Da hat er Recht, der Herr von Goethe

Was machen Sie gerade? Ich sitze auf meinem Balkon und habe eine Flasche Crémant vor mir stehen. Ungeöffnet. An einem bewölkten Dienstagabend macht man sich nicht einfach alleine eine Flasche Crémant auf. Nicht wenn einen, wie mich, ein Nachbar mit süffisanten Grinsen vom anderen Balkon aus beobachtet und am nächsten Tag im Waschkeller darauf ansprechen wird, wie verzweifelt man schon sei, wenn man unter der Woche alleine eine Pulle köpfen muss. Sie müssen sich, fernlesend, auch eine aufmachen. Oder Sie kommen vorbei. München, Giesing – fragen Sie sich einfach durch, man kennt mich. Alleine kann ich jedenfalls nicht trinken. Einen Grund brauchen wir nicht. Und falls Sie wider erwarten anderer Meinung sind, dann stoßen wir eben auf das zweijährige Bestehen, meines Blogs an. Sind Sie soweit?

Sie brauchen aber auch lange, ich fang schon mal an. Mit dem ersten Glas. Heute kann ich es wirklich brauchen, egal wie blöd der Nachbar grinst. Passend zu einem an sich schon blöden Dienstag erhielt ich heute drei Nachrichten diverser Singlebörsen. Nicht eine sondern drei! Alle mit einem fast identischen Inhalt. Man würde sich freuen, dass ich nach drei Jahren wohl den passenden Partner gefunden habe und ihre Dienste nicht mehr in Anspruch nehmen würde. Die einen hatten ihre Nachricht mit Herzchen garniert, die anderen mit Bildern vom Prototypen des perfekten Paares. Im P.S. der freundliche Hinweis, dass ich mein altes Profil jederzeit wieder aktivieren könnte. Falls ich noch keinen Partner hätte und so verzweifelt sei, an einem Dienstagabend alleine eine Pulle zu köpfen. Letzteres habe ich zwischen den Zeilen herausgelesen.

Sind Sie schon bei mir? Beeilen Sie sich, bitte. So langsam kann ich nicht trinken. Der gute Schluck wird viel zu schnell warm, bei diesen Temperaturen. Ein Glas trink ich noch alleine, aber dann müssen Sie einsteigen. Heute vor drei Jahren habe ich mich wohl bei allen drei Single Börsen gleichzeitig abgemeldet und bin in die automatische Wiedervorlage gerutscht. Ich stellte fest, dass dieses Medium nicht zu mir passt. Ein Jahr online dating hatte nur einen positiven Effekt – ich habe am Ende mit diesem Blog begonnen. Die negativen Aspekte überwogen. So konnte ich mich zum Beispiel ein Jahr lang nicht mehr in meinem Lieblingscafe blicken lassen, nachdem ich einen ganzen Sommer lang jedes einzelne Date genau dorthin bestellt hatte. Ich fiel auf. Vermutlich auch, weil ich immer das Gleiche – mein liebstes Kleid – an hatte. Am Ende teilten mir die Kellner mit, dass sie sich besprochen haben und sich bereit erklärten mich auszuführen oder sich in ihrem Bekanntenkreis nach männlichen Singles erkundigen würden.  Dieses Elend sei nicht mehr mit anzusehen. Außerdem ist München ein Dorf. Wenn man sich auf nur drei Partnervermittlungsseiten gleichzeitig anmeldet, stößt man immer wieder auf die gleichen Personen und muss denen erklären, dass man nicht verzweifelt ist, sondern nur effizient vorgeht. Mein Nachbar grinst noch immer.

Vielleicht grinst er, weil sein Wein in einem Glas ist, während ich aus der Flasche trinke. Ich hab das Glas umgestoßen und zerbrochen, und bin zu faul aufzustehen. Wenn Sie noch vorbei kommen, mach ich natürlich auf. Das geht noch, aber läuten Sie vorsichtshalber zwei Mal. Jetzt antworte ich den Dating Agenturen und teile ihnen mit, dass ich Single bin. Glücklicher Single. Und das es mir unverständlich ist, warum sie mir mit ihren saublöden Nachfrage einen so schönen Dienstagabend versauen wollen.

