Randnotiz Restauranttoiletten

Am Rande, ärgern Sie sich auch über die Toiletten in Restaurants? 

Manche gleichen Wohnzimmern. Sie sind fast schon gemütlich und so schlecht beleuchtet, dass es unmöglich ist, sich die Petersilie zwischen den Schneidezähnen rauszupfriemeln. 

Schlimmer sind aber die, die gut beleuchtet sind. Eben noch saß man bei Kerzenlicht vor einem Rotweinglas und lächelte sein Gegenüber verführerisch an. Weil man wollte und vor allem weil man es konnte. Man war verführerisch. Hat es genau im Spiegelbild der Weinflasche gesehen. Rosige Wangen, lange seidige Wimpern und ein feiner Glanz in den strahlenden Augen. Auch im Löffel des Gegenübers sah man sich glänzen. 

Wie eine Speckschwarte glänzt man, bemerkt man Stunden später auf der Toilette unter grellem Neonlicht. Oktoberblasse Haut und rosig sind nicht die Wangen sondern die Zähne. Vom Rotwein. 

Restaurants mit Kerzen am Tisch, haben auf der Toilette doch bitte ein eben solches Licht bereit zu stellen. Stumpenkerzen zum Beispiel. Gerade so viele, dass man die Petersilie noch entdeckt, sich den Rest aber schön reden kann.  

Gestern grüßt Sie Mitzi, auf einer Restauranttoilette tippend. 

Ich gehe nicht zurück. Wenn ich schon mitgenommen aussehe, wie mag dann er erst bei Tageslicht aussehen. 

35 Gedanken zu “Randnotiz Restauranttoiletten

  1. Liebe Mitzi!
    Es wird wohl das beste sein, nach absolviertem Toilettengang erneut eine große Flasche Wein zu köpfen und sich das Gegenüber und sich selbst schön zu trinken. Oder aber das nächste Date bei völliger Finsternis zu absolvieren 🙂
    Herzliche Grüße
    Mallybeau

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    1. Gut möglich.
      Oder die Eiseskälte im Winter, wenn dort die Fenster – verständlicher Weise – gekippt sind.
      Ich liebe das Sonnenlicht. Aber es ist schwer die Staubflusen im gleisenden Licht zu ignorieren.
      Liebe Grüße

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  2. Liebe Mitzi,
    Sie werden es vermutlich noch nicht selbst gesehen haben, aber manche Herrenpissoire sind mit Fußballtoren inklusive Ball ausgestattet, der nur darauf wartet, eingenetzt zu werden. Sind Sie erst mal von dem Spiel gefangen, ist Ihnen das Licht auf der Toilette völlig egal … Sorry für diese Story … 🙂

    Gefällt 3 Personen

    1. Lieber Herr Ösi, für den restlichen Abend hab ich Bilder im Kopf, bei denen ich mir nicht sicher bin ob sie amüsant oder verstörend sind. Ich werde in der nächsten Restaurant Toilette daran denken und mich so ablenken 🙂
      Danke für diese Story

      Gefällt 1 Person

  3. Da haben es die Männer besser: Niemals würde es einem Mann in den Sinn kommen, sich im Löffel der Gegenübersitzenden spiegeln zu wollen. Und vorausgesetzt, Männer nehmen sich überhaupt wahr, wenn sie in der Toilette in den Spiegel schauen (Händewaschen und schauen? – schwieriges Multitasking), denken sie wohl meistens: Passabel! Mindestens! Würde sonst eine schöne Frau im Restaurant sitzen und einen anstrahlen, sobald man wieder am Tisch sitzt?;-)

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  4. Naturgemäß hat man als Mann andere Toilettenerlebnisse. Man scheint es auf den männlichen Spieltrieb abgesehen zu haben. Man findet die oben schon genannten Fußballtore mit Bällchen, Wasserfälle, die plötzlich losrauschen und mancherlei Kinkerlitzchen, alles nur, um iden Mann davon abzuhalten, irgendwelche Klosprüche an die Wand zu kritzeln. Deine Schilderung aus Frauensicht ist aus ethnologischer Sicht hochinteressant, liebe Mitzi.

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