Da müssen Sie durch V

Ab Mai geht es hier wieder normal weiter. Vorausgesetzt, dass ich zurück komme. Gerade buche ich mein Flixbus Ticket und bin mir nicht wirklich sicher, ob ich es auch einlösen werde. Jetzt gerade besteht die gar nicht einmal kleine Wahrscheinlichkeit, dass ich vielleicht doch hier bleibe. Obwohl….es gibt auch sehr gute Gründe, wieder nach München zu fahren. Mein Blog ist voll damit. Ich werde wohl doch nach Hause fahren. Schließlich muss ich die drei Colombe (Oster Panettone) in Bayern abliefern. Die kann man mittlerweile zwar schon in Feinkostläden kaufen, aber meine Familie besteht darauf, dass ich sie liefere. Mache ich auch gerne. Mit drei großen, sperrigen Kartons reißt es sich besonders entspannt. Genauso wie mit den fünf Flaschen Wein, die mir meine Ex-Kollegen mit auf den Weg gegeben haben. Wenn ich mir die Flixbus Reisegruppe so ansehe, sollte ich mir eine Flasche mit nach drinnen nehmen. Ich kann sie womöglich brauchen.

Schön war es. Uns schön, dass Sie dabei waren. Bis bald.

Da müssen Sie durch IV

Sie sind beratungsresistent, die deutschen Freunde, die Verona besuchen. Egal was ich ihnen sage, am ersten Tag stehen sie zwischen 10:00 Uhr und 18:00 Uhr vor Julias überfüllten, nicht einmal besonders ansprechendem Balkon, trinken wässrigen Eiskaffee an der Piazza Bra und kaufen sich ein Stück lapprige Pizza to go irgendwo in der Innenstadt, wo es ihnen im gehen aus der Hand fällt. Es ist sinnlos, sie zu bitten es nicht zu machen. Ganz umsonst ihnen zu sagen, dass es an Julias Balkon nur ganz früh oder ganz spät ruhig ist und aussichtslos auf die horrenden Preise und die mangelnde Qualität an der Piazza Bra (direkt vor der Arena) hinzuweisen. Besonders ich, darf es nicht sagen, denn ich sitzt am ersten Tag IMMER an der Piazza Bra, schnappe mir unterwegs ein überteuertes Irgendwas und schau kurz (ohne es zuzugeben) bei Julia vorbei. Früher war es mein Heimweg, heute ist es ein Zurückkommen. Weiterlesen

Da müssen Sie durch III

Wissen Sie noch wie ich Ihnen hier vor fast fünf Jahren erzählt habe, dass ich meine erste Wohnung in Italien mit Hilfe der Feuerwehr bezogen habe? Hier habe ich es Ihnen noch einmal rausgesucht.

1705 Verona mit Sabine (73)Und hier das passende Bild dazu. Im vorderen gelben Haus war es das rechte Fenster im ersten Stock, das zu meiner Wohnung gehörte. Fast immer, wenn ich in Verona bin, gehe ich einmal durch die kleine Straße. Es ist sicher nicht die hübscheste, aber es war einmal meine. Heute erscheint mir die Straße breiter, als ich sie in Erinnerung hatte. Naja, es steht auch kein Feuerwehrwagen mitten darin. Ich mag sie noch immer, die Via Museo. Überhaupt ist mir Veronetta noch immer das liebste Viertel Veronas. Ruhiger als das Zentrum, in dem es vor Touristen nur so wimmelt und zugleich nie wirklich still, weil die Gassen oft so schmal und klein sind, dass man bei offenem Fenster das Leben nicht nur sieht sondern auch hört. Weiterlesen

Da müssen Sie durch II

Als ich mir wünschte in Verona für ein paar Tage richtig heimzukommen und mich wie früher zu fühlen, dachte ich an selbst gekochte Pasta, ein Glas Rotwein vor dem Zubettgehen und an das Geräusch der zischenden Bialetti am Morgen. Verstehen Sie mich nicht falsch, all das habe ich gerade und genieße es in vollen Zügen. Nur bekomme ich auch den Rest. All das, was ich bereits vergessen hatte und an das ich mich kaum noch erinnern konnte.  Jetzt fällt es mir wieder leicht mich zu erinnern, weil es genauso ist, wie damals, als ich Verona lebt. Der Kühlschrank springt an und die Sicherung raus. Benvenuti a casa. Weiterlesen

Da müssen Sie durch I

Ich habe versprochen, Sie mit nach Italien zu nehmen. Für kurze Zeit gibt es hier mehr Bilder als Worte. Und weil Sie alle Italien sicher kennen, bekommen Sie von mir „mein“ Italien.

Typisch für mein Italien ist es, dass ich München bei strahlenden Sonnenschein und 25° verlasse, um dann in Italien im Wolkenbruch und bei 15° anzukommen. Schön ist es trotzdem. Nicht zuletzt, weil man nur dann Dutzende von Menschen in bunten Plastikumhängen sehen kann, die einem Regenschirm hinterher laufen.

Die Arena ist aber, ist bei jedem Wetter schön. Ein Foto von mir nach der Ankunft erspare ich Ihnen.

