Fünf!

….fünf ganze Jahre, haben Sie mich nun schon an der Backe kleben. Eine ganz schön lange Zeit, finden Sie nicht? 

  • Fünf Jahre in denen ich Ihnen – oder zumindest Christoph Rox – versucht habe zu erklären was Frauen wollen.
  • Fünf Jahre in denen ich mir das vom Hals geschrieben habe, was sich einfach nicht schlucken lassen wollte.
  • Fünf Jahre in denen Sie meine Nachbarn, Freunde und meine Familie kennen gelernt haben.
  • Fünf Jahre in denen Sie natürlich nicht wissen was echt und was fiktiv ist (meine Nachbarn, Freunde und Familie baten mich diesen Punkt zu ergänzen).
  • Fünf Jahre in denen ich Ihnen erklärte wie der Münchner und die Münchnerin ticken.
  • Fünf Jahre in denen Sie den Münchner Nahverkehr von all seinen Seiten kennen gelernt haben.
  • Fünf Jahre in denen mich viele von Ihnen an Ihrem Leben haben teilhaben lassen. 

Ich häng noch fünf dran. Mindestens. Etwas zu erzählen gibt es ja immer. Außerdem habe ich die Männer noch immer nicht verstanden und muss weiter bei Christoph mitlesen. Sollten Sie übrigens auch tun. Oder bei Heinrich, Jules, Clara, Tina, Gerda….bei eigentlich allen Namen, die Sie in den Kommentaren. Verlinkt habe ich nur den einen. Sie wissen ja, den mag ich. Den Blog, nicht den Mann (den kenn ich ja nicht).

Fünf Jahre und angefangen hat alles mit Dates am Rande des Wahnsinns. Ein bisschen erbärmlich, dass sich der Wahnsinn noch immer nicht gelegt hat. Obwohl….

Koryphäe mit Bügeleisen

Wikipedia definiert eine Koryphäe als eine Person, die durch außergewöhnliche Leistung hervortritt. Eine Autorität auf ihrem Gebiet. Einen Experten, eine Kapazität. Einen Sachkundigen eben. Wenn ich es auch sonst nirgends bin – beim Packen einer Tasche oder eines Koffers bin ich es. Eine echte Koryphäe. Da können Sie jeden fragen, der schon einmal mit mir verreist ist. Ich bin außerdem – auch das können meine Freunde bestätigen –  auch den Inhalte von Handtaschen und Rucksäcken betreffend bestens ausgestattet. Was auch immer passiert, mit mir an Ihrer Seite ist für jede Eventualität gesorgt. Mückenspray, Pflaster, Tampons, Tempos, Stift, Makeup, Kleingeld und Kreditkarte verstehen sich von selbst. Mit mir können Sie aber auch jederzeit spontan in die Isar springen. Wenn Sie triefend nass ans Ufer klettern, halte ich ein Mikrofaser Handtuch bereit. Und wenn Sie mit mir auf einen Berg steigen, dann habe ich neben ausreichend Wasser und einer Brotzeit natürlich auch für Sie noch ein trockenes T-Shirt und ein zweites Paar Socken im Rucksack. Bevor Sie fragen – ja, auch etwas warmes zum Überziehen. Kurz, auf diesem Gebiet bin ich MacGyver und Chuck Norris in Personalunion. Ich bin großartig. Man sollte annehmen, dass mein Freundeskreis das zu schätzen weiß. Tut er nicht. Seit bald zwanzig Jahren werden von diesem innig geliebten, aber undankbarem Pack Witze auf meine Kosten gemacht.  Weiterlesen

Kommas an der richtigen Stelle!!!

