Alles ganz normal

Laut der Studie einer Partnervermittlungsbörse, streiten sich Paare am häufigsten über herumliegende Kleidungsstücke, die Unordnung in der Küche oder die Lautstärke von TV und/oder Radio. Ich halte diese Studie für nicht sonderlich repräsentativ, da ich erstens selbst Teil eines Paares bin und mich über diese Dinge noch nie ernsthaft gestritten habe und zweites, in einem hellhörigen Mietshaus lebe und damit die Beziehungen von gut einer Handvoll anderer Paare unangenehm nah miterleben darf. Bei dem einen oder anderem würde ich mir wünschen, dass sie den Fernseher lauter drehen und es mir so ersparen ihre Konflikte fast wörtlich mitzuerleben. Vielleicht könnte man sich aber darauf einigen, dass es am Ende aber tatsächlich die banalen und alltäglichen Dinge sind, die eine Beziehung killen. Mein Freund und ich, wir sind ein sehr durchschnittliches Paar. Kreativ werden wir nur wenn wir uns streiten – genau gesagt bei den Gründen. Die sind weder banal, noch erscheinen sie in Statistiken. Ein Grund stolz zu sein, ist das vermutlich aber nicht. Stolz könnten wir allenfalls darauf sein, seit über einer dreiviertel Stunde über ein – für einen der Beteiligten sehr schmerzhaftes – Thema zu diskutieren ohne uns Türen knallend anzubrüllen. Das betreiben meine Nachbarn über mir nämlich zeitgleich und jedes Mal wenn oben eine Tür zugeschlagen wird und gleichzeitig „dann verpiss dich doch“ geplärrt wird, fühlen wir uns sofort etwas besser. Kultivierter – wir brüllen nicht. Wir streiten ja nicht mal richtig. Wir diskutieren.

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Saustall

Ob das noch passt, steht im Betreff und in der Mail ein paar Sätze, die ich in- und auswendig kenne. Klar, passt, tippe ich ohne sie wirklich zu lesen und drücke auf senden. Ich bin ich – noch immer und meine Vita hat sich in den letzten Jahren nicht wesentlich verändert, schreibe ich einer Buchhändlerin, die sich – angesichts der Pandemie – ungewöhnlich hartnäckig nach Autoren erkundigt. Ich tippe es salopp und schnell, weil wir uns seit langem kennen, duzen und ab und an auf einen Kaffee treffen. Kurz darauf ruft sie mich an. Im Ernst, beginnt sie, bitte eine Vita und nicht zwei belanglose Sätze. Und – weil wir uns seit langem kennen – google dich bitte mal selbst, das ist ein einziger Saustall. Mein Stirnrunzeln äußert sich telefonisch durch ein undefinierbares, aber mit eindeutig hörbar beleidigtem Unterton, Atemgeräusch. Für google fühle ich mich nicht verantwortlich. Ich solle nicht google aufräumen, sondern meine Vita, wird erklärend hinterhergeschoben und die Ausrede, dass mich schließlich keine Sau kennt, wird ersatzlos gestrichen. Das würde zwar stimmen, aber wenn man ein so unverschämtes Glück hat, dennoch öffentlich lesen zu dürfen, dann bitte richtig. Neues Foto, neue Vita und aufräumen. Podcast rein, Blog raus. Was auch immer, aber so bitte nicht. Nach fünf Jahren sollte es doch möglich sein, etwas vernünftiges über sich selbst sagen zu können und seine eigenen Daten ein wenig zu pflegen. Danke und schönen Sonntag. Aufgelegt. Ja, danke auch und ebenfalls einen schönen Sonntag.

