Ich bin die Tochter eines Handwerkers. Das erkennen Sie, wenn Sie einen Blick in meine Werkzeug-Blechkiste werfen, sofort. Nur die Tochter eines Handwerkers hat gleich drei Wasserwaagen und nur bei der Tochter eines Handwerkers sind diese sechseckigen, L-förmigen Geräte in acht Größen vorhanden. Sie wissen schon, diese Dinger, die man für etwas braucht, das mir gerade nicht einfällt. Die, die in jedem guten Werkzeugkasten zu finden sind und die immer in so einen Stofffetzen eingeschlagen sind. Sie wissen schon. Obwohl es sich um einen Lumpen handelt und das Päckchen mit einem schäbigen Gummiband zusammen gehalten wird, schnalzen die Männer meines Freundeskreises immer mit der Zunge wenn sie es sehen und sind erstaunt, dass ich diese sechseckigen Dinger in allen Größen besitze. Als Tochter meines Vaters weiß ich natürlich auch was eine Hilti ist. Nicht weil ich eine besitze, sondern weil einer mal ein Auto hatte, von dem es hieß, es wäre Hilti-rot. Ich habe den Farbton damals nachgeschlagen. Richtig scharfe Teppichmesser besitze ich auch. Weil ich keinen Teppich in der Wohnung habe, schneide ich damit Chillischoten. Überhaupt bin ich der Meinung, dass man sein Werkzeug regelmäßig benutzen sollte. Zumindest das, von dem man weiß, wozu es nötig ist. Mit dem kleinen Beil, das mir der beste Freund meines Vater überließ um den Stamm des Christbaumes zurecht zu schnitzen, zerhacke ich zum Beispiel besonders gerne Hokaidokürbisse und mit einem meiner vier Hammer hacke ich die Walnüsse von Herrn Meier. Den Stamm des Christbaums habe ich damit natürlich auch zerhackt und weiß seit dem, dass man da leicht abrutschen kann und ein handelsüblicher Laminatboden wirklich nichts verzeiht. So gefährliche Arbeiten verrichte ich seit dem auf dem Balkon. Dort hört und sieht man mich und die Nachbarn können notfalls den Krankenwagen rufen. Weiterlesen
Ich kann das!









