nur wegen der Möglichkeit auftreten zu können, sondern weil es einfach schön ist mit Euch. Ein dickes Bussi!

DANKE, Michi. Es ist ja keine Selbstverständlichkeit die Zustimmung zu einem Buch zu geben in dem man vorkommt und das man selbst noch nicht gelesen hat.  

Und DANKE an meine Kollegen, die mir den Urlaubstag heute ermöglich haben.

Es war ein wirklich toller Abend! Herzlichen Dank.