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Schande hoch 2

Der Mann an sich ist ein wunderbares Wesen. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen, aber alles in allem, sind es doch herrliche Geschöpfe. Ich persönlich bevorzuge jene Exemplare, die deutlich größer als ich sind und gerne auch etwas mehr Kraft als ich selbst besitzen dürfen. Das mag oberflächlich klingen und es wahrscheinlich auch sein, aber ganz ehrlich….andernfalls, kann ich mich auch selbst um die Entsorgung meines Christbaums kümmern. Das ich das kann, steht außer frage und wurde hier in vielen Jahren dokumentiert. Dieses Jahr kann ich es nicht. Mein rechtes Handgelenk ist verknackst, tut weh und der Baum muss weg. Mein Nachbar Paul wird sich darum kümmern. Mein Nachbar Paul ist groß, stark und sehr lieb ist, schrieb ich ihm in einer SMS und erwähnte den Christbaum nicht. Dein Nachbar Paul ist groß, stark, lieb und nicht bescheuert, antwortete er und wusste genau, dass es um das grüne Nadelding geht. Mein Nachbar Paul und ich schreiben uns gerne SMS.

„Dein Nachbar Paul findet es traurig, dass du ihn für so simpel gestrickt hältst.“
„Mein Nachbar Paul sollte wissen, dass ich seine körperlichen Attribute durchaus zu schätzen weiß.“
„Dein Nachbar Paul fragt sich ob sich dieser – grenzwertige – Dialog noch um die Entsorgung des Baumes dreht.“
„Selbstverständlich!“

…
…
„Hast du das Ding in den Laubengang geschleppt, damit du mir leid tust?“
„Ja! Funktioniert es?“
„Nein.“
„Mist.“

….
….
„Mitz…im Ernst, was zum Henker machst du da?!?“
„Das kleine Beil von mir ist lose. Ich hab Judiths Hackmesser genommen. Geht fast genauso gut.“

…
…
„Scheint nicht zu gehen ;). Lass ihn liegen. Ich hol ihn später ab.“
…
…
„Danke. Und sorry – ich bin eine Schande für die Emanzipation!“
…
…
„Und ich für die Nachbarschaft 🙂 – siehe Foto.“


Falls Sie sich fragen ob dies das Endstadium der Entsorgung durch Paul war…ja.

Geht doch!

„Mit Ausdauer kommt man immer vorwärts“, das mag stimmen, aber in einem Glückskeks ist diese Weisheit bescheuert. Ich nehme den nächsten, weil der erste ja nie zählt. „Sie haben ein gutes Gespür für notwendige Entscheidungen“, heißt es darin und das ist ja mal kompletter Blödsinn. Ich entscheide mich sehr, sehr ungern und wenn, dann gerne falsch. Noch einer! „Sie kommen konsequent zur Sache, punkten Widersacher aus“. Also ersten steche ich Widersache aus, wenn ich es den tun würde und konsequent bin ich ebenso sehr wie entscheidungsfreudig. Die Packung ist Mist und ich klaue meinem Freund seinen Keks. „Deine Freundlichkeit gegenüber einem anderen wird nicht vergessen.“ Ach menno, das weiß ich doch. Es ist kurz vor Mitternacht und ich will eine klare Handlungsempfehlung oder zumindest irgendeine kleine Lüge, die man sich an den Kühlschrank hängen kann. Ich angle mir noch einen vom anderen Ende des Tisches und denk beim Öffnen an etwas schönes. An die Spaghetti von eben zum Beispiel. “ Ihr Ehrgeiz beflügelt auch andere.“ Sag mal, du blöder Keks! Konsequenz, Entscheidungen und jetzt auch noch Ehrgeiz – welche Unternehmensberatung wurde hier zum Schreiben, grammatikalisch unkorrekter und lieblos formulierter Sätze engagiert?!?

Ahhhhh…..heute morgen unter dem Tisch habe ich noch einen gefunden. Einen halb zertretenen Glückskeks von gestern Abend. Der letzte war gut. „Eine Begegnung lässt Ihr Herz höher schlagen“. Na, also…geht doch. Und wahr geworden ist es auch schon. Im Kühlschrank waren noch Amarenakirschen – die guten von Fabbri – übrig. Eine Begegnung die mein Herz schon vor dem ersten Löffel höher schlagen lässt. Ab der fünften wird einem bekanntlich immer ein bisschen schlecht, aber das macht nichts. Bis zur vierten fühlt sich jede nach extrem starker Verliebtheit an. Mit extra Herzklopfen.

