Wegen Hochzeitsfülle im Januar geschlossen

Eigentlich wollte ich Ihnen heute von Gisela erzählen und warum sie Herrn Mu seit einigen Wochen Fritz nennt. Das hätte ich locker noch geschafft. Und auch, bei zwei meiner Lieblingsblogs etwas nachzulesen und zu kommentieren. 

Allerdings hätte ich die anderen Lieblingsblogs (und das sind einige) wieder nicht angesehen und die Geschichte von Herrn Mu etwas arg schnell erzählt. Beides hätte mich genervt, wenn ich morgen im Zug nach Knittlingen gestiegen wäre um dort eine Lesung zu halten. Halbe Sachen mag ich nicht. Und erzählen unter Zeitdruck kann ich nicht. Und nur halbherzig bei Ihren so schönen Blogs zu kommentieren und zu lesen ist eine Schande. 

Deshalb mache ich jetzt Urlaub. Blog- und Erzählurlaub. Das hätte ich schon im Dezember machen sollen, anstatt dem einen oder anderen von Ihnen immer wieder zu erzählen, dass ich „in eine paar Tagen wieder da bin“. Bin ich nicht – ich bin jetzt in Urlaub. So! Auf zwei Hochzeiten tanze ich locker, drei geht auch noch, aber vier….da komme ich aus dem Takt. 

Ich mache jetzt Urlaub bis 01.02.2020. Mit meinem kleinen Notzibuch in dem ich das aufschreibe, was mir schon die ganze Zeit im Kopf herum geht. Und in zwei Wochen, wenn all das Neue, das Spannende und schöne erlebt ist, dann erzähle ich es Ihnen. Dann plappere ich Ihnen tippend in alter Manier die Ohren zu. 

Ich freu mich drauf, den ich vermisse Sie im Moment schon recht arg. 

Bis Februar und wenn Sie Herrn Mu sehen, dann verraten Sie ihm bitte nicht, dass Gisela ihn Fritz nennt. Das würde ihn verwirren. 

Herzliche Grüße
Ihre Mitzi

2020 …. na dann

Ich wünsche Ihnen ein gutes neues Jahr und einen fantastischen start in das neue Jahrzehnt.

Mein Nachbar, Herr Meier, winkt auf obigen Foto fröhlich in meine Richtung. Auch wenn man ihn nicht sieht, er hat gewunken. Übrigens, Sie müssen sich keine Gedanken machen, Herr Meyer hat den Funkenregen gut überstanden. nur seinen Hut, der im Treppenhaus zum Lüften liegt, riecht etwas angebrannt.

Authentizität – U-Bahn Gedanken.

Authentizität. Die neben mir in der S-Bahn hat das Wort zwischen den letzten zwei Bahnhöfen drei mal fehlerfrei ausgesprochen. Chapeau. Ich stocke immer. Authenzität würde mir leicht über die Lippen gehen, ist aber falsch. Es heißt AuthenTIzität wie ich jetzt zum vieren Mal höre und eigentlich auch weiß. Es ist mir ein Rätsel warum ich an diesem Wort ein ums andere Mal stocke. Sie, die Frau um die vierzig, neben mir, nicht. Da ist es schon wieder. Das fünfte mal innerhalb von drei, nicht besonders weit auseinander liegenden, Haltestellen. Authentisch, sage ich meistens, wenn ich es denn sagen will und vermeide so, das Stocken bei der Authentizität. Es reicht ja, den Satz im Kopf ein bisschen umzuformulieren, um auf Nummer sicher zu gehen. Sich bei einem so gewichtigen Wort zu verhaspeln ist nämlich unangebracht, seit jeder authentisch sein möchte oder es zumindest sein sollte.  Weiterlesen

Ein ganz besonderer Abend

Es gibt Abende an denen will man sich nur auf dem Sofa einkuscheln, eine Tasse Tee trinken und auf gar keinen Fall mehr das Haus verlassen. An solchen Abenden bin ich in der Regel ein wenig stur und nur wenige Anlässe locken mich doch nach draußen. Der Literaturabend mit Felix Leibrock bei mir ums Eck gehörte dazu. Ich hatte sein Buch gelesen und war neugierig geworden. Auf den Menschen und auf die Buchempfehlungen, die er an jenem Abend im Gepäck haben würde. Es war gut, dass ich das Sofa verlassen habe. Ohne diesen Abend stünden auf meiner Liste „Bücher, die ich gerne lesen will“ drei weniger und ohne diesen Abend hätte ich Felix Leibrock nicht kennen gelernt. 

Ich wäre nicht neben einem Mann gesessen, der mir vom ersten Moment an unglaublich sympathisch war und ich hätte ich keine so gute Vorstellung von seinem herrlich Humor bekommen. Hätte nicht mit dem Publikum gelacht, hätte nicht über das Glück nachgedacht und wäre nicht so zufrieden und glücklich nach Hause gegangen. Warum? Das ist schwer zu beschreiben. Weil ich mit fremden Menschen gelacht habe. Weil ich Erzählungen und Geschichten hörte, die mich berührt haben, weil ich mich über mein eigenes kleines Alltagsglück freute und weil ich dem 16.01.2020 noch viel dicker als zuvor im Kalender anstrich. An diesem Tag darf ich ein kleiner Teil eines Abends mit Felix Leibrock sein. Keine Mitzi Erzählungen werde ich lesen, aber ein Märchen. Ein wunderschönes und eines das Potenzial hat, lange nachzuhallen. Es ist aus dem Buch „Nur im Dunkeln leuchten dir Sterne“, was ich Ihnen von Herzen empfehlen kann. Genauso wie den Abend im Hofspielhaus. Nicht nur Felix, auch noch mit Oliver Pötzsch. 

Das wird fein.

NUR IM DUNKELN LEUCHTEN DIR STERNE privat Greg Jeanneau 16.1. 20.00 Uhr

https://www.hofspielhaus.de/spielplan/detailansicht/nur-im-dunkeln-leuchten-die-sterne.html

Randnotiz – *Schimpfwort Ihrer Wahl

Hier sollten Sie heute eine wirklich gelungene Erzählung über den Zauber von Musik, über das Kennenlernen eines besonderen Nachbarn und die Peinlichkeit von Playlisten lesen.

Sollten. Für Sie hätte es den Text gegeben, für mich Milchreis. Was Sie oben sehen ist das der dritte Versuch, zu Schreiben, während die Milch einmal aufkochte. Jetzt habe ich keine Milch mehr. Und die Erzählung ist nicht fertig. 

Der Mann an meiner Seite lächelt milde und freut sich, dass es nicht seine Wohnung ist, die so erbärmlich stinkt. Und ich hab es auch kapiert. Risotto und Milchreis vertragen sich nicht mit dem Verfassen von Erzählungen. 

Randnotiz guter Tag

Dienstag 06:10 Uhr. Ich habe bereits eine Anhängerkupplung touchiert, die Milch überlaufen lassen und ein Handy im vorbei gehen vom Tisch gefegt.

Er begutachtet die Stoßstange seines Autos, streicht über den abgesplitterten Rand seines Handys und trinkt den Kaffee schwarz.

Heute wird ein guter Tag. Ich spür das. Er nicht. Aber ich mache ihm eine große Freude, als ich endlich das Haus verlasse.