Meine erster Blogbeitrag vor zwei Jahren lautete: „Das Leben erzählt die schönsten, traurigsten und seltsamsten Geschichten. Und manchmal kann ich nicht widerstehen, sie aufzuschreiben.
Google ist ein mieser Verräter. Zumindest wenn es um „Die Sache mit dem Internet, den Männern und dem was übrig bleibt“ geht.  Wie immer….alles Fiktion und doch real.“ Mehr stand da nicht. Wie passend, dass sich der Grundstock des Blogs gerade heute nach genau zwei Jahren per E-Mail zu Wort gemeldet hat. Wenn Sie sich noch nicht auf den Weg gemacht haben, dann bleiben Sie jetzt bitte zu Hause. Ich bin nämlich gleich weg. Passend zum Jubiläum mache ich mich mit den Resten des Crémants auf und besuche meinem Nachbarn Paul. Ein so dämliches Grinsen, ist doch im Grunde eine Art Einladung. Und schließlich hockt der auch alleine auf seinem Balkon. Meine Geste hat er wohl verstanden. Ein wenig hektisch deutete er an, dass er noch fünf Minuten braucht. Vermutlich um das größte Chaos in seiner Wohnung zu beseitigen. Warum er gerade das Bett frisch bezieht – ich sehe das vom Küchenfenster aus – ist mir ein Rätsel. Vielleicht stelle ich den Crémant besser in den Kühlschrank und bringe Apfelsaft mit.

Warum hatte ich eigentlich schlechte Laune? Wissen Sie es? Ich nicht mehr. Auch das passt zum Jubiläum. Denn neben des knappen ersten Artikels schrieb ich auf die über mich Seite:

Geschichten schreiben ist eine Art, sich das Vergangene vom Halse zu schaffen.
Johann Wolfgang von Goethe

Da hat er Recht, der Herr von Goethe.
Auch wenn es zu seiner Zeit noch kein Internet und kein Online-Dating gab, halte ich mich an dieses Zitat. Schreib´s auf, dann ist es halb so schlimm. Oder positiver: Schreib´s auf und du kannst darüber lachen.

In diesen Sinne. Ihnen einen schönen 11. Juli. Und wenn Sie Lust auf ein Gläschen haben…das kann man sehr wohl alleine trinken ;).

Herzlichst
Ihre Mitzi, die Sie nicht mehr los werden.

 

Postkarten Ersatz

Herzliche Grüße aus den Bergen mit Bildern vom Zirbenweg. Sollten Sie mal in der Nähe von Innsbruck sein….gehen Sie ihn! Ein paar Kälber sind sicher so nett, Sie zu begleiten. 

Ich würde Sie gerade gerne Fragen, welcher Greifvogel über meinem Kopf seine Runden dreht, werde ihn aber kaum auf einem Foto einfangen können. Es bleibt ein schöner, namenloser Vogel der lautlos über meiner Lichtung durch die Luft schwebt. 

Grillen zirpen, im Wald raschelt es und auf meinem Knie sitzt eine Fliege. Ein sehr perfekter Moment. Man macht ja so selten gar nichts. Ich mache weiter. Nichts. 

Es grüßt Sie 

Mitzi, faul, schläfrig und sehr zufrieden

Feiertag

Ich mag es, wenn es heiß ist. So heiß, dass man glaubt man würde gegen eine Wand laufen, wenn man vom Schatten in die Sonne tritt. Die Hitze macht mich müde und schläfrig und ich schleiche durch die Straßen meines Viertels. Ab 30 Grad kann ich in der Sonne nicht schnell gehen. Ich schlurfe so langsam, dass mich alle Rentnerehepaar problemlos überholen können. Das dürfen sie ruhig – ich hab es ja nicht eilig und meine Langsamkeit ist Balsam für die Seele. An Tagen, die kein Sonntag sind und trotzdem Feiertag erhole ich mich. Dann mache ich am liebsten gar nichts. Besonders gut geht das an den brüllend heißen Sommertagen. Biergarten? Nein danke, da muss ich ja erst einmal hinkommen. An den See? Fein, aber lieber an einem Samstag und nicht heute. Heute reicht mir mein kleines Viertel. Das ist genauso schläfrig wie ich.

