Furchtlos, wachsam und etwas verschroben

Wenn man mich fragt ob ich ein ängstlicher Mensch bin, schüttele ich vehement den Kopf. Mich kann man getrost im Wald aussetzen. Ich komme schon wieder zurück. Man könnte mich auch nachts über einen Friedhof laufen lassen. Dort  fühle ich mich sicherer als an einer ausgestorbenen, dunklen Bushaltestelle. In beiden Fällen gehe ich ganz rational und logisch an die Sache ran. Welcher potentielle Massenmörder ist denn so blöd und hockt sich auf einen Friedhof oder mitten in den Wald um auf ein Opfer zu warten? Womöglich kommt da monate- oder gar jahrelang nächtens niemand vorbei. Das Risiko in Aktenzeichen XY eine unfreiwillige Rolle zu bekommen, erscheint mir recht gering. Auf unserer Hütte in den Bergen gehe ich nachts ohne Furcht hinter das Haus um Holz zu holen oder laufe durch den Wald zu einer Lichtung um mir die Sterne anzusehen. Angst habe ich dort nie. Tagsüber schlafe ich auf der Bank vor dem Haus und es ist mir völlig egal ob der nächste Nachbar zu Fuß eine gute Viertel Stunde entfernt ist. Die Chance, dass ein irrer Wanderer mehr  als ein Glas Wasser von mir will, ist so verschwindend gering, dass ich gut und tief in der Sonne schlafe. Reales schreckt mich nicht. Ich lausche den Knacken und Knacksen des Waldes gerne. Wenn man lange genug hin hört, klingt es immer so, als würde jemand durch das Unterholz streifen. Das ist ja auch der Fall. Katze, Fuchs oder Siebenschläfer sind hier keine Seltenheit. Alle drei wollen mir nichts böses.

Leider habe ich 1993 begonnen die Serie Akte X zu schauen. Seit dem ist meine Furchtlosigkeit etwas eingeschränkt. Dort wo ich den Massenmörder schulterzuckend ausschließe, ängstigt mich der Gedanke von Außerirdischen entführt zu werden. Nicht allzu sehr. Aber wenn ich ein wenig darüber nachdenke – und in einer einsamen Hütte kann man hervorragen nachdenken – dann erscheint mir dieser Platz als  der wahrscheinlichste, um auf etwas unerklärbares zu stoßen. Es fängt ja schon mit dem seltsamen Schrank am Treppenabsatz an. Der ist in der Tat sehr unheimlich und könnte wunderbar eine Hauptrolle bei den Ermittlungen von Mulder und Scully spielen. Wenn ich mit dem Nachdenken erst einmal angefangen habe, dann denke ich auch an die vielen Episoden (der gleichen Serie) in denen Menschen urplötzlich durchdrehten und wahllos ihre Mitmenschen abschlachten. Wenn ich in Gedanken an dieser Stelle ankomme, gehe ich in der Dämmerung noch einmal raus  und sperre die Axt lieber im Schuppen ein – man möchte ja niemanden auf dumme Gedanken bringen. Kettensägen mag ich übrigens nie. Ich habe da als Kind mal einen Film gesehen. Seit dem beäuge ich sogar meinen Vater misstrauisch, wenn er mit dem Ding hantiert. Gerne behaupte ich dann, es läge daran, dass er Blutverdünner schluckt. Das ist aber geschwindelt. Er kann damit umgehen, aber seit Akte X weiß man ja nie, wann die Dinge außer Kontrolle geraten.

Obwohl ich so furchtlos bin, habe ich vor Strom und Feuer schon immer Angst. Irgendwas in meiner Erziehung muss da schief gelaufen sein. Als Kind der 70iger erzählte man mir noch recht drastisch, dass ich beim Griff in die Steckdose einen Stromschlag erhalten und tot umfallen würde. Hat gewirkt – ich traute mich als Kind nur mit Überwindung meinen Kassettenrekorders einzustecken. Schlimm wurde es, nachdem wir in der Grundschule einen Ausflug zur örtlichen Feuerwehr machten. Leider sind mir nicht imposanten Löschfahrzeuge in Erinnerung geblieben, sondern die vielen Fotographien verkohlter Leichen, die man uns zeigte. Ein ganzer Raum, mit Bilder von ausgebrannten Wohnungen, Autos und Häusern – inklusive Leichen. Herrlich, für ein achtjähriges Kind. Meine Eltern bezweifeln bis heute, dass man uns das zeigte, aber ich kann es beschwören. Es sollte wohl dazu dienen Kinder vom zündeln abzuhalten. Bei diesem Ausflug hörte ich auch das erste mal von einem Kabelbrand. Es hatte zur Folge, dass ich jahrelang wach im Bett wartete, bis meine Eltern eingeschlafen waren. Dann stand ich auf und zog jeden einzelnen Stecker in der Wohnung. Hinter den Kühlschrank kam ich nicht, aber selbst den Fernseher im Wohnzimmer, verschob ich jede Nacht um ihn auszustecken. Auch deswegen, weil ich einmal den Film „Poltergeist“ sah und seit dem wusste, dass das Böse durch den Bildschirm kommen konnte. Meine Mutter überlegte lange Jahre, ob man mich wohl zu einem Psychologen schleppen sollte. Letztendlich hat sie aber wohl begriffen, dass ihre kleine Brandschutzexpertin besser als jeder Feuermelder war. Nur müde war ich in all den Jahren häufig.

