Duft-Atom

Ich wache auf und das Bett riecht nach dir. Dein Geruch haftet im Stoff der Kissenbezüge und hüllt mich ein. Sinnlos den Kopf unter der Decke zu vergraben, denn auch sie riecht nach dir. Das ganze Schlafzimmer riecht nach der, für dich so typischen, Mischung aus After Shave, einem Hauch kaltem Rauch und einer erdigen Note, von der ich bis heute nicht weiß, wie sie in deine Haare gelangt ist. Obwohl ich mir schon oft klar machte, dass es unmöglich ist, dass auch nur ein einziges winziges Atom von dir an meiner Bettwäsche haften geblieben ist, rieche ich dich. In machen Nächten wache ich auf, weil auch mein Unterarm, den ich unter meine Wange geschoben habe, nach dir duftet. Dann muss ich aufstehen und duschen. Mit dir auf dem Körper kann ich nicht wieder einschlafen. Weiterlesen →

Willkommen!

Ich bin eine hundsmiserable Tante. Eine unzuverlässige Patin und ebenso zerstreute Freundinnen-Tante. Kaum einem der 14 Kinder in meinem Herzen habe ich in den letzten 19 Jahren pünktlich zum Geburtstag gratuliert und bei mindestens die Hälfte von ihnen mache ich ein Jahr jünger oder älter, wenn die Karte mit großer Verspätung eintrifft. Weihnachtsgeschenke habe ich mit der Geburt des fünften Kindes eingestellt und erkundige mich bei den evangelischen, wann den nun die Kommunion ansteht. An ihrem Alltag scheitere ich kläglich. Bekomme so vieles nicht mit und erfahre manches erst, wenn es schon wieder vorbei ist. Dir, arme Nummer 15 wird es nicht anders gehen. Dein Geburtstag wird vergessen werden, ich werde dich mit acht Jahren fragen, wie es auf dem Gymnasium läuft und du wirst mich in fünf Jahren beleidigt darüber aufklären, dass du längst nicht mehr im Kindergarten sondern doch schon in der Vorschule bist. Ich werde die zerstreute, chaotische und vergessliche sein. Dieses Los wirst du dir mit 14 anderen teilen. Kein Aber. Ich weiß schon jetzt, dass es so sein wird. Die kleinen Wunder vor dir haben es bewiesen. Vielleicht habe ich das unendlich große Glück, dass auch du mit einem so großen und feinen Herzen geboren bist, dass du es mir nachsiehst. Nachsicht ist nötig, bei einer Tante wie mir. Weiterlesen →

Es ist viral…

Steckt Ihnen der Winter noch in den Knochen? Zwickt es bei den Frühlingsspaziergängen im Kreuz, wenn Sie sich bücken um die ersten Schlüsselblumen pflücken? Und läuft Ihnen ständig die Nase oder kratzt der Hals? Denken Sie sich nichts dabei, Sie waren wahrscheinlich nur ein bisschen unvorsichtig und haben die Wärme der ersten Sonnenstrahlen überschätzt. So mild, dass Sie schon draußen auf kalten Bänken sitzen können, ist es nämlich noch nicht. Ihr Rücken dankt es Ihnen, wenn Sie sich noch bis Mitte April ein Kissen ins Kreuz legen. Oder zieht es im Steiß? Das wäre nicht gut. Das kann schnell etwas ernstes sein. Ein Ziehen im Steiß kann sehr vieles sein – meistens nichts gutes. Ich tippe auf die Nieren, die Ihnen das Sitzen und Lehnen auf kühlen Bänken übel nehmen.  Vielleicht aber ist es auch etwas virales. Seit die Sanierung des Ruffinihauses unmittelbar bevor steht, werde ich Expertin für Zwicken, Zwacken und Ziehen diversester Körperteile. Weiterlesen →

12 Monate Rosen & Schornsteine – März

Nur, und nur wegen dem Zeilenende habe ich mich heute überhaupt angezogen. Wäre es nach Kopf und Körper gegangen, hätte ich den Tag im Bett verbracht. Sofern ich es geschafft hätte, die Augen fest geschlossen zu halten. Denn öffne ich die Augen und die Sonne scheint, dann muss ich ja doch raus. Egal wie müde und lustlos ich bin – einen Sonnentag verschwende ich nie. Richtiger also….nur, und nur wegen dem Zeilenende habe ich heute die Augen geöffnet. Es ist der letzte Sonntag im Monat und ich quäle mich durch die Sonne in den Rosengarten.