Wer wach sein möchte, wer sehen und gesehen werden will, der geht runter an die Isar. Legt sich ins Schyrenbad oder stürzt sich ins Glockenbachviertel. Wer lieber nichts tut, bleibt in Giesing oder einem der anderen Viertel, die nicht auf den ersten Seiten der Reiseführer stehen. Da ist es heute schön ruhig. Wenige Straßen, die mit den Cafés, Biergärten und Restaurants, sind belebt, der Rest dämmert vor sich hin. Das können wir Münchner gut. Wir sitzen freilich auf unseren Balkonen, fast alle Bänke sind besetzt und auf den Steinmäuerchen vor den Vorgärten sitzen Kinder. Trotzdem ist es ruhig, fast still. Die anderen, die die Stille stören könnten, sind alle unterwegs. Wer geblieben ist, der dämmert vor sich hin, redet automatisch etwas leiser und schlurft recht langsam durch die Straßen. Autos fahren kaum. Wo sollten sie auch hinfahren? Sie sind ja schon in den Bergen, am See oder den anderen Vierteln, in denen heute mehr los ist. Laufen tut auch keiner. Es ist viel zu heiß. Hetzen eh nicht. Wohin auch? Heut ist Feiertag und alles hat zu. Gott lob. Weil Fronleichnam ist und weil ich ihm zu verdanken habe, dass hier noch keine Läden sonntags offen haben. Irgendein Nachbar hat schon das was fehlt und wenn er es nicht hat, dann gibt es das heute halt nicht.

An so ruhigen, fast stillen, Feiertagen darf man „rumsandln“. Dem Dolce Vita frönen und das Nichtstun genießen. Man kann ja nicht anders. Ich müsse saugen. Dringend. Würde ich es heute tun, Herr Meier würde an meinem Verstand zweifeln und mir noch vor Frau Obst eine Standpauke halten. Der Gute! Heut wäscht auch keiner. An Feiertagen hängt man die Wäsche nicht in den Innenhof. Zum Glück! Ich müsste nämlich eigentlich, aber weil ich nicht darf, muss ich doch nicht. Für die Berge und den See ist es jetzt zu spät. Ich sitz mit einem Eiskaffee (die Eisdiele hat nämlich auf) auf dem Balkon und spitz die Ohren. Heut hört man ja, was man sonst nicht hört. Jetzt grad, das Rauschen der Blätter im Wind von den drei Bäumen bei meinem Balkon; die fette Hummel, die sich auf die ersten Blüten in meinen Kästen stürzt und das leise Murmeln von Herrn Iwanov, der sich nicht laut telefonieren traut. Ab und zu höre ich wie Herr Meier unten in der Kneipe leise rülpst. Die hat zwar zu, aber er sitzt trotzdem davor und trinkt sein Radler, das er sich selbst mitgebracht hat. Irgendwo klappern Teller und ein Skatboard schreddert durch die Straße, bevor es wieder still wird. Wenn der leichte Wind sich dreht höre ich die Live Band aus dem Biergarten des Schinkenpeters. Aber nur ganz leise. Einschläfernd sind diese Geräusche. Und schön. Es ist das leise Murmeln der Stadt, wenn sie vor Hitze ächzt und stöhnt.

Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte. Ich hab heut Feiertag. Keine Muse für ein Beitragsbild und die Schlagworte. Als Entschädigung bekommen Sie das Bild eines Hundes. Der stöhnt auch. Ich glaub aber, dass er wegen seines Frauchens streikt. Das ist ähnlich gekleidet, aber nicht so zierlich. 

Gefunden Sätze #36

„Man überlegt nicht lange, fisch sich,  fast ohne hinzusehen, ohne hinzusehen, ein Leben heraus, fragt nicht viel, ob es passt, lebte es eben, da wurde es passend.“

„Nachdenken über Christa T.“
Christa Wolf

Auf dem Vulkan

Zwischen all den Blogs die ich lese, gibt es diesen einen. Den einen der so ganz anders ist. Den einen, den ich ein Jahr lang „nett und ok“ fand und dann mit jedem Tag besser. Mag sein, dass ich nur ich lange brauche, aber wenn Sie auf der Suche nach etwas anderem sind, dann ist es vielleicht der.

Ich kenn den Autoren nicht. Nur das was man eben so kennt, wenn man sich Kommentare unter die Texte wirft. Aber ich mag ihn. Den, dessen Blog, ich mittlerweile grandios finde.

Vielleicht weil er da wo ich plappere, erkläre und diskutiere, einfach ein paar Sätze ins Netz wirft. Auf den ersten Blick. Auf den zweiten wirft er weit mehr. Der Christophrox. Der eine, den ich nicht kenne, den ich aber mag.

Avatar von christophroxchristophrox

Lerne ich eine Frau kennen, dann erwarte ich Drama. 3. 2. 1. Los geht’s. Ein Naturgesetz. Sonst werde ich misstrauisch.