Fertig und jetzt Prost

Fertig! Die Lesungen für diese Jahr und am Mittwoch auch ich. Fix und fertig, aber mit einem zufriedenen Grinsen auf den Lippen. Ein Grinsen das meine Nachbarin irritiert hinterfragt. Eine Lesung ohne Zuhörer und trotzdem ein schöner Abend? Ich nicke, stecke mir ein Stück Schokolade in den Mund und schiebe den Koffer mit einem gekonnten Kick hinter die Tür. Mhm, bestätige ich kauend, kein Zuhörer. Kein einziger und das nicht das erste Mal in diesem Jahr. Langsam werden wir echt gut darin uns während einer Lesung selbst zu beschäftigen. Ganz neues Konzept für die Agentur: Autoren lesen gegen die Wand oder vor einzelnen verlorenen Seelen, die falsch abbiegend vor die Bühne gestolpert sind. Inbegriffen im Honorar, die tröstenden Worte für verzweifelt und enttäuschte Veranstalter, die sich während der Vorbereitung ein Bein ausgerissen haben, bis zur letzten Minuten den Abend beworben haben und mit sturem Optimismus für ein warmes Willkommen gesorgt haben. Für sie tut es mir leid. Mehr als für mich. Ich lese auch für nur einen Gast oder für Autorenkollegen vor deren Bühne auch gähnende Leere herrscht. Durch die letzten Monate kommt man im Kultur- und Veranstaltungsbereich nur mit viel Humor. Sehr viel Humor. Angesichts der aktuellen Nachrichten konnte ich es den Torgauern nicht einmal verdenken, dass nur so wenige zur Lesenacht gekommen sind. Ich war mir ja selbst bis Anfang der Woche nicht sicher, ob die Veranstaltung überhaupt stattfinden kann. Und dennoch…ja, es war schön. Ziemlich schön sogar.

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Überholt

Ganz leise und ohne großes Tamtam haben sie mich überholt. Zuerst der Älteste – das war zu erwarten. Er stellte schon als Winzling die meisten Fragen und hatte als ältester von vieren am schnellsten Antworten auf Fragen, die nicht oft nicht gestellt werden mussten, parat. Bei ihm bemerkte ich es das erste Mal, das Auf- und Überholen eines jungen Geistes, an dem ein mittelalter sich besser nicht misst. Gerade volljährig hätte er mich mit spielerischer Leichtigkeit an die Wand diskutiert. Vielleicht in dem er seine Meinung vertreten hätte, vielleicht aber auch indem er aus purer Neugier das Gegenteil seiner eigenen Überzeugung vertreten hätte. Nicht um zu brüskieren, vielleicht um ein wenig zu provozieren, aber in erster Linie um dem was ihm interessiert auf die Spur zu kommen. In diesen Jahren habe ich ihm gerne zugehört. Mit Tantenstolz überzeugt, dass er seinen Weg gehen wird. Er geht ihn und wird ihn weiter gehen. So wie sie alle längst ihre Wege eingeschlagen haben. Bei den jüngsten beiden weiß ich nicht in welche Richtung es gehen wird, aber jede noch so kleine Begegnung mit ihnen, lässt mich mit Gelassenheit abwarten. Gelassen und gespannt. Acht Nichten und Neffen stehen mir besonders nahe und acht mal ist es das gleiche Gefühl – gespannt und gelassen, weil jeder von ihnen noch immer so wunderbar wie am Tag seiner Geburt ist. Sie müssen beachten, dass ich das große Glück der Tante habe. Sämtliche Diskussionen und Pubertätsbegleiterscheinungen blieben mir erspart. Ich darf einfach nur genießen und die Rosinen aus den Kinderkuchen picken. Ich sehe Kinder, die zu Erwachsenen werden und bei einem nach dem anderen kommt der Tag an dem ich merke, dass sie mich überholt haben. Das ist ein wunderbares Gefühl und macht mich stolz. Tantenstolz – die fehlgeleitete Annahme, dass diese Kinder alle auf wundersame Weise von mir etwas mitbekommen haben. Irgendetwas, das mich berechtigt, mir ihre so wunderbare Entwicklung mit auf die Fahne schreiben zu dürfen. Es sind kluge Kinder, denn sie widersprechen mir nicht, wenn ich behaupte, dass sie das eine oder andere von mir haben. Kinder, die keine mehr sind.