Ach, Gott. So fängt man einen Artikel auch nicht an. Nur ein undankbares Geschöpf beschwert sich über einen sonnigen Sonntag. Oder ein verkatertes. Auch das, kein schöner Einstieg. Verkatert ist man, aber man spricht nicht darüber. Es wird nichts werden, das merken Sie selbst. Belassen wir es bei einem kurzen „Hallo“. Weiterlesen →

Herz und Hirn begrüßten den Tod des jungen Werthers – irgendwann ist es auch mal gut.

„Nichts ist interessanter zu beobachten, als ein Trupp Barrikadenkämpfer, der sich auf einen feindlichen Sturm vorbereitet.“ Das jedenfalls meint Victor Hugo irgendwo auf den Seiten zwischen 905 und 925 seines Romans „Die Elenden“. Davon ist auszugehen, denn ansonsten hätte er die Vorbereitungen nicht auf unzähligen Seiten geschildert und den Leser nach vollbrachten Ausführungen extra darauf hingewiesen. Einer meiner Freunde würde dieser Aussage sofort zustimmen. Da wo sich Victor Hugo schreibend über lange Kapitel in diesen Betrachtungen verliert, würde er sich lesend in eben diesen mit großem Vergnügen treiben lassen. Für ihn wären weite Teile des Romans nebensächlich, während er sich vom Pariser Juniaufstand des Jahre 1832 gerne berichten lies. Ich nicht. Ich quälte mich während der heutigen S-Bahn Fahrt so ungeduldig durch die Seiten wie schon während des Berichtes der Folgen der Schlacht bei Waterloo. Nur widerwillig folge ich dem Autor auf das Schlachtfeld bei Nacht. Wenn ich ehrlich bin, dann langweilt es mich und ich hätte mich gerne mit einer kurzen und knappen Zusammenfassung der Ereignisse zufrieden gegen. Die Kapitel lese ich nur, weil ich a) Angst habe etwas wichtiges zu versäumen und b) aus Respekt gegenüber dem Autor, seine leidenschaftlichen Zeilen einfach zu ignorieren.

Im Falle Hugos mache ich es dennoch und überfliege jene Kapitel nur oberflächlich auf der Suche nach den Namen der Figuren, die mir in den letzten 879 Seiten ans Herz gewachsen sind. Flott und ungeduldig blättere ich durch die Seiten und verweile auf der Hochfläche von Mont-Saint-Jean nur wenige Sekunden. Ebenso setze ich mich nur oberflächlich mit den prinzipiellen Fragen über die Berechtigung des Klosterwesens auseinander. Letzteres könnte mein Freund, der die Schlachten, das politische und all das strategische so schätzt, nachvollziehen. Auch ihn würden die strengen Regeln des Kloster Petit-Picpus als kurzer Abriss völlig reichen. Ich dachte, dass er wenn wir „Die Elenden“ wie früher gemeinsam lesen würden, dann sicher mir dieses Kapitel überlassen hätte. Denn einer muss es lesen, da waren wir uns immer einig gewesen. Damals, als wir manche Bücher gemeinsam lasen. Selbst bei Romanen, die ihn nicht interessierten, las er manchmal nachts die von mir überblätterten Seiten und gab mir am nächsten Morgen beim Frühstück eine Zusammenfassung. Um einen Roman aus einer anderen Zeit wirklich zu verstehen, so sagte er, müsse man gerade die diese Zeilen  mit großer Aufmerksamkeit lesen.

Wir haben viele Bücher gemeinsam gelesen. Einer kaufte es, der andere lieh es sich in der Bücherei aus. Praktisch war, dass wir in etwa gleich schnell lasen und zum Beispiel gleichzeitig das Ende von Goethes Werther erreichten. Synchron atmeten wir beim Tode des Protagonisten auf und seufzten, dass es nun auch wirklich an der Zeit gewesen ist, das seine Leiden enden. Madame Bovary wollte er unbedingt lesen, aus einem mir nicht ganz schlüssigen Grund, stand es auf seiner Liste. Er gab auf und ich begleitete die Unglückliche bis zu ihrem letzten Atemzug und berichtete ihm. Weit mehr als Werther verstand ich Emma und trug Sorge, dass mein Freund es auch tat. Er tat es nicht, aber er honorierte wenigstens mein leidenschaftliches Mitgefühl. Auch Anna Karenina las ich für ihn und während wir die Buddenbrocks mit großem Genuss beide vollständig lasen, quälte ich mich über lange Kapitel alleine den Zauberberg hinaus. Für diese Wanderung schuldet er mir noch etwas. Letztes Wochenende lud ich im die „Die Elenden“ auf seinen E-Book Reader und forderte ihn auf, meine Lücken zu füllen. Diesen Klassiker der Weltliteratur hatte er bisher sicher nur übersehen und jetzt sei es an der Zeit mir zu sagen, wann die unsägliche Barrikade endlich vorbei ist und es mit Cosette und Marius weiter gehen würde.

