Kommen sie mit. Dorthin wo das Herz schneller schlägt I

Manchmal muss man springen muss. Ins kalte Wasser, über den eigenen Schatten und über die Alpen. Nach Italien. Dorthin, wo das Herz schneller schlägt. Und manchmal muss man zurück springen. Zurück über die Alpen. Nach Bayern. Dorthin, wo das Herz schneller schlägt. 

Hier zum Beispiel. Hier pocht mein Herz immer schneller. Ein letzter kleiner Anstieg und ich bin da – oben auf dem Berg und auf unserer Hütte. Bis Sonntag. Ich nehme Sie ein bisschen mit. 

 

Bitte, Mitz – das Bitte leicht gedehnt ausgesprochen

Es gibt zwei Worte, die kann ich auf den Tod nicht ausstehen. „Bitte“ und „Mitz“. Also „bitte“ mag ich schon. Ich mag es, wenn mich jemand um etwas bittet und es nicht fordert und ich füge ein „bitte“ in unzähligen meiner gesprochenen und geschriebenen Sätze ein. Das Wort an sich ist absolut ok und sollte viel öfter ausgesprochen werden.  Mit „Mitz“ kann ich auch gut leben. Es gibt Situationen in denen der eigene Name von anderen ohne das verniedlichende „i“ genutzt werden darf. Sogar muss, wenn die Zeit für einen weiteren Buchstaben fehlt. „Mitz, halt!“ zum Beispiel, ist absolut in Ordnung, wenn der, der es sagt, mich davon abhalten will, mir ein Stück Erdbeerkuchen mit Wespe darauf, in den Mund zu schieben. Oder „Mitz, rechts!“ wenn ich die Richtungen im Auto sitzend wieder mal verwechsle. Aber „Bitte, Mitz…“, mit offenem Ende und einem leicht gedehnten „Bitte“, das geht gar nicht. Hier kommt es auf die Betonung an. Höre ich das gedehnte „Bitte“, dann weiß ich das die Übersetzung: „Ach komm….niemals, Mitz“ lautet.  Weiterlesen

Rettung naht

Obwohl heute Samstag ist, fühlt es sich nach Sonntag an. Hier bei uns haben die Sommerferien ihren Höhepunkt erreicht und gefühlt mindestens ein Drittel der Nachbarschaft ist ausgeflogen. Hätte ich ein Auto, dann würde mit das Parken in diesen Tagen gefallen. Schwungvoll, ohne groß abzubremsen, könnte ich einschlagen und hätte ohne rangieren die perfekte Parkposition. Perfekt für mich. Das heißt, ich würde 2,5 Parkplätze in Beschlag nehmen, was aber angesichts der wenigen Autos die derzeit hier parken völlig ok ist. Selbst mein Nachbar Paul, der gerade an mir vorbei geht, parkt schlampig und zuckt nur grinsend mit den Schultern. Egal, in den Sommerferien haben wir Platz. Ich überlege, mir das Auto meiner Eltern auszuleihen. Nicht weil ich es brauche, sondern nur weil ich auch einmal das Gefühl eines tiefenentspannten Parkvorgangs genießen möchte. Vielleicht morgen, heute ist ein so fauler Tag, dass ich lieber auf dem Boden sitzen bleibe und weiter die Speichen meines Fahrrades mit einem Taschentuch abwische. Nicht weil sie wirklich dreckig sind, sondern weil ich einen Vorwand brauche, um zu sehen, was genau Herr Krüger vor dem Haus treibt. Seit geraumer Zeit steht er gebückt in der Buchsbaumhecke und bewegt sich nicht. Es ist mir peinlich so neugierig zu sein, aber Herrn Krüger bekommt man so selten zu Gesicht, dass ein genauerer Blick zu verlockend ist.  Weiterlesen

Pronto?!?

