Brausepulver buchbar

Ich bin der festen Überzeugung, dass sich Emotionen für jeden Menschen ein wenig anders anfühlen. Jeder fühlt ein bisschen anders und jeder beschreibt Gefühle auf seine Art. Glück, zum Beispiel, ist für mich warm und ruhig und vergleichbar mit einer warmen Wärmflasche und einer heißen Tasse Tee an einem stürmischen Herbsttag. Ganz anders ist das Gefühl der Freude. Müsste ich es beschreiben, dann wäre es das Brausepulver meiner Kindheit, das es noch heute zu kaufen gibt. Während das bunte Pulver auf der Zunge prickelt, schäumt die Freude ganz tief im Magen. Und ähnlich wie mit Brausepulver im Mund ist es mir in Momenten großer Freude ganz unmöglich, keine glucksenden Laute von mir zu geben. Mit Freude im Magen muss ich aufstehen. Ein paar Schritte gehen vielleicht sogar einmal in die Luft springen und ganz viel Lächeln. Nur für mich, weil ich mich doch so freue und weil das Prickeln in meinem Magen so wunderschön und herrlich ist. Vorhin habe ich gelächelt. Ganz viel. Weiterlesen

Wahlfreiheit III – 26.05.2019

Nachstehendes kommt Ihnen vielleicht bekannt vor. Ursprünglich im September 2017 geschrieben und veröffentlicht. Natürlich könnte ich etwas über die anstehende Europawahl schreiben, aber ich würde mich wiederholen. Deshalb nur ein wenig geändert und ergänzt…Wahlfreiheit, machen Sie was draus, sie ist nicht selbstverständlich. 

Die Wahl am 26. Mai wäre ihm herzlich egal, sagt er und beißt in seine, dick mit Leberkäse belegte Semmel. Stolz ist er auf seine Aussage, sonst würde er nicht Beifall heischend den Blick durch das Abteil der U-Bahn schweifen lassen. Den dunkelhäutigen Mann, der ihm gegenüber sitzt, lächelt er freundlich an. Wenn’s ein Tourist ist, dann hat der ihn vielleicht – hoffentlich – gar nicht verstanden. Ist es ein Mensch, der sein Land aus welchen Gründen auch immer verlassen musste,  dann ist das Lächeln des Essenden fehl am Platz. Denn dem, der ihm da gegenüber sitzt, wird der Ausgang der Wahl wohl nicht herzlich egal sein. Für den ging und geht es um etwas. Weiterlesen

Randnotiz – Überrollt

Wenn sie pünktlich am ersten Sonntag des Monats etwas über den Alltag schreiben möchten und sie dann der Alltag überrollt…

Diesen Monat werde ich mich verspäteten. Die Nachbarskinder haben beschlossen, den Abend bei mir zu verbringen. Es gibt Schlimmeres.

P.S. Wenn Sie einen Tipp haben, wie sich fest getretene Knetmasse aus einem Teppich entfernen lässt… Her damit!

Da müssen Sie durch V

Ab Mai geht es hier wieder normal weiter. Vorausgesetzt, dass ich zurück komme. Gerade buche ich mein Flixbus Ticket und bin mir nicht wirklich sicher, ob ich es auch einlösen werde. Jetzt gerade besteht die gar nicht einmal kleine Wahrscheinlichkeit, dass ich vielleicht doch hier bleibe. Obwohl….es gibt auch sehr gute Gründe, wieder nach München zu fahren. Mein Blog ist voll damit. Ich werde wohl doch nach Hause fahren. Schließlich muss ich die drei Colombe (Oster Panettone) in Bayern abliefern. Die kann man mittlerweile zwar schon in Feinkostläden kaufen, aber meine Familie besteht darauf, dass ich sie liefere. Mache ich auch gerne. Mit drei großen, sperrigen Kartons reißt es sich besonders entspannt. Genauso wie mit den fünf Flaschen Wein, die mir meine Ex-Kollegen mit auf den Weg gegeben haben. Wenn ich mir die Flixbus Reisegruppe so ansehe, sollte ich mir eine Flasche mit nach drinnen nehmen. Ich kann sie womöglich brauchen.

Schön war es. Uns schön, dass Sie dabei waren. Bis bald.

Da müssen Sie durch IV

Sie sind beratungsresistent, die deutschen Freunde, die Verona besuchen. Egal was ich ihnen sage, am ersten Tag stehen sie zwischen 10:00 Uhr und 18:00 Uhr vor Julias überfüllten, nicht einmal besonders ansprechendem Balkon, trinken wässrigen Eiskaffee an der Piazza Bra und kaufen sich ein Stück lapprige Pizza to go irgendwo in der Innenstadt, wo es ihnen im gehen aus der Hand fällt. Es ist sinnlos, sie zu bitten es nicht zu machen. Ganz umsonst ihnen zu sagen, dass es an Julias Balkon nur ganz früh oder ganz spät ruhig ist und aussichtslos auf die horrenden Preise und die mangelnde Qualität an der Piazza Bra (direkt vor der Arena) hinzuweisen. Besonders ich, darf es nicht sagen, denn ich sitzt am ersten Tag IMMER an der Piazza Bra, schnappe mir unterwegs ein überteuertes Irgendwas und schau kurz (ohne es zuzugeben) bei Julia vorbei. Früher war es mein Heimweg, heute ist es ein Zurückkommen. Weiterlesen

Da müssen Sie durch II

Als ich mir wünschte in Verona für ein paar Tage richtig heimzukommen und mich wie früher zu fühlen, dachte ich an selbst gekochte Pasta, ein Glas Rotwein vor dem Zubettgehen und an das Geräusch der zischenden Bialetti am Morgen. Verstehen Sie mich nicht falsch, all das habe ich gerade und genieße es in vollen Zügen. Nur bekomme ich auch den Rest. All das, was ich bereits vergessen hatte und an das ich mich kaum noch erinnern konnte.  Jetzt fällt es mir wieder leicht mich zu erinnern, weil es genauso ist, wie damals, als ich Verona lebt. Der Kühlschrank springt an und die Sicherung raus. Benvenuti a casa. Weiterlesen