Nix mit Amore

Auswandern ist etwas für Abenteurer. Menschen, die alles hinter sich lassen, um in einem fremden Land neu anzufangen, müssen mutig, unerschrocken und neugierig sein. Sie brechen auf, um die brennende Sehnsucht in ihren Herzen zu stillen. Das Unbekannte lockt sie und das Vertraute langweilt sie. Dort wo andere noch vorsichtig um die Ecke blicken, rennen sie getrieben vom Fernweh schon los. Sie gehören zu den Menschen, die Hindernisse als Herausforderungen bezeichnen und Stillstand als Zumutung empfinden.
Auswanderer vereinen so ziemlich alles in sich, was ich nicht habe. Sie sind wie mein Freund. Er hat mir gezeigt, dass es Momente im Leben gibt, in denen man einfach springen muss. Ins kalte Wasser, über den eigenen Schatten und über die Alpen. Dorthin, wo das Herz schneller schlägt.

Eine turbulente, humorvolle Erzählung über Freundschaft, Sehnsucht und dem Abenteuer eines neuen Lebens unter der Sonne Italiens.

Vor etwa einem Jahr schrieb ich hier:

Mein Kopf rattert, mein Herz flattert und mein Magen grummelt, weil er ständig am kritisieren ist. Rattert und flattert, ernsthaft? So wie diesen Satz, stellt er fast jede der weit über hundert Seiten, die ich in den letzten Monaten geschrieben habe, in Frage. An guten Tagen sind wir uns einig. Da schnalzen wir mit der Zunge und sagen uns, dass das, was endlich ausgedruckt auf Schreib-, Küchen- und Balkontisch liegt, etwas ganz famoses ist. An schlechten Tagen überlegt der Magen ob den Mist überhaupt jemand lesen will, das Herz sagt ja ist aber sofort beleidigt und der Kopf erinnert mich daran, dass ich nicht für mein Herz sondern für potentielle Leser schreibe. Verbündet sich mit den Magen und das Herz sagt gar nichts mehr und schweigt gekränkt. Dann streiten sich die drei und ich schenk mir ein Glas Wein ein. Weinschorle. Mehr Schorle als Wein, weil ich weiß, dass ich die Finger ja doch nicht vom Manuskript lassen kann.

Genauso wenig wie von den alten Tagenbüchern, den Mails und den Briefen aus meiner Italienzeit. Ich dachte es wäre einfacher, sich dann zu erinnern. War es. Es führte aber auch dazu, dass ich wochenlang mit Kopf, Herz und Magen in meiner alten Heimat hing und mein Umfeld in den Wahnsinn getrieben habe. Ab und zu kann man in seine eigene Vergangenheit eintauchen, nur zu lange darin zu verweilen, das tut selten gut. Dann hängt man zwischen zwei Leben fest und verliert sich ein bisschen. Wie genau ich das meine, fragen Freunde und ich will – obwohl ich es bin, die sie seit Weihnachten damit nervt – dann doch nicht über Italien und mein kleines Herzensprojekt sprechen. Ich wiegle ab. Italien halt. Das Auswandern, die lustigen Anekdoten, die traurigen und einsamen Moment und das große Glücksgefühl. Alles halt. Aber nix mit Amore! Das sag ich immer dazu. Das ist wichtig, damit man es gleich weiß.“

Im Juli 2018 dachte ich, meine Erzählung wäre fertig. Sie war es nicht. Einige Wochen später wurde sie noch einmal auf links gedreht, umgeschrieben und ihr ein neues Ende verpasst. Jetzt ist sie fertig. Mehr noch – jetzt ist ein Buch. Eines, das mir mehr am Herzen liegt als vieles, das ich bisher veröffentlicht habe. Es ist meine Geschichte. Und zugleich auch nicht, da ich ihr ein Ende verliehen habe, das sich ein wenig von mir entfernt. Auf dem Blog hier, werden Sie die Erzählungen diesmal nicht finden. Manches stand hier, aber alles wurde geändert und das Wesentliche jenseits des Blogs geschrieben. Ich würde mich freuen, sehr freuen, wenn Sie mich nach Italien begleiten. Keine Sorge, nix mit Amore. Dafür mit allen anderen Klischees…..die sind nämlich wahr. Alle. 

Viel Vergnügen! Bei Amazon (ab heute) und in jedem stationären oder online Buchhandel (vielleicht erst in ein paar Tagen „live“ ist bei meinem Verlag ein dehnbarer Begriff.)

39 Gedanken zu “Nix mit Amore

    1. Danke, lieber Jules. Es war ein bisschen viel in letzter Zeit. Das meiste aber schön, daher will ich mich nicht beschweren.
      Gute Frage – ich bin mir einfach nicht sicher, ob es einer ist. Kurzgeschichten aber auch nicht. Ich dacht mir „Erzählung“ kann ich mich durchmogeln. Vielleicht aber doch ein Roman…Danke für den Denkanstoß, ich werde noch einmal darüber nachdenken.
      Liebe Grüße

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  1. Liebe Mitzi,
    wie Sie hier im ersten Absatz die Auswanderer beschrieben haben, fiel mir ein Satz ein: Diese Menschen, die auswandern, beinahe „flüchten“, vergessen oft, dass sie sich selbst dabei mitnehmen.
    Wenn Sie also schreiben, dass Ihnen die Motive der Auswanderer fehlen, kann das etwas sehr Positives sein.
    Gruß Heinrich

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    1. Lieber Heinrich, wie sehr das stimmt. Wer flüchtet, wird in einem anderen Land sehr wahrscheinlich feststellen, dass er so gut wie alles im Gepäck mitgeschleppt hat. Dann braucht es viel Glück, damit der Neuanfang gelingt. Holprig ist es in jedem Fall – zum Glück, denn sonst könnte man keine Bücher darüber schreiben ;).
      Herzliche Grüße

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  2. Liebe Mitzi,
    jetzt weiß ich auch schon, was ich morgen vorhabe: „Barbaras Bücherstube“ werde ich unbedingt aufsuchen! Ich kann es kaum erwarten, Dein drittes Opus in meinen Händen zu halten. 🙂

    Meinen herzlichsten Glückwunsch zu Deinem neuen Werk! Du glaubst nicht, wie sehr es mich freut!
    Ich wünsche Dir von ganzem Herzen viel Erfolg! ❤

    Liebe Grüße,
    Werner

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