Zettelwirtschaft – Von Frauen und Schuhen

Schuhe putzen gefällig? Nein, meine Herren, dieses Angebot gilt nur für Frauen und geputzt wird direkt am Fuß. Hausbesuche nach 18:00 Uhr möglich.
Was meinen Sie? Ist das was für uns Damen? Schuhe – Kostenlos – Topservice….klingt verlockend 😉

Zettelfundstück aus München, Kurfürstenplatz.  

42 Gedanken zu “Zettelwirtschaft – Von Frauen und Schuhen

  1. Das ist ja ein bemerkenswertes Fundstück. Es ist doch keine Nische so klein, dass sie einen entschlossenen Existenzgründer entmutigen könnte. Interessant wäre, zu erfahren, wie viele Frauen an einem solchen Angebot interessiert sind. Mal abgesehen davon, dass Schuhputz nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört, konnte ich mich doch einmal kaum bremsen, einen wunderschönen Schuhputzkasten auf einem türkischen Basar in Berlin zu erstehen. Dagegen gehört zu den unschönen Erinnerungen die regelrechte Verfolgung durch Schuhputzer, der wir ausgesetzt waren, als ich mit meiner Mutter Urlaub in Tunesien machte (Ende der 70er, Nebensaison). Und ebenfalls unangenehm berührte es mich, als ich mich in Málaga mit einem deutschen Geschäftsmann in einem Café verabredet hatte, und er sich während unseres Gesprächs mit größter Selbstverständlichkeit die Schuhe putzen ließ. Natürlich nicht von mir! Aber diese Herrenmenschengeste! Ich bin so gar keine Domina. Nicht mal andeutungsweise. Wer meine Schuhe putzen will, tue dies bitte ohne meinen Fuß drin und außerhalb meines Gesichtsfeldes. Und selbst dann wäre mir ein Schuhputzroboter lieber.

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    1. Das würde mich auch interessieren – wer sich da meldet. Wenn man das Gästebuch liest, dann eine bunte Mischung, die sich aus welchen Bewegründen auch immer die Schuhe putzen lässt. ich selbst mag es auch nicht, wenn (häufig Männer) diese Dienstleistung im Vorbeigehen abgreifen und mit Arroganz und Überheblichkeit über dem Putzenden hocken und ihn gar nicht beachten. Würden die beiden währenddessen ein Gespräch führen, dann wäre es viel mehr eine schlichte Dienstleistung.

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      1. Hm… Ein Gespräch unter Männern, während einer die Schuhe putzt und der andere sie sich putzen lässt, kann ich mir vorstellen. Ein Gespräch zwischen Mann und Frau in der entsprechenden Situation… Ach, ich merke schon, ich bin dabei, mich aufs schuhcremeverschmierte Glatteis zu begeben. Man wird mir hinter Straßenecken mit Schuhcremedosen auflauern. Neugierig werde ich mich mal auf diese Webseite schleichen aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zurückkehren, ohne meine Meinung geändert zu haben.

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      2. Ich meinte ein Gespräch unter Männern.
        Mann und Frau in der selben Situation…schwierig. In einem Einkaufszentrum vielleicht. Beim Hausbesuch…ich kann es mir schwer vorstellen. Wenn Glatteis, dann steh ich auch drauf.

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      3. Ich war gerade auf der Webseite. Ich finde das so seltsam, dass ich mich eigentlich nicht mehr dazu äußern möchte. Dass er das kostenlos macht, hatte ich ja auch zunächst nicht zur Kenntnis genommen, obwohl es groß auf dem Zettel steht. Aber es macht das Ganze natürlich noch viel seltsamer.

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      4. Das halte ich für die richtige Entscheidung. Bin zu sehr „Schreibkraft“, als dass mir nicht unzählige mögliche Gründe einfielen, die ja in jedem Fall Unterstellungen wären.

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  2. Ich habe mir seine Webseite angeschaut. Macht eigentlich einen seriösen Eindruck. Über sein Motiv, dieses Hobby auszuüben mag man spekulieren.
    Leider hat er das Pech, dass in der heutigen Zeit das Misstrauen an erster Stelle steht, und man sofort unseriöse Absichten vermutet. Ausspionieren von Wohnungen für Einbrüche, betrügerische oder sexuelle Absichten.
    Am meisten Erfolg wird er haben, wenn Damen, die zufieden waren ihn weiterempfehlen.