Chiuso per ferie – wegen Urlaub geschlossen – hätte ich vor Jahren gerne dem missmutigen Spanier und dem unfreundlichen Italiener am Telefon ins Ohr gefaucht. Nix Telefon. Heute ist Feiertag. Mariahimmelfahrt bei mir und Ferragosto bzw Asunción de la Virgen Maria bei euch. In Gedanken habe ich es gemacht. Bei jedem Klingeln des Telefons fauchte ich anfangs leise und im laufe des Tages immer lauter „No! Sono in ferie!“ – ich hab frei – bevor ich den Hörer abnahm und mein leidlich freundliches „Pronto“ schmetterte. Von wegen Pronto. An diesem 15. August war ich alles andere als pronto. Weder war mein Italienisch den unzähligen italienischen Dialekten gewachsen, noch sprach ich Spanisch. Beides grundlegende Voraussetzungen um ein Telefonat mit italienischen und spanischen LKW Fahrern zu führen. Ich verstand nur die Holländer. Die hatten keinen Feiertag, waren keine Fahrer sondern Büromenschen und riefen am häufigsten an. Pronto war ich für die aber auch nicht. Sprachlich lief es super mit ihnen, inhaltlich eher weniger. Die Holländern wollten von mir an jenem 15. August nämlich wissen wo sich die LKW Ladungen ihrer Obst- und Gemüselieferungen gerade befanden und warum bei ihnen die Telefone mit verärgerter Lageristen heiß liefen. Ganz ehrlich, obwohl ich die einzige war, die diese Frage hätte beantworten können, war ich völlig ahnungslos. Weiterlesen

Beschränkt kreativ, aber glücklich und dankbar

Ein Blick dürfte Ihnen reichen und Sie ahnen, dass an mir weder eine Fotografin noch eine Frau mit Blick für das richtige Arrangement von Büchern verloren gegangen ist. Ein wenig uninspiriert und nur leidlich gut drapiert liegen sie hier. Bei mir ist es eben nur das Schreiben, das mit liegt. Für den Rest benötige ich Unterstützung.

Im aktuellen Fall bei „Nix mit Amore“ von Constanze Kramer, die mir das perfekte Cover gestaltet hat. Ein herzliches Dankeschön und eine warme Empfehlung. http://www.coverboutique.de
Ein ebenso herzliches Dankeschön an Mira (www.miraalexander.de) die mich bei den ersten beiden Büchern begleitet hat und deren Cover eben erst wieder auf der Münchner Auer Dult bei den Lesern gut angekommen sind. 
Ohne Euch wäre ich verloren gewesen. 

Vielleicht kann ich meine drei Lieblinge bald einmal mit einem schöneren Bild präsentieren. Der beste meiner Freunde kann das, was ich nicht kann. Mich und alles andere ordentlich fotografieren und in Szene setzen. Danke für das Bild im Buch, Oliver Metzner.

Halt die Klappe, denken Sie sich und haben natürlich recht. Trotzdem….einer muss noch rein. Danke, Christine und danke Carola und Marion (www.cr-leseagentur.de). Ich freu mich so sehr auf die von euch organisierten Lesungen im nächsten Jahr.

Hinter mir steht einer und fragt mich, ob ich bescheuert bin. Vielleicht. Aber man muss doch auch mal danke sagen dürfen. Es ist nicht selbstverständlich, dass einem so viele Menschen unterstützen und dabei weit über das hinausgehen, was zu erwarten wäre. Und deshalb auch danke, an jeden der hier mit liest und meine Kommafehler großzügig ignoriert und mir mit so vielen Kommentaren und Möglichkeiten zum Gedankenaustausch immer wieder eine große Freude bereitet.

Danke! 

Ihre glückliche Mitzi

 

 

Mach´s gut

Irgendwer sagte einmal, dass keiner wirklich weg ist, solange es Menschen gibt, die an ihn denken. Ob es auch auf jene zutrifft, die nie wirklich da waren, weiß ich nicht.

In meiner Schublade liegt ein kleines, von meiner Mutter gehäkeltes Jäckchen. Generationen meiner Stoffbären haben es getragen, nur nie das kleine Kerlchen für das es gemacht wurde. Sternenkinder nennen sie manche. Bei uns hat er einen Namen. Er wird nicht mehr oft ausgesprochen, wurde es nie, weil wir ihn nie kennen gelernt haben. Aber das kleine Jäckchen, das bleibt und ich mag es. Es macht mich nicht traurig, weil es mir schwer fällt etwas zu vermissen, dass ich nicht kannte. Und doch, ab und zu und ausnahmslos immer am 11. August, denke ich an ihn. An meinen kleinen Bruder, den ich wirklich gut hätte brauchen können. Gerne hätte ich es ihm überlassen, der jüngste in dieser großen Familie zu sein. Wahrscheinlich auch der Größere von uns beiden, was bei meinen Kinderzimmerregalen durchaus von Vorteil gewesen wäre. Überhaupt hätte man sich gut brauchen können. Als jüngste zieht man viel zu oft die volle Aufmerksamkeit der Eltern auf sich. Ein wenig mehr Ablenkung und geteilter Ärger wäre schön gewesen. Wir hätten uns sicher auch ganz wunderbar gestritten. Mit einer großen Schwester wie mir, hätte er gelernt sich durchzusetzen und wäre auf geballten weiblichen Wahnsinn ganz famos vorbereitet gewesen. Und heute, heute würden wir, an seinem Geburtstag vielleicht zusammen in der Sonne sitzen und uns fragen wie wir in so kurzer Zeit, so alt werden konnten.  Weiterlesen

