Nix mit Amore

Auswandern ist etwas für Abenteurer. Menschen, die alles hinter sich lassen, um in einem fremden Land neu anzufangen, müssen mutig, unerschrocken und neugierig sein. Sie brechen auf, um die brennende Sehnsucht in ihren Herzen zu stillen. Das Unbekannte lockt sie und das Vertraute langweilt sie. Dort wo andere noch vorsichtig um die Ecke blicken, rennen sie getrieben vom Fernweh schon los. Sie gehören zu den Menschen, die Hindernisse als Herausforderungen bezeichnen und Stillstand als Zumutung empfinden.
Auswanderer vereinen so ziemlich alles in sich, was ich nicht habe. Sie sind wie mein Freund. Er hat mir gezeigt, dass es Momente im Leben gibt, in denen man einfach springen muss. Ins kalte Wasser, über den eigenen Schatten und über die Alpen. Dorthin, wo das Herz schneller schlägt.

Eine turbulente, humorvolle Erzählung über Freundschaft, Sehnsucht und dem Abenteuer eines neuen Lebens unter der Sonne Italiens.

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Das ist jetzt blöd…

Ich schreibe hier dauernd über Italien. Das ist doch so, oder? Hier geht es doch ständig um den mutigsten meiner Freund, mein Herzensland und die Erlebnisse die ich dort hatte. Das empfinden Sie doch auch so, nicht wahr? Sie  wissen doch alles über mein Leben dort unten, meinen Job und meine Freunde. Selbst vom Bürohund in Verona habe ich Ihnen schon berichten.

Soll ich Ihnen etwas verraten? Dieser Eindruck ist komplett falsch. Hier geht es anscheinend überhaupt nicht um Italien. Maximal eine kurze Randnotiz ist mir die Information, dass ich jahrelang in diesem Land gelebt habe, wert gewesen. Fünfzehn Randnotizen, um genau zu sein. Fünfzehn kleine Erzählungen, von denen eine nur halb so lang wie der Durchschnitt ist. Sagen Sie mir jetzt bitte nicht, dass diese Zahl doch egal ist, weil ich es anscheinend auch mit nur fünfzehn kleinen Texten geschafft habe eine ganze Unterseite dieses Blogs zu füllen. Eigentlich haben Sie, wenn Sie das anmerken wollten, recht und es ist völlig egal. Ist es aber nicht. Um genau zu sein, ist das jetzt richtig blöd. Saublöd sogar, weil ich ganz bequem so vierzig oder fünfzig Italienerzählungen aus den Tiefen dieser Seite auswählen und veröffentlich wollte.
Das war letztes Jahr unheimlich praktisch. Man darf´s ja keinem erzählen, aber ein Buch schreibt sich schon deutlich leichter, wenn man die Texte dazu schon fertig hat und unter etwa hundert Stück kritisch und gut durchdacht wählen kann.

Jetzt hab ich fünfzehn Erzählungen und drei davon haben eigentlich nicht viel mit Italien zu tun. Verstehen Sie wie blöd das ist? Ich will ein Buch veröffentlichen und merke jetzt, dass ich es erst noch schreiben muss. Grad im Moment kommt mir das äußerst ungelegen. Ich hab ja auch noch Sie hier und einen Job in dem man erwartet, dass ich anwesend bin.

Der einzige Vorteil ist, dass ich dann kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn ich es Ihnen im Sommer ans Herz lege. Diesmal kennen Sie den Inhalt dann noch nicht. Aber trotzdem…..ich muss das jetzt alles schreiben ohne das Sie mir vorher in den Kommentaren den Hinweis geben, ob´s gut ist.

Hilft ja nichts, aber blöd ist das schon.

Marketing – kann ich.

