Was machen´S denn nächsten Samstag?

Die Lesereihe im Valentinhaus, München geht in die zweite Runde. Ich freu mich sehr, wieder dabei sein zu dürfen und freu mich bekannte und unbekannte Gesichter zu sehen.

München ist für viele vielleicht ein bisschen weit, aber wer weiß….vielleicht sind Sie ja gerade nächsten Samstag in der Stadt. Ich würde mich sehr freuen Sie kennen zu lernen.

Nähere Informationen gibt es unter suedsehen.de. Nicht nur über Lesungen sondern über das ganze Repertoire dieses schönen Schauspielensemle.

Und wenn Ihnen der Samstag ungelegen kommt….am Freitag darauf gibt es noch eine weitere Lesung. Da können wir uns dann gemeinsam in das Publikum setzen und zuhören. Was passt besser zum Frühling als ein Briefwechsel Liebender? Mir fällt nichts ein.

Ein schönes Wochenende wüscht Ihnen Mitzi

 

Unverschämter Frühling

Wenn mir noch einer mit dem ach so schönen Frühling an kommt, dann schlepp ich ihn mit zu mir. Nicht für ein Schäferstündchen sondern damit er den Wahnsinn, den diese Jahreszeit in meinem Haus anrichtet, am eigenen Leib erleben kann. Wenn er dann noch etwas von einem blauen Band und Neuanfang murmeln kann – Chapeau. In meiner Straße macht der Frühling gar nichts neu. Ganz im Gegenteil. Die blöde Jahreszeit weckt meine Nachbarn aus ihrem Winterschlaf und sorgt dafür, dass der Wahnsinn des alten Jahres mit neuem Elan beginnt und das Haus mit unveränderter Wucht umbrandet. Dabei war es im Winter so schön ruhig. Die Bierliebhaber verkrochen sich im warmen Bauch der Kneipe und kamen nur für eine kurze Zigarette nach draußen. Meine direkte Nachbarin Frau Obst war über Wochen mit einer hübschen Bronchitis beschäftigt und hatte keine Kraft spionierend vor meinem Küchenfenster zu stehen und aus dem Hinterhaus hörte man durch die wummernden Bässe der Studenten WG nur gedämpft durch die geschlossenen Fenster . Es war so schön, als alle schliefen und jeder sich um seinen eigenen Schmarrn gekümmert hat. Jetzt ist es vorbei mit der Ruhe. Der Frühling ist da und mein Haus erwacht. Im Waschkeller riecht es schon ganz ekelhaft nach Weichspüler mit Fliederaroma. Weiterlesen

Reclam beim Frisör bitte nur mit Termin

Nach der Beendigung eines Lebensabschnittes – vorzugsweise der traumatischen oder dramatischen Beendigung einer Beziehung – rennen Frauen zum Frisör. Ich vermute, wir tun das um wenigstens noch Gewalt über das Äußere unseres Kopfes zu haben. Das Innenleben des Kopfes entwickelt nach dramatischen Trennungen ja meist eine nur schwer zu steuernde Eigendynamik. Trotzdem ist es mir unverständlich wie man es in den ersten drei bis dreiunddreißig Monaten nach einer Trennung schafft zum Frisör zu rennen. Wenn ich leide, dann richtig. Wer noch die Kraft hat zum Frisör zu rennen, der leidet doch nicht ernsthaft. Als ich das vor Jahren meiner frisch geschiedenen Kollegin mit neuer Kurzhaarfrisur mitteilte, sprach sie zwei Wochen kein Wort mehr mit mir. Wer so stur ist, leidet übrigens auch nicht. Wer wirklich leidet, der muss beim Gehen alle paar hundert Meter eine Pause einlegen. Der Körper leidet so sehr, dass man gezwungen ist, immer wieder seufzend stehen zu bleiben und sich selbst zu versichern, dass man nie wieder glücklich sein wird. Wenn man dann zufällig vor einem Frisörsalon seufzt, dann ist das Schicksal. In meinem Fall nicht nur meines, sondern auch das von Julian, dem Frisör der in den kommenden Stunden ebenso litt wie ich. Weiterlesen