Versprechen

Es war kalt, als ich vor sechs Wochen in der Mittagspause telefonierte und hoffte, dass mich die Wintersonne ein wenig wärmen würde. Sie tat es nicht. Dass ich nicht fror, lag am warmen Lachen am anderen Ende der Leitung. Wirklich, fragte er und ich nickte bevor ich es in einem Satz bestätigte. Diesmal würde ich wirklich kommen und reichlich Zeit im Gepäck haben. Schön, sagte er und ich rechnete es ihm hoch an, dass er kein Wort darüber verlor, dass ich das einst gegebene Versprechen über ein Jahrzehnt lang nicht erfüllt hatte. Es ist erschreckend leicht, gegebene Versprechen aufzuschieben und es braucht einen guten Freund, der über Jahre hinweg geduldig wartet, nicht drängt und doch keinen Zweifel darüber lässt, dass er nicht aufgeben wird. Nächste Woche löse ich mein Versprechen ein und es ist vieles, aber sicher keine Verpflichtung. Es ist etwas schönes, etwas auf das man sich freut und etwas bei dem man sich fragt, warum es manchmal so schwierig ist, es einfach zu machen. Kommst du runter auf einen Kaffee? Die Frage verkam mit den Jahren zu einer Floskel und erst vor sechs Wochen wusste ich, dass irgendwann der Moment kommt, in dem sie auch der geduldigste Freund nicht mehr stellen wird.  Weiterlesen

Sie fragen – ich lüge

Im Grunde bin ich ein sehr ehrlicher Mensch. Ich lüge nur äußerst ungerne und schwindle nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt oder für den Fragenden einfach besser ist, nicht alles zu wissen. Und doch gibt es ein Thema, bei dem ich fast immer lüge – Sport. Ich bin mir sicher, dass es kaum ein Thema gibt, bei dem mehr gelogen wird. Sogar unter guten Freunden. Wenn ich eine meiner Freundinnen am Samstag Vormittag in der U2 zufällig treffe, dann sieht sie nicht glücklich aus. Ihr Gesichtsausdruck schwankt zwischen genervt und unwillig und in ihren Mundwinkeln sehe ich die Abscheu gegenüber dem was kommt. Grüße ich sie aber, dann strahlt sie mich an. Hey, auch auf dem Weg ins Studio? Toll, gell? Mal wieder richtig auspowern. Wir lügen beide, dass sich die Balken biegen und versichern uns, dass es nichts schöneres gibt, als sich Samstagmorgen um kurz nach zehn von einem saublöd grinsenden Sadisten malträtieren zu lassen. Ne klar, macht Spaß wenn man feststellt, dass man auch nach Jahren des Trainings nach der zweiten (echten) Liegestütze einfach flach auf das Gesicht fällt. In meinen Augen eh eine völlig überbewertete Übung, da ich anscheinend zu den wenigen Menschen gehöre, deren Armmuskulatur für so etwas nicht gemacht ist. Meine Armmuskeln kann man nicht mit Liegestützen trainieren. Die können schwere Einkäufe durch die Gegend schleppen und bockige Dreijährige einen halben Tag lang durch die Stadt tragen. Das können die richtig gut. Was sie dagegen nicht können, ist mich selbst auch nur für dreißig Sekunden in der Luft halten. Das machen sie einfach nicht. Sie können mich auch nicht hochziehen. Hängt man mich an ein Reck, um einen Klimmzug zu machen, dann wird das nichts. Dann häng ich da, aber mehr auch nicht. Sollte ich jemals in den Bergen stürzen, einen Abhang runter rutschen und mich gerade noch an einem Felsvorsprung festhalten, dann wüsste ich was ich zu tun hätte. Einmal noch den Blick schweifen lassen, sehen wie schön wir es hier in Bayern haben und dann loslassen. Es wäre völlig sinnlos zu versuchen, mich hochzuziehen. Jahrelanges hängen an einer Reckstange hat mir bewiesen, dass meine Arme für so einen Mist nicht geschaffen sind. Lächeln, Ausblick genießen und fallen lassen – so würde es kommen. Da ich aber trittsicher und schwindelfrei bin, ist das unwahrscheinlich. Sollten sie dennoch mal in den Bergen eine kleine Blonde sehen, die gar nicht versucht wieder hoch zu kommen – das bin dann wahrscheinlich ich. Winken Sie, das würde mich sicher freuen.  Weiterlesen

Alltag VI – Giesinger Traumwohnung

Lage, Lage, Lage – im Immobilien Jargon noch immer eines der Verkaufsargumente schlecht hin. Auch bei meiner Wohnung könnte man mit der Lage punkten. Ich könnte Ihnen jetzt viele Argumente nennen, die für mein Viertel, mein Haus und ganz besonders meine Wohnung im zweiten Stock des Vorderhauses sprechen. Die Lage, die Nachbarschaft, die wunderbare Ausrichtung der beiden Balkone die ganztägig abwechselnd Schatten und Sonne spenden und nicht zuletzt die fantastische Hellhörigkeit, die ein intensives Studium der Mitbewohner ermöglicht. Erstaunlicher Weise gilt meine Wohnung im Freundes- und Bekanntenkreis dennoch meist nicht als Kleinod. Obwohl ich es bedaure, dass viele meiner Freunde ihren Reiz nicht sofort erkennen, muss ich zugeben, dass meine vier Wände vielleicht ein kleines, ein ganz kleines bisschen nicht den gängigen Vorstellungen einer Traumwohnung entsprechen.  Weiterlesen

Bus Freunde

Freundschaft bezeichnet ein auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander, das sich durch Sympatie und Vertrauen auszeichnet. Schreibt Wikipedia, das meistens Recht hat und weiter, dass Freundschaften eine herausragende Bedeutung für Menschen haben. Das Online-Lexikon denkt dabei vermutlich nicht unbedingt an die kurzen, alltäglichen Begegnungen in Bus und Bahn. Das kann es auch nicht, es kennt ja Torben nicht. Etwas, das es sicher bedauern würde, wenn es denn ein Bewusstsein hätte. Weiterlesen