..oder hören Sie besser nicht allzu genau hin. Ich bin erkältet. Nicht krank, nur etwas erkältet. So wie es ganz München ist. Der ganz normalen Winterbazillus der jetzt fröhlicher von einem zum anderen springt.
Das darf er. Der Bazillus. Er gehört ja zum Winter. Und weil das normal ist schniefen und husten wir Münchner jetzt fast alle. Das verbindet und lässt einen alten Text aktuell werden. Den nehm ich auf Lesungen aber nicht mit.
Und hier zum Nachlesen (mit Bild der Wurzel…die wirklich schön war)
Ihr Daumen drücken hat geholfen. Ganz überraschend hab ich letzten Samstag für den Verein der das Valentin Haus in München betreibt auf der Weihnachtsfeier lesen dürfen. Gemeinsam mit dem Robert, der immer die Lesungen organisierte, und das erste Mal nichts von mir selbst.
Bei zwei Erzählungen hab ich die Frau übernommen und ein Gedicht vorgelesen. Auch das habe ich vorher noch nie gemacht. Gedichte und ich wir stehen auf dem Kriegsfuß. Ich schaffe es, ein jedes zu versauen. Allerdings fällt es mir auf bayrisch anscheinend deutlich leichter sie doch zu lesen. Auf der Weihnachtsfeier war es glaube ich recht gut. Daheim in meinem Wohnzimmer… Ich weiß nicht ob ich es Ihnen hier reinstellen würde, wenn ich wüsste, dass sie verstehen würden, was ich da erzähle. Weil sie aber aus allen Ecken Deutschlands oder aus anderen Ländern kommen bin ich mir recht sicher, dass sie eh nichts verstehen werden. Deshalb bin ich mutig.
Liebe Clara, ich kanns dir diesmal leider nicht aufschreiben. Dieses bayrisch in Buchstaben umzuwandeln, übersteigt mein können. Es würde sich lesen wie der größte Schmarrn und ins Hochdeutsch übersetzt, müsste man es komplett umschreiben. Diesmal also gibt es das nur gesprochen.
Und der erste Schnee ist an diesem Samstag auch gefallen. Mehr Weihnachtsstimmung hätte ich mir nicht erwarten können. Schön war’s.
In der WordPress Vorlage für neue Beiträge steht immer ein Satz, eine Frage. Vermutlich als Einstiegshilfe, wenn einem so gar nichts einfällt.
Hier stand eben „Siehst Du manchmal wilde Tiere?“
Ja.
An mir würde sich WordPress die Zähne ausbeissen, aber vielleicht hilft das manchen Bloggern ja. Ich erzähle Ihnen heute lieber von etwas anderem, das ich gesehen habe und jetzt im Winter ganz oft sehe. Besser in was ich oft sehe. Nicht ins Glas, nein in hellerleutete Fenster. Das ist schön. Die erzählen nämlich Geschichten, diese Fenster. Man muss nur genau hinsehen.
Und hier erzählen die Fenster gleich noch mal zum Nachlesen.
Die Liebe…immer wieder ein schönes Thema. Obwohl…ich lese ja lieber dann von der Liebe, wenn man sich darin ein bisschen wieder erkennt. Also von den Dramen. Da kommen die schönsten Kommentare im Publikum. Bei diesem Text allerdings gab es nach der Lesung eine Diskussion (an der ich nicht beteiligt war), ob es „anständig“ ist das „Fremdgehen“ zu thematisieren.
Ich finde durchaus. Wenn man vom Leben erzählt, dann bitte vollständig. Hätte man mich gefragt, dann hätte ich auch gerne erklärt, dass ich ganz persönlich, davon aber nichts halte. Falls Sie das interessiert…falls nicht, dann erzähle ich Ihnen heute, dass die Liebe zwar schön ist, aber alles andere als leicht.
Über Weihnachtsdekoration lässt sich streiten. Wie so oft ist es auch hier eine Sache des (guten) Geschmackes. Manchmal aber, sage ich nein. Einfach nur nein. Gerne auch mehrfach.
Irgendwann ist dann der Zeitpunkt gekommen, an dem ich nichts mehr sage und nur still beschließe, dass Babbo Natale sterben muss.
Sein Ende können Sie hier nachlesen oder sich anhören.
Manchmal bleibt Frauen gar nichts anderes übrig als zu schreiben. Früher, weil man sie sonst nicht hörte oder weil man ihnen sprechend den Mund verboten hat. Dann taten sie es heimlich. Oder aber sie versuchten zu beweisen, dass sie es ebenso gut wie ihre männlichen Kollegen konnten. Oft nahm man sie nicht ernst und sie hatten es wohl alle um einiges schwererer als wir heute.