Meine Geschichten gibt es als Buch. Das wissen Sie ja. Mein Papa weiß es auch und hat es wie der Rest meiner Familie im Regal stehen. Meinem Lieblingskollegen habe ich es geschenkt und die Nachbarschaft hat sich ebenfalls damit eingedeckt, damit sie wissen, was ich von ihnen halte. Ich lächle jetzt immer besonders freundlich, wenn ich den Müll runter trage und zeige mich besonders im Vorderhaus von meiner besten Seite. Die Kosten für das Lektorat sind bereits drin. Wenn Sie hier mitlesen, dann wissen Sie, dass diese Investition unumgänglich war. Das teilten mir die ehrlichsten meiner Freunde mit. Die, die vorsichtig um das Passwort bei WordPress baten, um das größte Grauen in Nacht und Nebel Aktionen zu beseitigen und die, die Stirn in Falten legen, wenn ich mich anbiete, die Deutschhausaufgaben ihrer Töchter zu korrigieren.  Die Rechnung für das Cover habe ich mit noch großer Freude bezahlt. Es ist nämlich wunderschön und wenn man was macht, dann sollte man es gut machen. Oder machen lassen. Von Mira Alexander zum Beispiel. Ihre erste Bleistiftskizze hängt an meinem Kühlschrank und sollte ich sie je persönlich treffen, werde ich sie umrennen, wenn ich ihr zum Dank um den Hals falle. Amortisiert hat es sich noch nicht. Das Cover.

Keine Sorge, ich will Sie hier nicht zum Kauf animieren. Sie sind ja hier und lesen online, was mir genauso viel wenn nicht sogar wichtiger ist. Wenn Bloggeschichten zum Buch werden, dann geht es nicht darum Geld zu verdienen. Trotzdem flüstert mir die ehemalige Marketing und BWL Studentin, die ich bin, leise zu, dass ich doch bitte dafür sorgen soll, dass die Kosten rein kommen. Kann ja nicht so schwer sein. Ich kenne meine Zielgruppe (ALLE), meinen USP (kaum einer vor mir hat über München, Nachbarn oder die Liebe geschrieben) und biete mit meinem Buch einen eindeutigen Mehrwert für jeden Buchhändler. Besonders von letztem war ich überzeugt. Mein erstes Opfer allerdings weniger. Weiterlesen

Mitzi aus dem Vorderhaus, 2. Stock

Vor einiger Zeit bat ich zwischen Taubennestern und Mettbrötchen um Hilfe. Wenn Sie sich noch daran erinnern, dann wissen Sie dass ich eher verzweifelt flehte als bat. Geschrien habe ich auch. Angeschrien. Aber nicht Sie. Angeschrien habe ich meinen altersschwachen Rechner, der sich einen Spaß daraus machte, immer dann abzustürzen, wenn ich gerade meine Texte umsortiert aber noch nicht gespeichert hatte. Unser Verhältnis kann man mittlerweile als dauerhaft zerrüttet beschreiben und nur weil ich gute Freunde mit technisch einwandfreien Equipment in der Hinterhand hatte, haben wir es bis heute geschafft.

Unser Verhältnis – das meine zu Ihnen – ist noch immer ein ganz besonderes. Ich muss Ihnen nicht sagen, wie wohl ich mich mit Ihnen fühle und dass meine anfängliche Arroganz dem Bloggen gegenüber, sich nach dem zweiten Beitrag in eine innige und leidenschaftliche Liebe verwandelt hat. Und den Geliebten kann man ruhig auch mal um Rat fragen. Zum Beispiel wenn es um den Titel geht. Sie erinnern sich. Und ähnlich wie bei einem Geliebten möchte man dann gerne eine Bestätigung hören. Alla „Steht mir das Kleid? Hervorragend!“ Und – um im Bild zu bleiben – zeigt sich schnell wie gefestigt eine Beziehung schon ist. Die oberflächliche Bekanntschaft bestätigt freundlich lächelnd ohne näher darauf einzugehen und würde Kritik kaum riskieren. Sie und ich aber, stehen uns schon so nahe, dass Ihre Kommentare wichtig und wertvoll waren. Jene, die mir sagten, dass sie es gut fanden und deren Urteil ich trauen konnte und vor allem auch jene, die verbal den Kopf schüttelten und mir erklärten, warum sie „Münchner Kuriositäten“ als nicht passend empfanden. An diesem Abend schüttelte auch ich den Kopf und sagte nur einem und nur ganz leise, dass Ehrlichkeit doch nun wirklich blöd ist. Er lachte, nahm mir das Weinglas weg und schubste mich zurück an den Tisch und mein Notizbuch. Zum Nachdenken, wie er sagte. Ich wusste ja selbst, dass sie, die Ehrlichkeit, nicht blöd sondern elementar, wichtig und verdammt nützlich sein kann. Und war. Die Kuriositäten sind zurück in ihrem Kabinett und ich bin das, was ich tatsächlich bin. Mitzi aus dem Vorderhaus, 2. Stock. Im echten Leben und jetzt auch gedruckt auf Papier oder als E-Book. Dafür danke ich Ihnen von Herzen.