Er war streng. Nannte mir zwar grob die Stelle an der ich wieder einsteigen könne, betonte aber, dass ich das Schönste, die Tiefe der Charaktere, besonders die von Marius doch gar nicht begriffen hätte, wenn ich seine Zwänge, Ängste und Sorgen einfach überblättern würde. Böse lächelnd behauptete er sogar, dass wäre als würde ich mich mit einem AfD Wähler verabreden und verkünden, dass mich seine hübschen Augen weit mehr als sein Verstand und sein Seelenleben interessieren würden. Seite 976 schrieb er mir heute morgen. Aber nur, wenn wir uns die Tage treffen würden. Dann könnten wir ein Glas Wein trinken und er, der Politologe, würde mir etwas über die Geschichte Frankreichs erzählen. Er hätte an meinem Blick doch genau erkannt, dass ich außer der rudimentären Erinnerung an ein Ereignis 1789 überhaupt keine Ahnung hätte. Eine Schande sei das. Und überhaupt…jetzt wo die Tage wieder länger und wärmer würden, sollte man sich auf dem Balkon treffen und ein wenig über Russland sprechen. Mit Grausen erinnere er sich an meine Ignoranz während wir „Krieg und Frieden“ lasen.

Geht es um Weltliteratur dieser Art sind wir ein gutes Team. Er ist der Kopf und ich das Herz eines solchen Lesevergnügens. Und das Herz hat blättert jetzt zu Seite 976, denn das was Sie dort aufzeichneten, lieber Herr Hugo, ist mir ein bedeutend größeres Vergnügen als das Beobachten eines Trupps Barrikadenkämpfer.

 

Jetz´samma beinand! U-Bahn Gedanken

Ich entschuldige mich gleich am Anfang bei Ihnen. Nicht für diesen Text. Der könnte noch etwas werden. Nein, für die grausame Einleitung, mit dem Lamenti, dass früher alles besser war.

Früher war es besser.

War es aber wirklich. Jedenfalls die Kampagnen der Münchner Verkehrsbetriebe. Die aus meiner Kindheit kann ich noch heute auswendig zitieren. Zum Beispiel: „Aus dem Walkman tönt es grell, dem Nachbarn juckts im Trommelfell“. Manchmal ertappe ich mich dabei, dass mir dieser Satz auf den Lippen liegt obwohl es seit bestimmt zwanzig Jahren keine Walkmänner mehr gibt. Vor Augen habe ich dann die herrliche Zeichnung von Ernst Hürlimann, die jeder Münchner kennt. Aus der Abendzeitung wo sein Blasius allgegenwertig war, aus den Büchern Sigi Sommers oder eben aus den Kampagnen der Münchener Verkehrsbetriebe gegen den Krach aus Kopfhörern oder den damals noch nicht verbannten Rauchern auf den Bahnsteigen. Auch die Kampagnen in den Jahren danach waren ganz in Ordnung. Nicht mehr so charmant wie die Karikaturen aber doch noch ganz ok. Ich erinnere mich an die Plakate, auf denen die Fahrgäste Hand in Hand brav in Zweierreihen wartete, um geordnet einzusteigen. Oder das Bild eines Bahnsteiges der übersäht mit Schuhen war, da man diese vor dem Betreten – ganz wie zu Hause – auszieht. Freilich  hatte das auch schon nicht mehr viel mit München zu tun. Aber wenigstens die Texte hatten in ihrem Hochdeutsch einen Hauch von München. Stand da „Sauber!“ dann war nicht nur die Abwesenheit von Schmutz gemeint, sondern auch ein Ausruf, der in Bayern gleichbedeutend mit „Sehr gut!“ ist. Da warf man seinen Müll doch gleich viel lieber in die entsprechenden Tonnen.

