400…Euro Job? Ne, viel besser!

Eigentlich wollte ich heute ein paar besonders schöne Sätze von Oskar Maria Graf mit Ihnen teilen. Ich fand Sie unter einem Teller Pasta und in einer Tasse Cappuccino. Davon erzähle ich Ihnen morgen. Heute stolperte ich über einen anderen Satz. Ich fand ihn auf meiner Seite, die ich selten außerhalb des Admin-Bereichs aufrufe. Umso schöner, dass ich es heute tat und folgenden Satz darauf las: Es ist ein schmaler Grad zwischen peinlichem „Guck mal“ und unverfälschter Freude. Ich hoffe Sie nehmen mir letzteres ab. Womöglich sind 400 auch gar nicht so viele Abonnenten. Für mich ist es eine unglaublich große Anzahl, die mich sehr, sehr glücklich macht. Deshalb nutze ich die runde Zahl um mich bei Ihnen für das Lesen, das Kommentieren, das zur Kenntnis nehmen und das Begleiten zu bedanken.

Danke!!!

Blöde Kuh, denkt Paul

Er geht nicht, sagt Paul und deutet mit einer Kopfbewegung in Richtung des Lifts. Er ging gestern schon nicht, informiere ich ihn und sortiere die Werbung aus meinem Briefkasten. Das Sortieren dauert ein wenig, da mir immer besonders viel Werbung geliefert wird, seit ich einen Aufkleber angebracht habe, der darum bittet auf den Einwurf dieses Blödsinns zu verzichten. Ich klappe jedes einzelne Faltblatt auf. Es könnte ja sein, dass sich eine Karte oder ein Brief dazwischen geschmuggelt hat. Als ich fertig bin, steht Paul noch immer vor dem Lift und starrt auf die geschlossene Tür. Ich kann nur vermute, dass es sich bei diesem sturen Stehenbleiben um eine Art Armmuskel Training handelt, da er vor seinem nicht vorhandenen Bauch einen Kasten verschiedener Säfte festhält. KirschMango ist mir zu süß, informiere ich ihn und bleibe aus Solidarität ein wenig neben ihm stehen. Die Flasche sei ja auch nicht für mich, lässt er mich wissen und wir starren wie zwei Großstadtkälber auf die  Türen unseres Aufzugs. Weiterlesen

Kloß-Tag

Aufwachen mit einem Kloß im Hals. Vollmond, Neumond, PMS, Weltschmerz oder einfach mit dem falschen Fuß aufgestanden. Auch solche Tage müssen durchlebt werden, weil es an Alternativen fehlt. Lästig sind solche Tage. Stets nur eine Haaresbreite vom Losheulen entfernt und sich bloß nichts fragen lassen. An Kloß-Tagen geht man anderen besser aus dem Weg. Sie sind selten, aber wenn sie da sind, dann kann ich nicht schlucken und muss mir die Decke über den Kopf ziehen. Wenn das nicht geht, wird es schwierig und ich bin untragbar. Für mein männliches Umfeld. Frauen scheinen sich mit Klößen auch jenseits der Küche besser auszukennen. Ein Buchhalter mit dem ich einmal zusammen arbeitete, ist nie darüber hinweggekommen. Über meinen Kloß-Tag. Weiterlesen

Manipulatives Biest

Dieses kleine manipulative Biest, dachte ich mir heute morgen in der U-Bahn, als eine junge Frau ihren Mann langsam und genüsslich um den Finger winkelte. Sie tat es so spielend und mit einer so hinreißenden Finesse, dass sie nicht nur mich beeindruckte sondern ein ganzes U-Bahn Abteil gebannt an ihren Lippen hing. Eingekuschelt in dicke Mäntel und tief versunken in die Polster der Bahn saßen sie neben einander und unterhielten sich. Die Finger ineinander verschlungen sahen sie sich verliebt an und man hörte sie von der ersten gemeinsamen Wohnung sprechen. Zwischen Marienplatz und Stachus konnte man den Grundriss erfahren und am Hauptbahnhof hatten die heimlichen Zuhörer bereits eine grobe Vorstellung vom Viertel in dem sie liegen musste. Weiterlesen

Gefunden Sätze #27


„Das zwanzigste Jahrhundert ist unter anderem das Zeitalter des Lärms.“

Adous Huxley

Für das einundzwanzigste Jahrhundert gilt dies wohl auch noch. Umso schöner und kostbarer sind tiefverschneite Sonntage. Die weiße Decke schluckt eine Vielzahl der Geräusche. Schon beim Aufwachen merkt man das es geschneit hat, weil es stiller und leiser als sonst ist. Wunderbar diese Stille.

Könnte eng werden.