Mein Schreiben wird von niemandem beschränkt. Im Gegenteil, ich kenne einen der mag das besonders gerne. Vor allem, wenn es dazu führt, dass ich ihm ein kleines bisschen weniger erzähle. Er mag es zum Beispiel gar nicht, wenn ich kurz vom Einschlafen noch zu erzählen beginne. Dann wünscht er sich, ich würd´s halt aufschreiben und ihn nicht vom Schlafen abhalten. Oft mach ich das, aber manchmal muss ich es ihm erzählen, weil es ein ganz wichtiger Gedanke ist. Dann sag ich zu ihm:
Und wenn auch Sie nicht wollen, dass ich erzähle und es schön fänden, wenn ich es aufschreibe….hier bitte.
Bevor Ulli in unserer Adventslesung aus dem Büchlein der von Reventlow „Von Pedro zu Paul“ las, erkläre ich dem Publikum ganz unverblümt, dass es gefälligst zu erzählen lernen solle.
Jedenfalls dann, wenn es zu jenen Menschen gehört, die gerne in Bus und Bahn telefonieren und ihre Mitfahrer zum Zuhören verdammen. Wer mit lauter Stimme öffentlich telefoniert, der muss bitte auch etwas interessantes zu erzählen haben. Gerne von Amouresken. Wer hört nicht gerne von Liebschaften anderer?
Allerdings, nicht jeder kann es. Zum Üben eigenet sich das Buch „Von Pedro zu Paul“ von Franziska zu Reventlow. Es eignet sich auch zum Lesen ;). Es ist herrlich.
Und wenn Sie so ungerne zuhören, wie ich manchmal morgens im Bus, dann können Sie hier in aller Ruhe und Stille nachlesen.
Bei der angedachten Adventslesung gab es eine kleine Erzählung, die Ulli gelesen hätte, in der es um Kameradschaft innerhalb einer Beziehung geht. Letztendlich darum, dass es die kleinen Dinge sind die zwei Menschen manchmal am stärksten aneinander binden.
Ab und an, so glaube ich, können es auch die Eigenarten des anderen sein. Man muss diese nicht einmal besonders mögen. Viel wichtiger ist es am Ende doch, dass man trotz allem gut mit ihnen leben kann. So ist es auch besonders schön wenn einem einer sagt, dass man ihn in den Wahnsinn treibt, er trotzdem aber keinesfalls den Wunsch verspürt zu gehen. Damit das auch so bleibt und sich nicht ändert, habe ich für einen ganz besonderen Menschen eine zweite Zuckerdose in die Küche gestellt.
….Teil 2 der erzählenden Frauen in meiner Familie.
Meine Großmütter haben mir in meiner Kindheit viel erzählt. Geschichten um Geschichten aus dem Fundus ihrer Erinnerungen. Keine von beiden dachte sich je etwas aus oder las mir ein Märchen vor. Die Erzählungen meiner Großmütter bestanden ausschließlich aus ihren Erinnerungen. Beide berichteten am liebsten von ihren großen Lieben. So weiß ich, dass der Martl, der Martin, die erste große Liebe meiner Großmutter mütterlicherseits war. Sie hat uns Kinder oft von ihm erzählt. Ich kann mich an ihre leuchtenden Augen und das warme Lächeln erinnern, wenn sie von ihm berichtete und erzählte wie schwer es mit einem ledigen Kind war. Er ist ihr weggestorben noch bevor sie ihn heiraten konnte, auch das wusste ich, und dass sie ihn nie vergessen konnte, war mir leicht zu verstehen. Sie hat uns so oft von ihm erzählt und doch nicht alles. Oder ich kann mich nicht mehr richtig erinnern. Seltsamer Weise verschwinden die Details bei Erzählungen, die man besonders oft hört, am leichtesten. Gestern Abend hat sie es mir noch einmal erzählt. Ganz in Ruhe und ganz ausführlich. Hat erzählt und sich erinnert:
Ich bleib noch ein bisschen bei den erzählenden Frauen in meiner Familie. Lange bevor ich angefangen habe, habe sie das schon gemacht – das Erzählen. Und weil ich jeder von ihnen zugetraut hätte, mehrere Buchbände an Erzählungen zu füllen, habe sie alle einen Platz in einer Lesung gefunden. Einer, die ich gemeinsam mit der wunderbaren Ulrike Dostal leider erst einmal aufgeführt habe. Im Valentinhaus lasen wir einen Abend unter dem Titel: „Und ewig schreibt das Weib.“ Ulli übernahm es Erzählungen von ganz wunderbaren deutschen, meist bayerischen, Schriftstellerinnen zu lesen. Über die Kameradschaft von Emma Haushofer-Merk, aus der Geierwally von Wilhelmine von Hillern (das Buch hat kaum etwas mit dem oder den Filmen zu tun), den Juhschroa von Emerenz Meier und von Lena Christ und der Gräfin Franzika von Reventlow. Wie unglaublich schön sie das gemacht hat, kann man wahrscheinlich nur erahnen, wenn man Ulli schon einmal auf der Bühne erlebt hat. Im Internet finden Sie unter ihrem Namen so einiges. Hier zum Beispiel.