In den letzten Jahren haben sich die Kampagnen verändert. Jetzt sind sie austauschbar und bleiben kaum im Gedächtnis.  Ich vermute, dass der Verantwortliche aus Norddeutschland kommt und ihm zu München nicht viel mehr einfiel als Brezen, Dackel und ein Liter Bier. Anders kann ich mich die Omnipräsenz dieser drei Dinge nicht erklären. Vor kurzen haben sie ihn wohl rausgeschmissen. Oder ist zurück nach Hamburg gezogen. Vielleicht auch in Rente gegangen. Jedenfalls kommen wir Fahrgäste seit Anfang Juni in den Genuss ganz neuer Kampagnen. Irgendeinem klugen Kopf ist wohl aufgefallen, dass der durchschnittliche Münchner in der Früh am Bahnsteig nur das liest was ihm gefällt. Der Blick ist in ein Buch, eine Zeitung oder auf ein Handydisplay gerichtet. Den Dackel, der uns darauf aufmerksam macht, dass man alten Leuten einen Platz anbieten soll, den ignoriert der Münchner. Er schaut auch nicht in die vielen Faltblätter die ausliegen. Wahrscheinlich denkt er, es geht ihn nichts an, weil ihn von da ja nur wieder der Dackel blöde angrinst und er gar keinen Hund hat. Würde er ihn lesen, dann wüsste er, dass die Münchner Verkehrsbetriebe darum bitten, den Müll in die Mülleimer zu werfen. Damit die 90 Prozent der Ignoranten wissen was Sache ist, werden sie nun schlicht und einfach angebrüllt. 

Montagmorgen stand ich am Harras am Bahnsteig in der Sonne und las mein Buch. Plötzlich brüllt es dicht neben meinem Ohr: „USCHIIIIIIIII!!!!!!“ Wäre mein Name Uschi, ich wäre vor Schreck ins Gleisbett gesprungen. Vor allem, weil man mich beschuldigte meinen Müll einfach auf den Bahnsteig geworfen zu haben. Eine Brigitte wies mich zurecht und ermahnte mich dafür zu sorgen, dass München sauber bleibt. Da sag ich nur: „Sauber!“ Diesmal im Sinn von „Sieh mal einer an“, und hoffe, dass die Uschis Münchens diesen Schreck unbeschadet überstanden haben. Wer vor Schreck nicht hinten über gekippt ist hat kapiert, dass es sich um eine Bandansage handelte. Eine, die alle zehn Minuten wiederholt und nach dem dritten Mal einfach überhört wird.

Einen Münchner, müssen Sie, wenn Sie ihm falsches Verhalten näher bringen wollen, entweder amüsieren oder personalisiert g´scheit anscheißen. So wie der eine MVG Mitarbeiter am Hauptbahnhof. Der lehnte zur Hauptverkehrszeit in seinem Glaskasten, presste seine Fingerspitzen gegen die Schläfen und wirkte sehr, sehr müde. Gebetsmühlenartig wiederholte er seine Aufforderung den Bahnsteig in seiner ganzen Länge auszunutzen, nicht zu drängeln und schließende Türen nicht gewaltsam offen zu halten. Wenn man so einen, Fingerspitzen an die Schläfen pressenden, MVG Mitarbeiter sieht, dann sollte man seine S-Bahn vorbei fahren lassen und warten. Meistens lohnt es sich. Ich setzte mich, wartete und bekam dann das große Kino, auf das ich hoffte. Plötzlich straffte sich sein Rücken, er rieb sich die Hände und beugte sich zum Mikrophon. Dann ging es los:

„So! Jetzt steigen wir alle nur noch an den mittleren drei Türen ein. Alle…auch Sie mit dem karierten Sakko und Sie mit den ausgefahrenen Ellbogen…alle pressen sich durch die mittleren Türen rein. Ja, genau…schieben´s die Aussteigenden einfach wieder in den Wagon…die kommen schon raus. Spätestens in Giesing…da will eh keiner hin. Pressen, meine Herrschaften, pressen. Jetzt sama beinand.
Benutzen Sie auf keinen Fall alle Türen zum Einsteigen. Schubsens grad die mit dem Gehwagerl, die leisten keinen Widerstand, und schieben Sie sich zur Mitte durch. Und immer schön weiter aufs Handy schauen…die Fallhöhe am Bahnsteig ist überschaubar….jawohl…“

Die Münchner lachten. Auch ein paar Sprachbegabte Hamburger schmunzelten und unser MVG Mitarbeiter strahlte. Bis er seine Ansage auf Englisch zu wiederholen versuchte. Das ging nach hinten los. Da fehlte die Ironie und etwa 30 Japaner stürzten, bereits halb eingestiegen, wieder aus der Bahn und suchten die angewiesene Tür. 

