Milchschnitten Heißhunger und der Liebste Award

Kennen Sie Veronika? Falls nicht, dann sollten Sie unbedingt einmal bei ihr vorbei schauen. Vro jongliert . Nicht mit Bällen sondern mit Kindern, Alltag, Familie, Haushalt und Job. Und am virtuosesten mit Worten. Vros Blog gehört zu den wenigsten, deren neue Artikel ich mir auf das Handy schicken lasse. Heute mag ich Veronika besonders, weil ihre Nominierung zum liebsten Award genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen ist. Ihr Blog hat es verdient und mich hält es davon ab einen gehässigen Artikel über eine Münchner Arztpraxis zu schreiben. Ich warte seit 30 Minuten und habe die dumpfe Ahnung, dass ich die Fragen des Awards beantwortet haben werde, bevor man mich aufruft. Danke, Veronika. Weiterlesen

Schafskälte

Mit drei Würfen hat er alle Dosen abgeräumt, der Klügste meiner Freunde und der, der mir von allen vielleicht am Wichtigsten ist. Er kennt mich noch ein kleines Stück besser, als die anderen und wusste, dass ich es ernst meinte, als ich ihn bat mir das größte der Stofftiere am Stand zu werfen. Manche Wünsche sind albern, aber sie brennen so heiß, dass sie erfüllt werden müssen. Auch wenn die Wünschende viel zu alt für ein 1,20 m großes Stofftier ist.  Zwei Mal in Folge müssen die Dosen mit drei Bällen abgeräumt werden. Der Klügste lacht und schüttelt den Kopf. Das würde nichts werden, murmelte er. Das muss, flüsterte ich. Unbedingt – ich brauche heute dieses Schaf. Mir ist zu kalt, als das ich ohne Schaf durch den Tag kommen würde. Weiterlesen

Kinder im Aufwind – ein Projekt von Petra Pawlofski und ein kleiner Beitrag von mir

Was ich an Blogs am mit am meisten schätze, ist die Möglichkeit Gedankenanstöße jeglicher Art zu bekommen. Eine mit seit langem ans Herz gewachsene Fundgrube ist Random Randomsen (https://randomrandomsen.wordpress.com/). Auf seiner Seite bin ich auch auf das Projekt der Künstlerin  Petra Pawlofsky gestoßen, die auf hat auf ihrer Website da sein im Netz ein schönes Projekt mit dem Titel «Kinder im Aufwind» gestartet hat.  Sie selbst beschreibt es am Besten:

«Fragt Ihr Euch auch manchmal, wie unsere Kinder all das verkraften, was an Nachrichten auf sie einstürzt?  Wie sie mit dem anspruchsvollem Leistungsdruck, der Hetze im Alltag, den Medien, den stumpfen Blicken vieler Erwachsener um sie herum zurechtkommen? Wie wir ihnen eine Basis geben können, gelassen, selbstsicher und hoffnungsvoll zu leben und in die Zukunft zu schauen? Eben im Aufwind zu bleiben…

Darum geht das Projekt, das ich heute starten möchte. Zum Thema gibt es nun bald eine Beitragsreihe  von mir mit Gedanken, Zitaten, Erfahrungen und natürlich mit passenden Gemälden und digitaler Kunst.»

Heute Nachmittag sah ich mir einige der Beiträge an und freute mich, dass Random einen meiner Texte für passend hielt. Ich habe ihn nachstehend hervorgeholt, obwohl er hier vor gar nicht so langer Zeit schon stand. Der Text zeigte mir selbst, wie glücklich ich mich über meine Familie schätzen kann. Egal wie oft ich mich über Kleinigkeiten ärgerte – wir sind noch heute vier. Vier Geschwister die nicht die gleichen Eltern, aber die gleichen Erinnerungen haben. Unsere schönen Erfahrungen haben uns ebenso geprägt wie die schlechten. Unser großes Glück lag wohl darin, dass wir Kinder nie alleine waren. Und unser heutiges großes Glück ist, dass wir von dieser geborgenen Kindheit noch heute profitieren und uns aufeinander verlassen können. Selbst ich, die ich als Einzelkind geboren bin.

