Herzlichen Dank!

Herzlichen Dank an die wunderbaren Gäste gestern Abend. 

Schon das neunte Mal durfte ich im Rahmen der Südsehen-Lesereihe im schönen Münchner Valentinhaus lesen. 

Jedes Mal anders, aber immer ein Erlebnis. 

Auf bald,
Mitzi

Permanent schlecht gelauntes Miststück

Entgegen der E-Mail, die mich vor kurzem erreicht hat, bin ich kein „permanent schlecht gelauntes Miststück“ mit Hang zu „undurchschaubaren promiskuitiven Beziehungen“. Wobei ich ganz formell darum bitten möchte, den letzten Satzteil verwenden zu dürfen, wenn ich mich jemals bei Tinder anmelden sollte. Vielleicht auch den ersten, das würde mir Nachfragen jeglicher Art ersparen und ich müsste gar nicht erst versuchen ein solches arrangiertes Beischlaf-Event der Höflichkeit halber als etwas anderes zu bezeichnen. Ok, vielleicht bin ich jetzt gerade wirklich etwas schlecht gelaunt. Jetzt. Nicht permanent. Jetzt etwas mehr, weil mich jemand der mich nicht kennt, als Miststück bezeichnet. Das dürfen nur Freunde und Familienmitglieder. Die wissen warum und denen kann ich ab und an nicht widersprechen. Die sind aber auch aus Bayern und in Bayern ist ein Miststück kein schlechter Mensch, sondern nur einer, der sich zum Beispiel aus Versehen, das letzte Stück Erdbeerkuchen genommen hat und der mit vollem Mund nicht fragen konnte ob vielleicht sonst noch jemand Milch in den Kaffee will, bevor man am Sonntag den letzten Rest in die eigene Tasse kippt. Da sagt der Bayer schon mal Miststück. Also meine Freunde zu mir. Manchmal. Aber in einer E-Mail, in der man sich darüber beschwert, dass ich permanent schlecht gelaunt bin, da möchte ich schon gerne als Mitzi angesprochen werden. Meinetwegen auch als Frau Irsaj oder „hey du“, aber eben nicht als Miststück. Weiterlesen

Alltag XI – Zeit

Ich würde so wenig schreiben, sagt er, dass er das von mir nicht gewohnt sei und ob alles in Ordnung wäre. Logo, sage ich und schiebe ihn aus dem Türrahmen, in dem er steht. Eigentlich kommen wir da gut zu zweit durch, nur heute nicht, weil ich einen Karton mit Büchern im Arm halte und darauf eine übervolle Tasse Milchkaffee balanciere. Da will ich kein Risiko eingehen. Ich schreibe schon, teile ich ihm nuschelnd mit und er zieht die Stirn in Falten weil er mich nicht versteht. Nachdem er mir die Kontoauszüge, die ich zwischen meine Zähne geklemmt hatte aus dem Mund nimmt, wiederhole ich es noch einmal. Doch, ich würde schon schreiben, fast so viel wie immer, nur im Moment eben nur im Kopf. Der Karton mit den Büchern – meinen eigenen – kommt in den Flur. Zur Auer Dult brauche ich sie. Die beginnt zwar erst am 19. Oktober aber wenn sie schon jetzt da stehen, dann kann ich das schon mal nicht vergessen. Wie man im Kopf schreibt, möchte er wissen und ich schiebe den Karton ein Stück unter die Kommode. Nur so weit, dass er mich täglich stört und ich ihn sicher nicht vergessen werde. Nun, ich schreibe eben in Gedanken. Schreiben ist für mich ja nachdenken und damit hört man nicht auf, nur weil die Zeit mal etwas knapper wird. Knapper, fragt er schmunzelnd, schiebt den Karton ein Stück weiter unter die Kommode und rettet den Milchkaffee, der gefährlich wacklig noch immer darauf steht. Wir teilen uns den Milchschaum und weil sein Rücken so schön breit ist, lehn ich mich kurz dagegen. Weiterlesen

Randnotiz

Endlich hätte ich in den letzten 30 Jahren meines Lebens lernen sollen, dass es überhaupt nichts bringt mir ganz besonders wichtige Dinge auf den Handrücken zu schreiben. Was bei den Spickzettel in der Schulzeit schon nicht funktioniert hat, versagt als Erinnerungsfunktion völlig.

„N!“ War eine wirklich wichtige Erinnerung. Soviel weiß ich noch. Auch dass ich hier unbedingt etwas machen muss. Heute! Nur was es war, das fällt mir beim besten willen nicht mehr ein.