März Problem

Jedes Jahr Anfang März kehrt die Sonne auf meinen Balkon zurück. Den ganzen Winter über lässt sie sich nur wenige Stunden lang blicken. Ab März aber, ist sie in alter Pracht zurück. Von halb acht Uhr morgens bis etwa drei Uhr am Nachmittag, ist mein Balkon eine windgeschützte und zugleich sonnendurchflutete Oase, die ich sehr zu schätzen weiß. Und jedes Jahr Anfang März stöhne ich leise auf, wenn ich mit dicken Kissen unter den Achseln und Buch und Kaffeetasse in den Händen auf dieser Oase stehe und mich niederlassen möchte. Pünktlich zum ersten März fällt mir ein, dass ich meinen Christbaum ja noch nicht entsorgt habe und ein Drittel meiner Oase von einem 2,20 Meter großem Monstrum in Beschlag genommen wird. Ein bisschen stur quetsche ich mich dann neben das nadelnde Gerippe und rede mir ein, dass es so wenigstens angenehm frisch nach Wald riechen würde. Tut es aber nicht. Es riecht nach dem Holzschuppen unserer Hütte und der ist immer etwas feucht und modrig. Das sind die Reste meines Christbaumes auch. Erst gestern hat es ihn wieder ein wenig angeregnet. Weiterlesen

Als ungarische Prinzessin haben Sie nichts zu lachen

Als Münchnerin etwas über den Fasching schreiben zu wollen, ist eigentlich ein richtiger Schmarrn. Wer etwas über den Münchner Fasching wissen möchte, der soll sich die Serie „Monaco Franze“ ausleihen und die Folge 5 „Herr der sieben Meere“ anschauen. Damit ist alles gesagt. Besser geht es nicht. Auch nicht wenn fast 35 Jahre vergangen sind. Helmut Dietl hat München so perfekt und so auf den Punkt genau beschrieben, dass ein jeder der es versucht, nur scheitern kann. Ich natürlich auch, aber das ist mir egal. Ich mag den Fasching nämlich nicht und den Karneval noch viel weniger. Ich gehöre zu den Menschen, die sich viel zu oft aus versehen zum Affen machen, als das sie ein Kostüm bräuchten und auch zu denen, die nicht auf Kommando fröhlich sein könnenden. Die Aufforderung doch ein bisschen Spaß zu haben, funktioniert bei mir nicht. Wenn  mich einer bittet, zu lachen, dann frage ich ihn warum und erbitte ganz ernst eine Erklärung warum ich gerade jetzt denn  lachen solle. Jetzt, wo gerade die Polarkappen schmelzen und der Plastikmüll die Weltmeere verschmutzt. Wer mich kennt, bittet mich aus leidvoller Erfahrung gar nicht erst darum, zu lächeln oder lachen. Meine Freunde hoffen sogar, dass ich nicht  in schallendes Gelächter ausbreche. Das tue ich nämlich am liebsten dann, wenn es unangebracht ist. Weiterlesen

Besuchen´S doch mal das Literaturhaus. Dort finden Sie Sätze, wo Sie sie nicht vermuten.

Nie hätte die Überschrift der Gefundenen Sätze besser gepasst als zu den heutigen Fundstücken. Lese ich ein Buch, rechne ich damit den einen oder anderen schönen, unschönen oder interessanten Satz zu finden und halten die Augen offen. Obige Perlen überraschten mich. Diese Sätze habe ich nämlich  gefunden ohne sie überhaupt gesucht zu haben.

„Friß nur!
Mensch, friß und sauf!
Wir hängen sowieso schon halb am Galgen!“

Obig las ich nachdem ich die letzten Saucenreste der weltbesten Pasta aus dem Suppenteller in der Wohnung des besten meiner Freunde auskratzte. Weiterlesen

Blöde Kuh, denkt Paul

Er geht nicht, sagt Paul und deutet mit einer Kopfbewegung in Richtung des Lifts. Er ging gestern schon nicht, informiere ich ihn und sortiere die Werbung aus meinem Briefkasten. Das Sortieren dauert ein wenig, da mir immer besonders viel Werbung geliefert wird, seit ich einen Aufkleber angebracht habe, der darum bittet auf den Einwurf dieses Blödsinns zu verzichten. Ich klappe jedes einzelne Faltblatt auf. Es könnte ja sein, dass sich eine Karte oder ein Brief dazwischen geschmuggelt hat. Als ich fertig bin, steht Paul noch immer vor dem Lift und starrt auf die geschlossene Tür. Ich kann nur vermute, dass es sich bei diesem sturen Stehenbleiben um eine Art Armmuskel Training handelt, da er vor seinem nicht vorhandenen Bauch einen Kasten verschiedener Säfte festhält. KirschMango ist mir zu süß, informiere ich ihn und bleibe aus Solidarität ein wenig neben ihm stehen. Die Flasche sei ja auch nicht für mich, lässt er mich wissen und wir starren wie zwei Großstadtkälber auf die  Türen unseres Aufzugs. Weiterlesen