Wir sind vier

Wir sind vier. Meine drei Geschwister und ich. Ich bin die Jüngste. Monika ist neun Monate älter, Florian drei Jahre und Regina ganze fünf Jahre. Falls Sie sich fragen wie meine Mutter es hinbekommen hat, zwei Kinder im Abstand von nur neun Monaten zu gebären müssen Sie sich nicht den Kopf zerbrechen, denn das hat sie nicht. Sie stellte das Gebären nach mir ein und ich musste sehen, wie ich zu Geschwistern komme. IMG_1738Ganz früher, waren wir nicht vier. Wir waren ich, meine beiden Cousinen und mein Cousin. Ich weiß nicht genau, wann wir vier wurden, aber es muss diesen einen Zeitpunkt gegeben haben, an dem wir beschlossen, dass wir nicht drei plus eins, sondern einfach vier waren. Um ehrlich zu sein, war es eine rein weibliche Entscheidung. Florian hatte niemand gefragt, aber da er nicht widersprochen hat, nehme ich an, dass ich ihn nach all den Jahren genauso sehr wie seine leiblichen Schwestern genervt habe und er keinen großen Unterschied feststellen konnte. Vielleicht dachte er sich auch nur, dass es auf eine mehr nicht mehr ankommt.

Ich kenne meine Schwestern in- und auswendig und ich weiß, dass auch sie mich besser kennen als die meisten meiner Freunde oder andere Familienmitglieder. Mit meiner kleinen großen Schwester stritt ich mich als Kind so heftig, dass wir es problemlos schafften sechs Wochen Sommerferien nebeneinander schlafend zu verbringen, ohne kaum mehr als zwei Worte am Tag zu wechseln. Ich fand sie unglaublich besserwisserisch und doch war sie mir näher als jeder andere. Sie ist es mir heute noch. Genauso wie mein Bruder, den ich schon als Sechsjährige angehimmelt habe und nie ganz damit aufgehört habe. An der Beerdigung meiner Großmutter, war es seine Hand, die die meine gesucht hat und die einzige, die ich in diesem Moment halten wollte. Gleiches gilt für meine große Schwester. Sie verpasste mir mit zehn oder elf die kräftigste Ohrfeige meines Lebens und umarmte mich als Erwachsene in den Momenten, in denen der Boden unter meinen Füßen bröckelte.

Naturgemäß sehen meine Eltern es etwas anders und behaupten weiterhin, nur eine Tochter zu haben. Ich glaube sie fürchten sich etwas davor, drei weitere von meiner Sorte zu haben. Es hilft ihnen aber nichts. Die Kinder meiner Schwestern – und das sind viele – stellen ihre Wohnung regelmäßig auf den Kopf und verbringen Ferien und Wochenenden bei ihnen. In meiner Familie fragt man nicht, ob es passt, es ergibt sich und meine Eltern ergaben sich. Mein Onkel adoptierte mich dagegen bereits sehr früh und ganz freiwillig. Wenn ich zur Tür reinkam, rief er dröhnend „Mei Madl!“ und behauptet schon immer, dass ich sein Mädchen sei. Ob zwei oder drei schien keinen Unterschied mehr zu machen. Diese „Mei Madl!“ dröhnte auch über die Piazza Bra, als ich in Verona lebte und er mich mitsamt einer oberbayerischen Reisegruppe besuchte. Er schwenkte seinen Hut und kam mir mit offenen Armen entgegen. Bei jedem anderen wäre es mir peinlich gewesen, bei ihm war es nur schön. Meine Tante kam gleich zwei Mal und brachte mit ihrem Lachen ein Stück Heimat nach Italien.

