Rekonvaleszenz ist ein hübsches Wort. Google und Wikipedia definieren es als eine Periode der Genesung nach Krankheiten, die besondere Schonung, gute Ernährung und Vorsicht wegen der Gefahr von Rückfällen erfordert. Krankheit wiederum wird als Störung des körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens beschrieben. Körperlich bin ich robust. Emotional eher anfällig, denn seelisches Gleichgewicht besitze ich leider nicht. Mir geht es entweder sehr gut oder richtig schlecht. Anstelle eines Gleichgewichts habe ich nur ein Gewicht, ähnlich einem Pendel, das mit schöner Regelmäßigkeit in die Randbereiche schwingt. In der Mitte verharrt es selten. Meistens hängt es im grünen Bereich fest, in dem ich schon fast penetrant glücklich und zufrieden bin, bis mich etwas – gerne Banales – aus der Bahn wirft. Dann knallt es mit voller Wucht in die rote Zone und ich in emotionales Grenzgebiet. Meine Mutter und ich zum Beispiel, landen gerne in diesem Bereich. Nie vorsätzlich, immer bedauernd und doch regelmäßig.
Mama bleibt da gerne etwas länger. Ich bemühe mich darum, schnellstens wieder rauszukommen. Mit besonderer Schonung (NICHT bügeln, NICHT putzen, KEINE körperliche Anstrengung in Form von z.B. Anti-Cellulite Training), guter Ernährung (Milka mit ganzen Nüssen) und extremer Vorsicht wegen der Gefahr von Rückfällen (zum Glück hat meine Mama das mit der Rufnummerunter-drückung noch nicht raus). Man könnte sagen, wenn es mir schlecht geht, dann handle ich vernünftig um eine schnelle Besserung herbeizuführen. Meistens. Weiterlesen
Rekonvaleszenz (Aus dem Archiv 07.08.2015)







