Anna Blume

„Ich liebe dich.“ Drei Worte und meistens ein Satzzeichen. Ein kleiner, schüchterner oder auch wild entschlossener Punkt; ein lautes, polterndes Ausrufezeichen oder das unscheinbare Komma, das hinter diesen Worten selten etwas Gutes einleitet. Ich mag den Punkt am liebsten. Ich liebe Dich. Punkt. Ende (oder Anfang). Eine Tatsache, die nicht erklärt werden muss. Ich habe Lieblingssätze. Ich liebe dich, gehört nicht dazu. Weiterlesen

So, bitte nicht!

Versucht sich ein Liebespaar darin, nach Beendigung der Liebe, ein Freundespaar zu werden, geht das meistens gründlich schief. Der klügste meiner Exfreunde und ich, können davon ein Lied singen. Wir trennten uns, blieben aber einfach weiter in der gemeinsamen Wohnung  hocken. Beide. Man ist ja erwachsen. Man hat sich ja noch sehr gerne. Man möchte ja Freunde bleiben. Ich weiß nicht wie er es sieht, aber der Entschluss nach einer Trennung die Wohnung nicht aufzulösen, ist die schnellste und wirkungsvollste Methode eine Freundschaft zu zerstören. Weiterlesen

Wimpern zum Frühstück

Absolute Ehrlichkeit ist das wichtigste in jeder Form von zwischenmenschlichen Kontakt, sagt meine Freundin. Absoluter Blödsinn,  sage ich,  und schließe das online Profil von „verständnisvoller1977“. Die liebste meiner Single-Freundinnen, Lea oder „Kampflustiges Gänseblümchen“, wie sie sich auf Datingportalen nennt, verdreht die Augen und tippt gegen ihr leeres Glas. Weiterlesen

Magenkrämpfe gegen Einsamkeit

Allen habe ich berichtet wie spannend und fantastisch meine Jahre in Italien waren. Nur zu gerne, erzähle ich die lustigen Anekdoten und die kleinen amüsanten Geschichten über neue Freundschaften und Erfahrungen und lasse dabei die eigenen Erinnerungen lebendig werden. Erzählend wird das längst vergangene wieder präsent und die bloßen Worte vermischen sich mit den damals empfundenen Gefühlen bis sie wieder greifbar und real werden. Weiterlesen

Wortlos

Abends, kurz vor dem Einschlafen, sitzt er oft auf meiner Bettkannte und sieht mich mit leicht gerunzelter Stirn an. Ich bin zu müde um mich mit ihm auseinander zu setzen, aber wenn er mich nur lange genug stumm ansieht, verfliegt die Müdigkeit und ich rapple mich noch einmal auf. Ich schlage die Beine unter und warte darauf, dass er etwas sagt. Ich mag seine Augen und kenne jeden einzelnen der kleinen schmutzig braunen Flecken in der rechten Iris. Goldbraun würde schöner klingen, die Farbe ist aber eindeutig schlammig und ein bisschen dreckig. Weiterlesen

Schubs mich!

Ich mag keine Kalendersprüche. Da heißt es, alles Schlechte hätte immer auch etwas Gutes. Und das man dem größten Unglück noch eine positive Wendung abgewinnen kann. Aus schwarz wird weiß und wer heute noch weint, kann morgen schon wieder lachen. Man kennt all diese Sprüche und Kalenderblatt Weisheiten. Aber mal ehrlich….in dem Moment wo alles zerbricht, sind sie einem doch scheißegal. Weiterlesen

In gute Hände abzugeben

Ich habe eine Schublade mit Geschenken für Notfälle. Neben mehreren USB Sticks (meine Mama verschickt ihre Fotodateien gerne auf einem Stick gespeichert, mit der Post) und einem bezaubernden, gehäkelten Babymützchen (ich habe so eine Ahnung, dass ich es bald verschenken werde) ist sie mit  Amazongutscheine für die älteren Patenkinder und reichlich Schokolade bestückt. Das die Schublade auch einen Mann enthielt, wurde mir erst bewusst, als ich ihn ohne nachzudenken verschenkte. Weiterlesen

Rekonvaleszenz

Rekonvaleszenz ist ein hübsches Wort. Google und Wikipedia definieren es als eine Periode der Genesung nach Krankheiten, die besondere Schonung, gute Ernährung und Vorsicht wegen der Gefahr von Rückfällen erfordert. Krankheit wiederum wird als Störung des körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens beschrieben. Körperlich bin ich robust. Emotional eher anfällig, Weiterlesen