Für die Horde an Nichten und Neffen bin ich Tante. Eigentlich bin ich Thai. So nannte mich mein erster Neffe, als er noch nicht gut sprechen konnte. Ich bin jetzt Mei Thai und man muss seine Geschwister schon sehr gerne haben, um sich wie einen klebrigen Cocktail nennen zu lassen. Es fällt einem leicht, sie gerne zu haben. Auch wenn sie noch immer überzeugt davon sind, dass mein Kühlschrank chronisch leer ist und mich von Fertiggerichten ernähre. Seit ich ihnen in Italien gestand, dass ich in manchen Wochen nur Nudeln mit Olivenöl aß, weil für mehr das Geld nicht reichte, kümmern sie sich um mich. Es ist jetzt über 15 Jahre her, aber sie stecken mir noch immer bei jedem Besuch etwas Essbares in die Taschen. Ich beschwere mich nicht und bin gern das Küken. Zähneknirschend akzeptiere ich es auch, dass mich nie jemand bittet einen Kuchen zum Buffet beizusteuern. Seit ich mit acht Jahren die Torte meiner Oma fallen lies und mit sechzehn ein Blech Obstkuchen quer durch die Küche schleuderte, traut man mir nichts mehr zu. Ich kann wirklich nicht besonders gut backen. Aber ich kann kochen. Das habe ich von meiner Mutter gelernt und ich würde sagen, dass sie und ich darin sogar besser sind. Das interessiert aber keinen. Ich bin die Kleine, die keine Kinder hat und nur das nötigste kocht. Klingt das trotzig und beleidigt? Kein Wunder, hätten sie drei ältere Geschwister würden sie auch um kulinarische Anerkennung kämpfen müssen. Als Einzelkind mit zwei großen Schwestern noch viel mehr.

IMG_1740Ich liebe meine vier Großen und freue mich auf den familiären Wahnsinn am Ostermontag. Man bat mich etwas Gemüse aufzuschneiden und einen Obstsalat mitzubringen. Auch wenn sie es nicht sagten, zwischen den Zeilen bedeutet es „da kann nicht viel schiefgehen“. Ich könnte ihnen deftige Blätterteilröllchen machen, herrliche Osterlämmer oder eine perfekte Quiche Loreen – sie machen all das lieber selbst. Ich werde dann eben einen großartigen Obstsalat machen. Nicht wie die kleine Große mit Hilfe von Dosenfrüchten. Ganz frisch und mit einem ordentlichen Schuss Prosecco. Als jüngste kann man vor mir nicht erwarten, dass ich daran denke, dass Kinder mit am Tisch sitzen. Vielleicht fällt mir die Schüssel auch runter. Kurz vor dem Tisch. Dann erfülle ich das Klischee und nur der Hund weiß, was ihnen allen entgangen ist.

Weitere Beiträge finden sich auf der Seite von Petra Pawlofsky und sind mehr als nur eine Klick wert.

https://pawlo.wordpress.com/2016/08/18/kinder-im-aufwindchildren-upwind/

Seht mir die hässlichen Internet Adressen nach. Seit einiger Zeit bekomme ich keine Links mehr eingefügt und musst oben von Randoms Seite kopieren. Petra Pawlofskys Seite ist aber allemal wert, dass man den Link kopiert und dort ein wenig schmökert.

Verzweifelt, aber irgendwie lustig

Blog-Geburtstage werden auf WordPress häufig frenetisch gefeiert. Da ich ein Herdentier bin und mich gerne anpasse, mache ich das auch.

MITZI IRSAJ AUF WORDPRESS WIRD HEUTE EIN JAHR!

