Entgegen der E-Mail, die mich vor kurzem erreicht hat, bin ich kein „permanent schlecht gelauntes Miststück“ mit Hang zu „undurchschaubaren promiskuitiven Beziehungen“. Wobei ich ganz formell darum bitten möchte, den letzten Satzteil verwenden zu dürfen, wenn ich mich jemals bei Tinder anmelden sollte. Vielleicht auch den ersten, das würde mir Nachfragen jeglicher Art ersparen und ich müsste gar nicht erst versuchen ein solches arrangiertes Beischlaf-Event der Höflichkeit halber als etwas anderes zu bezeichnen. Ok, vielleicht bin ich jetzt gerade wirklich etwas schlecht gelaunt. Jetzt. Nicht permanent. Jetzt etwas mehr, weil mich jemand der mich nicht kennt, als Miststück bezeichnet. Das dürfen nur Freunde und Familienmitglieder. Die wissen warum und denen kann ich ab und an nicht widersprechen. Die sind aber auch aus Bayern und in Bayern ist ein Miststück kein schlechter Mensch, sondern nur einer, der sich zum Beispiel aus Versehen, das letzte Stück Erdbeerkuchen genommen hat und der mit vollem Mund nicht fragen konnte ob vielleicht sonst noch jemand Milch in den Kaffee will, bevor man am Sonntag den letzten Rest in die eigene Tasse kippt. Da sagt der Bayer schon mal Miststück. Also meine Freunde zu mir. Manchmal. Aber in einer E-Mail, in der man sich darüber beschwert, dass ich permanent schlecht gelaunt bin, da möchte ich schon gerne als Mitzi angesprochen werden. Meinetwegen auch als Frau Irsaj oder „hey du“, aber eben nicht als Miststück. Weiterlesen
Permanent schlecht gelauntes Miststück






