Milchschnitten Heißhunger und der Liebste Award

Kennen Sie Veronika? Falls nicht, dann sollten Sie unbedingt einmal bei ihr vorbei schauen. Vro jongliert . Nicht mit Bällen sondern mit Kindern, Alltag, Familie, Haushalt und Job. Und am virtuosesten mit Worten. Vros Blog gehört zu den wenigsten, deren neue Artikel ich mir auf das Handy schicken lasse. Heute mag ich Veronika besonders, weil ihre Nominierung zum liebsten Award genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen ist. Ihr Blog hat es verdient und mich hält es davon ab einen gehässigen Artikel über eine Münchner Arztpraxis zu schreiben. Ich warte seit 30 Minuten und habe die dumpfe Ahnung, dass ich die Fragen des Awards beantwortet haben werde, bevor man mich aufruft. Danke, Veronika.

  1. Akkus leer, kein Internet, kein Zugang zum Blog – was nun?
    Aktuell würde ich mich zwischen der Lektüre von „Bild der Frau“ und „Mens Health“ entscheiden müssen und angesichts der fragwürdigen Auswahl wohl doch nur aus dem Fenster schauen. Das kann ich gut. Aus dem Fenster schauen. Meine Oma hat es mir beigebracht. Mit ihr saß ich stundenlang am Fenster und habe die Bushaltestelle auf der anderen Straßenseite beobachtet. Eigentlich passierte da nicht viel, aber man konnte sich schöne Geschichten ausdenken, die das wenige interessant und spannend machten. All jenen, die Entschleunigung suchen und dafür ein unverhältnismäßig viel Geld für Ratgeben ausgeben, kann ich das nur empfehlen. Schauen Sie einfach eine Stunde aus dem Fenster. Nach ein paar Minuten fangen Sie an etwas zu sehen.
  2. Lachende, kichernde Kinder – macht dich das fröhlich oder findest du es nervig?
    Lachen ist ansteckend. Und das glucksende Kinderlachen besonders. Ich mag es sehr. Deshalb kitzle ich die „meinen“ auch immer gerne. Dieses perlende Glucksen ist herrlich. Sie nerven mich erst, wenn ich Bob der Baumeister spielen muss oder nicht kapiere welche Playmobil Ritter nun die Guten oder die Bösen sind. Für das Glucksen nehme ich das aber gerne in Kauf. Das Kind hier vor meinen Füßen gluckst nicht. Es nervt auch ohne Bob der Baumeister, weil es mit seiner Mutter darüber diskutiert ob es eine dritte Milchschnitte bekommt. In fünf Minuten spätestens schnappe ich mir die verbleibende Schnitte, dann ist die Diskussion beendet. Pah!
  3. Welche Jahreszeit magst du am liebsten?
    Sommer. Aber nur, wenn davor Frühling und danach Herbst ist und ich zum Ausgleich einen bitterkalten Winter bekomme. Der Wechsel ist es, den ich am liebsten habe.
  4. Die schönen Dinge des Lebens sind für dich …?
    Jetzt in diesem Moment hätte ich große Lust auf die Milchschnitte über die gerade ausführlich gestritten wird.
  5. Morgenmuffel oder Nachteule? Oder womöglich beides?
    Ich bin ein Morgenmensch. Direkt nach dem Aufwachen bin ich voll Tatendrang und mein Gehirn funktioniert am besten. Ab Nachmittag lasse ich rapide nach um kurz vor dem Bett gehen noch einmal zur Höchstform aufzulaufen. Man sagt mir nach, das es ein wenig anstrenged für mein Umfeld sein kann.
  6. Ein guter Tag ist es, wenn …?
    Ich diese Milchschnitte haben könnte.
  7. Warum werden/wurden all diese Philosophen, die das Sein/das Leben erklären woll(t)en, nicht verrückt? Das wollte ich schon immer einmal jemanden fragen. Habe ich auch, bekam aber keine Antwort.
    Wenn ich mir die verschiedenen Ansätze und Erklärungen ansehe, dann möchte ich nicht ausschließen, dass einige von ihnen durchaus verrückt waren. Diese Frage wird Zeilenende bestimmt klasse beantworten – ich freu mich drauf.
  8. Kennst du die dunkle Seite der Macht? Äh nein, nicht die der Macht, aber die in jedem von uns. Wie kann jemand grundsätzlich nett und sympathisch sein und dann die grauslichsten Horrorgeschichten schreiben? Nur so als Beispiel. Oder geht das gar nicht?
    Herrgott, diese blöde Milchschnitte. Ich bin versucht, das Ding aus dem Korb der Mutter zu klauen, schnell anzubeißen und dir dann etwas darüber zu erzählen, dass ich eigentlich wirklich nett bin und Kindern sonst nie ihr Futter klaue. Im Ernst…ich denke, dass geht sehr gut. Nicht das Klauen der Milchschnitte, sondern das reindenken in die Abgründe. Sich etwas vorzustellen heißt nicht, es auszuleben. Sonst hätte die Authorin von 50 Shades of Grey vor dem unsäglichen Buch Erfahrungen gesammelt und es wäre nicht so grotten schlecht geworden. Ohne Milchschnitten-Kunstzucker werde ich garstig. Sieh es mir nach.
  9. Glaubst du an den ersten Eindruck? Den, der bleibt?
    Durchaus. Die ersten Sekunden sind wichtig und der erste Eindruck entscheidet über vieles. Dennoch glaube ich auch, dass er mit besseren Kennenlernen revidiert und korrigiert werden kann. Ich möchte nicht wissen, was man gerade von mir denkt. Hektisch tippen, niesen und schniefen und dabei einem Kind eifersüchtig auf den Mund schauend. Es hat gewonnen. Mama hat ihm die dritte Schnitte gegeben.
  10. Was ist wichtiger: Zufriedenheit oder Glück?
    Zufriedenheit. Das hält länger vor und ist wie eine warme Decke an kalten Tagen. Aber das Glück ist verlockender. Wir dichten ihm zu große Bedeutung an.
  11. Wenn du jetzt auf der Stelle verreisen könntest, wo ginge es hin? (Urlaub bekommst du, habe ich geklärt. Die Katze wird gefüttert. Geld spielt keine Rolle. Impfungen sind auch kein Thema. Die Kinder – so welche vorhanden – plärren dir ganz sicher nicht hinterher.)
    Dann würde ich sofort noch einmal den Griechenland Urlaub mit meiner Freundin wiederholen. Oder, falls ich erkältet wie ich bin antreten muss, auf meine Hütte in den Bergen. Da gibt’s einen Holzofen und Holzofenwärme ist unschlagbar gesundheitsfördernd.

