
“Die Zeit heilt nicht alles; aber sie drückt vielleicht das unheilbare aus dem Mittelpunkt.”
Ludwig Marcuse
Ich mag keine Kalender Sprüche. Mag sie nicht hören, wenn der Boden unter den Füßen zerbröselt und die Welt sich in manchen Momenten einfach nicht weiter drehen mag. Sie können noch so richtig sein, in vielen Momenten erscheinen sie mir deplatziert. Als würden sie subjektiv empfundene, wichtige und berechtigte Emotionen relativieren wollen.
Obigen Spruch aber, den mag ich sehr. Besonders gut gefällt mir darin das kleine Wort “vielleicht”. Vielleicht wird nie wieder alles gut. Vielleicht wird die Sonne nie wieder so warm scheinen wie zuvor. Vielleicht hast du den größten Fehler deines Lebens gemacht und wirst ihn auf ewig bereuen. (Denn so denkt man doch in den wirklich schweren Momenten manchmal). Vielleicht aber auch nicht. Und dieses kleine “vielleicht aber auch nicht”, drückt für mich unendlich viel mehr Hoffnung aus, als jeder Zweckoptimismus vermitteln kann. Ein kleines “vielleicht” kann man zu lassen. An einem kleinen “vielleicht” kann man sich festhalten. Und hat man ein gewisses Alter, dann ahnt man vielleicht auch schon dass es genauso ist. Nicht alles wird wieder gut und nicht alles heilt. Aber mit sehr sehr vielem lässt sich trotzdem ein gutes und schönes Leben bestreiten.
Dieser kleine Spruch wurde mir von Kati auf Instagram und einmal hier auf dem Blog geschickt. Danke Kati.