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Autunno und Herbst gut gemischt

„Was?“ fragt der Nachbarsjunge als er mich in der Türe unseres Laubenganges stehen sieht und reibt sich verschlafen die Augen. „Wie bitte, heißt das.“, korrigiere ich ihn automatisch und übergehe die Antwort. Nach fast zwei Wochen wäre es mir unangenehm, wenn das erste was er von mir hört, ein beherztes „Scheiße“ ist. „Merda“ das italienische Pendant versteht er nicht, kann es sich aber denken. Er grinst, zuckt mit den Schultern und verschwindet in seiner Wohnung. Dreieinhalb Meter trennen mich von seiner Wohnungstüre und drei Meter von meiner – drei Meter, die ich in den nächsten vier Stunden nicht betreten darf. So lange dauert es noch, bis erste Anstrich des gerade renovierten Laubengangs getrocknet ist. Bis dahin ist es dem Nachbarsjungen verboten aus seiner Wohnung zu treten und mir unmöglich in die meine zu gelangen. Verdammt, wiederhole ich etwas weniger derb und schiebe meinen Koffer zurück ins Treppenhaus um erst einmal blöd rumzustehen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich irgendwann wusste, dass der Laubengang am 26.10.2021 für ein paar Stunden gesperrt ist. Stunden, welche die Bewohner einplanen und berücksichtigen müssen. Natürlich wusste ich es – bevor ich nach Italien fuhr und meinen Aufenthalt dort kurz vor der Abfahrt noch einmal um wenige Tage verschoben hatte. Der dämliche Flyer, der mir von der Hausverwaltung sogar persönlich in die Hand gedrückt wurde, liegt auf dem Tisch im Wohnzimmer. Da liegt er richtig, murmelt wenig später Herr Meier, der nicht am Laubengang wohnt und den ich um eine Tasse Kaffee angebettelt habe, um die Zeit des Wartens nicht im Treppenhaus hockend verbringen zu müssen. Ich nicke und wundere mich, dass Herrn Meiers Kaffee nach über eine Woche Italien trotzdem unglaublich gut schmeckt. Er grinst als ich es ihm sage und verrät mir sein Geheimnis – ein Löffel Kakao (der für Kinder) muss mit in den Filter. Meine italienischen Freunde würden die Augen verdrehen. Ich nicht. Ich bin heilfroh nicht auf den Stufen sitzen zu müssen. Weiterlesen →

