Kommen Sie doch mal eben auf einen Sprung zu mir….

Setzen Sie sich einen kurzen Moment zu mir und nehmen Sie sich eine Tasse Tee oder ein Glas Traubensaft.IMG_0567 Warten Sie, ich schaffe etwas Platz auf dem Tisch…oder… Sie sehen ja das Chaos…setzten Sie sich lieber zu mir auf das Sofa. Da ist es gemütlicher und wir sind näher an der Heizung. Schieben Sie die Kissen einfach zur Seite oder lassen Sie sich darauf plumpsen. Weiterlesen

Vor der Arbeit nach Brasilien – U-Bahn Gedanken

Im Zwischengeschoss des Münchner Hauptbahnhofes steht jeden Tag ein alter Mann vor den Rolltreppen nach unten und fragt die vorbei eilenden Menschen nach dem Weg. Wir sind Gewohnheitstiere – er und ich. Er steht und sucht nach jemandem, den er nach dem Weg fragen kann und ich gehe an ihm vorbei, weil er mich noch nie gefragt hat. Jeden Morgen gehe ich in den kleinen Supermarkt und kaufe mir dort einen Apfel. Viel lieber würde ich mir nebenan im Café do Brasil ein Schokoladen Croissant kaufen. Weiterlesen

Furchtlos, wachsam und etwas verschroben

Wenn man mich fragt ob ich ein ängstlicher Mensch bin, schüttele ich vehement den Kopf. Mich kann man getrost im Wald aussetzen. Ich komme schon wieder zurück. Man könnte mich auch nachts über einen Friedhof laufen lassen. Dort  fühle ich mich sicherer als an einer ausgestorbenen, dunklen Bushaltestelle. In beiden Fällen gehe ich ganz rational und logisch an die Sache ran. Welcher potentielle Massenmörder ist denn so blöd und hockt sich auf einen Friedhof oder mitten in den Wald um auf ein Opfer zu warten? Womöglich kommt da monate- oder gar jahrelang nächtens niemand vorbei. Das Risiko in Aktenzeichen XY eine unfreiwillige Rolle zu bekommen, erscheint mir recht gering. Weiterlesen

015 irgendwas 23

1412355 war die Telefonnummer meiner Großeltern. Seit 26 Jahren gehört der Anschluss jemand anderem und doch erinnere ich mich noch gut an die Tastenkombination aus meiner Kindheit. Die 661341 war die Nummer der Wohnung in der ich aufgewachsen bin und 66xxxx gehört den Eltern meiner ältesten Freundin. Während ich die ihre nicht auswendig kann,  ist die der Eltern für immer in meinem Kopf gespeichert. Ich kann mich nur an jene erinnern, die ich nie irgendwo gespeichert habe, weil man sie früher am besten im Kopf behielt. In meinem Kopf war auch die, die mit 23 endete. Weiterlesen

40 Kilo Sanftmut

Manchmal bin ich etwas schräg. Zum Beispiel dann, wenn ich einen Text über einen kleine Hund geschrieben habe und mir am nächsten Tag vorstelle, dass ein weit größerer Hund deswegen eifersüchtig sein könnte. Es irritiert mich, da ich mir um Eifersuchtsgedanken menschlicher Protagonisten in meinen Texten nie Gedanken mache, während längst verstorbene Hunde in meinem Kopf  Zwiegespräche führen. Damit Sie mich nicht für völlig bekloppt halten – ich höre natürlich keine Stimmen. Aber ich bedaure es ein wenig, dass gestern für den zweiten Hundefreund in meinem Leben kein Platz gewesen ist. Weiterlesen

Bei Elvira sind die BH-Verschlüsse hinten!

Dass ich mir vor Jahren von einer Verkäuferin ein lindgrünes Schlauchkleid als passendes Outfit für eine Hochzeit aufschwatzen ließ, hat zwei Dinge in meinem Leben verändert. Zum einen bin ich misstrauisch geworden, wenn mir drei oder mehr Verkäuferinnen zu gleich versichern, dass ich in einem hoffnungslos überteuerten Kleid, umwerfend aussehe. Zum anderen besitze ich seit besagter Hochzeit einen großen Spiegel, der mehr als Gesicht und Schultern zeigt. Weiterlesen

Katze, Pasta, basta!

Meine Seele sitzt im Bauch. Nicht im Kopf, dort wäre es ihr zu unruhig und sie würde sich nicht wohlfühlen. Auch nicht in Armen oder Beinen, die ständig in Bewegung sind. Selbst im Herzen, wäre es ihr zu unruhig. Nicht nur wegen des ständigen Klopfens, auch wegen der kleinen Narben und Schatten, die ein erwachsenes Herz mit sich herumträgt. Etwas Staub und verheilte Wunden schaden einem Herzen nicht. Vernarbtes Gewebe macht es stärker und sorgt dafür, dass es nicht so leicht aus dem Takt zu bringen ist. Die Flecken zeigen, dass ein Mensch gelebt hat. Ein allzu sauberes und gänzlich unbeschadetes Herz in der Brust eines erwachsenen Menschen sollte misstrauisch stimmen. Weiterlesen

Pizza Diavolo für das Kind

Sind Sie Eltern von Kleinkinder im Krabbelalter oder darunter? Spielen Sie mit dem Gedanken Ihr Goldstück am Wochenende erstmals einem kinderlosen Babysitter zu überlassen? Vielleicht sollten Sie diesen Text dann nicht lesen. Es ist besser, Sie heben sich den Beitrag auf, bis Ihr Kind ein robustes Alter von etwa 25 Jahren erreicht hat. Rückblickend können Sie sich dann für Ihren Mut auf die Schulter klopfen. So wie meine furchtlosen Schwestern, denen ich die Details dieses Erfahrungsberichtes erst heute zumute. Weiterlesen

Ein Elefant auf dem Schuttberg

In München entstanden nach dem zweiten Weltkrieg zwei Trümmerberge, die meistens der große und der kleine Schuttberg genannt werden.  Obwohl es in München einige Hügel gibt ist der große Schuttberg eine der höchsten Erhebungen in der Stadt. Weil er nicht nur hoch sondern auch hübsch, und seit dem U-Bahn Bau zur Olympiade noch mal zehn Meter höher ist, nennt man ihn jetzt Olympiaberg. Beide Hügel waren nicht weit von der Wohnung meiner Großtante in Schwabing entfernt. Weiterlesen