Herr Mu sagt danke

Wolln´s a Gutzerl, fragt Herr Mu an der Bushaltestelle und lächelt mich freundlich an. Sehr gerne, sage ich und setzte mich auf den freien Platz neben ihm. Es ist noch kalt, so früh morgens, aber neben Herrn Mu ist es immer ein paar Grad wärmer. Drei Bonbons fischt er aus seiner Hosentasche und drückt sie mir in die Hand. Auf einem Bein kann man nicht gut stehen, sagt er und verrät mir nicht, wofür das dritte steht. Im Winter wollte ich wieder mit er U-Bahn fahren. Dann, wenn Herr Mu nicht mehr an der Bushaltestelle sitzt. Weil er aber noch immer jeden Morgen dort sitzt und seine Guterzln verteilt, nehme ich weiter den Bus. Ich hab ihn lieb, den Herrn Mu. Und weil ich ihn lieb habe, lasse ich den Bus vorbei fahren und bleibe noch ein bisschen bei ihm sitzen. Weiterlesen

Betrogene Frau dank DHL

Die negativen Einflüsse des Online Shoppings auf den stationären Einzelhandel sind hinlänglich bekannt. Über die verheerenden Auswirkungen auf das harmonische Zusammenspiel einer Hausgemeinschaft wird dagegen kaum berichtet. Wer noch nicht erlebt hat, in welches Chaos ein einzelner DHL Bote ein ansonsten ruhiges Haus stoßen kann, der würde sich wundern. Soviel sei vorweg genommen – seit Amazon bis kurz vor Weihnachten noch versandkostenfrei liefert, ist es mit der besinnlichen Adventszeit vorbei . Bis vor kurzem gab es zwei in meinem häuslichen Umfeld zwei unerschütterliche Felsen, dank derer die stürmische Paketbrandung in Schach gehalten wurde. Hugo, den zuverlässigen DHL Boten und ein russisches Ehepaar aus dem zweiten Stock. Seit letzten Montag könnten wir uns auf beide nicht mehr verlassen und es herrscht Anarchie. Weiterlesen

München im Advent – grausam!

Als Münchnerin, die sich öffentlich im Internet zu Wort meldet, fühle ich mich verantwortlich für das Bild meiner Heimatstadt, das Nicht-Bayern vermittelt wird. Nicht-Bayern sind aus Münchner Sicht alle die, deren Wohnort sich außerhalb des Weißwurstäquators befindet. Und nein, über den Verlauf dieses Äquators lässt sich nicht diskutieren. Es ist die Donau und nur die Donau. Wäre sie es nicht, dann würde Nürnberg zum bayerischen Kernland gehören und das ist, mit Verlaub, schlicht nicht richtig. Man merkt es ja schon am Namen. Ober- und Niederbayern. Ende. Fast. Die Schwaben laufen so nebenbei. Aber dann ist Schluss. Die ganzen Frankenländer sind zweifellos wunderschön. Ebenso wie die Pfalz. Aber mit dem Bayern aus Münchner Sicht haben sie herzlich wenig zu tun. Einem Oberfranken, der von München keine Ahnung hat, fühle ich mich also ebenso verpflichtet, wie einem Ostfriesen.  Einen Nicht Bayern würde ich sofort bereitwillig Auskunft geben, wenn er wissen möchte, wo München am schönsten im weihnachtlichen Glanz erstrahlt. So schöne Ecken gäbe es. Aber….es bringt nichts. Egal wo ich den Hamburger, Nürnberger oder Chinesen hinschicken, die Münchner sind vor ihm da und die sind ein wirkungsvolles Mittel um jegliche Adventsstimmung zu vertreiben. Weiterlesen