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    1. Lieber Heinrich,
      obwohl ich natürlich auch gleich in die Richtung „ach du meine Güte, was soll das denn“ gedacht habe, empfinde ich die Homepage auch als seriös und es scheint als treffen dort Angebot und Nachfrage aufeinander.
      Im Bild habe ich es unkenntlich gemacht. Selbst wenn der Zettel öffentlich aushing und Teilen womöglich erwünscht ist, war mir die Gefahr zu groß, dass die Veröffentlichung als Fingerzeig mit gerümpfter Nase aufgefasst werden könnte. Es ist eine von vielen Kuriositäten die auf Zetteln notiert und ausgehangen werden.

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      1. Genau, du hast die Webseitenadresse unkenntlich gemacht – ich staune, wo sie Heinrich und christahartwig erkundet haben. Ich wollte mir zwar nicht aus der Ferne die Schuhe putzen lassen, aber solche Kuriositäten interessieren mich immer.
        Ist es ein übler Witz oder gibt es wirklich Angebote, dass junge Männer „nackt putzen gehen“? Das wird natürlich sehr teuer sein – aber wer sich diesen Augenschmaus leisten will, kann vielleicht seine Freude daran haben – mich würde die geputzte Wohnung mehr interessieren als der knackige Popo beim Putzen.
        Gute Nacht sagt Clara

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      2. Es ist leicht sie mit den entsprechenden Suchbegriffen zu finden. Da es ein öffentlicher Aushang war, hoffe ich nicht verraten oder preisgegeben zu haben.
        Nacktputzen scheint es zu geben. Das Putzen steht dabei, so glaube ich, nicht im Vordergrund. Ich persönlich hätte für einen nackten Mann, sofern er für mich mehr als nur nackt ist, anderes im Sinn, als ihn beim Putzen zu beobachten ;).

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      3. Jetzt endlich habe ich mir die Zeit genommen, die Webseite anzusehen. Mario, der freiwillige Schuhputzer, ist jetzt Anfang 60 und nach seiner Aussage fest im Berufsleben stehend, also nicht finanziell interessiert. Im Gegenteil, er spendet ja immer noch 500,00 € an eine Frauensache. – Vielleicht ist er wirklich nur einsam und möchte irgendwie Frauen kennenlernen und mit ihnen sprechen. Die Referenzen sind nicht taufrisch, aber der Terminkalender scheint recht ausgebucht zu sein. Also hat er ja wohl kaum Frau und Familie.
        Was man von ihm auf Fotos sieht, macht einen positiven Eindruck auf mich. Wäre ich aus München, ich würde es ausprobieren, schon aus Neugier, ob er wirklich ALLEN Altersklassen von Frauen die Schuhe putzt oder ob ihn das gar nicht interessiert.
        Warum reicht die Mundpropaganda begeisterter Frauen nicht aus? Warum muss er mit solchen Aufstellern werben.
        Ich glaube, so etwas habe ich noch nie gelesen – und wie Heinrich schon sagte – die meisten Frauen wären misstrauisch. Putzt er grundsätzlich nur in der Wohnung der Frauen oder auch an „neutralen“ Orten? – Du hast ja jetzt was losgetreten. Wahrscheinlich frage ich dich Dinge, die du gar nicht wissen kannst. – Vielleicht rufst du doch mal bei ihm an und schreibst dann einen neuen Artikel, der dann die beste Werbung für ihn ist 🙂
        Liebe Grüße von Clara

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  3. Dein Schriftzug „Zettelwirtschaft“ sieht hübsch aus, liebe Mitzi, viel lesbarer als sonst. Und weil ich gerade über Gestaltaspekte nachdenke, hoffentlich putzt der Schuhputrzer nicht so chaotisch wie die Typographie seines Aushangs. Möglicherweise ist das Angebot seine Methode, Frauen mit Neigungen zur Domina kennenzulernen.

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    1. Stimmt, lieber Jules, jetzt wo du es erwähnst, sehe ich, dass ich hier ordentlicher geschrieben habe ohne es zu beabsichtigen. Vielleicht war das Papier feiner, das macht manchmal ja auch schon einen Unterschied.
      Ich weiß nicht, ob es hier bloß um das Putzen von Schuhen geht. Wenn sich aber Zwei finden, die hier gleiche Interessen haben – warum nicht. Ich fand ihn, alleine schon wegen der Länge, unter all den anderen Aushängen herausstechend.

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  4. [Nur für Damen] „Fliese Ihnen kostenlos und sauber Ihr Badezimmer! Sie können während der Maßnahme gerne die Dusche weiter verwenden!“

    Moment mal, während des Fliesen kann man in der Regel gar nicht duschen (aus technischen Gründen) … Hm … Werde dieses Bekanntschafts, äh, Geschäftsmodell noch einmal überdenken.

    Ziehe die Anzeige erst amal zurück!! Bitte diesen Kommentar NICHT veröffentlichen!
    Hochachtungsvoll,
    Ihr S.

