Googeln Sie nicht!

Ich bin wirklich froh, dass es mir schon immer herzlich egal war, was man als Frau tragen soll oder tragen darf. Wie 9 von 10 meiner Freundinnen bin ich mehr oder weniger dem Mainstream hinterher geschwommen und hatte meist einen Mann an meiner Seite, der Entgleisungen im Bezug auf Kleidungsstücke mit dem Zucken der rechten oder wahlweise linken Augenbraue verhinderte. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich mag Mode und ich ziehe mich gerne schick an. Ich hege eine ausgeprägte Leidenschaft für Cashmere und versuch mich meiner Körper- und Kleidungsgröße entsprechend ansprechend anzuziehen. Seit ich ein Alter erreicht habe bei dem der Monat nicht vor dem nächsten Gehaltseingang endet, achte ich auf Qualität und freue mich über Dauerbrenner wie meine zwanzig Jahre alte Jeansjacke. Merken Sie was? Ich rechtfertige mich sogar bei Ihnen. Fühle mich genötigt eingangs ein paar Sätze zu schreiben, damit Sie mich nicht für eine völlige modische Entgleisung halten. Bin ich auch nicht. Oder vielleicht doch. Weiterlesen

Kaum verändert

Ich gehöre zu den Menschen, die andere googeln. Asche auf mein Haupt. So etwas macht man nicht. Man springt nicht wie ein Stalker durch das Internet. Neben dem moralischen fragwürdigem Zeitvertreib, ist es auch ein recht sinnloses Verhalten. Es ist auch reichlich dämlich, was man weiß, weil man sich von einem Menschen kein vollständiges Bild machen kann, den man nicht von Angesicht zu Angesicht erlebt hat. Ich mache es trotzdem und ersparen Ihnen die Ausflüchte, mit denen ich mein latent schlechtes Gewissen zu beruhigen versuche. Zugleich bin ich wirklich sehr, sehr froh, meine ersten Beziehungen zu einer Zeit erlebt zu haben, in denen man das noch nicht machen konnte. Das Googeln. Weiterlesen

peinlICH

Ich bin peinlich, wurde mir letztes Jahr von einem attestiert, dem ich peinlich war. Ich war peinlich berührt, weil ich an achtundzwanzig von dreißig  Tagen versuche eben nicht peinlich aufzufallen. An achtundzwanzig gelingt es mir, an einem kann ich nun wirklich nichts dafür und an einem ist es mir scheissegal. 
Ja, ich habe „vom Winde verweht“ umgeschrieben, mir ein alternatives Ende für Rhett und Scarlett ausgedacht und die 106 Seiten ausgedruckt in einer Schublade liegen. In einer privaten, der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Schublade. Es ist nicht meine Schuld wenn das einer auf der Suche nach der Bedienungsanleitung für den Rauchmelder findet und auch noch liest.  Weiterlesen

Googeln Sie mich besser nicht

Dass Google ein mieser Verräter ist, habe ich Ihnen mit meinem allerersten Text bereits verraten. Man muss vorsichtig sein, was die Mutter aller Suchmaschinen dem gemeinen Volk als Wahrheit präsentiert. Von Zeit zu Zeit überprüfe ich daher, was im Internet über mich geschrieben steht. Es könnte ja sein, dass ich eine Karriere mache, von der ich nichts weiß. Lange Zeit fand sich auf Platz eins der Suchergebnisse eine Anwesenheitsliste des Philosophie Wahlfaches der Hochschule München. Ich stand auf Platz eins. Mit den Fehltagen – aber immerhin. Wenn das über zehn Jahre lang der Top Treffer ist, dann darf man einen gewissen Stolz empfinden. Weiterlesen

Was suchen Sie hier?

Wer sich über Google auf meine Seite verirrt, kann sich relativ sicher sein, dass mir nicht mitteilt wird, nach welchen Schlagwörtern gesucht wurde. Seit es Google mit dem Datenschutz etwas genauer nimmt oder seine Analyseprogramme verkaufen möchte steht da meistens nur „unbekannter Suchbegriff“. Es interessiert mich auch nicht, über welche Ecken der eine oder andere Besucher bei mir landet. Man muss ja nicht alles voneinander wissen und um ehrlich zu sein, es würde mich irritieren, von Ihnen zu hören, dass Sie eigentlich nach „literarischem Wahnsinn“ suchten. Einer der wenigen Suchbegriffe die angezeigt werden. Weiterlesen

Frag mich…..lieber nicht.

Beim Ausfüllen von Fragebögen und Profiltexten bin ich gnadenlos ehrlich. Anonym oder nicht – wer mich fragt, weiß mehr als er wissen wollte. Der Kantinenbetreiber in meiner Firma weiß jetzt, dass sein Salatdressing meinem Vorhaben, drei Kilo abzunehmen, im Weg steht; die GEZ ist über die Radiofunktion meines iPods informiert und im letzten Beurteilungsgespräch hat mein Chef mich darauf hingewiesen, dass eine zusätzliche Zeichnung auf die Frage nach dem Fluchtweg nicht notwendig gewesen wäre. Weiterlesen

Die perfekt erste Nachricht

Noch heute, fast fünf Jahre später, nickt mein Umfeld verständnisvoll, wenn ich den Namen von Dr. X erwähne. Ich rechne es ihm hoch an, dass es nicht die Augen verdreht oder an meinem Verstand zweifelt. Weder meine Freunde, noch meine Kollegen haben X je zu Gesicht bekommen und doch gibt es keinen, der nicht mindestens einmal die ganze Geschichte von mir erzählt bekommen hat. Weiterlesen