Halleluja 105 Minuten Wartezeit für einen kurzen Blick und die Bestätigung, dass ich meine Kollegen morgen noch nicht mit meiner Anwesenheit erfreuen sollte. Danke, lieber Veronika. Ohne dich und deine Fragen, hätte es mich doch arg genervt. So kann ich mich jetzt wieder auf dem Sofa einrollen und die Familienpackung Milchschnitten verputzen. Der Kakaoanteil, Sie wissen schon. Nur wegen der wertvollen Stoffe im Kakao….

Und wenn Sie auf der Suche nach lesenswerten Blogs sind, dann schauen Sie doch mal in den Kommentaren bei mir nach. Ich habe das Glück, dass die Kommentare durch die Bank weg von Autoren stammen, die nicht nur produktiv sondern auch sehr lesenswert sind.  

72 Gedanken zu “Milchschnitten Heißhunger und der Liebste Award

  1. Dann hinterlasse ich dir doch auch direkt einen Kommentar 😉 Erstmal gute Besserung und eigentlich hätte ich dir ja Milchschnitten rüber gereicht, aber du hast da irgendwie doch schon vorgesorgt. Gut so!
    Wieder einmal wunderbare Antworten, Frage Nr. 5 werde ich wohl ähnlich beantworten 🙂 Aber auf den Artikel über die Münchener Arztpraxis bin ich ja doch gespannt …..

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  2. Liebe Mitzi!
    Ich habe mich umgehend in die Almmolkerei begeben und aus den frischesten Zutaten eine große Ladung Milchschnitten mit Heilungseffekt gebacken. Sie sind bereits mit den besten Genesungswünschen auf dem Weg zu Ihnen. Für Nachschub kann jederzeit gesorgt werden.
    Genießen Sie die Sofazeit! 🙂
    Herzliche Grüße
    Mallybeau

    Gefällt 3 Personen

  3. Bestimmt wäre Darth Vader nicht zur dunklen Seite der Macht übergetreten, wenn seine Mami ihn mit Milchschnitten gefüttert hätte. Obwohl – hast Du mitbekommen, wie die Mutter in der Arztpraxis ihren hoffnungsvollen michschnittenfressenden Nachkömmling genannt hat? „Darthie“? „Damian“? „Kevin-Ryan-Phoenix“???? Ich nehm’s zurück. Es kann nicht NUR an der Ernährung liegen…

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    1. Ich will dem Kleinen nicht unrecht tun.
      Aber so mancher Name hat bestimmt schon zu großen Beeinträchtigungen geführt.
      Milchschnittefressender Nachkömmling ist übrigens das schönste Schimpfwort seit langem.

