Schnee

Den ersten Schnee des Jahres gibt es nur einmal und jedes Mal ist es etwas ganz besonderes. Wunderschön ist es, wenn man morgens aufwacht und ihn riecht noch bevor man die Augen öffnet und sieht, was man ahnt. Alles weiß. Dann fühlt es sich so an.. Anders, aber genauso schön ist es, wenn man spät abends vor die Türe tritt und mitten im Gespräch plötzlich merkt, dass es kein feiner Nieselregen ist, der die Nasenspitze kitzelt, sondern erste feine Schneeflocken. Dann muss man unbedingt stehen bleiben, den Kopf in den Nacken legen und die Augen schließen. Mindestens drei Atemzüge lang sollte man so stehen bleiben und es muss einem unbedingt egal sein, ob einen Menschen von hinten fast umrennen oder für bescheuert halten. Der erste Schnee in einem Jahr ist so schön und so wertvoll, dass einem alles egal sein sollte. Vielleicht nicht die Winterreifen, die man noch aufgezogen hat, aber sonst fast alles. Weiterlesen

WP Nerds an Bord?

Können Sie mir vielleicht sagen, woran es liegen könnte, dass ich neue Blog Beiträge über die App mit meinem Handy erstellen und veröffentlichen kann, es über meinen Rechner aber nicht geht. Über den kann ich alles machen, nur wenn ich einen neuen Block Beitrag schreiben möchte bleibt die Seite weiß und nichts tut sich.

Mehr als lästig, weil ich wieder Handy sicher keine längere Texte schreiben möchte. Hilfe!

Edit: Anderer Browser und es funktioniert – DANKE!

Karma im Nacken

Seit ich die Ventile der Heizkörper im Keller und im Erdgeschoss abmontiert und bei mir in der Wohnung installiert habe, ist es im Treppenhaus ein wenig kühl. Das ist für jeden spürbar und für mich noch etwas mehr, weil mir das Karma unangenehm eisig in den Nacken atmet. Den Hauch des Karmas muss man aushalten, sage ich mir und bleibe auf den Treppenstufen zwischen erstem und zweiten Stock sitzen. Es ist in Ordnung, dass ich friere. Es ist ja nur ein Frösteln und ich stelle mir vor, dass man im Gefängnis, auf diesen schmalen Pritschen, mit den kratzigen Decken bestimmt noch mehr unter herbstlicher Kälte leiden muss. Ich muss nicht ins Gefängnis. Hätte ich einen Mord begangen, dann würde ich sicher nicht auf meinem Blog darüber berichten, sondern hätte mich längst vertrauensvoll an den Strafverteidiger in meinem Bekanntenkreis gewendet. Vielleicht, so überlege ich auf den Stufen sitzend, sollte ich das präventiv dennoch tun. Der Strafverteidiger, der zugleich ein alter und guter Freund ist, befindet sich auf einem anderen Kontinent und wenn ich dem Tatort glauben darf, dann ist es besonders wichtig schon bei den ersten Verhören einen Anwalt an seiner Seite zu haben. Ich sollte ihm vielleicht die Möglichkeit geben, sich auf den Weg zu machen, damit er da ist, wenn es nötig ist. Mord wäre es nicht. Herr Krüger lebt ja noch. Aber versuchter Mord vielleicht schon. Es glaubt einem ja keiner, dass man einen massiven 30 Zentimeter großen Porzellan Gartenzwerg versehentlich vom zweiten Stock aus, auf die Straße schleudert. Weiterlesen

08.12.2018 Und ewig schreibt das Weib – Lesung

„Spinnst? Mit einem Profi les ich ganz sicher nicht. Da schäm ich mich ja in Grund und Boden“, sagte ich vor ziemlich genau zwei Jahren zu Robert. Da stand meine erste Lesung in der Veranstaltungsreihe des Theaters Südsehen vor der Türe und ich war mir sicher, dass ich auch alleine noch während des ersten Absatzes meiner Erzählung ersticken würde. Oder einen Schuh an den Kopf geworfen bekomme. Die Tür lassen wir offen, sagte ich damals. Damit die (die Zuhörer) gehen können, wenn´s arg schlimm wird.