Plündern Sie Ihren Kühlschrank. Heute können Sie sich hemmungslos einen hinter die Binde kippen – ich übernehme die Verantwortung. Bei 34 Grad dürfte ein gut eingeschenktes Glas reichen um Einen sitzen zu haben. Ich selbst bleibe nüchtern und nutze den denkwürdigen Tag um zu überprüfen ob ich meinen Vorsätzen vom 11.07.2015 treu geblieben bin. Als überlegt handelnder Mensch, habe ich mir natürlich lange Gedanken darüber gemacht wohin die Reise gehen soll und worauf ich achten werde, bevor ich mich an die Öffentlichkeit wage. Wenn ich mich richtig erinnere, dann waren es ganze zehn Minuten. Weiterlesen

Der „Liebste Award“ riecht nach Basilikum

Jenny vom Blog https://meinveganeskochbuch.wordpress.com/ hat mich für den Liebsten Award nominiert und die Fragen so hübsch eingepackt, dass Sie unbedingt auf ihrem Blog vorbei schauen müssen. Hier:
https://meinveganeskochbuch.wordpress.com/2016/06/13/ich-bin-nur-wegen-des-guten-essens-hier-liebster-award-teil-3/. Aber unbedingt auch sonst, wenn auch für Sie Essen etwas mit Leidenschaft zu tun hat. Die hässlichen Links müssen Sie bitte ignorieren. Ich tippe hier am Viktualienmarkt in München und habe nur ein winziges Handydisplay zu Verfügung und zudem ständig etwas zu Essen in der Hand. Wenn das vegane Kochbuch Fragen stellt, dann kann ich diese nur auf einem Markt beantworten. Kein anderer Ort würde diesem Blog gerecht werden. Und keinen anderen Ort verbinde ich in München so sehr mit Genuss. Noch eine Olive und eine Erdbeere (herrliche Kombination) und dann geht es los. Weiterlesen

Postkarten Ersatz

  
  

Ich habe die Sonne gefunden. Oder sie mich. Bei 30 Grad im Schatten sitze ich vor der Hütte und konnte nicht widerstehen mich für die vielen lieben Nachrichten zum Urlaubsbeginn mit einem Postkarten Ersatz zu bedanken. 

Liebe Grüße 

Mitzi

Sommerpause

Ein knappes Jahr gibt es diesen Blog und es ist an der Zeit ihn für zwei Wochen links liegen zu lassen. Die nächsten zwei Wochen werde ich meine Nase in Bücher stecken und Grashalme statt Displays vor den Augen haben. Die Finger werden nicht tippen, sondern Blumen pflücken, Holz berühren und sich auf Moos im Wald ausruhen. Das Internet werde ich nicht vermissen. Die letzten Wochen war mir alles zu viel. Zu viel müssen. Zu viel sollen und vielleicht auch zu viel wollen. Ein guter Zeitpunkt um den Stecker zu ziehen.

Auf meiner Hütte in den Bergen gibt es kaum Netz und wenn es mal da ist, bin ich mit anderem beschäftigt. Feuersalamander beobachten, Siebenschläfer zähmen, den Ofen einheizen und mir im Gestrüpp die Beine und Arme zerkratzen, wenn ich ins Dorf laufe.

Und auch wenn sich die Sonne hartnäckig versteckt. Ich werde sie finden. Und wenn nicht, laufe ich eben in Gummistiefeln durch den Wald.

Wenn Sie wissen wollen wo ich bin….. hier. Und falls Sie hier schon länger lesen…ich werde den Schrank knacken. Den  Schrank in einer Hütte im Wald…oder auch nicht.

Herzlichst
Ihre erschöpfte Mitzi

 

 

Until I wake up tomorrow…

Eisberge müssen nie weinen, flüstere ich leise in der Dunkelheit meines Schlafzimmers und warte auf dein Lachen. Nach all den Jahren kommt es noch immer. Wenn ich diesen Satz sage, dann höre ich dich lachen. Vor vielen Jahren summte ich das Lied auf einer nächtlichen Fahrt quer durch die Stadt. An der Ampel hörte ich dich lachen. Eisberge müssen nie weinen, fragtest du. Ja, Eisberge müssen nie weinen, meinte ich und fügte an, dass es ein seltsames Lied sei, mir aber gefallen würde. Du hast mich nie korrigiert und erst sehr viel später hörte ich heraus, dass es die Eisbären waren, die im kalten Polar nicht weinten. Weiterlesen