Wortlos

Abends, kurz vor dem Einschlafen, sitzt er oft auf meiner Bettkannte und sieht mich mit leicht gerunzelter Stirn an. Ich bin zu müde um mich mit ihm auseinander zu setzen, aber wenn er mich nur lange genug stumm ansieht, verfliegt die Müdigkeit und ich rapple mich noch einmal auf. Ich schlage die Beine unter und warte darauf, dass er etwas sagt. Ich mag seine Augen und kenne jeden einzelnen der kleinen schmutzig braunen Flecken in der rechten Iris. Goldbraun würde schöner klingen, die Farbe ist aber eindeutig schlammig und ein bisschen dreckig. Weiterlesen →

nine eleven

Manche Daten sind unauslöschlich mit einem bestimmten Ereignis verbunden. Viele mit ganz persönlichen Erinnerungen und einige mit Geschehnissen, die eine ganze Generation verbinden. Früher war der 11. September für mich der Geburtstag meiner Schwester und läutete zugleich das Ende der Sommerferien ein. Seit meinem USA Besuch im September 2001 ist der Tag zu einem öffentlichen Datum und zugleich zu einer ganz persönlichen Erinnerung geworden. Ich habe eine Handvoll Menschen kennen gelernt, deren Freundschaft ohne die schreckliche Katastrophe kaum entstanden wäre. Weiterlesen →

Schubs mich!

Ich mag keine Kalendersprüche. Da heißt es, alles Schlechte hätte immer auch etwas Gutes. Und das man dem größten Unglück noch eine positive Wendung abgewinnen kann. Aus schwarz wird weiß und wer heute noch weint, kann morgen schon wieder lachen. Man kennt all diese Sprüche und Kalenderblatt Weisheiten. Aber mal ehrlich….in dem Moment wo alles zerbricht, sind sie einem doch scheißegal. Weiterlesen →

Mutiges Deutschland – gut gemacht!

chrisslombardi hat in Worte gefasst, was mir gestern auf dem Heimweg durch den Kopf gegangen ist. Besser als ich es könnte. Als Münchnerin hat es mich gefreut, die Solidarität in der Stadt zu spüren. Es sind diese Geschichten und Begebenheiten, egal ob München oder anderen Städten, die Mut und Hoffnung machen, dass wir diese Herausforderung in den Griff bekommen werden.

Avatar von chrijosChriss Lombardi

Manchmal passieren Dinge, die ein gesamtes Gefühl umkehren und eine Meinung revidieren. Gestern noch haben wir uns über den braunen Mob aufgeregt und heute zeigen die Menschen in unserem Land wie sie wirklich mit Herausforderungen umgehen. Gemeint sind die Menschen in Bayern, München und Rosenheim, die seit Montag mit einer unglaublichen Flüchtlingswelle konfrontiert sind. Über soziale Medien, Twitter und Co haben sich binnen kürzester Zeit die Menschen verabredet um zu helfen. Wo man gestern noch Scham und Enttäuschung verspürt hat, angesichts der Vorkommnisse in #Freital und #Heidenau, ist man heute überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Menschen. Die Menschen zeigen eindrucksvoll, wie man mit einer besonderen Situation umgehen kann.

IMG_3560 Mein Bild des Tages – so geht man mit Herausforderungen um. (Quelle Thomas Gaulke, München)

Wer in München am Hauptbahnhof oder in Rosenheim vor Ort war, konnte es sehen und spüren zu welcher Hilfe unser Land bereit ist und man kann zurecht stolz darauf sein…

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Im Büro meines Kollegen hängt ein Kalender mit einem kleinen, roten Plastikrahmen, den ich jeden morgen um ein paar Zentimeter, auf den aktuellen Tag verschiebe. An Montagen muss ich etwas weiter schieben, weil der Rahmen die Zeit des Wochenendes nachholen muss. Der Kalender hängt nicht in meinem Büro und doch fühle ich mich für ihn verantwortlich. Weiterlesen →

In gute Hände abzugeben

Ich habe eine Schublade mit Geschenken für Notfälle. Neben mehreren USB Sticks (meine Mama verschickt ihre Fotodateien gerne auf einem Stick gespeichert, mit der Post) und einem bezaubernden, gehäkelten Babymützchen (ich habe so eine Ahnung, dass ich es bald verschenken werde) ist sie mit  Amazongutscheine für die älteren Patenkinder und reichlich Schokolade bestückt. Das die Schublade auch einen Mann enthielt, wurde mir erst bewusst, als ich ihn ohne nachzudenken verschenkte. Weiterlesen →