Beschränkt kreativ, aber glücklich und dankbar

Ein Blick dürfte Ihnen reichen und Sie ahnen, dass an mir weder eine Fotografin noch eine Frau mit Blick für das richtige Arrangement von Büchern verloren gegangen ist. Ein wenig uninspiriert und nur leidlich gut drapiert liegen sie hier. Bei mir ist es eben nur das Schreiben, das mit liegt. Für den Rest benötige ich Unterstützung.

Im aktuellen Fall bei „Nix mit Amore“ von Constanze Kramer, die mir das perfekte Cover gestaltet hat. Ein herzliches Dankeschön und eine warme Empfehlung. http://www.coverboutique.de
Ein ebenso herzliches Dankeschön an Mira (www.miraalexander.de) die mich bei den ersten beiden Büchern begleitet hat und deren Cover eben erst wieder auf der Münchner Auer Dult bei den Lesern gut angekommen sind. 
Ohne Euch wäre ich verloren gewesen. 

Vielleicht kann ich meine drei Lieblinge bald einmal mit einem schöneren Bild präsentieren. Der beste meiner Freunde kann das, was ich nicht kann. Mich und alles andere ordentlich fotografieren und in Szene setzen. Danke für das Bild im Buch, Oliver Metzner.

Halt die Klappe, denken Sie sich und haben natürlich recht. Trotzdem….einer muss noch rein. Danke, Christine und danke Carola und Marion (www.cr-leseagentur.de). Ich freu mich so sehr auf die von euch organisierten Lesungen im nächsten Jahr.

Hinter mir steht einer und fragt mich, ob ich bescheuert bin. Vielleicht. Aber man muss doch auch mal danke sagen dürfen. Es ist nicht selbstverständlich, dass einem so viele Menschen unterstützen und dabei weit über das hinausgehen, was zu erwarten wäre. Und deshalb auch danke, an jeden der hier mit liest und meine Kommafehler großzügig ignoriert und mir mit so vielen Kommentaren und Möglichkeiten zum Gedankenaustausch immer wieder eine große Freude bereitet.

Danke! 

Ihre glückliche Mitzi

 

 

Mach´s gut

Irgendwer sagte einmal, dass keiner wirklich weg ist, solange es Menschen gibt, die an ihn denken. Ob es auch auf jene zutrifft, die nie wirklich da waren, weiß ich nicht.

In meiner Schublade liegt ein kleines, von meiner Mutter gehäkeltes Jäckchen. Generationen meiner Stoffbären haben es getragen, nur nie das kleine Kerlchen für das es gemacht wurde. Sternenkinder nennen sie manche. Bei uns hat er einen Namen. Er wird nicht mehr oft ausgesprochen, wurde es nie, weil wir ihn nie kennen gelernt haben. Aber das kleine Jäckchen, das bleibt und ich mag es. Es macht mich nicht traurig, weil es mir schwer fällt etwas zu vermissen, dass ich nicht kannte. Und doch, ab und zu und ausnahmslos immer am 11. August, denke ich an ihn. An meinen kleinen Bruder, den ich wirklich gut hätte brauchen können. Gerne hätte ich es ihm überlassen, der jüngste in dieser großen Familie zu sein. Wahrscheinlich auch der Größere von uns beiden, was bei meinen Kinderzimmerregalen durchaus von Vorteil gewesen wäre. Überhaupt hätte man sich gut brauchen können. Als jüngste zieht man viel zu oft die volle Aufmerksamkeit der Eltern auf sich. Ein wenig mehr Ablenkung und geteilter Ärger wäre schön gewesen. Wir hätten uns sicher auch ganz wunderbar gestritten. Mit einer großen Schwester wie mir, hätte er gelernt sich durchzusetzen und wäre auf geballten weiblichen Wahnsinn ganz famos vorbereitet gewesen. Und heute, heute würden wir, an seinem Geburtstag vielleicht zusammen in der Sonne sitzen und uns fragen wie wir in so kurzer Zeit, so alt werden konnten.  Weiterlesen

