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Zwei Buchstaben nur und doch so viel mehr.

In den letzten Stunden hat WordPress einen Teil seiner Farben und einige seiner schönen Worte verloren. Der versteckte Poet hat seine Seite gelöscht und mit ihr einen Fundus an wunderschönen Bildern und Texten. Ich werde sie vermissen. Sehr.

Misstrauen Sie Wikipedia (und mir…denn dieser Text hat eigentlich nichts mit Wikipedia zu tun)

Halleluja, endlich Juni! Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie froh ich bin! Der Mai steckt mir noch in den Knochen und ich bin noch etwas wacklig auf den Beinen. Aber es geht aufwärts. 01.06.2016 – sagt der Kalender und  erfahrungsgemäß habe ich jetzt für 11 Monate meine Ruhe. Sie sehen schon, ich habe es nicht so mit dem Mai. Frühling hin oder her, blaues Band, Fliederbusch-Duftattacken – alles schön und gut, aber als Gesamtpacket mag ich den Mai nicht. Mehr noch, er ist mir zutiefst zuwider. Statistisch gesehen passieren gut drei Viertel aller Dramen in meinem Leben im Mai. Weiterlesen →

Ostsonne

Hätte man mich gefragt ob ich den Sturz der Mauer oder einen Kuss von Hörbie wählen würde, dann hätte ich die Wiedervereinigung verhindert. Ohne mit der Wimper zu zucken hätte ich die Teilung Deutschlands akzeptiert und wäre mit 14 Jahren zum am meist bewundertsten Mädchen der Klasse 8b aufgestiegen. Meine politisch engagierte Mutter hätte die Hände über den Kopf zusammen geschlagen und mein Vater hätte, wie damals häufig, an meinem Verstand gezweifelt. Heute bin ich froh, dass ich weder die Wiedervereinigung verhindert habe, noch sonst mit meinem Teenager-Ich den Lauf der Geschichte beeinflussen konnte. Es war ja nur eine hypothetische Frage.  Weiterlesen →

Nur mal eben…

Auf die Frage ob ich schreiben kann, habe ich bisher immer mit einem klaren und eindeutigen Ja geantwortet. Ich hab´s mit sechs in der Grundschule gelernt und kann nach 33 Jahren noch immer den Stift halten, ohne dass er mir aus der Hand fällt. Selbst nach drei Gläsern Rotwein gelingt es mir, im Kneipenlicht meine Telefonnummer und meinen Namen fehlerfrei auf einen winzigen Kassenbon zu kritzeln. Weiterlesen →

23 Atemzüge

Manchmal war dir die Welt zu groß. An solchen Tagen machten dich der weite Blick und die Ruhe in den Bergen nervös, während dir die Menschen in der Stadt gleichzeitig zu laut und zu nahe waren. An solchen Tagen bist du laufen gegangen, um den Kopf frei zu bekommen und an nichts mehr zu denken. Wenn du zurückkamst, warst du noch unruhiger als zuvor. Alles gut, sagtest du dann und nichts war gut. Weiterlesen →

Gefundene Sätze #10

„Nicht?“, sagte Pippi. „Aber genau das tu ich. Ich lüge so, dass meine Zunge schwarz wird, hörst du das nicht? Du musst doch merken, dass das gelogen ist. Du darfst dir doch nicht alles Mögliche von den Leuten einreden lassen!“

Astrid Lindgren
„Pippi Langstrumpf“

 

Ach, Anna…. U-Bahn Gedanken

Wir sind Gewohnheitstiere, die ihre Rituale selbst dann pflegen, wenn sie diese nicht einmal als solche erkennen. Anders ist es nicht zu erklären, dass die tägliche Fahrt zur Arbeit und zurück, einem wiederkehrenden Eintauchen in einen in sich geschlossenen Mikrokosmos gleicht. Tag für Tag sitzen mir die gleichen Menschen gegenüber und obwohl ich mit keinem von ihnen spreche, sind sie mir alle vertraut. Nur ein kleiner Teil von ihnen sitzt wirklich jeden Tag am selben Platz, aber der Verstand neigt dazu, die fremden Gesichter auszublenden. Ich bin die, die morgens immer in der siebten Tür von vorne einsteigt, mit etwas zu lauten Absätzen ein bis zwei Türen nach vorne läuft, bevor sie sich ans Fenster setzt. Weiterlesen →

Ein Höschen führte zum Eklat

Mein Nachbar Herr Meier, spricht nicht besonders viel, ist grantig, konstant schlecht gelaunt und wirkt immer etwas mürrisch. Dennoch würde ihn die Hausgemeinschaft nicht als unfreundlich beschreiben. Er ist schon in Ordnung, der Meier. Auf seine spezielle Art scheint er uns zu mögen. Die lauten Studenten aus dem Hinterhaus, das lesbische Pärchen aus dem ersten Stock und die netten Russen die die Pakete für das ganze Haus entgegen nehmen. Er mag auch die Vietnamesen, die seit einigen Monaten den Back-Shop betreiben. Das ist neu und wie ich erfahren habe, besucht Herr Meier den Back-Shop erst, seit er auf der Eigentümerversammlung erfahren hat, dass Frau Obst die Vietnamesen nicht ausstehen kann. Herr Meier mag alles was Frau Obst nicht mag. Schon aus Prinzip. Weiterlesen →

Gefundene Sätze #9

  
Besonders schön sind Sätze, die ohne nachzudenken ausgesprochen werden. Manchmal. 

Bei obigem Beispiel müssen Sie sich einen Mann Mitte 30 vorstellen. Intelligent, charmant und mit den Grundsätzen der Emanzipation durchaus vertraut. Er rührt in seinem Milchkaffee und in seinem Gesicht spiegelt sich das intensive Grübeln über eine recht gute Idee. Dann fällt es ihm ein und er strahlt.  „Man müsste da etwas für Randgruppen machen! Frauen…“ Er nimmt einen Schluck aus seiner Tasse. „….oder andere.“

Was auch immer aus dieser Idee werden wird. Vom Marketing sollte er die Finger lassen.