Sommer mit Filter

Kennen Sie den Sommer Filter, der sich an manchen Tagen im Juli über die Welt legt? Wenn Sie jetzt im App Store nachsehen müssen, dann kennen Sie ihn nicht. Es ist kein Gadget für Ihre Kamera, sondern etwas ausgesprochen hübsches, dass Sie ganz umsonst bekommen. Achten Sie mal drauf, der Filter legt sich auch über Ihre Stadt. Falls Sie ihn nicht gleich erkennen und ein Kind im Haushalt haben, fragen Sie es! Weiterlesen

Sommer im Nacken

Auf meinen Schultern sind vier neue Sommersprossen. Auf der Nase drei, auf der Stirn sieben und gestern Abend habe ich am Knöchel und am Bauch jeweils eine neue entdeckt. Jedes Jahr im Juli kommen ein paar winzige, hellbraune Punkte dazu und obwohl ich sie schon lange nicht mehr zählen kann, glaube ich dass es noch immer etwa zwanzig Stück jährlich sind. Ich mag meine Sommersprossen. Besonders die eine, goldbraune, die ich im rechten Augen habe und von der ich weiß, dass es eigentlich keine ist. Weiterlesen

Dem Weiß Ferdl sein Lied über den Wagen von der Linie 8

Im gestrigen Text über den Münchner Nahverkehr (Zam Rucka! U-Bahn Gedanken. )schrieb ich noch, dass es schade ist, Ihnen kein Tondokument der bayerischen Trambahnschaffner mit an die Hand zu geben.  Sylvia hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es sehr wohl eines gibt. Und was für eines!

Der Weiß Ferdl (wir Bayern nennen den Familiennamen zuerst), ein deutscher Humorist (geboren 1883) hat mit seinem „Ein Wagen von der Linie 8“ eine herrliche Satrie auf die Münchner Trambahn geschaffen. Geändert hat sich dem Weiß Ferdl seiner Chaos-Fahrt quer durch München nicht viel. Der Schaffner grantelt und schimpft wie seine Nachfahren noch heute. Die Linie 8 gibt es nicht mehr. Aber das monatliche Infoheft der Münchner Verkehrsbetriebe nennt sich heute „Linie 8“. Vielleicht wegen dem Weiß Ferdl. Verdient hätte er es. Hören Sie selbst:

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor der Arbeit nach Brasilien – U-Bahn Gedanken

Im Zwischengeschoss des Münchner Hauptbahnhofes steht jeden Tag ein alter Mann vor den Rolltreppen nach unten und fragt die vorbei eilenden Menschen nach dem Weg. Wir sind Gewohnheitstiere – er und ich. Er steht und sucht nach jemandem, den er nach dem Weg fragen kann und ich gehe an ihm vorbei, weil er mich noch nie gefragt hat. Jeden Morgen gehe ich in den kleinen Supermarkt und kaufe mir dort einen Apfel. Viel lieber würde ich mir nebenan im Café do Brasil ein Schokoladen Croissant kaufen. Weiterlesen

Ein Elefant auf dem Schuttberg

In München entstanden nach dem zweiten Weltkrieg zwei Trümmerberge, die meistens der große und der kleine Schuttberg genannt werden.  Obwohl es in München einige Hügel gibt ist der große Schuttberg eine der höchsten Erhebungen in der Stadt. Weil er nicht nur hoch sondern auch hübsch, und seit dem U-Bahn Bau zur Olympiade noch mal zehn Meter höher ist, nennt man ihn jetzt Olympiaberg. Beide Hügel waren nicht weit von der Wohnung meiner Großtante in Schwabing entfernt. Weiterlesen

Spontan entschieden

Wichtige Entscheidungen treffe ich gerne spontan, aus dem Bauch heraus und unter Missachtung jeglicher Aspekte der Vernunft. Nicht alle. Aber etwa ein Drittel der wichtigen Entscheidungen wird von mir ohne vorheriges Nachdenken getroffen. Mit siebzehn zum Beispiel beschloss ich, dass ein ganz bestimmter Mann mein zukünftiger Seelenverwandter werden würde, obwohl ich noch kein Wort mit ihm gesprochen hatte. Drei kleine Muttermale auf der linken Wange erinnerten mich an den Gürtel Orions und waren mir Zeichen genug. Mir ein sonnig gelegenes Grab unter den Nagel zu reißen, war eine ebenso spontane Entscheidung, wie die, mir den Mann mit Orions Gürtel auf der Wange zu schnappen. Beide waren zum Zeitpunkt der jeweiligen Entschlussfassungen noch belegt. Der Mann hatte seine damalige Freundin noch nachts neben sich liegen und im Grab lagen zwei Verstorbene. Weiterlesen