Selbst wenn man gerade bis zur Nasenspitze in Arbeit steckt und alles nach hinten schiebt – Vatertag ist Vatertag.
Von dem unseren hab ich für Sie zwei Postkarten aus München. Aufgenommen vor wenigen Stunden. Durch diese Straßen schieben sich normalerweise Unmengen von Touristen und der Hauch der Jahrhunderte geht im Trubel unter. Heute nicht. Heute schläft mein München noch. Obwohl…nein, es ist wach und lächelt. Lächelt die Münchener an und lädt sie ein, durch seine Straßen zu schlendern. Mit Abstand können wir wieder draußen sitzen und wir tun es. So viel Platz nur für uns. Gleich hinter der Frauenkirche ein freier Platz am schönsten und sonnigsten Tisch. Auch am Jakobsplatz viele freie Tische und sogar auf der Terrasse vom Rischart am Viktualienmarkt. Nichts kann die Schönheit dieser Stadt zerstören. Ein Virus schon gleich gar nicht. Ruhig angehen lassen, flüstert mein München und sagt mit einem Augenzwinkern, dass es so unter uns doch auch mal schön ist. Erinnert lachend daran, dass wir uns das doch immer mal gewünscht haben – einmal die Stadt ein bisschen leerer und ruhiger. Bitte sehr – dieser Vatertag gehört euch.
Die anderen Städte sehen das vermutlich ähnlich. Bald besuchen wir uns wieder. Aber heute, heute bleiben wir noch daheim und genießen. Genießen und geben viel Trinkgeld für die, denen die leere Stadt im Magen liegt. Trotzdem lächeln auch sie. An einem so schönen Tag muss man das einfach.




