Sommerloch und Winterkrater

Wie schaffen Sie es nur bei diesen Temperaturen etwas auf’s Papier zu bringen?

Ich ziehe meinen Hut vor Ihnen und danke herzlich für das Füllen des Sommerlochs. Gerne übernehme ich dann die Herbstkrater und Winterschluchten.

Bis dahin finden Sie mich im Plantschbecken der Nachbarskinder. Netterweise hat man mir noch diverse Boote und Plastikfische zur Verfügung gestellt.

Genießen Sie den Sommer. Er ist herrlich nicht wahr?

Mond I

Ob ich mir wirklich den Mond ansehen möchte, fragt er.
Ich sage ja und weil er so kritisch schaut, klatsche ich nicht vor lauter Vorfreude in die Hände, juchze nur in Gedanken und springe nicht „ja, ja, ja“ schreiend auf und ab.
Seinetwegen, aber bitte entspannt und ohne alberne Vorbereitung.
Sicher, nicke ich und werfe meine Jacke über den Picknickkorb, mit Essen, Wein, Decken und Fernglas, damit er ihn  nicht sieht.
Bitte nicht an einem der Hotspots zwischen vielen Menschen.
Ist in Ordnung, stimme ich zu. Mein Onkel ist Bauer und es gibt eine ruhige Weide mit friedlichen Kälbern. Passt das? Der junge Stier ist etwas impulsiv, aber wenigstens keine Menschen.

Vielleicht doch lieber im Wald. So ein Mond leuchtet ja auch zwischen den Bäumen.
NEIN!

Vielleicht muss er doch noch in die Klinik, sagt er. Papierkram, Patienten und überhaupt… die nächste so herrliche Mondfinsternis ist schon in 123 Jahren.
Vielleicht sollte er doch in die Klinik. Papierkram, Patienten und überhaupt. Ich boxe ihn in die Rippen.

Das Geheimnis einer guten Beziehung liegt darin NICHT alles gemeinsam zu machen, schreibt er mir später.

Das Geheimnis einer guten Beziehung ist, die Mondanheulende Frau später zwei Stunden lang an der Isar zu suchen, weil ihr Akku nach der SMS: „Schön hier. Ich unterhalte mich mit einem Obdachlosen. Der ist interessant, also seine Geschichte, aber irgendwie ist er etwas seltsam “ den Geist aufgab.

Der Obdachlose war übrigens sehr zuvorkommend und hatte gar keinen irren Blick. Er schielte nur.

Rückkehr ungewiss

Mit Sabine Bohlmann, Tanja Mairhofer & Petra Lewi.

Dass ich mich kurz fasse, sind Sie von mir nicht gewohnt. Sehen Sie es mir bitte nach, ich bin arg eingespannt. Der einzige Obstbaum auf unserer Lichtung im Wald trägt so viele Äpfel, dass ich mich gezwungen sehe, das Wachstum im Auge zu behalten. Wie man weiß, kann das dauern.

Auch die Wolken muss ich beobachten. Sie wissen ja, dass sich ein Sommerhimmel schnell ändert und man Gefahr läuft etwas zu verpassen. Das tue ich eh, denn ich schlafe ständig ein. Die wenigen Wanderer die hier vorbei kommen sind schon ganz besorgt. Es könne, allein im Wald, so viel passieren. Eine dumme Sorge, den jeder weiß, dass man kaum an einem Ort so unbesorgt wie in einem Wald schlafen kann. Besonders mit den herrlichen Träumen die hier kommen.

Wenn ich die Augen offen habe, träume ich noch etwas vom der Lesung am Donnerstag. Die war nämlich wirklich ein Traum.

Wenn ich mit all dem fertig bin, dann komm ich zurück in die Stadt und zu Ihnen. Ein bisschen noch. Nur bis die Äpfel reif sind…..

Postkarten Ersatz

Kontrastprogramme mag ich. Deshalb bin ich direkt nach der Lesung im Hofspielhaus zu unsere Hütte in die Berge gefahren.

Herrlich. Nur dass ich die Milch vergessen habe ist blöd. Um die zu holen musste ich gerade zurück ins Dorf und bevor ich mich wieder an den Aufstieg mache winke ich Ihnen und schreibe diese „Karte“.

Bis bald, Ihre Mitzi

P. S. Das Reh heißt Agnes. Wir haben uns auf dem Weg nach unten angefreundet.

Kurze Frage

Wissen Sie wer dieses Bild im Original gemalt hat?