Die Chefin meiner Agentur, erkundigt sich regelmäßig, ob mir bewusst ist, dass ich schon ein wenig dämlich sei? (Sie sagt es freundlicher, meint es aber so wie ich es formuliert habe). Sie ist die Einzige, die mich das (mehrfach) fragen darf und die Einzige, der ich immer wieder erkläre, dass es beim Schreiben ja nicht ums Geld verdienen geht. Dann atmet sie tief durch, ich höre sie durch das Telefon etwas gequält lächeln und bin froh, dass sie mich mit dieser Einstellung nicht längst aus ihrer Agentur hinaus geworfen hat. Ab und zu erkundigt sie sich nach den Verkaufszahlen meiner drei Bücher und ihr leises Seufzen tut mir leid. Leid für sie, weil ich eine Agenturchefin habe die sich so sehr hinter ihren Autoren steht, dass es ihr völlig unverständlich ist, dass deren Bücher nicht allesamt in den Bestsellerlisten landen. In diesen Momenten bin ich froh, dass es einige Kollegen der Agentur doch schaffen und erkläre, dass ich dafür Geschichten ganz umsonst ins Internet schmeiße, die umsonst und frei für jeden erhältlich sind. Dann merk ich es selbst….Marketing, das kann ich nicht. Ab und zu probiere ich es aber – heute zum Beispiel höre ich auf die liebste und tollste Chefin:

  • Wenn Ihnen meine Erzählungen gefallen und Sie hier auf dem Blog schon alles gelesen haben, dann können Sie „Nix mit Amore“ (überall im Buchhandel und bei Amazon erhältlich) trotzdem kaufen. Keine der darin enthaltenen Passagen ist hier noch nachzulesen und fast die Hälfte stand hier nie.
  • Es ist ein Roman – bekommen Sie von mir hier sonst ja auch nicht.
  • Lässt sich super am Balkon oder auf der Parkbank lesen (wiegt nämlich nicht so viel) ((das liegt aber nicht am billigen Papier oder dem geringen Umfang!!!!))
  • Wenn Sie sich gerade selbst nicht mögen….nach den ersten Seiten sind Sie froh, nicht ich zu sein und es geht Ihnen gleich besser. 
  • Beim Lesen stellen Sie fest, dass meine Selbstbeschreibung „gerne am Abgrund taumelnd“ doch recht untertrieben ist. 
  • Und am allerbesten für jeden der hier regelmäßig liest….es ist lektoriert. Kommas an der richtigen Stelle, neue deutsche Rechtschreibung….Rechtschreibung überhaupt.

Falls das noch nicht reicht, mache ich das was ich eigentlich nicht machen soll….ich stell doch etwas aus dem Buch hier rein. Als Appetithappen.

  • Ach so, ja etwas das ich wahrscheinlich wieder nicht schreiben sollte….wenn Sie einfach keine Lust haben, sich ein Buch von mir zu kaufen, dann ist das auch völlig ok. 
  • Obwohl…als Geburtstagsgeschenk oder Strandlektüre eigenen sich die drei schon recht gut. 
  • Aber wie gesagt…

 

Nix mit Amore – wenn es hakt, dann hakt es 

.……Eine weitere, nicht minder unschöne Geschichte ist es auch, italienischen Beamten zu erklären, dass man gerne das auberginefarbene Auto abholen würde, von dem man behauptete, dass es den Eltern gehöre, dies aber nicht mit einem Fahrzeugschein beweisen konnte. Unangenehm auch, wenn man aus nostalgischen Gründen noch immer die italienische Steuernummer im Geldbeutel mit sich trug, den deutschen Ausweis und Führerschein aber, in einem Anflug von Idiotismus, in einer Schachtel mit der Aufschrift „Wichtig“ in München deponiert hatte. Ich forderte, bettelte und flehte in meinem besten Italienisch und mit meinem strahlendsten Lächeln – ohne Erfolg. Erst diskutierte ich, dann argumentierte ich und schließlich resignierte ich. Micha hatte mich stumm beobachtet. Erst als ich Luft holte, um einen zweiten Anlauf an Überzeugungsarbeit zu leisten, legte er mir eine Hand auf die Schulter und übernahm. Er erweiterte unsere um das Auto kämpfende Gruppe um zwei besonders engagierte Mitspieler – meine Eltern. Während er meine Mutter telefonisch bat, die Fahrzeugpapiere in einem Copyshop zu fotokopieren und an den Autohof zu faxen, schickte er mich einen Kaffee holen. Und während ich ihn trank, diktierte er meinem Vater eine auf ihn lautende Vollmacht, die ebenfalls gefaxt werden musste. Ich bewunderte seine Ruhe und hätte ihn gerne dafür gelobt, hätte ich nicht gewusst, dass Ruhe bei Micha nur selten ein gutes Zeichen war. Mit jeder Minute, die verstrich, sank seine Stimmung. Trotzdem kam ich nicht umhin, ihm zu versichern, dass sein Delegationstalent erstaunlich sei und er es sicher auch schaffen würde, meinen Mitbewohner in München dazu zu bewegen, mir meinen Ausweis vorbeizubringen. Während ich fröhlich gluckste, beglückwünschte Micha mich grimmig. Binnen gerade einmal zwölf Stunden sei dank mir wieder das Chaos ausgebrochen. Etwas, worauf er müde und noch immer verkatert gerne verzichtet hätte. Sein ernster Blick ließ mich verstummen, und schweigend warteten wir auf die Faxe aus München. Als sie endlich kamen, nahm er mir wortlos die Autoschlüssel aus der Hand. Auf keinen Fall würde er mich fahren lassen, das würden seine Nerven heute nicht aushalten. Ich entschuldigte mich bei ihm und stellte ein wenig geknickt in Aussicht, dass ich morgen ja wieder zurückfahren und dann die Ruhe wieder einkehren würde. Als er mit einem knappen „Vielleicht besser so“ antwortete, sagte ich nichts mehr…