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    1. Mist! Ich dachte einen Moment wirklich darüber nach. Das Duschen wäre mir seltsam vorgekommen, aber im Badeanzug hätte ich womöglich selbst das in Kauf genommen um an ein schön gefliestes Bad zu gelangen. Sie wissen ja um den Zustand des meinen.
      Denken Sie dennoch noch einmal darüber nach, all die Weibsbilder könnten Sie sonst von der Fertigstellung ihres eigenen Bades abhalten ;).

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  5. Ich war einen Augenblick lang entrüstet, dass mir dieses Angebot vorenthalten wird, bis mir einfiel, dass meine Schuhe den klassischen Schuhputzer ohnehin nicht lohnen. Ich staune nur darüber, wie Menschen plötzlich klassische Erwerbsarbeit zu ihrem Hobby erwählen.

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      1. Eben das meine ich ja … Früher war es ein Broterwerb, heute taugt es als Hobby. Ich überlege gerade, ob ich in meiner Freizeit Atomreaktoren reparieren möchte … Aber nur solche vom Tschernobyl-Typ. *g*

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  6. Wie wäre es mit Fenster putzen von außen, nackt bei Minusgraden. Da meine Libdo bei solchen Geschichten selten erregt wird und ja bekanntlich beide von einem Geschäft etwas haben sollten, mir aber Schuheputzen in Zeiten von Imprägnierspray zu billig erscheint, würden bei dieser Variante zumindest meine Lachmuskeln äußerst kräftig in Anspruch genommen werden. Puh, ich glaube, ich könnte doch zur Domina taugen 😉

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  7. Mich verwundert es immer wieder, wie wichtig offenbar meine Motive sind. Es wäre schön, wenn die Damen etwas egoistischer, mehr an sich selbst und ihre Vorteile denken. Es dreht sich doch um Sie! Mit diesem ganz besonderen Service möchte ich Sie verwöhnen, etwas Einzigartiges bieten. Sie erleben ein charmantes Flair von stilvoller Nostalgie und höflichem Respekt. Sie werden es genießen.

    Aber Heinrich hat leider Recht. In der heutigen Zeit ist das Misstrauen so vorherrschend, dass ehrliche Absichten kaum eine Chance haben.

    Der Volksmund sagt ganz klar: „Probieren geht über studieren“! Auch, wenn man danach nicht mehr so herrlich spekulieren kann. Also meine Damen: Laden Sie doch ein paar Freundinnen ein (die sollen natürlich Schuhe mitbringen) und amüsieren Sie sich.

    Das Plakat stammt übrigens eher aus meiner Anfangszeit und dürfte vor ca. 5 Jahren gehangen haben. Erstaunlich, dass es nach so langer Zeit noch zu einem Blog animiert. Ich freue mich sehr und danke Mitzi ganz herzlich. Heute klebe ich keine Plakate mehr.

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  8. Lieber Mario, ich freue mich so, dass du diesen Blog Beitrag gefunden hast. Gerade bei deinem Aushang, den ich interessant und ungewöhnlich und auch sehr höflich und freundlich formuliert empfunden habe, hatte ich ein wenig Sorge, dass die Kommentare womöglich in eine Richtung gehen könnten, die für den der diesen Aushang schrieb nicht schön zu lesen sind. Ich habe es riskiert, weil ich weiß dass meine Leser alle freundlich sind.
    Es ist nun über ein halbes Jahr her und ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, aber ich bin mir sehr sicher dass dieser Aushang nicht allzu alt war. Ich habe ihn selbst fotografiert und das ist nicht fünf Jahre her. Kann es sein dass ein Zettel so lange überdauert hat? Ich finde es schön. Den Block Beitrag werde ich noch einmal nach oben holen. Das was noch gefehlt hat, war schließlich eine Antwort von dem ersten Zettel ich im vorbeigehen gesehen habe. Liebe Grüße
    Mitzi

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    1. Liebe Mitzi,
      vielen Dank für die so schnelle Reaktion!
      Eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Aushang an einer Bushaltestelle so lange überlebt, aber so muss es dann wohl sein. Damals habe ich in der Nähe Kurfürstenplatz gewohnt und war deshalb dort verstärkt „werbe-aktiv“. Seit 2015 wohne ich nicht mehr in Schwabing und die Plakate, die ich in meiner letzten Zeit dort aufhing, sahen auch schon anders aus. Aber egal…
      Auf jeden Fall würde ich mich sehr freuen, wenn Sie meine Dienste in Anspruch nehmen. Sie könnten dann Ihren Followern aus erster Hand berichten.
      Ganz liebe Grüße
      Ihr Schuhputzer

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