Was ist überhaupt der Maßstab? Freunde? Familie? Filme? Plötzlich sieht man in seiner Timeline ein dämliches Pärchen-Selfie. Den Weg dahin sieht man nicht.

Möglichkeiten. Freiheiten. Individualität. Mehr als je zuvor. Die Vegane-Öko-Rucksack-Techno-Tussi verliebt sich in den Leberwurst-Hardrock-Vollpension-MSV-Macker.

Der Jahresurlaub ist verplant. Tickets für das Festival gekauft. Neue Projekte in Aussicht. Am Ende der Welt.

Zwei Leben, die synchronisiert werden müssen. Ohne Probleme? Wohl kaum.

Kiloweise Ballast schleppt man mit sich herum. Weil jeder schon auf die Fresse gefallen ist. Aua am Herzen.

Theaterstücke. Opern. Weltkriege. Wegen WhatsApp.

Nach dem ersten Date: Interesse zeigen, okay. Übertreiben? Auf keinen Fall! 24-Stunden-Ghosting. Lalala.

Läuft das später immer noch so, ist vielleicht eine Aussprache über das Kommunikationsverhalten nötig. Ruhig. Sachlich.

„Du scheiß Spacko! Wenn du nicht sofort auf meine verkackten Nachrichten antwortest, ramm ich…

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Dummheiten

Er sei sich nicht sicher, was er von einer Frau halten würde, die Oliven auf eine so seltsame Art essen würde. Das war ein dummer Gedanke, denn ich war bereits nicht nur eine, sondern seine Frau und ich sagte ihm, dass es längst zu spät war, diese Tatsache in Frage zu stellen. Er wollte wissen, wann es zu einer Tatsache geworden war, da er sich nicht daran erinnern konnte, jemals eine Entscheidung getroffen zu haben. Auch das war dumm gedacht, erklärte ich geduldig zwischen zwei Oliven. Eine Bindung zwischen zwei Menschen wurde nicht durch eine rationale Entscheidung der Beteiligten geschaffen. Sie wurde einem in den Bauch gepflanzt und verhielt sich so lange still, bis man sein Gegenstück traf und sich dann für den Rest des Lebens nicht mehr trennte. Beim „Rest des Lebens“ verschluckte er sich und machte einen albernen Scherz ob er mich nun wirklich nie wieder loswerden würde. Weil ich nicht lachte, hörte auch er auf und sah mich ruhig an. Das konnte er besser als ich. Jemanden ruhig in die Augen sehen und dem Blick nicht ausweichen. Irgendwann nickte er. Gut, dann hätte die Suche ja nun ein Ende und er hätte die Frau seines Lebens gefunden. Nur der Zeitpunkt sei etwas unglücklich, da er sich bereits in einer Beziehung befand. Wieder lachte er. Ich nicht. Er war wirklich dumm. Weiterlesen →

Mitzi aus dem Vorderhaus, 2. Stock

Vor einiger Zeit bat ich zwischen Taubennestern und Mettbrötchen um Hilfe. Wenn Sie sich noch daran erinnern, dann wissen Sie dass ich eher verzweifelt flehte als bat. Geschrien habe ich auch. Angeschrien. Aber nicht Sie. Angeschrien habe ich meinen altersschwachen Rechner, der sich einen Spaß daraus machte, immer dann abzustürzen, wenn ich gerade meine Texte umsortiert aber noch nicht gespeichert hatte. Unser Verhältnis kann man mittlerweile als dauerhaft zerrüttet beschreiben und nur weil ich gute Freunde mit technisch einwandfreien Equipment in der Hinterhand hatte, haben wir es bis heute geschafft.