Ich fürchte der Mitarbeiter wird strafversetzt – ab morgen muss er runter zum Ballett. Das findet jetzt werktäglich zwischen 07:00 – und 09:00 Uhr statt und ist auch neu. Erzähl ich Ihnen morgen.

Regenbögen kackende Pferde

An manchen Montagen hänge ich fest und kann das Wochenende nicht abschütteln. Dann sitzt es mir noch auf den Schultern und hält mich fest umarmt. Der Freitag lässt schon los und die Erinnerung an ihn verblasst. Aber der Samstag sitzt mir noch im Nacken und erinnert mich den ganzen morgen an das Lachen, das ich bis weit nach Mitternacht mit einem lachte, dessen Lachen mir das liebste ist. Lachend rutschten wir in den Sonntag und mit leisem Kinderlachen bin ich aufgewacht. Ich höre es an diesem Montagmorgen noch immer, weil Kinderlachen immer länger in der Luft hängen bleibt, als das von Erwachsenen. Irgendwo zwischen Samstags- und Sonntagserinnerungen hängt auch ein Einhorn in der Luft. Eines, das mich Samstag zum Lachen brachte und mir heute auf die Nerven geht. Seit ich vor einem Jahr eine Spam E-Mail mit dem Betreff „Auch du kannst ein Einhorn sein, Mitzi“ erhielt, sind diese Viecher überall. Weiterlesen →

Was machen´S denn nächsten Samstag?

Die Lesereihe im Valentinhaus, München geht in die zweite Runde. Ich freu mich sehr, wieder dabei sein zu dürfen und freu mich bekannte und unbekannte Gesichter zu sehen.

München ist für viele vielleicht ein bisschen weit, aber wer weiß….vielleicht sind Sie ja gerade nächsten Samstag in der Stadt. Ich würde mich sehr freuen Sie kennen zu lernen.

Nähere Informationen gibt es unter suedsehen.de. Nicht nur über Lesungen sondern über das ganze Repertoire dieses schönen Schauspielensemle.

Und wenn Ihnen der Samstag ungelegen kommt….am Freitag darauf gibt es noch eine weitere Lesung. Da können wir uns dann gemeinsam in das Publikum setzen und zuhören. Was passt besser zum Frühling als ein Briefwechsel Liebender? Mir fällt nichts ein.

Ein schönes Wochenende wüscht Ihnen Mitzi

 

Unverschämter Frühling

Wenn mir noch einer mit dem ach so schönen Frühling an kommt, dann schlepp ich ihn mit zu mir. Nicht für ein Schäferstündchen sondern damit er den Wahnsinn, den diese Jahreszeit in meinem Haus anrichtet, am eigenen Leib erleben kann. Wenn er dann noch etwas von einem blauen Band und Neuanfang murmeln kann – Chapeau. In meiner Straße macht der Frühling gar nichts neu. Ganz im Gegenteil. Die blöde Jahreszeit weckt meine Nachbarn aus ihrem Winterschlaf und sorgt dafür, dass der Wahnsinn des alten Jahres mit neuem Elan beginnt und das Haus mit unveränderter Wucht umbrandet. Dabei war es im Winter so schön ruhig. Die Bierliebhaber verkrochen sich im warmen Bauch der Kneipe und kamen nur für eine kurze Zigarette nach draußen. Meine direkte Nachbarin Frau Obst war über Wochen mit einer hübschen Bronchitis beschäftigt und hatte keine Kraft spionierend vor meinem Küchenfenster zu stehen und aus dem Hinterhaus hörte man durch die wummernden Bässe der Studenten WG nur gedämpft durch die geschlossenen Fenster . Es war so schön, als alle schliefen und jeder sich um seinen eigenen Schmarrn gekümmert hat. Jetzt ist es vorbei mit der Ruhe. Der Frühling ist da und mein Haus erwacht. Im Waschkeller riecht es schon ganz ekelhaft nach Weichspüler mit Fliederaroma. Weiterlesen →