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      1. Der Satz «Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht» klingt für mich ja meist so nach „bloß kein neumodisches Zeug in die verstaubte Stube bringen“ – aber im Lebensmittelbereich ist diese Einstellung vielleicht oft gar nicht so dumm.

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      2. Es ist krank, was wir uns manchmal in den Mund schieben. Da wird ein riesen Fass mit Super Food aufgemacht und neben den Chia Samen schaufelt man pure Chemie auf den Teller.
        Das Sprichwort mag anders gemeint sein, aber man sollte es vielleicht als Einstellung auslegen, die beinhaltet über Herkunft und Inhalt nachzudenken.

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      3. Leider muss ich einräumen, dass ich da auch oft zu sorglos bin. Eine Neudefinition des Bauern-Sprichworts wäre durchaus angebracht. Denn was fleißig konsumiert wird, bleibt auch für Produzenten attraktiv. Also müssen schon die Konsumenten ihre Marktmacht wahrnehmen.

        Gefällt 1 Person

  4. Liebe Mitzi!

    Danke fürs Mitmachen. Ich stelle mir gerade vor, wie du der Mutter die Milchschnitte entreißt (am Ende von Frage 9), einmal genüsslich mit der Zunge drüber schleckst, die Triefnase ordentlich hochziehst (damit es auch der Letzte ganz sicher kapiert) und die Milchschnitte dann an das Kind weiterreichst. Das wäre dann der Artikel, wie ich ihn gerne schreiben würde. Kannst dich ja auch den Fieberwahn ausreden.

    Jedenfalls hast du deine Wartezeit gut zugebracht und warst sehr produktiv obendrein. Ich hab ja normalerweise mein Strickzeug mit. Das könntest du für nächstes Mal in Erwägung ziehen, damit lassen sich Milchschnitten perfekt aufspießen und elegant einholen.

    Für den zur Gesundung notwendigen Kakaoanteil empfehle ich Pariser Creme mit einem guten Schuss Cognac. Weniger künstliche Zusatzstoffe!

    Werd ganz schnell gesund! Dein Artikel war wie immer ein Geschenk! Sei herzlichst bedankt!

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    1. Hätte ich das gemacht, dann hätte ich mir wahrscheinlich einen neuen Hausarzt suchen müssen :).
      Irgendwann werde ich auch mit dem Stricken anfangen. Ich schau schon immer ganz neidisch auf Frauen, deren Finger immer etwas zu tun haben. Stelle es mir unheimlich entspannend vor.
      Pariser Creme musste ich googlen. Eindeutig verlockender als die ollen Schnitten.
      Lieben Dank noch einmal für die Nominierung – es hat großen Spaß gemacht.

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      1. Aufgrund tiefsitzender Ablehnung Milchschnitten gegenüber (Macht nichts, bleibt allen Anderen mehr davon!) habe ich Pariser Creme gemacht. Schlagobers aufgekocht, Kuvertüre darin zerlassen, ein wenig Butter und einen ordentlichen Schuss Cointreau dazu.
        Böse, böse, böse. Geht direkt auf die Hüften. 😉

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  5. 😂Danke für das lustige Interview zum Freitag Morgen. Besser kann eine Woche gar nicht Enden! Wieder sehr gelacht. Danke Mitzie! Gib Acht Milchschnitten sind tückisch. Besonders wenn man sie im Heißhunger immer wieder nachschiebt. Dann ist es irgendwann zu viel Milch und zu wenig Schnitte, oder aber zu viel von allem. Böse Milchschnitte.

    Alles Liebe!😘

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  6. Das nenne ich mal die Zeit im Wartezimmer sinnvoll verbringen. Meine Bewunderung, dass du deine flotten Antworten auf dem Handy getippt hast, liebe Mitzi. Das könnte ich nicht, hätte nicht das manuelle Geschick, würde aber vor allem am kleinen Textfenster scheitern, das ja nur einen kleinen Ausschnitt des Textes zeigt. Da würde ich den Überblick verlieren. Fein, dass du ihn hast.

    Ich hoffe, es geht dir schon viel besser und sende eine digitale Milchschnitte.
    Lieben Gruß,
    Jules

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    1. Ich musste daheim auch noch einmal den Rechner anwerfen. Tippen, das geht noch. Aber formatieren….das schaffe ich dann doch nicht.

      Liebe Grüße und danke für die digitale Milchschnitte. Nun bin ich endgültig satt und zufrieden ;).

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  7. Dieser Beitrag hat mich die letzten beiden Krokantkugeln gekostet, die noch in der Schublade lagen, um das Fehlen von Milchschnitte zu kompensieren.
    Aber mal ehrlich: Warum von einem Verrückten erwarten, er könne erklären, warum er nicht verrückt sei? 😉

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