Das Ergebnis sehen Sie unten. Und auch das habe ich gelernt. Eine Coveridee ist etwas feines. Noch feiner ist es aber, wenn Sie jemanden kennen, der Kreativität und Handwerk vereint und Ihnen viel mehr als eine bloße Idee zaubert. Mira Alexander hat meinen Erzählungen ein Bild gegeben, das für mich perfekt passt. Ein Klingelschild, eine Hauswand, der Bezug zum Blog durch die Beitragsbilder…..

Da ich Sie nun schon zu meinem Geliebten gemacht habe, bin ich zu Ihnen ähnlich ehrlich und direkt wie zu ihm.
Obwohl ich mich unbändig freue, wenn sich jemand das Büchlein kauft oder das E-Book herunter lädt….Sie kennen die meisten Texte bereits. Wenn Sie aber jemanden kennen, der nicht online ist, Blogs doof findet oder Lust haben eine Bewertung zu schreiben …… Und stopp. Das war es mit Werbung in eigener Sache. Drei Zeilen, mehr aber auch nicht. Denn das hier ist ein Blog. Hier geht es um das Schreiben, das Lesen und den werbefreien (soweit WordPress es zulässt) und kostenfreien Genuss von Worten, Bildern und Gedanken.

Es grüßt
Mitzi aus dem Vorderhaus, 2. Stock. Die weiter gerne von Herrn Meier, Paul und den anderen berichtet.

P.S. Ihre Elly Seidl Pralinen sind nicht vergessen. Ich habe eine lange Liste und wenn Sie nicht mehr damit rechnen bekommen Sie Post. Oder eine E-Mail, wenn Ihr Impressum vermuten lässt, dass ich dorthin lieber nichts schicke ;).

Frisch gewaschene Träume

Paul, der wie Rhett Butler lächelt, wohnt im Hinterhaus. Will er in den Waschkeller, muss er erst ein halbes Stockwerk nach oben steigen, um ins Vorderhaus zu gelangen und von dort drei Stockwerke nach unten in den Keller laufen. Ob ihn das nicht wahnsinnig macht, frage ich ihn als wir uns vor den Waschmaschinen treffen. Paul hat schlechte Laune. Ich hätte sie auch, wenn ich wie er versuchen würde, altes eingetrocknetes Waschpulver mit einem Wattestäbchen aus dem Einfüll-Schub zu kratzen. Ja, es macht ihn wahnsinnig, sagt er und meint die Sauerei an der Maschine und nicht unser verschlungenes Treppenhaus. Anderen Menschen beim arbeiten zuzusehen und sie dabei zu unterhalten mache ich sehr gerne. Sehr schön ist es zum Beispiel, wenn im Sommer einer Holz hackt und ich dabei zusehen und vor mich hin plappern kann. Einer der sich endlich erbarmt die Waschmaschinen zu putzen ist aber auch schön. Fast wäre mir an diesem Sonntag langweilig geworden, jetzt kann ich Paul zusehen und habe später eine saubere Maschine. Weiterlesen

Katze, Pasta, basta!

Meine Seele sitzt im Bauch. Nicht im Kopf, dort wäre es ihr zu unruhig und sie würde sich nicht wohlfühlen. Auch nicht in Armen oder Beinen, die ständig in Bewegung sind. Selbst im Herzen, wäre es ihr zu unruhig. Nicht nur wegen des ständigen Klopfens, auch wegen der kleinen Narben und Schatten, die ein erwachsenes Herz mit sich herumträgt. Etwas Staub und verheilte Wunden schaden einem Herzen nicht. Vernarbtes Gewebe macht es stärker und sorgt dafür, dass es nicht so leicht aus dem Takt zu bringen ist. Die Flecken zeigen, dass ein Mensch gelebt hat. Ein allzu sauberes und gänzlich unbeschadetes Herz in der Brust eines erwachsenen Menschen sollte misstrauisch stimmen. Weiterlesen