Egal wo ich bin, ich drehe noch heute – wenn alle schlafen – eine Runde durch das Haus und kontrolliere ob die Kerzen aus und der Ofen nicht mehr an ist. Auf unserer Hütte brennt von Herbst bis Frühjahr auch nachts ein Feuer. Es kostet mich einiges an Überwindung, nicht einen Eimer Wasser hinein zu kippen. Oder drei – vorsichtshalber. Ohne Kontrolle einzuschlafen, schaffe ich nur, wenn auch mein Vater in der Hütte übernachtet. Von ihm weiß ich, dass auch er immer eine letzte Runde dreht. Er ist der Einzige auf den ich mich dabei verlasse, weil er in dieser Beziehung ist wie ich. Nur nicht ganz so verschroben. Letztens ging er ins Bett ohne die Runde zu drehen. Einen Moment war ich sprachlos. Dann stand ich auf, habe die Fenster geschlossen, die Glut im Ofen kontrolliert und mich noch mal im Dunkeln vor das Haus gesetzt. Im Wald knackste und raschelte es an unzähligen Stellen. Es störte mich nicht. Eigentlich bin ich nämlich recht furchtlos.

34 Gedanken zu “Furchtlos, wachsam und etwas verschroben

  1. Schon verrückt, was manche Geschichten, Filme, TV Serien oder auch Bücher in einem auslösen können. Was dann genau wirklich bleibende Ängste verusacht, die noch Jahre später Auswirkungen auf unser Verhalten haben, kann man in der konkreten Situation (dem Auslöser) leider nie so genau sagen. Ist wohl auch bei allen Menschen unterschiedlich. Macht es aber auch schwer, z.B. Kindern zu raten diesen Film ab 16 oder dieses Spiel ab 18 lieber nicht zu schauen/spielen. Weil selbst wenn sie es tun, im Einzelfall passiert vielleicht gar nix.
    In meiner Kindheit war es ein Sicence Fiction Film „Alien“, der die größte Auswirkung auf mich hatte. Damals gab es gefühlt noch keine Altersbeschränkung oder mein Vater hat sich nicht darum gekümmert. War also ein Familienfilm, ausgeliehen, voller Stolz der Famile präsentiert. Und der kleine Bub hatte dan Schwierigkeiten nachts aufs Klo zu gehen, weil vom Schlafzimmer bis zur Toilette eine düstere Treppe und ein langer gang wartete, der doch sehr nach Nostromo aussah.
    Dir würde ich im übrigen raten niemals Filme zu schauen, in denen Gruppen von Jugendlichen mit dem Auto im Wald liegen bleiben und auf der Suche nach einem Telefon eine Hütte suchen.
    …. hm…. vielleicht treffen sie dort ja dich?
    Danke für den interessanten Text und liebe Grüße nach unten. Da ich in Hessen wohne (habe ich gestern in einem anderen Beitrag gelesen) muss ich die Grüße nur fallen lassen, du fängst sie dann auf. 🙂

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    1. Ich bin zwar denkbar schlecht im Fangen, aber das mit den Grüßen hat geklappt ;).
      Seltsam was aus Kindheitstagen hängen bleibt. Alien hat mich überhaupt nicht gestört. Dunkelheit auch nicht, dafür alles mit Strom und Feuer. Und Puppen, die mir auf deinen Bildern gefallen, weil sie eine besondere Ausstrahlung haben, mir aber nicht ins Haus kommen.
      Hütte im Wald Filme werden ignoriert – vorsichtshalber.

