Ob ich mir wirklich den Mond ansehen möchte, fragt er.
Ich sage ja und weil er so kritisch schaut, klatsche ich nicht vor lauter Vorfreude in die Hände, juchze nur in Gedanken und springe nicht „ja, ja, ja“ schreiend auf und ab.
Seinetwegen, aber bitte entspannt und ohne alberne Vorbereitung.
Sicher, nicke ich und werfe meine Jacke über den Picknickkorb, mit Essen, Wein, Decken und Fernglas, damit er ihn nicht sieht.
Bitte nicht an einem der Hotspots zwischen vielen Menschen.
Ist in Ordnung, stimme ich zu. Mein Onkel ist Bauer und es gibt eine ruhige Weide mit friedlichen Kälbern. Passt das? Der junge Stier ist etwas impulsiv, aber wenigstens keine Menschen.
Vielleicht doch lieber im Wald. So ein Mond leuchtet ja auch zwischen den Bäumen.
NEIN!
Vielleicht muss er doch noch in die Klinik, sagt er. Papierkram, Patienten und überhaupt… die nächste so herrliche Mondfinsternis ist schon in 123 Jahren.
Vielleicht sollte er doch in die Klinik. Papierkram, Patienten und überhaupt. Ich boxe ihn in die Rippen.
Das Geheimnis einer guten Beziehung liegt darin NICHT alles gemeinsam zu machen, schreibt er mir später.
Das Geheimnis einer guten Beziehung ist, die Mondanheulende Frau später zwei Stunden lang an der Isar zu suchen, weil ihr Akku nach der SMS: „Schön hier. Ich unterhalte mich mit einem Obdachlosen. Der ist interessant, also seine Geschichte, aber irgendwie ist er etwas seltsam “ den Geist aufgab.
Der Obdachlose war übrigens sehr zuvorkommend und hatte gar keinen irren Blick. Er schielte nur.
