Danzt hob i für mei Lebn gern

Meine Großmutter tanzte für ihr Leben gern. Das tat sie bis ins hohe Alter. Selten freilich, weil die Beine nicht mehr so wollten, aber manchmal hat es sie noch gepackt. Um genau zu sein packte sie ihr Enkel. Ein Brackel von einem Kerl. Kräftig genug um die winzige Frau in seinen Armen über das Parkett zu heben und ein so guter Tänzer, dass meine Großmutter nicht widerstehen konnte. Dann staunten die Urenkel und wenn sie erschöpft zurück auf den Stuhl sank. Verlegen hob sie dann die Hände und meinte, dass sie nun wirklich zu alt dafür sei. Aber sie strahlte und in ihren Augen spiegelte sich eine Jugend, die ich nur von Erzählungen kannte. Weiterlesen

Liebe ist ein Butterbrot

Fast hätte dieser Text den Titel „Liebe ist…“ bekommen. Der einzige Grund warum ich davon absehe, sind die kleinen Comiczeichnungen eines Pärchens, die mit eben diesen zwei Worten betitelt sind. Ich mag sie nicht besonders. Wenn man ein liebendes Paar darstellt, dann sollte man ihm entweder etwas anziehen oder ihm in seiner Nacktheit wenigstens die Geschlechtsteile lassen. Sie merken schon, ich mag die Figuren nicht besonders und empfinde die Sprüche als zu  banal und zu platt. Wären sie mir etwas sympathischer, hätte ich den Titel übernommen. Dann könnten Sie hier lesen: „Liebe ist ein Butterbrot.“ Weiterlesen

Wein und ein Award

Guten Morgen und herzlichen Dank für den schönen Abend gestern. Fast wären mir die Blumen ausgegangen und ich bin froh, dass die Pasta für alle gereicht hat. Es ist spät geworden und wie so oft, bleiben am Ende ein oder zwei übrig, die sich nicht vor die Tür setzen lassen. Als müder Haufen sitzt man in der Küche, kann die Augen kaum noch offen halten und steht nur nicht auf, weil man selbst dafür schon zu müde ist. Gestern Abend waren wir zu dritt. Eigentlich nur zu zweit, denn nicht Chris, sondern seine Fragen, die er mir im Rahmen des „Liebster Awards“ gestellt hatte, lagen vor mir auf dem Tisch. Weiterlesen

Pflücken Sie ruhig mal dreiblättrige Kleeblätter

Auf die Frage, ob ich glücklich bin, antworte ich mit einem klaren Ja. Ja, klar! Bin ich! Es ist ja Pflicht geworden, glücklich zu sein. Wer es noch nicht ist, der soll sich gefälligst anstrengen danach zu streben. Bücher mit idiotischen Tipps gibt es schon für wenige Euro an jedem Kiosk zu kaufen. Ich antworte auf die Frage nach dem Glück nickend, weil es mir zu blöd ist, auf eine so dumme Frage ernsthaft einzugehen. Ihnen kann ich es ja sagen. Ich glaube nicht, dass ich glücklich bin. Weiterlesen

ENDE 2015

Ohne Happy End geht’s nicht. Flüstert er leise, während er auf meiner Bettkante sitzt und lächelt. Ich nicke und beobachte, wie der Rauch seiner Zigarette langsam zur Decke aufsteigt. Würde er wirklich auf der Bettkannte neben mir sitzen, hätte ich ihn längst gebeten die Zigarette draußen auf dem Balkon zu rauchen. Menschen die nicht real sind, dürfen auch im Schlafzimmer rauchen. Seltsamerweise riecht der nicht existente Rauch genauso wie der echte. Weiterlesen

Etwas weniger Tiefgang

Er fragt mich, ob ich glücklich sei und leckt sich einen Rest Milchschaum aus dem Mundwinkel. So richtig glücklich. Irritiert stelle ich meine leere Tasse ab und sehe, angesichts der gestellten Frage, Stolz in seinen Augen. Eben waren wir noch beim zuletzt gelesenen Buch und plapperten uns ziellos durch den Nachmittag. Jetzt wird es ernst. Weiterlesen

Schubs mich!

Ich mag keine Kalendersprüche. Da heißt es, alles Schlechte hätte immer auch etwas Gutes. Und das man dem größten Unglück noch eine positive Wendung abgewinnen kann. Aus schwarz wird weiß und wer heute noch weint, kann morgen schon wieder lachen. Man kennt all diese Sprüche und Kalenderblatt Weisheiten. Aber mal ehrlich….in dem Moment wo alles zerbricht, sind sie einem doch scheißegal. Weiterlesen

Rekonvaleszenz

Rekonvaleszenz ist ein hübsches Wort. Google und Wikipedia definieren es als eine Periode der Genesung nach Krankheiten, die besondere Schonung, gute Ernährung und Vorsicht wegen der Gefahr von Rückfällen erfordert. Krankheit wiederum wird als Störung des körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens beschrieben. Körperlich bin ich robust. Emotional eher anfällig, Weiterlesen