Der Junge, gemalt von meinem Vater, begleitet mich mein Leben lang schon. Leider kann sich mein Vater nicht an den Namen des Malers erinnern, von dem er es vor über 50 Jahren abgemalt hat.

Kennen Sie ihn?

Guten Start in die Woche.

Ein ganz besonderer Abend

Herzlichen Dank für Ihre kreativen und herrlichen Vorschläge, wie wir mit der DSGVO umgehen können. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann kommen Sie künftig einfach persönlich vorbei und ich erzähle Ihnen das, was ich sonst schreibe. Nicht die schlechteste Idee.

Ich hätte noch eine: Am 5. Juli werde ich in Begleitung spannender und toller Frauen im Herzen Münchens lesen. Sicher wird es genauso schön, wie das Plakat gestaltet ist.

Ich freu mich! Weiterlesen

Randnotiz

DSGVO – jetzt macht bloggen erst richtig Spaß. Am besten schicken Sie mir Ihre Adresse per Postkarte an meine, im vollständigen Impressum angegebene Adresse.

Ich schicke meine Erzählungen dann per Brief an Sie. Das Porto müssten Sie aber bitte überweisen. Meine Bankverbindung einfach bei Amazon erfragen.

Natürlich werden Sie mich hier nicht wirklich los 😉

Verdrehn´S jetzt bitte nicht die Augen

Zwischen den Münchner Stadtgeschichten, Bally Prell, Stadtteilführern und König Ludwig zu liegen, ist nicht das Schlechteste. Im Gegenteil – da liegt es sich hervorragend.

Wenn Sie aus München kommen, dann schaun Sie unbedingt auf der Dult vorbei. Hosenträger, Zuckerwatte, neue Pfannen, eine Fischsemmel, Lederreiniger, Bier, Bücher, Mieder und ein neues Sonntagsgeschirr können Sie im vorbei gehen kaufen. Schauen Sie nur, dass Sie am Ende noch eine Hand frei haben (kluge Frauen haben einen Träger dabei und gescheite Männer einen großen Rucksack).
Weil ganz zum Schluss, da sollten Sie noch unbedingt am Standl „München in Büchern“ von der Frau Kurth vorbei schauen und sich mit Lesestoff eindecken. Grad so viel, dass mein Büchlein auch noch in Ihre Tasche passt (verdrehn`S jetzt nicht die Augen – a bisserl Werbung muss sein). Sie finden den Stand in der Ahorngasse 20b und verlaufen können Sie sich nicht. Die Gassen der Dult haben sinnvolle Namen und eine Allee von Ahornbäumen, erkennen Sie sicher. Grad jetzt wo die Blätter so schön hellgrün sind.

Und (immer noch kein Augenverdrehen bitte) wenn Sie nicht in München wohnen, dann können Sie mich auch im Buchhandel stationär und auch bei Amazon kaufen. Und jetzt viel Spaß auf der Dult, in einem Biergarten oder an Nord- und Ostsee – was für Sie am besten gelegen ist.

Herzlichst Ihre
Mitzi

Xxx

Frühlingslachsfarbener Nagellack

Die feinen Härchen an meinen Unterarmen sind so hellblond, dass sie fast weiß sind. Eine Woche Frühlingssommersonne reicht um sie zu bleichen. Das passt ganz wunderbar zu der schon leicht braunen Haut. Auch dafür reicht eine Woche, was für eine Blondine erstaunlich ist und mir wahrscheinlich von meinem Vater vererbt wurde. Der Lack an meinen Zehennägeln ist Frühlingslachsfarben. Ich wies Paul eben im Lift darauf hin. Nicht das es ihn interessiert hätte, aber ich wollte es aussprechen. Wenn ich Frühlingslachsfarbenen Nagellack trage, dann ist Sommer im Frühling. Solche Tage sind selten und machen glücklich. Paul blickte so grummelig, dass ich empfahl unbedingt die Schuhe auszuziehen. Das erste mal Barfuß zu laufen, hilft gegen schlechte Laune. Grillkäse auch, sagt er und lädt sich selbst zum Grillen in unseren Laubengang ein.

Müsste ich nicht die Kohle anheizen, hätte ich ihnen vom Frühling im Vorderhaus erzählt. So aber hoffe ich, dass Sie eh keine Zeit zum Lesen haben.