Unser Verhältnis – das meine zu Ihnen – ist noch immer ein ganz besonderes. Ich muss Ihnen nicht sagen, wie wohl ich mich mit Ihnen fühle und dass meine anfängliche Arroganz dem Bloggen gegenüber, sich nach dem zweiten Beitrag in eine innige und leidenschaftliche Liebe verwandelt hat. Und den Geliebten kann man ruhig auch mal um Rat fragen. Zum Beispiel wenn es um den Titel geht. Sie erinnern sich. Und ähnlich wie bei einem Geliebten möchte man dann gerne eine Bestätigung hören. Alla „Steht mir das Kleid? Hervorragend!“ Und – um im Bild zu bleiben – zeigt sich schnell wie gefestigt eine Beziehung schon ist. Die oberflächliche Bekanntschaft bestätigt freundlich lächelnd ohne näher darauf einzugehen und würde Kritik kaum riskieren. Sie und ich aber, stehen uns schon so nahe, dass Ihre Kommentare wichtig und wertvoll waren. Jene, die mir sagten, dass sie es gut fanden und deren Urteil ich trauen konnte und vor allem auch jene, die verbal den Kopf schüttelten und mir erklärten, warum sie „Münchner Kuriositäten“ als nicht passend empfanden. An diesem Abend schüttelte auch ich den Kopf und sagte nur einem und nur ganz leise, dass Ehrlichkeit doch nun wirklich blöd ist. Er lachte, nahm mir das Weinglas weg und schubste mich zurück an den Tisch und mein Notizbuch. Zum Nachdenken, wie er sagte. Ich wusste ja selbst, dass sie, die Ehrlichkeit, nicht blöd sondern elementar, wichtig und verdammt nützlich sein kann. Und war. Die Kuriositäten sind zurück in ihrem Kabinett und ich bin das, was ich tatsächlich bin. Mitzi aus dem Vorderhaus, 2. Stock. Im echten Leben und jetzt auch gedruckt auf Papier oder als E-Book. Dafür danke ich Ihnen von Herzen.

Das Ergebnis sehen Sie unten. Und auch das habe ich gelernt. Eine Coveridee ist etwas feines. Noch feiner ist es aber, wenn Sie jemanden kennen, der Kreativität und Handwerk vereint und Ihnen viel mehr als eine bloße Idee zaubert. Mira Alexander hat meinen Erzählungen ein Bild gegeben, das für mich perfekt passt. Ein Klingelschild, eine Hauswand, der Bezug zum Blog durch die Beitragsbilder…..

Da ich Sie nun schon zu meinem Geliebten gemacht habe, bin ich zu Ihnen ähnlich ehrlich und direkt wie zu ihm.
Obwohl ich mich unbändig freue, wenn sich jemand das Büchlein kauft oder das E-Book herunter lädt….Sie kennen die meisten Texte bereits. Wenn Sie aber jemanden kennen, der nicht online ist, Blogs doof findet oder Lust haben eine Bewertung zu schreiben …… Und stopp. Das war es mit Werbung in eigener Sache. Drei Zeilen, mehr aber auch nicht. Denn das hier ist ein Blog. Hier geht es um das Schreiben, das Lesen und den werbefreien (soweit WordPress es zulässt) und kostenfreien Genuss von Worten, Bildern und Gedanken.

Es grüßt
Mitzi aus dem Vorderhaus, 2. Stock. Die weiter gerne von Herrn Meier, Paul und den anderen berichtet.

P.S. Ihre Elly Seidl Pralinen sind nicht vergessen. Ich habe eine lange Liste und wenn Sie nicht mehr damit rechnen bekommen Sie Post. Oder eine E-Mail, wenn Ihr Impressum vermuten lässt, dass ich dorthin lieber nichts schicke ;).

12 Monate Rosen und Schornsteine – April

Hier im Münchner Rosengarten, stellte der, der nicht mehr bei mir ist, seine Liebe zu mir in Frage. Es war April, ein Tag ähnlich dem heutigen, und der Flieder blühte. Ich frage mich warum, ich dich liebe, sagte der, den ich mehr als mich selbst liebte, und blickte mit gesenktem Kopf auf den Boden. Es ist kein gutes Zeichen, wenn der Geliebte neben einem sitzt, sich mit Daumen und Zeigfinger die Nasenwurzel massiert und diese Frage in den Raum stellt. Dann hängt sie irgendwo im Flieder fest und man atmet den faden Beigeschmack mit jedem Atemzug ein. Mit jedem Luftholen atmet man den grausamen Satz ein und spürt wie er wächst, denn atmen muss man ja. Anfangs hält man vielleicht noch die Luft an und hofft, dass ein anderer Satz den bitteren ein wenig verwässern möge. Aber dann, wenn keiner kommt, dann schnappt man nach Luft und senkt ebenfalls den Kopf. Man atmet die Zweifel des anderen ein und sie sickern durch die Lunge und den Magen bis ganz tief in den Bauch und nisten sich dort ein. Zweifel und Liebe vertragen sich nicht. Eine Weile mögen sie still und ruhig nebeneinander existieren, früher oder später aber, gewinnt einer von ihnen. Selten ist es die Liebe. Weiterlesen →