Als ich meinen 20sten Geburtstag auf der Hütte feierte, teilte ich das meinen engsten drei Freunden mit und vertraute darauf, dass sich die Nachricht auch ohne weitere Infos im Freundeskreis entsprechend verbreiten würde. Alle kannten unsere Hütte und hatten entweder Schlafsäcke im Gepäck oder Schlaf in ihrer Planung von vornherein ausgeschlossen. Jeder hatte irgendetwas zu essen dabei und die wenigen, die bereits ein Auto besaßen füllten den Kofferraum mit Getränken. Wir hatten fünf Gläser Nutella (kein Brot), viel zu viel Bier (und kein Wasser), keine Handtücher, weil eh niemand duschte und ernährten uns 48 Stunden lang neben Nutella von Chips, Nudeln mit Ketchup und Gummibärchen. Hat gut funktioniert. Nur ein kleiner Unfall – Verbrennungen dritten Grades an einer Fußsohle, weil die Füße zu nah am Lagerfeuer platziert wurden und es unangehnehm lange dauert, einen Turnschuh vom Fuß zu bekommen, wenn die Sohle bereits schmilzt. Tommi kühlt seinen Fuß die restliche Nacht in einem Eimer mit kalten Wasser und hat meines Wissens keine bleibenden Schäden davon getragen. Bei Herbie wissen wir es nicht, der ist betrunken den steilen Hand beim Trampelpfad nach oben gekletter, hat das Gleichgewicht verloren und wurde von uns erst in der Früh vermisst und gefunden. Viele Jahre hat er uns das übel genommen.
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