Ob Sie wollen oder nicht – es schnuppt

Sie ahnen es, ja? Sie kennen mich gut genug um zu wissen, dass Ihnen ein Text über Sternschnuppen bevor steht. Da sie aber ein freier Mensch sind und jederzeit aufhören können weiter zu lesen, ignoriere ich Ihr Augenverdrehen. Ich wäre nicht Mitzi, wenn es mir egal wäre, dass über unseren Köpfen gerade die Perseiden hinweg sausen. Das ganze Jahr über sammle ich meine Wünsche, teile sie in Kategorien ein, priorisiere und konzentriere mich in den Augustnächten auf die richtige Formulierung, wenn es über mir blitzt und funkelt. Weiterlesen

Personalisierter Spam

Facebook hat schon lange erkannt, dass ich ein unglaublich faules und bequemes Ding bin. Dass ich auch unglaublich stur bin, hat Facebook noch nicht begriffen. Sonst würde es mir nicht seit über einem Jahr mitteilen, dass meine Beliebtheit Gefahr läuft beständig zu sinken, wenn ich nicht endlich beginnen würde, meine Nachrichten schneller zu beantworten.  Auch solle ich endlich meine Beiträge bewerben. Facebook maßregelt mich seit einem Jahr auf der zum Blog gehörenden Seite. Seine Penetranz bezeichnet es als hilfreiche Tipps um meine Beliebtheit zu steigern und meine Seite erfolgreich zu machen.

Ähnlich penetrant ist nur Herr A.R. aus H., der es sich ebenfalls zur Aufgabe gemacht hat, meinen Blog erfolgreich zu machen. Weiterlesen

Im Juli harmlos

 

Sind Sie schon im August? Ich noch gar nicht. Heute ist der 1. August behaupten die Kalender denen ich begegne. Sie alle sind sich einig, dass der Juli 2016 unwiederbringlich der Vergangenheit angehört. Die Kalender haben keine Ahnung. Ich bin nämlich noch nicht im August gelandet. Ich hänge noch im Juli fest und brauche noch ein paar Stunden, bis ich im August lande. Das hat nichts mit unterschiedlichen Zeitzonen zu tun, sondern nur mit meiner Sturheit. Ich lasse mich ungerne in einen neuen Monat schubsen, wenn ich mit dem alten noch nicht abgeschlossen habe. Weiterlesen

Sommer mit Filter

Kennen Sie den Sommer Filter, der sich an manchen Tagen im Juli über die Welt legt? Wenn Sie jetzt im App Store nachsehen müssen, dann kennen Sie ihn nicht. Es ist kein Gadget für Ihre Kamera, sondern etwas ausgesprochen hübsches, dass Sie ganz umsonst bekommen. Achten Sie mal drauf, der Filter legt sich auch über Ihre Stadt. Falls Sie ihn nicht gleich erkennen und ein Kind im Haushalt haben, fragen Sie es! Weiterlesen

Harmlos bescheuert

An einem Samstagmorgen, an dem es nichts mehr zu sagen gibt, was nicht schon gesagt wurde, müsse man etwas bescheuertes tun um sich wieder zu erden. Mein Nachbar Paul, der diese Meinung heute Morgen vertrat, war darin ganz gut. Ich jedenfalls fand es ziemlich bescheuert, neben ihm auf einer Bank im Innenhof zu sitzen und über seine Schulter auf das Display seines Handy zu starren. Als er etwas von Duftmarken setzen murmelte, wollte ich gehen. Ich setzte mich wieder, als er aufsah und auf die Kinder am Spielplatz deutete und mich bat zu bleiben. Es hätte einen seltsamen Beigeschmack wenn erwachsene Männer, auf einer Bank am Spielplatz säßen und kein Kind vorzuweisen hätten. Mindestens eine Alibifrau sei nötig, um nicht unangenehm auszufallen. Ich sparte mir den Kommentar, dass ein Pokémon spielender Vierzigjähriger sich wohl keine Gedanken mehr über seinen Ruf machen muss. Weiterlesen