Nagel bleibt

Ob ich endlich erwachsen werde, höre ich dich leise fragen, und sehe das Lächeln auf deinen Lippen ohne mich umzudrehen. Vielleicht. Angesichts des Kinderzimmerkartons und der WG Kiste, die ich endlich, endlich aussortiere, könnte man es meinen. Keiner der Gegenstände, die ich bei der Renovierung meiner Wohnung in den letzten Tagen aussortiert habe, gehörte dir und doch sind es Dinge, die dir vertraut sein müssen. Nicht nur dir. Einem jeden von uns, der in etwa zur gleichen Zeit geboren und im selben Jahrzehnt erwachsen wurde. Kaum einen kenne ich, der nicht mindestens eine Lavalampe besessen hatte und die CD Sammlungen von mir und meinen Freunden war sich über viele Jahre ähnlich, wenn nicht sogar identisch. Es ist an der Zeit sich zu trennen.  Weiterlesen

Nix mit Amore

Auswandern ist etwas für Abenteurer. Menschen, die alles hinter sich lassen, um in einem fremden Land neu anzufangen, müssen mutig, unerschrocken und neugierig sein. Sie brechen auf, um die brennende Sehnsucht in ihren Herzen zu stillen. Das Unbekannte lockt sie und das Vertraute langweilt sie. Dort wo andere noch vorsichtig um die Ecke blicken, rennen sie getrieben vom Fernweh schon los. Sie gehören zu den Menschen, die Hindernisse als Herausforderungen bezeichnen und Stillstand als Zumutung empfinden.
Auswanderer vereinen so ziemlich alles in sich, was ich nicht habe. Sie sind wie mein Freund. Er hat mir gezeigt, dass es Momente im Leben gibt, in denen man einfach springen muss. Ins kalte Wasser, über den eigenen Schatten und über die Alpen. Dorthin, wo das Herz schneller schlägt.

Eine turbulente, humorvolle Erzählung über Freundschaft, Sehnsucht und dem Abenteuer eines neuen Lebens unter der Sonne Italiens.

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Alltag X – Ruhe jetzt

Man hat ihn mir aus der Hand genommen, meinen Alltag. Hat ihn in Kisten verpackt und zu Stapeln geschichtet. Hat ihn in den kleinsten meiner Räume gepackt und mich gebeten, auf dem letzten der Kartons Platz zu nehmen. Dort könne ich sitzen, bis alles vorbei sei. Nein, bitte nicht helfen, nichts anfassen und einfach warten. Warten bis meine fliederfarbenen Wände silberwiesengrau strahlen und warten bis alles wieder an seinem Platz stünde. Nichts reden, wenn ich es schaffen würde und einfach die machen lassen, die wissen wie man eine Wohnung renoviert.  Weiterlesen

Lotuseffekt

Beziehungen jedweder Art sind individuell. Keine Freundschaft gleicht der anderen und kein Mutter-Tochter-Verhältnis ist identisch. Selbstredend, dass dies auch und ganz besonders für die Beziehung zweier Liebender gilt. Selbst wenn man nach Jahren glaubt, schon alles erlebt zu haben, kommt einer daher und überrascht einen. Kennzeichnend für die feinen Unterschiede all dieser Beziehungen sind für mich die kleinen Schlüsselsätze. Jene Wortkombinationen, die nur und ausschließlich in eben dieser Beziehung fallen. „Wo kommt der den her?“ zum Beispiel. Ausgesprochen mit einem leicht süffisanten Tonfall, gehört zum mutigsten meiner Freunde. Übersetzen kann man es nur schwer. Man müsste dabei gewesen sein, als er und ich im Auto saßen und ich – wie ist mir ein Rätsel – auf einer der größten Kreuzungen Münchens versehentlich auf die Gegenfahrbahn und zugleich auf die Gleise der Trambahn gefahren bin. In jenem Moment stellte ich mir diese Frage und ich kann mich noch heute gut an den Blick meines Freundes erinnern. Für ihn war etwas schneller als für mich klar, dass mein Abbiegemanöver irgendwie schief gegangen war. Der Satz wurde zum Geflügelten Wort und er auf Lebenszeit zu einem wirklich sehr, sehr schlechten Beifahrer.  Weiterlesen

Mitzi aus dem Vorderhaus auf der Auer Dult.

Momentan ist wieder die Auer Dult – ein herrliches Stück München und für mich immer ganz besonders schön, weil sich dort meine Bücher recht wohl fühlen. Kein Wunder – da liegen sie zwischen so feinen Lokalgrößen, dass man – also ich – sich nur freuen kann. Falls Sie keine Gelegenheit für eine Bummel über den Jahrmarkt in der Au haben und trotzdem noch etwas Münchner Lesestoff zum Schmökern und Blättern brauchen – überall im Buchhandel und bei Amazon. 