„Mit der Uli? Ja, wahnsinnig gern!“, sagte ich vor einem viertel Jahr, als Robert mir Vorschlug gemeinsam mit Ulrike Dostal eine Lesung zu machen. Nicht, weil die kein Profi ist, sondern weil ich so dumm, gar nicht sein kann, mit ihr nicht lesen zu wollen. Ersticken werd ich wahrscheinlich nicht, aber freuen, das werd ich mich ganz sicher. Die ganze Stunde lang, wenn ich neben ihr sitze. Das tue ich nämlich jetzt schon.

Am 08. Dezember ist es so weit. „Und ewig schreibt das Weib“. Das passt zu uns. Ein bisserl müssen Sie sich überraschen lassen. Im Detail verraten wir noch nicht, was genau wir lesen werden. Aber in etwa so müssen Sie es sich vorstellen: Eine namhafte Autorin, ein Weib, hat etwas über Amouresken geschrieben. Schon vor Jahrzehnten, vielleicht in den 1920igern. Es ist ja auch egal. Es ist ein Stück, das Ihnen gefallen wird. Man lacht und kann sich vorstellen, wie es damals war. Vielleicht sinniert man auch ein bisserl oder wird melancholisch. Auf jeden Fall, da bin ich mir sicher, man hört gern zu. Der Ulrike. Und dann, dann komm ich. Und sag wie´s heute ist. Mit den Amouresken oder besser dem lautstarken Erzählen über die Eroberungen. Und meine Oma kommt auch zu Wort. Auch ein Weib. Auch eine die geschrieben hat. Und das von ihr, das gehört schon längst einmal vorgelesen.

Am 08.12.2018 um 18:00 Uhr im Valentinhaus, in München.

 

Gedankenleser gesucht

Nie würde ich mir von einem Mann den Mund verbieten lassen. Völlig ausgeschlossen, dass ich es tolerieren oder akzeptieren würde, dass mich ein Mann bittet den Mund zu halten. Trotzdem, und das ist erstaunlich, bin ich in vielen Momenten sehr, sehr froh wenn mir einer, und nur dieser eine, mit einem Blick signalisiert dass ich genau das bitte tun soll. Den Mund halten.

Würde ich die obigen Sätze nicht für Sie aufschreiben, sondern im Kreis meiner engsten Freunde laut aussprechen, dann würden sich drei Männer ansehen und sich fragen, bei wem bitte, ich schon jemals aufgrund eines Blickes verstummt wäre. Nicht bei ihnen, da wären sie sich sicher. Ganz im Gegenteil, wenn man gerade hofft, dass ich nichts mehr sagen werde und sich entspannt zurück lehnt, dann schieße ich gerne noch einmal nach und man kann sich sicher sein, dass Menschen die mich nicht kennen, spätestens dann davon überzeugt sind, eine komplette Idiotin vor sich sitzen zu haben. Meine engsten Freunde, befinden sie sich in einem Raum, beginnen dann gerne Anekdoten von mir zu erzählen. Die sind für alle, außer für mich, auch lustig. Besonders lustig, weil Bekannte und weniger enge Freunde, nicht wirklich ernst nehmen, was sie hören und deshalb hemmungslos lachen. Man hat mir geraten, das besser nicht richtig zu stellen und einfach mit zu lachen. Weiterlesen

Danke

Wenn Sie wüssten, wie oft ich heute schon eine Erzählung über die gestrige Lesung begonnen habe…. Vier mal bestimmt. Es wird einfach nichts. Es gelingt mir nicht humorvoll darüber zu berichten, dass just in dem Moment, in dem ich zu lesen begann ein Handy klingelt. Nicht ein Handy, sondern meines. Dabei könnte man da was draus machen. Eine bessere Steilvorlage um über eine Lesung zu berichten ist schwer zu finden.

Es soll nicht sein. Ich belasse es bei einem DANKE.

DANKE, Papa, für das auswechseln der Glühbirnen und dem heimlichen Austauschen des von mir gekauften Weines – der Deine war eindeutig besser ;). Und danke Mama fürs Flaschen und Stühle schleppen.

DANKE, für das Lachen und den Applaus.

DANKE, an meine Nichte und meinen Neffen, die 90 Minuten auf einem Fensterbrett saßen und sich die Waden von einem Heizkörper verbrennen ließen.

DANKE, an alle die hinten standen und ohne Stuhl durchgehalten haben.