Sommer im Nacken

Auf meinen Schultern sind vier neue Sommersprossen. Auf der Nase drei, auf der Stirn sieben und gestern Abend habe ich am Knöchel und am Bauch jeweils eine neue entdeckt. Jedes Jahr im Juli kommen ein paar winzige, hellbraune Punkte dazu und obwohl ich sie schon lange nicht mehr zählen kann, glaube ich dass es noch immer etwa zwanzig Stück jährlich sind. Ich mag meine Sommersprossen. Besonders die eine, goldbraune, die ich im rechten Augen habe und von der ich weiß, dass es eigentlich keine ist. Weiterlesen

Rhett wohnt im Hinterhaus

Bei mir im Hinterhaus, dritter Stock, wohnt einer, der wie Rhett Butler lächelt. So amüsiert, so arrogant und genauso unwiderstehlich. Weil Rhett ohne Scarlett nicht funktioniert, ist auch diese Rolle besetzt. Im Vorderhaus, zweiter Stock, wohnt eine die es spielend schafft, das amüsierte, leicht arrogante und unwiderstehliche Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Sie schafft es allerdings auch den, der wie Rhett Butler lächelt, dazu zu bringen, dass er keine Lust mehr hat zu Lächeln. Weiterlesen

Gretchen fragt

 Hätte Gretchen nicht Faust, sondern mich gefragt, wie ich´s mit der Religion denn halte, hätte es sich auf einen langen Abend einstellen müssen. Am Ende hätte ich mit den Schultern gezuckt, verlegen gelächelt und gesagt: Leider kann ich nicht an Gott glauben, es widerspricht allem was man mich gelehrt hat. So antwortete ich mit 15 Jahren schon einmal, als Schwester Gundelindis, eine Nonne in meiner Schule, die gleiche Frage stellte. Meine Aussage lies sie lächeln und zufrieden nicken. Dann hätten meine Lehrer gute Arbeit geleistet, meinte sie und fuhr fort, dass ich mir den Rest selbst erarbeiten müsse. Denn denken könne man lehren, glauben nicht. Weiterlesen

Es reicht, sagen meine Freunde. Sforza Italia, sage ich.

Dass Sportwetten ein ernstes Unterfangen sind, durfte ich in den letzten Tagen am eigenen Leib erfahren. Ich lächle jetzt nicht mehr, wenn ich meine Tipps abgebe, sondern kaue hoch konzentriert auf meiner Unterlippe. Auch dass es an der Spitze einsam ist, habe ich gemerkt. Meine Kollegen sagen mir nicht mehr, was sie getippt haben und die Gespräche verstummen, wenn ich das Büro betreten. Obwohl ich aktuell nur an Platz zwei liege, mag man mir nicht mehr verraten, was im Kollegenkreis getippt wurde. In den letzten Wochen begriff ich, dass man sich einem höchst komplexen Thema auch ohne einen Funken Ahnung nähern kann, wenn man nur die nötige Leidenschaft an den Tag legt und sich Hals über Kopf hineinstürzt. Wie gerne würde ich über meine neu erlangte Kompetenz sprechen und mich austauschen. Es gibt ja noch so vieles, was ich lernen kann. Leider geht es nicht. Über Fußball spricht man nicht mehr mit mir. Weiterlesen

Herr Meier schimpft. Frau Obst auch.

Ich habe einen neuen Freund. Zugegeben es ist eine etwas einseitige Beziehung. Mein neuer Freund weiß nichts von mir. Hat keine Ahnung dass es mich gibt, und wenn er es wüsste oder zu denken fähig wäre, dann wäre es ihm egal. Mein neuer Freund ist der Mars, der jeden Abend von meinem Balkon aus zu sehen ist. Wie so oft, fallen einem die Dinge erst auf, wenn man über sie stolpert. Oder wenn man, wie in meinem Fall, nach 20 Jahren die Sehstärke kontrollieren lässt.  Weiterlesen