Mokka

Wenig brauche ich, wenn ich am Meer aufwache. Eigentlich nichts, außer Kaffee.

Es ist nicht der Kaffee, der mich hier glücklich macht. Es ist alles zusammen. Das stundenlange draußen sitzen mit einer Freundin. Der Blick auf das Meer. Genua am anderen Ende der Bucht zu sehen und zu wissen, dass dort der einzige Strand ist, an dem ich vor so viel Jahren mit einem meiner Lieblingsmenschen saß. Die Moka auf den Gasherd zu stellen und nicht auf das olle Ceranfeld, das viel weniger praktisch als eine Flamme ist. Meine Freundin schläft noch. Macht nichts, ich bin beschäftigt. Ein dritter Kaffee und eine dritte Stunde aufs Meer schauen. Ich mag das. Sehr.

Randnotiz – Ansichtssache

Wenn Sie sich morgens um 06:30 Uhr an einem Bahnsteig fünfzehn Minuten lang darüber streiten ob das weggeworfene Kaugummipapier am Boden eher einem Seepferdchen oder einer Origami Ente gleicht, kurzfristig am Verstand des anderen zweifeln und zwischen den anderen Pendlern unangenehm auffallen, sich dann aber mit einem Kuss voneinander verabschieden, müssen Sie sich keine Sorgen um Ihre Beziehung machen.

Damit Sie es selbst testen können, hier die Ente (diskutieren Sie nicht mit mir, ich kann den Beweis falten).

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Brausepulver buchbar

Ich bin der festen Überzeugung, dass sich Emotionen für jeden Menschen ein wenig anders anfühlen. Jeder fühlt ein bisschen anders und jeder beschreibt Gefühle auf seine Art. Glück, zum Beispiel, ist für mich warm und ruhig und vergleichbar mit einer warmen Wärmflasche und einer heißen Tasse Tee an einem stürmischen Herbsttag. Ganz anders ist das Gefühl der Freude. Müsste ich es beschreiben, dann wäre es das Brausepulver meiner Kindheit, das es noch heute zu kaufen gibt. Während das bunte Pulver auf der Zunge prickelt, schäumt die Freude ganz tief im Magen. Und ähnlich wie mit Brausepulver im Mund ist es mir in Momenten großer Freude ganz unmöglich, keine glucksenden Laute von mir zu geben. Mit Freude im Magen muss ich aufstehen. Ein paar Schritte gehen vielleicht sogar einmal in die Luft springen und ganz viel Lächeln. Nur für mich, weil ich mich doch so freue und weil das Prickeln in meinem Magen so wunderschön und herrlich ist. Vorhin habe ich gelächelt. Ganz viel. Weiterlesen →

Wahlfreiheit III – 26.05.2019

Nachstehendes kommt Ihnen vielleicht bekannt vor. Ursprünglich im September 2017 geschrieben und veröffentlicht. Natürlich könnte ich etwas über die anstehende Europawahl schreiben, aber ich würde mich wiederholen. Deshalb nur ein wenig geändert und ergänzt…Wahlfreiheit, machen Sie was draus, sie ist nicht selbstverständlich. 

Die Wahl am 26. Mai wäre ihm herzlich egal, sagt er und beißt in seine, dick mit Leberkäse belegte Semmel. Stolz ist er auf seine Aussage, sonst würde er nicht Beifall heischend den Blick durch das Abteil der U-Bahn schweifen lassen. Den dunkelhäutigen Mann, der ihm gegenüber sitzt, lächelt er freundlich an. Wenn’s ein Tourist ist, dann hat der ihn vielleicht – hoffentlich – gar nicht verstanden. Ist es ein Mensch, der sein Land aus welchen Gründen auch immer verlassen musste,  dann ist das Lächeln des Essenden fehl am Platz. Denn dem, der ihm da gegenüber sitzt, wird der Ausgang der Wahl wohl nicht herzlich egal sein. Für den ging und geht es um etwas. Weiterlesen →

Randnotiz – Überrollt

Wenn sie pünktlich am ersten Sonntag des Monats etwas über den Alltag schreiben möchten und sie dann der Alltag überrollt…

Diesen Monat werde ich mich verspäteten. Die Nachbarskinder haben beschlossen, den Abend bei mir zu verbringen. Es gibt Schlimmeres.

P.S. Wenn Sie einen Tipp haben, wie sich fest getretene Knetmasse aus einem Teppich entfernen lässt… Her damit!

Da müssen Sie durch V

Ab Mai geht es hier wieder normal weiter. Vorausgesetzt, dass ich zurück komme. Gerade buche ich mein Flixbus Ticket und bin mir nicht wirklich sicher, ob ich es auch einlösen werde. Jetzt gerade besteht die gar nicht einmal kleine Wahrscheinlichkeit, dass ich vielleicht doch hier bleibe. Obwohl….es gibt auch sehr gute Gründe, wieder nach München zu fahren. Mein Blog ist voll damit. Ich werde wohl doch nach Hause fahren. Schließlich muss ich die drei Colombe (Oster Panettone) in Bayern abliefern. Die kann man mittlerweile zwar schon in Feinkostläden kaufen, aber meine Familie besteht darauf, dass ich sie liefere. Mache ich auch gerne. Mit drei großen, sperrigen Kartons reißt es sich besonders entspannt. Genauso wie mit den fünf Flaschen Wein, die mir meine Ex-Kollegen mit auf den Weg gegeben haben. Wenn ich mir die Flixbus Reisegruppe so ansehe, sollte ich mir eine Flasche mit nach drinnen nehmen. Ich kann sie womöglich brauchen.

Schön war es. Uns schön, dass Sie dabei waren. Bis bald.