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Einen schönen Tag und liebe Grüße. Kommen Sie gut in den August.

 

Ein Schrank in einer Hütte im Wald (aus dem Archiv 11.11.2015)

Mein Großvater sagte einmal, dass die meisten Menschen zu dumm seien um sich vor den richtigen Dingen zu fürchten. Ihre Furcht sei zu oft unbegründet und fremdgesteuert. Trauen könne man nur der Angst die urplötzlich im Magen zu pochen beginnt und an unsere Instinkte appelliert. Er war kein belesener Mann, mein Großvater. Ihm fehlte die Zeit für Bücher. 1914 geboren gab es in seinem Leben keinen Raum dafür. Krieg, Flucht, Flüchtlingslager und wohl auch die zwei Frauen in seinem Leben die – nicht nacheinander sondern sich überschneidend –  für reichlich Konfliktpotential gesorgt haben. Aber er war ein kluger Mann, der gerne und viel nachdachte. Während meine Großmutter Geschichten erzählte, warf er mir nur  ab und an einen Brocken seiner Gedanken zu. Erklärt hat er sie mir nie. Er starb als ich zwölf und zu jung zum nachfragen war. Dass mich ein paar seiner Gedankenbrocken noch heute zum Nachdenken anregen, würde ich ihm nur allzu gerne sagen. Weiterlesen

Eine Hütte im Wald (aus dem Archiv 10.11.2015)

Wenn ich die Herbstsonne vor meinem Fenster auch um neun Uhr noch aussperre und ein Tag auf dem Sofa eine wenig verlockende Vorstellung ist, dann bin ich krank. Dann mag ich keine Bücher, keinen Radio und keine Ablenkung. Dann will ich nur schlafen. Kann ich es nicht, rolle ich mich wie ein kleines trotziges Kind ein und warte schmollend bis es besser wird. Am besten lässt man mich dann in Ruhe. Krank und nicht zu gleich ungeduldig und missmutig sein, kann ich nur an einem Ort. Einer kleinen Hütte in den Bergen. Auf ganz wundersame Weise dehnt und streckt sich dort die Zeit und lässt innere und äußere Uhren in einem viel gleichmäßigeren und langsameren Rhythmus ticken. Weiterlesen

Lassen Sie es! (Aus dem Archiv. Und von letztem Jahr. Und letztem Monat. Ach…immer aktuell)

Gehen Sie nie in einen Kiehl´s Store! Mehr Text braucht dieser Artikel im Grunde nicht. Lassen Sie es einfach. Sie werden mir dankbar sein. Oder auch nicht, nachdem Sie es doch getan haben und wissen worüber ich spreche. Dann sind wir Leidensgenossen. Sie und ich. Lassen wir das mit der Höflichkeitsform, ich schreibe ja doch mehr als die einleitenden Worte und es hört sowieso niemand auf mich. Am wenigsten ich selbst, spätestens wenn mein Powerful-Strength Line-Reducing Concentrate zur Neige geht. Nehmen Sie sich aber vielleicht wenigstens diesen Tipp zu Herzen: Betreten Sie den Laden nur, wenn er rappelvoll ist und die Verkäuferinnen genervt sind. Greifen Sie so viele Pröbchen wie möglich  ab (Nicht klauen, bitten Sie darum. Sie erhalten als Neukunde reichlich). Klatschen Sie sich zu Hause an einem verregneten Wochenende alles davon – nacheinander versteht sich –  ins Gesicht und genießen Sie das Gefühl sich etwas Gutes zu tun. Bei Versprechen der Kosmetikindustrie versetzt der Glaube schließlich Berge.  Fühlen Sie sich gepflegter, jünger und am besten gleich auch noch geliebter, nur weil Sie sich ein paar sauteure Seren und Cremes auf Wangen und Augen geschmiert haben. Ordern Sie anschließend das, was sich auf der Haut wunderbar anfühlt, online. Vorzugsweise ohne auf den Preis zu schauen oder unter zu Hilfenahme einer fremden Kreditkarte (auch diese vorzugsweise nicht geklaut). Dann geht es vielleicht. Dann können Sie einfach nur genießen. Ich bediene mich immer noch der Höflichkeitsformel. Wahrscheinlich um das penetrante „Du-Gesäusel“ der Kiehls-Damen aus dem Ohr zu bekommen. Weiterlesen