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  2. Du schaffst es immer wieder, auch den merkwürdigsten Spleen und die abgedrehteste Neurose in eine Geschichte zu packen, die die bösen Wörter vergessen lässt und sie zu einer liebenswerten Schrulligkeit werden lässt, die man nicht nur gelassen ertragen kann, sondern mit dir sogar liebevoll gehegt werden und zum Teil der Identität werden. Wahrscheinlich der bessere Weg, damit umzugehen, statt sich nur darüber lustig zu machen. Sollte ich auch einmal probieren. 🙂

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    1. Vielen lieben Dank für dieses schöne Kompliment.
      Es ist wohl ein schmaler Grad zwischen Schrullig und echtem Problem. Ich definiere mich selbst noch im grünen Bereich und kann darüber lachen.
      Liebe Grüße

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      1. Das spricht dafür, dass es harmlos ist. Schrullen hat jeder und sie sind die Einlage unserer Lebenssuppe, egal ob in Form von Flädle oder Marbällchen. Zum Problem werden sie nur dann, wenn wir Leberknödelsuppe bekommen, obwohl wir Vegetarier sind. *ist heute gastropoetisch*

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  3. Liebe Mitzi,
    das haben Sie wunderbar geschrieben. Ich möchte Sie ein wenig beruhigen, was die Außerirdischen angeht.
    Sie sind vermutlich eine wunderschöne junge Frau, und wenn man in Ihrem Blog liest, sind Sie mit Sicherheit ein liebenswerter Mensch, aber eben „nur“ aus Menschensicht.

    Für die Außerirdischen sind Sie völlig uninteressant. Für die sind Menschen nur Ungeziefer. Aus Langeweile haben sie mal ein paar Menschen eingefangen und untersucht, sie als völlig unlogisch, nutzlos und unbrauchbar eingestuft und greifen auch nicht ein, die Erde vor den Menschen zu beschützen, weil sie ganz andere, wichtige Aufgaben im Universum haben. Die Erde steht nun auf ihrer Spamliste und wird ignoriert.

    Genießen Sie die Natur und Ihre Hütte. Ich beneide Sie ein wenig um einen so schönen Ort. 😉

    Gruß Heinrich

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    1. Lieber Heinrich,
      in diesem Fall bin ich sehr froh, dass Sie mir bescheinigen nutzlos und unbrauchbar zu sein – in nicht menschlichen Augen. Eben schrieb eine Freundin unter der Link auf Facebook, dass ich mir keine Sorgen machen müsse – man würde mich umgehend wieder zurück bringen, sollte man mich aus versehen entführen. Auch hier habe ich nichts dagegen.

      Ich genieße und wünsche Ihnen ein famoses Wochenende

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  4. Musste sofort an meine Mutter denken. Wann immer wir das Haus verließen, stellte sie sich vor den Herd und zählte vier, fünf Mal hintereinander mit deutendem Zeigefinger die Schalterpositionen ab: „Null – null – null, null – null – null. Null – null – null, null – null – null … Komm her und zähl nochmal mit mir zusammen! … Null – null – null, null – null – null.“

    Seither bin ich ein echter Experte in Herdplattenschalterstellungsanalyse. Meine Superheldenkraft.

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  5. Ach. Ein toller Beitrag. Es liest sich als wäre man live dabei bei den Kontrollgängen, als stünde man neben dir, während du dich im dunklen Dickkicht aufhältst, nach oben blickend um Sterne zu beobachten. Liest sich echt toll!❤️

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  6. Man muss sich ja nicht gleich auf Vorrat ins Hemd machen (poetisch ausgedrückt). Aber in gewissen Bereichen halte ich eine respektvoll-vorsichtige Herangehensweise für eine sehr taugliche Strategie. Strom und Feuer gehören durchaus zu diesen Bereichen. Angst vor Strom und Feuer muss ja nicht sein. Aber bei vielen Zwischenfällen ist Leichtsinn im Spiel. Und da kann ja ein gewisser Anti-Leichtsinn nicht schaden (pragmatisch ausgedrückt).

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  7. Liebe Mitzi,
    ach wie versteh ich Dich.
    Ich habe viele Jahre mitten im Wald gewohnt. Keine Nachbarn, keine Autos. Die Tür wurde niemals abgeschlossen. Nein sie blieben im Sommer sogar weit offen stehen. Ich genoss es morgens mit einer Tasse Kaffee den Sonnenaufgang zu geniessen. Dann kamen die Fragen der Freunde.Hast Du keine Angst? Nein, ich hatte keine Angst. Sie erzaehlten mir die schlimmsten Schauergeschichten( wahrscheinlich waren einige dabei, gesehen bei Akte XY.) Ich wurde auf Angst erst aufmerksam gemacht durch andere. Lass Dir den Genuss Deiner Huette nicht vermiesen.
    Jeder Mensch sollte so einen Ort kennen und ich beneide Dich.

