Aufgehoben und verschoben

Ob er schnell noch bei mir duschen könne, fragt er in einer SMS, die weder Begrüßung noch Verabschiedung enthält. Halb acht würde er schaffen. Der klügste meiner Freunde, muss sich nicht mit getippten Höflichkeitsfloskeln aufhalten. Nach all den Jahren sind sie unnötig. Respektvoll, höflich und liebevoll gehen wir seit einem Vierteljahrhundert dann miteinander um, wenn wir uns gegenüber sitzen. Das Telefon ist nur Mittel zum Zweck um eine Uhrzeit zu fixieren. Ich antworte ebenso knapp, ja natürlich und komme nicht auf die Idee, das Bad noch zu putzen. Er würde es nicht bemerken, auch wenn es seit drei Wochen nicht gewischt worden wäre. Dass ich mich freue, ihn zu sehen, auch wenn wir uns erst vor ein paar Tagen gesehen haben, schreibe ich nicht. Nettes, herzliches und warmherziges sage ich ihm, wenn ich ihn dabei anlächeln kann. Weiterlesen