Und das war der Anfang vom Ende. Ob es ein schönes Ende ist, müssen Sie selbst entscheiden. Das kann ich hier natürlich nicht verraten.

Speicherplatz

Ich glaube fest daran, dass es Orte gibt, die Erinnerungen besonders gut konservieren. Weit besser als jedes Tagebuch, detaillierter als Fotos und zuverlässiger als das eigene Gedächtnis, hüten sie all jene Erinnerungen, die man bereits zu vergessen geglaubt hatte. Es reicht zu ihnen zurück zu kehren und für einen kurzen Moment inne zu halten und all das was dort verstaut ist, kommt wieder hervor. Manches leise und manches mit solcher Wucht, dass man verwundert den Kopf schüttelt und sich fühlt, als wäre man gegen eine Wand gelaufen. Emotionen jeder Art hängen in den Vorhängen und zwischen den Fugen der Holzbretter hört man das Lachen von Jahrzehnten. Verstehen Sie mich richtig, man erinnert sich nicht an das Lachen, man hört es! Und wenn man oben am Fenster steht und nach unten auf die Lichtung blickt, dann hört man mich. Weiterlesen

O.M. – Gastautor aus Leidenschaft

Gastautoren sind auf Blogs meist willkommen. Vor allem dann, wenn einem selbst gerade nichts vernünftiges einfällt und ein anderer just in diesem Moment etwas zu sagen hat. Hier bei mir gibt es so gut wie nie Gastautoren, was daran liegt, dass ich selbst zum Plappern neige und mir viel zu oft etwas einfällt (über die Qualität lässt sich streiten). Manchmal vergesse ich aber auch etwas und dann ist es gut, wenn einer das Fehlende anfügt. Im Falle des besten meiner Freunde, macht er das unaufgefordert und via Facebook. Vor vier Tagen zum Beispiel. Ich kenne meinen Freund gut genug um zu wissen, dass es ihm wirklich unter den Nägeln gebrannt hat, wenn ein Kommentar seinerseits eine solche Länge erreicht und mit Smilies gespickt ist.

Hier also die Ergänzung zu U-Bahn Gedanken in Kategorien Weiterlesen

Corona Home Office XXIV – Nachschlag (ein schöner)

Vor etwa vier Wochen erhielt ich eine E-Mail von Oliver Pötzsch. Ob ich Zeit habe kurz zu telefonieren. Er hätte da eine Frage. Erst mal ganz theoretisch.

28 Tage später ist aus der theoretischen Frage ein Buch geworden. „Auf den Spuren der Henkerstochter“ ein persönlicher Reiseführer zu den Schauplätzen der Romane von Oliver Pötzsch erscheint Mitte Juli im Hirschkäfer Verlag. Weiterlesen

Nur der Mai II

Schön nicht war? Eine kurze Blog Postkarte. Wer so viel von Sehnsucht und Italien schreibt wie ich, der sollte ruhig ab und zu zeigen, dass es sich um Jammern auf hohem Niveau handelt. Bayer ist schon herrlich. Und auch nicht überlaufen, wenn man einfach einmal eher abbiegt. Hier war ich auch 2000 Atemzüge lang. Schöne Atemzüge!