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    1. Das werde ich nicht, lieber Augenstern. Der Ort wird seinen Zauber behalten.
      Jemanden zur Vorsicht raten, ist das eine. Jemanden durch Schauergeschichten Angst machen, eigentlich recht doof. Mehr noch. Es ist fast gemein, ein so schönes Vertrauen in die Ruhe und Stille mit Furcht zu trüben. Schade dass räumliche Einsamkeit so vielen schon Angst macht.
      Liebe Grüße

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  8. Das hast du wieder einmal sehr schön geschrieben.
    Was Strom und Feuer betrifft, da geht es mir wohl ähnlich. In den Urlaub fahren kann ich nur nach mehreren Kontrollgängen, bin mittlerweile aber dazu übergegangen, einfach die Sicherungen abzuschalten und dann nochmal nachzusehen, ob wirklich alle Sicherungen raus sind. Und ich bin auch schon einige Male auf dem Weg zur Arbeit umgedreht, weil ich nicht mehr sicher war, dass ich den Stecker der Kaffeemaschine gezogen und alle Lichter ausgeschalten habe 😀

    Es ist wirklich faszinierend, wie viel Einfluss diverse Filme auf die eigene Phantasie nehmen können. Gerade in meiner Kindheit hatte ich vor den unmöglichsten Dingen Angst, nur weil ich unerlaubter Weise Filme gesehen habe, für die ich definitiv zu jung war. Phasenweise hatte ich dann Angst vor Schränken, in denen sich verrückte Mörder verstecken oder Angst vor Spiegeln, aus denen verrückte Mörder herausspringen…

    So und nun hätte ich da noch etwas: Eine Liebster-Award-Nominierung. Ich würde mich freuen, wenn du sie annimmst, denn in deinem Blog lese ich wirklich gerne, da deine Geschichten jedes Mal aufs neue zu begeistern wissen 🙂 ( https://lebensseite.de/2016/03/06/es-gibt-fuer-alles-ein-erstes-mal-liebster-award/ )

    Liebe Grüße
    Chris

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      1. Diese Ticks gehören einfach dazu, wäre doch auch langweilig, ohne sie. Aber es stimmt schon, zu sehen, dass auch andere „betroffen“ sind, ist trotzdem immer wieder erleichternd 🙂

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  9. Liebe Mitzi,
    du erweist dich auch hier als besonderer Mensch. Es ist geradezu anrührend, sich die kleine „Brandschutzexpertin“ Mitzi vorzustellen, wie sie durchs Haus streift und alle Stecker zieht, mit Erfolg wie man sieht, denn von einem Brand hast du nicht berichtet. Besorgt sein nicht nur um das eigene Wohl, sondern um das der ganzen Hausgemeinschaft, ist gewiss nicht verschroben, sondern zeugt von Verantwortungsgefühl, auch wenn es übersteigert ist. Ich lkann das gut nachvollziehen, angesichts der drastischen Weise, mit der du bei der Feuerwehr über die Gefahren von Wohnungsbränden informiert worden bist.
    Es ist verständlich, dass ein phantasievolles Kind sich von Horror aus Filmen beeindrucken lässt. Die meisten Filmideen entstammen ja dem Volksglauben und rühren an uralte Kollektivängste. Als in den 70-ern die antiautoritäre Erziehung in Mode kam, machte man sich daran, die Märchen zu entschärfen, also die grausamen Elemente zu entfernen, bis 1977 der US-Kinderpsychologe Bruno Bettelheim das Buch herausbrachte: „Kinder brauchen Märchen“, worin er Märchen psychoanalytisch deutete und ihnen eine wichtige Funktion zuwies, mit deren Hilfe Kinder ihre seelische Balance finden. Voraussetzung ist, dass man mit Kindern über diese Dinge spricht, sie mit ihren Ängsten nicht allein lässt. Horror- und Gruselelemente in Filmen sind häufig auf Schockwirkung angelegt und bräuchten demgemäß eine intensive Nachbesprechung, damit sie keine nachhaltigen Schäden anrichten. Dass für dich der Horror und das Unwägbare nicht im Dunkeln lauert, sondern aus dem Bildschirm kommen kann, verweist darauf, dass du die genannten Filme nicht gut verarbeitet hast. Insgesamt ist aber alles gut. Angst ist nötig, damit man sich nicht in Gefahr begibt. Ich habe beim Lesen diese mal wieder vorzüglich geschriebenen Textes natürlich nicht nur auf den Inhalt geachtet, sondern auch auf die Form. Eingangs war ich beeindruckt vom Wort „vehement“, das ich schon lange nicht mehr gelesen hatte, selbst wohl noch nie geschrieben habe, Dann bilden der erste und der letzte Satz wieder eine Klammer, in diesem Fall um die ausführlich dargelegten Befürchtungen. Einheit von Form und Inhalt der besonderen Weise. Große klasse, liebe Mitzi.