DANKE, an alle die ihre Gläser selbst gespült und weitergereicht haben, weil sie uns längst ausgegangen waren.

DANKE, für die Umarmungen meiner Freunde, deren reservierte Plätze im Chaos vor Beginn verschwunden waren und die ich im Trubel kaum begrüßt hatte.

DANKE, das Publikum, das weit mehr als ich den Überblick behielt und lachend selbst die restliche Bestuhlung des Raumes übernommen hatte.

DANKE, an „Uwe, mit den Winterreifen & Co“ – mit das schönste an diesem Abend, vier Menschen kennen zu lernen, die mich schon ein bisschen kannten und die Grenzen von virtuellem zu realem verschwinden ließen. Es tut mir so leid, Euch nicht mehr gefragt zu haben. In all dem Trubel hätte ich das gerne gemacht und ich war froh, dass Ihr so früh schon da gewesen seid. Es war wirklich schön Euch kennen zu lernen! Vielleicht bis nächstes Mal, ich würde mich sehr freuen.

DANKE, an Robert und das Theater Südsehen. Ich freue mich noch immer bei jeder Lesung über das Glück Euch kennen gelernt zu haben. Längst nicht mehr nur wegen der Möglichkeit auftreten zu können, sondern weil es einfach schön ist mit Euch. Ein dickes Bussi!

DANKE, Michi. Es ist ja keine Selbstverständlichkeit die Zustimmung zu einem Buch zu geben in dem man vorkommt und das man selbst noch nicht gelesen hat.  

Und DANKE an meine Kollegen, die mir den Urlaubstag heute ermöglich haben.

Es war ein wirklich toller Abend! Herzlichen Dank.

 

Fremder Alltag I

Blöd ist er nicht, der, der ab und zu mit einer Flasche Wein vor meiner Tür steht. Auch nicht schwer von Begriff. Er versteht sofort, was ich meine als ich ihm kurz nach Mitternacht eine SMS schreibe: „Hey, ich schnuppere gerade in deinen Alltag hinein.“ Warum ich in einer Klinik sei, will er wissen und ich schicke ihm ein Foto des hübschen Nachthemds, das ich tragen muss und das nicht mir gehört. Und das Wort „Idiot“, weil ich seinen Alltag in meinem nicht wirklich brauchen kann. Nicht diesen Alltag. Nicht den, der nach Desinfektionsmittel, Latex und Erbrochenen riecht. Vielleicht bin auch nur ich es, die gerade so riecht und der Rest des Krankenhauses duftet fein nach den Menschen die darin arbeiten. So wie er, zum Beispiel. Und, fragt er mich und ich schreibe ihm, dass es seltsam ist so plötzlich im Alltag eines anderen aufzuwachen. Er ist so anders als der meine. Tippen geht also noch, antwortet er mir und fügt einen Smiley, der die Augen verdreht, bei. Ja, schreibe ich und konzentriere mich wieder auf die vielen Geräusche vor der Türe. Ob hier alle Schuhe mit quietschenden Sohlen tragen, frage ich mich und ihn, ob das in einem Krankenhaus Einstellungsvoraussetzung ist. Sie kriegen den Job, aber nur, wenn ihre Sohlen ordentlich laut quietschen. Quietschen deine Sohlen, frage ich ihn und weiß, dass er beim Lesen nicht lächelt sondern die Augen verdreht, weil ich ihm noch immer nicht gesagt habe, warum ich in seinem Alltag herumliege. Weiterlesen

