Gefundene Sätze #44

„Manchmal ist eine Schreibblockade für die Leser ein Segen, das wollen wir nicht vergessen.“

Marcel Reich-Ranicki im Literarischen Quartett 12/1994

Böser, alter Mann. Viele seiner Aussagen gefielen mir nicht. Die literarische Kritiker-Keule die er schwang, war mir oft zu garstig. Seine Meinung zu oft zur Doktrin erhoben. Und doch….ich mag ihn. Auch für Sätze wie diesen.

18 Gedanken zu “Gefundene Sätze #44

    1. Ich habe geahnt, dass du das schreibst, lieber Jules 🙂
      Die Logik hapert auch darin, dass man einem Leser (jedenfalls denen die auf einen neuen Roman warten) unterstellen kann, dass er kommende Werke durchaus anders beurteilen würde,
      Ein Schmunzler, den man nicht hinterfragen sollte, weil er sonst fies oder unlogisch ist.

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  1. Mag sein, dass ich allein da stehe, aber ich fand ihn bei all seiner polternden Selbstverliebtheit bewundernswert, blitzgescheit und wortgewandt.
    Vor allem, wenn man seine Biographie gelesen hat und weiß, was ihm im Leben widerfahren ist…

    Und angesichts dessen, was einem an Geschriebenem – auch in den sozialen Medien aber auch in der Presse – so unterkommt, wäre es vielleicht doch gelegentlich besser, das Veröffentlichte wäre einer Schreibblockade zum Opfer gefallen…

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  2. Apropos garstige Menschen:
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass garstige Menschen, sehr viel Lob und Anerkennung ernten, wenn sie EIN Mal freundlich und nett auf etwas reagieren.
    Dagegen Menschen, die immer nett und freundlich sind, nur EIN Mal garstig reagieren müssen, um es mit vielen Menschen auf Dauer zu verderben.

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  3. Heute schreiben ja eh die meisten auf irgendwelchen elektronischen Geräten. Das ist dann in der Tat „Schreibblock ade!“ Das allein ist allerdings noch kein Segen für die Literatur. 😉
    Wirklich ein Segen für die Literatur ist es meines Erachtens, wenn jemand zu kürzen weiß und sich nicht scheut, dies auch ausgiebig zu tun. Wenn also jemand völlig unblockiert schreibt und dies dann eben so unblockiert auf das Wesentliche reduziert. 🙂

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  4. Naja, da könnte noch sagen: „Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt.“ (Gotthold Ephraim Lessing). Ansonsten bleibe ich bei meiner Meinung zu Marcel Reich-Ranicki und stimme den meisten bisherigen Kommentatoren hier zu.

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