Nagel bleibt

Ob ich endlich erwachsen werde, höre ich dich leise fragen, und sehe das Lächeln auf deinen Lippen ohne mich umzudrehen. Vielleicht. Angesichts des Kinderzimmerkartons und der WG Kiste, die ich endlich, endlich aussortiere, könnte man es meinen. Keiner der Gegenstände, die ich bei der Renovierung meiner Wohnung in den letzten Tagen aussortiert habe, gehörte dir und doch sind es Dinge, die dir vertraut sein müssen. Nicht nur dir. Einem jeden von uns, der in etwa zur gleichen Zeit geboren und im selben Jahrzehnt erwachsen wurde. Kaum einen kenne ich, der nicht mindestens eine Lavalampe besessen hatte und die CD Sammlungen von mir und meinen Freunden war sich über viele Jahre ähnlich, wenn nicht sogar identisch. Es ist an der Zeit sich zu trennen.  Weiterlesen

Nix mit Amore

Auswandern ist etwas für Abenteurer. Menschen, die alles hinter sich lassen, um in einem fremden Land neu anzufangen, müssen mutig, unerschrocken und neugierig sein. Sie brechen auf, um die brennende Sehnsucht in ihren Herzen zu stillen. Das Unbekannte lockt sie und das Vertraute langweilt sie. Dort wo andere noch vorsichtig um die Ecke blicken, rennen sie getrieben vom Fernweh schon los. Sie gehören zu den Menschen, die Hindernisse als Herausforderungen bezeichnen und Stillstand als Zumutung empfinden.
Auswanderer vereinen so ziemlich alles in sich, was ich nicht habe. Sie sind wie mein Freund. Er hat mir gezeigt, dass es Momente im Leben gibt, in denen man einfach springen muss. Ins kalte Wasser, über den eigenen Schatten und über die Alpen. Dorthin, wo das Herz schneller schlägt.

Eine turbulente, humorvolle Erzählung über Freundschaft, Sehnsucht und dem Abenteuer eines neuen Lebens unter der Sonne Italiens.

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Alltag X – Ruhe jetzt

Man hat ihn mir aus der Hand genommen, meinen Alltag. Hat ihn in Kisten verpackt und zu Stapeln geschichtet. Hat ihn in den kleinsten meiner Räume gepackt und mich gebeten, auf dem letzten der Kartons Platz zu nehmen. Dort könne ich sitzen, bis alles vorbei sei. Nein, bitte nicht helfen, nichts anfassen und einfach warten. Warten bis meine fliederfarbenen Wände silberwiesengrau strahlen und warten bis alles wieder an seinem Platz stünde. Nichts reden, wenn ich es schaffen würde und einfach die machen lassen, die wissen wie man eine Wohnung renoviert.  Weiterlesen

Lotuseffekt

Beziehungen jedweder Art sind individuell. Keine Freundschaft gleicht der anderen und kein Mutter-Tochter-Verhältnis ist identisch. Selbstredend, dass dies auch und ganz besonders für die Beziehung zweier Liebender gilt. Selbst wenn man nach Jahren glaubt, schon alles erlebt zu haben, kommt einer daher und überrascht einen. Kennzeichnend für die feinen Unterschiede all dieser Beziehungen sind für mich die kleinen Schlüsselsätze. Jene Wortkombinationen, die nur und ausschließlich in eben dieser Beziehung fallen. „Wo kommt der den her?“ zum Beispiel. Ausgesprochen mit einem leicht süffisanten Tonfall, gehört zum mutigsten meiner Freunde. Übersetzen kann man es nur schwer. Man müsste dabei gewesen sein, als er und ich im Auto saßen und ich – wie ist mir ein Rätsel – auf einer der größten Kreuzungen Münchens versehentlich auf die Gegenfahrbahn und zugleich auf die Gleise der Trambahn gefahren bin. In jenem Moment stellte ich mir diese Frage und ich kann mich noch heute gut an den Blick meines Freundes erinnern. Für ihn war etwas schneller als für mich klar, dass mein Abbiegemanöver irgendwie schief gegangen war. Der Satz wurde zum Geflügelten Wort und er auf Lebenszeit zu einem wirklich sehr, sehr schlechten Beifahrer.  Weiterlesen