Winterproblem

Jedes Jahr, wenn der warme, goldene Herbst, zum grauen, kalten Herbst wird, bin ich heilfroh, kein Auto zu besitzen. Gestresste Kollegen, die verzweifelt versuchen, beim ersten Schneefall auf die Schnelle einen Werkstatttermin zum Reifenwechseln zu bekommen, schaue ich mitleidig an. Auch jene, die es versäumt haben, sich für den Winter einen Tiefgaragenstellplatz zu besorgen, dürfen sich bei mir im Büro ausweinen. Gerne schenke ich beruhigenden Kamillentee aus und stelle denen, die morgens die Windschutzscheibe abkratzen mussten, Handcreme auf den Schreibtisch. Bei all der Jammerei bin ich sehr geduldig und habe ein offenes Ohr. Der Winter kommt, wie jedes Jahr überraschend. Man könnte meinen, dass man in Bayern im Laufe der Jahre ein Gefühl dafür bekommen hätte, dass er meistens direkt nach dem Herbst kommt, stellt aber fest, dass Frost und Schnee einen immer wieder aufs Neue überraschen. Nicht auszudenken, wenn man sich auf die Kälte zu früh vorbereitet und dann wie ein Depp mit Handschuhen morgens vor einem Auto mit Winterreifen stehen würde. So weit lassen wir es nicht kommen. Die Bayern stehen am ersten richtig kalten Tag grundsätzlich mit leichter Jacke vor ihrem Auto und fragen sich wie der Winter so schnell, fast über Nacht, kommen konnte. Und dann, erst dann, kümmert man sich um Werkstatttermine und Tiefgaragenstellplätze. Oder, wie meine Nachbarn und ich, um Balkon und Heizung. Weiterlesen

Tram G´schicht – need vo mir

Wissn`S, Geschichten erzählen, ist eine Kunst. Eine seltene Kunst und eine noch viel größere sie in Mundart zu verfassen. Ich kann´s nicht. Aber AWTchen, der kann es. Und weil seine G´schichten zu schön sind, als das sie nur in einer Kommentarspalte stehen hab ich sie für Sie da raus geholt.

Ich hoff ich darf das. Weil´s ja eh schon drin steht, werd er nix dagegen haben. Hoff ich.

Schaun`S, die Verspätungen des Münchner Nahverkehrs sind doch begründet. A Lebakaas is schuld.

Griaß di, Mitzi!

Du, zuafällig hood ma d’Moosederin gestan auf da Treppn vazoid,
dass‘ letzte Wocha beim Viktualienmarkt Katoffen und Würschtl
einkafd hood und mied da Trambahn wieda hoamfahn woit.
Danna kimmt de ned und kimmt ned. De andern Leid hom scho
grantig gschaugt und gweddad, weil de sonst imma kimmt.
A kloana frecha Bua hods dann a no an Orsch einezwickt.
„De Kinda san a so vazoong. Friaha häda a gscheide Waatschn
von da Muada griagt, aba de hod bloß ins Häändi gschaugt“,
hoods gsagt. Auf jädn Foi is de Tram einfach ned kema und
biesln häds a miassn. Danna hood a no a so debbada Dackl oiwei
an ihra Taschn rummagschnuppad, weila d’Würschtl g’rocha hood.
Schpäda is danna rauskemma, daass ajämand an herrnlosn
Rucksoogg in da Tram mitm Häandi da Bolizei gmeid hood und
desweng danna de Tram fast a hoibe Schtund gschtanna is.
Im Rucksoogg homs koa Bombm gfunna, aba zwoa Lebakaassemmen
und an Schpäze. „A so a Gschiess wega an Lebakaas! Greizgruzefünfal!“,
hod ma d’Moosederin no naufplärrt, wias schon fast untn im Kella war.

Wos ois so gibt in dera Woid, Mitzi..;-)

Dank da recht herzlich für die G´schicht. Sogst da Moosederin, des Gschiess werd no schlimmer. Wenn´s ned a Bombmdrohung is, dann is boid wiada da Schnee, der Schuld is das nix fahrt.

 

Ran an den Speck U-Bahn Gedanken

Wir sind zu fett. Sie vielleicht nicht, aber die Deutschen in ihrer Gesamtheit. Wir sind zu mopsig und das ist ein Problem. Eines, das Politik und Krankenkassen seit Jahren in den Griff zu bekommen versuchen. Erfolglos, wenn ich mir die Hinterteile meiner Sitznachbarn im Bus so anschaue. Kein Wunder also, dass man sich prominente Unterstützung sucht. Nachdem Heidi Klum kläglich versagte und ihr Engagement nur zu Frustessen oder Suzidversuchen minderjähriger Mädchen führte, versucht man es nun mit einem etwas seriöseren Partner und hat die Deutschen Bahn auf den Speck der Bürger ansetzt. Die kennen sich mit schweren Fällen aus und haben versprochen künftig Gitter an den Gleisen anzubringen und so pünktlich zu sein, dass Fressattacken aus Langeweile der Vergangenheit angehören. Ein erster Feldversuch wird seit Freitag am Münchner S-Bahnhof Harras durchgeführt. Weiterlesen