Müde Herbstkastanien

Schön, gell, fragt Herr Mu an der Bushaltestelle und hält mir eine Kastanie unter die Nase. Ich nicke und nehme die glatte Kugel, die mir Herr Mu in die Hand drückt. Meine Haltestellenbekanntschaft Herr Mu und ich gehören zu den Menschen, die sich auch als Erwachsene noch jeden Herbst nach Kastanien bücken und über Wochen immer mindestens eine in Hosen- oder Handtaschen mit sich herumschleppen. Weder er noch ich haben oder werden je etwas mit ihnen machen – keine Türdekoration und kein Biowaschmittel. Wir mögen es einfach, die ganz frische Frucht in der Hand zu halten und erfreuen uns an der makellos glatten Perfektion der braunen Perlen. Am schönsten ist es, wenn man eine findet, die noch in der stachligen Umhüllung steckt. Frisch entnommen, fühlt sich die Schale so schön, wie wenig anderes an. Schöner als ein Babybauch, sagt er Mu und ich nicke obwohl sich ein Babybauch zweifellos doch noch ein klein wenig schöner anfühlt. Vor allem weil der Bauch eines ganz kleinen Kindes über Monate herrlich bleibt, während die Kastanie schon nach wenigen Tagen etwas von ihrer Feuchtigkeit verliert und sich nach einer Woche schon nicht mehr frisch anfühlt. Im Zweifel also lieber ein Baby, überlege ich mit der Kastanie in der Hand und schwanke. Babys mit herrlichen Bäuchen gibt es das ganze Jahr über und frische Kastanien nur für ein paar Herbstwochen, was sie zu etwas ganz besonderem macht. Das muss man bedenken. Vielleicht im Oktober Kastanien und im restlichen Jahr ein Babybauch. Oder vielleicht doch lieber eine verschmuste Katze, da sind die Chancen, dass sie einen durchschlafen lässt höher. Ein Hund – besonders die Stelle hinter den Ohren – fühlt sich auch fein an. Mein Bus kommt, bevor ich Herrn Mu fragen kann, was sich für ihn am allerbesten auf der ganzen Welt anfühlt. Weiterlesen →

Randnotiz

Corona ist offiziell beendet – also in Giesing. Wie in jedem ordentlichen Supermarkt in Deutschland waren Klopapier und Nudeln letztes Jahr auch bei uns Mangelware und wurden lange Zeit nur in haushaltsüblichen Mengen abgegeben. Der entsprechende Zettel hin bei uns noch vor vier Wochen am Regal. Jetzt ist Corona in Giesinger Supermärkten für beendet erklärt worden und wir konzentrieren uns auf das was unser Viertel in der ganzen Stadt so beliebt macht….seine charmante und etwas gewöhnungsbedürftige Konzentration auf das Wesentliche:

Pro Einkauf maximal 4 Flaschen Wodka.

Willkommen in Giesing…da wo sich haushaltsübliche Mengen anders definieren. Ich bin gern hier. Gentrifizierung ausgeschlossen. Batida de Coco und Zeus Ouzo können Sie übrigens in rauen Mengen kaufen. Ich vermute als Entschädigung für das schon zweite Mal abgesagte Oktoberfest. Da müssen zur Trauerbewältigung harte Geschütze aufgefahren werden.

Weit, aber schön

Idiot, zische ich, als einer meiner Freunde mich bittet meinen Standort via eines Screenshots von Google Maps zu beweisen. Nach einer siebenstündigen Autofahrt bin ich mir sehr sicher, dass ich Bayern verlassen und Nordrhein-Westfalen erreicht habe. Nur weil ich ab und zu Erlangen mit Erfurt verwechsle und Nürnberg und Bayreuth anhand der dort gesprochenen Dialekte nur schwer Bayern zuordnen kann, ist meine geographische Ignoranz nicht ganz so aus geprägt, wie meine Freunde mir manchmal unterstellen möchten. Auf die Frage, was ich dort denn tun würde, antworte ich erst einmal nicht. Je länger ich nämlich auf das Display meines Handys und meinen aktuellen Standort blicke, umso mehr frage auch ich mich, was zum Henker hier eigentlich gerade mache. Eine recht genaue Vorstellung dessen was ich hier zu tun habe hat dagegen meine Leseagentur. Diese dürfte auch die einzige sein, die sich sehr über meine mangelhaften Geographie Kenntnisse freut. Wahrscheinlich bin ich die einzige Münchner Autorin die für nur eine Lesung 600 km einfache Fahrt freudestrahlend in Kauf nimmt, weil sie wieder einmal keine Ahnung hatte wo sich der Ort eigentlich befindet.

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