Nicht nichts

Heute mache ich nichts. Darin bin ich gut. Ich bin die Meisterin im Nichtstun. Hier reicht mir keiner so leicht das Wasser. Es ist nämlich gar nicht so leicht, nichts zu tun und sich dabei nicht zu langweilen oder sich zu fragen ob niemand etwas mit einem machen möchte. Wer nichts tun kann oder nichts tun darf, kann das Nichtstun nicht genießen. Und wer nichts tun möchte, der muss das Nichts vehement verteidigen. Regen und ein Temperatursturz sind dabei unglaublich hilfreich. Weiterlesen →

Ein zweiter Blick

Er hätte jetzt ein Katze, teilte mir ein etwa siebzig jähriger Mann vor einigen Wochen mit. Ich kannte ihn nicht und stand nur zufällig morgens an der Bushaltestelle, auf deren Bank er saß. Neben sich ein Trolli zum transportieren von Einkäufen und in den Händen ein Smartphone, lächelte er mich freundlich an und deutete auf das Display auf dem wohl ein Foto der Katze zu sehen war. Weiterlesen →

Seid´s narrisch?

Man sagt uns Bayern ja gerne nach, dass wir etwas langsam sind. Dass wir uns Dinge, die uns nicht direkt betreffen nur schwer vorstellen können und auf neuen, nicht alltäglichen Gedanken erst eine Zeit herum kauen müssen. Ein solches Beispiel für ungewöhnliche Gedanken ist die Vorstellung, dass die Wiesn (für nicht Münchner: das Oktoberfest) dieses Jahr eingezäunt wird. Damit der Bayer nicht zu lange nachdenken muss, gibt man ihm eine herausfordernde Rechenaufgabe und beschließt, dass man den Zaun nur mit Rucksäcken passieren darf, die maximal drei Liter fassen. Drei Liter sind drei Maß. Wie man die in einen Rucksack bekommt, erklärt Münchens zweiter Bürgermeister Josef Schmid. Weiterlesen →

Ob Sie wollen oder nicht – es schnuppt

Sie ahnen es, ja? Sie kennen mich gut genug um zu wissen, dass Ihnen ein Text über Sternschnuppen bevor steht. Da sie aber ein freier Mensch sind und jederzeit aufhören können weiter zu lesen, ignoriere ich Ihr Augenverdrehen. Ich wäre nicht Mitzi, wenn es mir egal wäre, dass über unseren Köpfen gerade die Perseiden hinweg sausen. Das ganze Jahr über sammle ich meine Wünsche, teile sie in Kategorien ein, priorisiere und konzentriere mich in den Augustnächten auf die richtige Formulierung, wenn es über mir blitzt und funkelt. Weiterlesen →

Personalisierter Spam

Facebook hat schon lange erkannt, dass ich ein unglaublich faules und bequemes Ding bin. Dass ich auch unglaublich stur bin, hat Facebook noch nicht begriffen. Sonst würde es mir nicht seit über einem Jahr mitteilen, dass meine Beliebtheit Gefahr läuft beständig zu sinken, wenn ich nicht endlich beginnen würde, meine Nachrichten schneller zu beantworten.  Auch solle ich endlich meine Beiträge bewerben. Facebook maßregelt mich seit einem Jahr auf der zum Blog gehörenden Seite. Seine Penetranz bezeichnet es als hilfreiche Tipps um meine Beliebtheit zu steigern und meine Seite erfolgreich zu machen.

Ähnlich penetrant ist nur Herr A.R. aus H., der es sich ebenfalls zur Aufgabe gemacht hat, meinen Blog erfolgreich zu machen. Weiterlesen →

Im Juli harmlos

 

Sind Sie schon im August? Ich noch gar nicht. Heute ist der 1. August behaupten die Kalender denen ich begegne. Sie alle sind sich einig, dass der Juli 2016 unwiederbringlich der Vergangenheit angehört. Die Kalender haben keine Ahnung. Ich bin nämlich noch nicht im August gelandet. Ich hänge noch im Juli fest und brauche noch ein paar Stunden, bis ich im August lande. Das hat nichts mit unterschiedlichen Zeitzonen zu tun, sondern nur mit meiner Sturheit. Ich lasse mich ungerne in einen neuen Monat schubsen, wenn ich mit dem alten noch nicht abgeschlossen habe. Weiterlesen →

Sommer mit Filter

Kennen Sie den Sommer Filter, der sich an manchen Tagen im Juli über die Welt legt? Wenn Sie jetzt im App Store nachsehen müssen, dann kennen Sie ihn nicht. Es ist kein Gadget für Ihre Kamera, sondern etwas ausgesprochen hübsches, dass Sie ganz umsonst bekommen. Achten Sie mal drauf, der Filter legt sich auch über Ihre Stadt. Falls Sie ihn nicht gleich erkennen und ein Kind im Haushalt haben, fragen Sie es! Weiterlesen →

Harmlos bescheuert

An einem Samstagmorgen, an dem es nichts mehr zu sagen gibt, was nicht schon gesagt wurde, müsse man etwas bescheuertes tun um sich wieder zu erden. Mein Nachbar Paul, der diese Meinung heute Morgen vertrat, war darin ganz gut. Ich jedenfalls fand es ziemlich bescheuert, neben ihm auf einer Bank im Innenhof zu sitzen und über seine Schulter auf das Display seines Handy zu starren. Als er etwas von Duftmarken setzen murmelte, wollte ich gehen. Ich setzte mich wieder, als er aufsah und auf die Kinder am Spielplatz deutete und mich bat zu bleiben. Es hätte einen seltsamen Beigeschmack wenn erwachsene Männer, auf einer Bank am Spielplatz säßen und kein Kind vorzuweisen hätten. Mindestens eine Alibifrau sei nötig, um nicht unangenehm auszufallen. Ich sparte mir den Kommentar, dass ein Pokémon spielender Vierzigjähriger sich wohl keine Gedanken mehr über seinen Ruf machen muss. Weiterlesen →

Sommer im Nacken

Auf meinen Schultern sind vier neue Sommersprossen. Auf der Nase drei, auf der Stirn sieben und gestern Abend habe ich am Knöchel und am Bauch jeweils eine neue entdeckt. Jedes Jahr im Juli kommen ein paar winzige, hellbraune Punkte dazu und obwohl ich sie schon lange nicht mehr zählen kann, glaube ich dass es noch immer etwa zwanzig Stück jährlich sind. Ich mag meine Sommersprossen. Besonders die eine, goldbraune, die ich im rechten Augen habe und von der ich weiß, dass es eigentlich keine ist. Weiterlesen →

Rhett wohnt im Hinterhaus

Bei mir im Hinterhaus, dritter Stock, wohnt einer, der wie Rhett Butler lächelt. So amüsiert, so arrogant und genauso unwiderstehlich. Weil Rhett ohne Scarlett nicht funktioniert, ist auch diese Rolle besetzt. Im Vorderhaus, zweiter Stock, wohnt eine die es spielend schafft, das amüsierte, leicht arrogante und unwiderstehliche Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Sie schafft es allerdings auch den, der wie Rhett Butler lächelt, dazu zu bringen, dass er keine Lust mehr hat zu Lächeln. Weiterlesen →