Autor: Mitzi Irsaj
Dem Weiß Ferdl sein Lied über den Wagen von der Linie 8
Im gestrigen Text über den Münchner Nahverkehr (Zam Rucka! U-Bahn Gedanken. )schrieb ich noch, dass es schade ist, Ihnen kein Tondokument der bayerischen Trambahnschaffner mit an die Hand zu geben. Sylvia hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es sehr wohl eines gibt. Und was für eines!
Der Weiß Ferdl (wir Bayern nennen den Familiennamen zuerst), ein deutscher Humorist (geboren 1883) hat mit seinem „Ein Wagen von der Linie 8“ eine herrliche Satrie auf die Münchner Trambahn geschaffen. Geändert hat sich dem Weiß Ferdl seiner Chaos-Fahrt quer durch München nicht viel. Der Schaffner grantelt und schimpft wie seine Nachfahren noch heute. Die Linie 8 gibt es nicht mehr. Aber das monatliche Infoheft der Münchner Verkehrsbetriebe nennt sich heute „Linie 8“. Vielleicht wegen dem Weiß Ferdl. Verdient hätte er es. Hören Sie selbst:
Zam Rucka! U-Bahn Gedanken.
Ich mache mir keine Sorgen, dass mir für meinen Blog die Themen ausgehen. Nicht solange es den Münchner Nahverkehr und seine Fahrgäste gibt. Die Benutzung von U-Bahn, Bus und Tram ist ein Garant für täglich neuen Stoff. An manchen Tagen muss ich mich nicht einmal anstrengen, um die aufgeschnappten Gesprächsfetzen zu einer schönen Geschichte zu spinnen. Manchmal reicht es, sich in der Abendsonne an der Bushaltestelle zurück zu lehnen und den Dingen seinen Lauf lassen. Weiterlesen
Das Textduell
Herzlichen Dank an den lieben Wortmischer der die Idee eines Textduells hatte und es binnen weniger Stunden promt umsetzte. Zwei Texter, schreiben über das gleiche, vorgegebene Szenario aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Vorgaben sind in der Gedankenschmiede nachzulesen. Mit Jules hat er mir einen Partner an die Hand gegeben, den ich sehr schätze und in dessen Teestübchen der Ursprung des Textduells zu finden ist. Das Wort „Duell“ behagte mir anfangs nicht. Nicht nur, dass ich mich einem solchen Wortduell mit Jules gar nicht erst stellen würde – das ist wie Keks und Krümel – ich empfand es auch nicht als Duell, da wir ja unabhängig voneinander an etwas gemeinsamen arbeiten. Letztendlich ist es das aber doch. Ein Kampf mit dem eigenen Text, der so geschrieben sein sollte, dass er dem anderen, unbekannten Text des Partners nicht im Weg steht. Ob mir das gelungen ist oder ob ich etwas fabriziert habe, das als Themaverfehlung gilt, wird sich zeigen. Spaß und Freude hatte ich allemal. Weiterlesen
Gefundene Sätze #4
Halogen und Schwein verträgt sich nicht
Ich lebe in einer Wohnung, in der außer Küche und Bad, kein Raum vier Wände hat – fünf sind normal und mein Schlafzimmer hat sogar sechs. Das liegt daran, dass man meine Wohnung zwischen zwei Häuserzeilen quetschen musste um dem Verlauf der Straße zu folgen. Netterweise hat man mir und den Nachbarn über und unter mir, zum Ausgleich drei ineinander übergehende Flure zur Verfügung gestellt. Seit Jahren versuche ich mich mit Nachbar unten und Nachbar oben anzufreunden. Einzig mit dem Hintergedanken, ihren Flur Nr. 3 zu Gesicht zu bekommen. Weiterlesen
Glück mit Strauchtomaten
Ich fürchte mich vor dem Moment, in dem sie feststellen, dass ich eigentlich gar nichts kann. Das denke ich mir seit gestern und es erinnert mich an einen Moment vor etwa fünfzehn Jahren, an dem mir ähnliches schon einmal durch den Kopf schoss. Weiterlesen
Oh wie schön ist Panama. U-Bahn Gedanken
Was hat Panama auf der Titelseite der Bild zu suchen? Mein Panama! Ich bin entrüstet. Mein Panama hat nichts auf diesem elenden Schundblatt zu suchen. Unser Panama, höre ich dich flüstern. Ich nicke und rutsche tiefer in die Polster der U-Bahn Sitze. Panama und die Bild. Ein grausames Bild. Panama Papers – auf englisch wird die blöde Picture auch nicht besser. Ich mache mich breit, raube dem Bildleser Platz, indem ich meine Tasche zwischen ihn und mich wuchte. Weiterlesen
Was suchen Sie hier?
Wer sich über Google auf meine Seite verirrt, kann sich relativ sicher sein, dass mir nicht mitteilt wird, nach welchen Schlagwörtern gesucht wurde. Seit es Google mit dem Datenschutz etwas genauer nimmt oder seine Analyseprogramme verkaufen möchte steht da meistens nur „unbekannter Suchbegriff“. Es interessiert mich auch nicht, über welche Ecken der eine oder andere Besucher bei mir landet. Man muss ja nicht alles voneinander wissen und um ehrlich zu sein, es würde mich irritieren, von Ihnen zu hören, dass Sie eigentlich nach „literarischem Wahnsinn“ suchten. Einer der wenigen Suchbegriffe die angezeigt werden. Weiterlesen
April Sand
Wir müssen den Rest nicht auch noch zerschlagen, sagt der eine von euch beiden und blickt auf den Scherbenhaufen vor seinen Füßen. Klirrend wirft der andere ein weiteres Glas in Form eines Satzes durch den Raum und schüttelt Schulterzuckend den Kopf. Das wäre nun wirklich nicht mehr nötig, stimmt er zu und erhöht den Scherbenhaufen schon mit den nächsten Worten. Es wäre nicht mehr nötig, aber auch schon egal. Zwei stehen in meiner Küche, bewerfen sich mit Wortgläsern und kümmern sich nicht darum, dass es mein Boden ist, der sich in ein Meer aus Scherben verwandelt. Weiterlesen