    Beste Grüße und einen guten Start in die Woche,
    Jules

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    1. In den letzten Tagen hinke bei der Beantwortung auf die Kommentare ein ganzes Stück hinterher. Ein Vorteil ist, dass ich sie gerade ein zweites Mal lese und mich über diesen von dir, lieber Jules, besonders freue. Dein Lob verschönert mir den Tag und ich weiß es sehr zu schätzen.
      Wie grausam und brutal Märchen zum Teil sind, wurde mir erst bewusst, als ich vor Jahren begonnen habe, sie selbst vorzulesen. Ich hörte schon davon, dass sie für die kindliche Entwicklung wichtig sein sollen. Ob das bei Horrorfilmen auch so ist, bezweifle ich. Die von dir angesprochene Notwendigkeit über diese Filme zu sprechen, fällt oft aus, da sie heimlich geschaut werden. Insgesamt ist alles gut, sagst du. Das denke ich auch. Ein bisschen respektvolle Furcht schadet nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass die Münchner Feuerwehr seit den 80iger Jahren auch etwas sensibler geworden ist und sich die verkohlten Leichen für die Erwachsenen aufhebt oder ganz aus den Räumen verbannt.
      Liebe Grüße

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  10. ich liebe Gruselfilme, da schlafe ich anschliessend gut.
    ich hab nur angst wenns draussen glatt ist bei schnee
    und eis
    ich hab Angst nochmal zu stürzen und mir die Knochen zu brechen wie schon geschehen

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  11. Nach „Poltergeist“, habe ich mir nie wieder Filme mit übersinnlichen Phänomenen angeschaut. Noch Jahre danach vermutete ich hinter jedem klappernden Fensterladen, oder nicht zu zuordnenten Luftzug, einen bösen Geist. Im Wald jogge ich grundsätzlich ohne Stöpsel, ich liebe es die Geräusche der Natur zu hören, besonders jetzt im Frühling. Ein bisschen aber auch, weil ich, wenn ich meine Ohren, mit lauter Musik beschalle nicht höre, was gerade hinter mir passiert.Mit Rationalität und Logik komme ich da auch nicht weiter. Konfrontiere doch mal sonen Geist oder psychopathischen Serienkiller,der schon wochenlang im Wald, sich von Insekten und Würmern ernährend, hinter der nächsten Tanne nur auf dich gewartet hat mit diesen Dingen, das ist dem völlig schnurz. Ansonsten bin ich aber fast und sozusagen völlig angstfrei. 😉

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    1. Poltergeist gehört verboten ;).
      Das mit dem „Hören wollen“ kenne ich auch. Obwohl ich mich in Kellern zum Bespiel kein bisschen fürchte, würde ich dort nicht laute Musik hören. Überhaupt halte ich gerne alle Sinne zusammen und bereit.

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  12. Heute braucht keiner mehr auszuziehen, das Fürchten zu lernen – er muß nur den Fernsehapparat einschalten. Bei mir war es die Serie „Der Kommissar“ mit Erik Ode, von der ich als Kind unerlaubterweise ein paar Folgen sah – die düstere Stimmung, die da in schwarz/weiß vermittelt wurde, schlich mir noch ein paar Jahre nach. Inzwischen amüsiere ich mich über die unbeholfenen Dialoge, wenn ich mal wieder eine Folge sehe, aber die Stimmung kenne ich immer noch.

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    1. Faszinierend, wie leicht man sich an längst vergangene Stimmungen oder Emotionen erinnern kann.
      Besonders Grusel – auch wenn er schon längst vergangen ist – lässt sich spielend leicht abrufen. Oder gar nicht mehr. Dann steht man da und fragt sich, was man sich vor Jahren dachte 🙂

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  13. Ich würde ja auch gern schreiben, dass ich furchtlos bin, trau mich aber nicht. Aber vor Außerirdischen habe ich keine Angst… d.h., eigentlich habe ich nie darüber nachgedacht, ob ich Angst vor denen haben sollte. Arno Schmidt hat mal gesagt, dass es ihm an mangelndem Mut nie gefehlt habe. Das unterschreibe ich.

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