Randnotiz – München lächelt

Selbst wenn man gerade bis zur Nasenspitze in Arbeit steckt und alles nach hinten schiebt – Vatertag ist Vatertag. 

Von dem unseren hab ich für Sie zwei Postkarten aus München. Aufgenommen vor wenigen Stunden. Durch diese Straßen schieben sich normalerweise Unmengen von Touristen und der Hauch der Jahrhunderte geht im Trubel unter. Heute nicht. Heute schläft mein München noch. Obwohl…nein, es ist wach und lächelt. Lächelt die Münchener an und lädt sie ein, durch seine Straßen zu schlendern. Mit Abstand können wir wieder draußen sitzen und wir tun es. So viel Platz nur für uns. Gleich hinter der Frauenkirche ein freier Platz am schönsten und sonnigsten Tisch. Auch am Jakobsplatz viele freie Tische und sogar auf der Terrasse vom Rischart am Viktualienmarkt. Nichts kann die Schönheit dieser Stadt zerstören. Ein Virus schon gleich gar nicht. Ruhig angehen lassen, flüstert mein München und sagt mit einem Augenzwinkern, dass es so unter uns doch auch mal schön ist. Erinnert lachend daran, dass wir uns das doch immer mal gewünscht haben – einmal die Stadt ein bisschen leerer und ruhiger. Bitte sehr – dieser Vatertag gehört euch. 

Die anderen Städte sehen das vermutlich ähnlich. Bald besuchen wir uns wieder. Aber heute, heute bleiben wir noch daheim und genießen. Genießen und geben viel Trinkgeld für die, denen die leere Stadt im Magen liegt. Trotzdem lächeln auch sie. An einem so schönen Tag muss man das einfach. 

 

Schade ist es schon

Ich würde Ihnen so gerne erzählen, was ich gerade mache. Machen darf. Aber es könnte sein, dass ich noch nicht darf. Also, man hat mir nicht direkt gesagt, dass ich nicht darf, aber das ist eigentlich auch nicht nötig. Manchmal möcht ja der, der was macht, es selber erzählen und findet es gar nicht schön, wenn aus der zweiten Reihe schon einer – eine, also ich – wild mit dem Finger schnippst und plärrt, dass sie was zu erzählen hat. Ich versteh es, aber schade ist es schon. Weil´s grad so gut passen würde. Und damit Sie es auch schade finden, erzähle ich Ihnen, dass es gerade wirklich schade ist. 

Ich muss es auch Ihnen erzählen, weil ein anderer es nicht mehr hören will. Auch der weiß von nix, weil ich – wenn ich schon nix sagen will, lieber gar nix sag und mich still freue. Also nicht ganz still. Ich erzähl dem, der jetzt wieder mit einer Flasche Wein vorbei kommen darf einiges. Nur interessiert ihn das nicht. Er will, dass ich, wenn ich schon nix sag, auch wirklich nix sag. Also ganz still bin. Freuen darf ich mich aber, sagt er. Nur ein bisschen stiller, wäre nett. Auch das ist schade. Er könnte sich ruhig ein bisschen mehr freuen, dass ich jetzt wieder weiß (ohne nachzuschlagen) wann genau der Dreißigjährige Krieg war. Sparen Sie sich den Witz mit „wie lange er dauerte“. Das wusste ich schon vorher. Er könnte auch etwas mehr Interesse an den Öffnungszeiten des Schlosses Hohenschwangau zeigen. Da er das nicht tut, setze ich auf Sie. 

Damit dieser zugegeben etwas wirre (weil ich noch nix erzählen darf) Artikel für Sie wenigstens einen kleinen Mehrwert hat…Das Schloss ist täglich von 7.30 – 17.00 Uhr geöffnet (von Januar bis April von 8.30 – 15.30 Uhr). Die Jahreszahlen des Dreißigjährigen Krieges wissen Sie sicher selbst.