Unter all den Sätzen, die ich in meinem Leben bisher gehört, gelesen und gesagt haben, gibt es einen, der mich seit Jahrzehnten begleitet und eigentlich gar nicht schön ist. Er ist nur vertraut. Und vertrautes gewinnt man dem Jahren lieb. Mein liebster Satz ist so banal, dass er der Rangliste schönster Sätze mit Sicherheit auf den unteren Plätzen rangieren oder gar nicht erst aufgenommen werden würde. Weder zeichnet er sich durch eine schöne Wortwahl aus, noch wird er mit klugen Köpfen in Verbindung gebracht. Wahrscheinlich ist er nur in meinem Kopf schön und präsent und das mit einer Beständigkeit, wie sonst kaum einer. Weiterlesen

Hoppla…

Memo an mich

Vorsatz für 2017 (und folgende Jahre): Schreibe Gedankenfragemente in das Notizbuch und nicht in das Feld für einen Beitragsentwurf auf der WP Seite. Und wenn du es doch machst, dann drücke „speichern“ und nicht „veröffentlichen“. Solltest du auch das machen, dann stufe es nach dem ersten (sehr amüsanten) Kommentar wenigstens wieder zurück in den Entwurfsstatus. 

Gehe nicht in die Badewanne, ignoriere nicht das Benachrichtigungs-Piepsen und lass den Schmarrn nicht über Nacht stehen…

Interessant, dass ihr einen vier Wort Beitrag dennoch zu würdigen wusstet. 😂 Ich nehm das als liebevolles Wohlwollen freudig zur Kenntnis. 

Ein zweiter Versuch ist in Arbeit. Ich weiß nur nicht mehr genau welche Idee ich da gestern Abend eigentlich hatte….

Gefundene Sätze #27

 

I

Welche Version dieses wundervollen Liedes Sie auch immer bevorzugen mögen – ich wünsche Ihnen ein gesundes und glückliches 2017.

Lassen Sie uns auf ein weiteres gemeinsames Jahr anstoßen. Auf reales und fiktives, Wortspiele und Geschichten, Fotos und Lyrik und dem großen Rest, der sich außerhalb dieser Plattform abspielt.

Jetzt müssen Sie mich entschuldigen – ich muss ins Bett.
Ich lief eine Nacht an der Hand meiner Freunde durch den unglaublichsten Nebel, den München je gesehen hat. Stieg auf den Schuttberg um in Rauchschwaden gehüllt das erste Glas des Jahres zu trinken, bestückte meine Jacke mit Wunderkerzen-Brandlöchern, lief mir Blasen beim durch die Nacht eilen um den einen Freund noch in die Arme zu schließen, umarmte die wunderbarsten Menschen und hörte Auld lang syne so oft, dass ich es wohl nie wieder aus meinem Kopf bekommen werde. Das ist ok. Stellen Sie sich vor, ich hätte ein Lied von Helene Fischer in Kopf gepflanzt bekommen.  

Herr Mu sagt danke

Wolln´s a Gutzerl, fragt Herr Mu an der Bushaltestelle und lächelt mich freundlich an. Sehr gerne, sage ich und setzte mich auf den freien Platz neben ihm. Es ist noch kalt, so früh morgens, aber neben Herrn Mu ist es immer ein paar Grad wärmer. Drei Bonbons fischt er aus seiner Hosentasche und drückt sie mir in die Hand. Auf einem Bein kann man nicht gut stehen, sagt er und verrät mir nicht, wofür das dritte steht. Im Winter wollte ich wieder mit er U-Bahn fahren. Dann, wenn Herr Mu nicht mehr an der Bushaltestelle sitzt. Weil er aber noch immer jeden Morgen dort sitzt und seine Guterzln verteilt, nehme ich weiter den Bus. Ich hab ihn lieb, den Herrn Mu. Und weil ich ihn lieb habe, lasse ich den Bus vorbei fahren und bleibe noch ein bisschen bei ihm sitzen. Weiterlesen

Zerschlagen und gekittet

Ein Hammer liegt auf meinem Tisch. Er passt nicht recht zwischen die Weingläser, Kaffeetassen und den Resten des Stollens, den wir zum Frühstück gegessen haben. Und doch passt er besser zu diesem Weihnachten als alle Christbaumkugeln, Geschenke und Weihnachtsbäume zusammen. Ich bin gleich da, schrieb ich dem Mann der in der gleichen Straße wie ich aufwuchs und zerschlug damit die Weihnachtsleere in meiner Wohnung. Ich wollte es nicht, aber der Hammer muss den ganzen Tag schon auf dem Tisch gelegen haben ohne das ich ihn bemerkt. Bratenduft in der Wohnung und eine leise Stimme die versicherte, das alles gut werden würde. Wie lächerlich, wenn sie von einem kommt, der wissen sollte, dass manchmal nichts wieder gut wird. Und wie unverschämt, wenn einer nickt, der Experte darin ist, das Grauen zu duplizieren. Es ist erstaunlich mit welcher Kraft man Stille und Leere zerschlagen kann, wenn man nur wütend genug ist. Der, der so oft auf meiner Bettkante sitzt und wortlos mit mir spricht ist klug genug den Mund zu halten. Der andere flüstert noch leise, dass es wieder wird und sieht erst im letzten Moment, dass ich wütend genug bin ihre flüchtigen Reste mit einer einzigen Handbewegung zu zerschmettern. Er verschwindet bevor ich ihn anschreien kann und ich fühle mich betrogen, weil ich brüllen und schreien möchte. Weiterlesen