Spontan entschieden

Wichtige Entscheidungen treffe ich gerne spontan, aus dem Bauch heraus und unter Missachtung jeglicher Aspekte der Vernunft. Nicht alle. Aber etwa ein Drittel der wichtigen Entscheidungen wird von mir ohne vorheriges Nachdenken getroffen. Mit siebzehn zum Beispiel beschloss ich, dass ein ganz bestimmter Mann mein zukünftiger Seelenverwandter werden würde, obwohl ich noch kein Wort mit ihm gesprochen hatte. Drei kleine Muttermale auf der linken Wange erinnerten mich an den Gürtel Orions und waren mir Zeichen genug. Mir ein sonnig gelegenes Grab unter den Nagel zu reißen, war eine ebenso spontane Entscheidung, wie die, mir den Mann mit Orions Gürtel auf der Wange zu schnappen. Beide waren zum Zeitpunkt der jeweiligen Entschlussfassungen noch belegt. Der Mann hatte seine damalige Freundin noch nachts neben sich liegen und im Grab lagen zwei Verstorbene. Weiterlesen

Sonntags zurück gedacht – Drei Schwestern

Sonntage eignen sich gut um Denkmäler zu setzen. Zwischen all den sich ähnelnden Tagen, hat sich der Sonntag noch etwas mehr Ruhe und mancherorts auch Würde und Feierlichkeit bewahrt. Wahrscheinlich eignet er sich auch hervorragend, um an den steinernen und starren Sockeln einiger Denkmäler zu kratzen oder sie gleich zum Einsturz zu bringen. Meine Tante Mitzi, der ich heute ein kleines Denkmal setzen möchte, die hat nichts und niemand zum Einsturz gebracht. Man hätte schon gewaltig Anlauf nehmen müssen, um diese prächtige und imposante Frau ins Wanken zu bringen. Weiterlesen

Bitte…(sprechen Sie das Wort in der gewünschten Emotion aus)

Robbie Williams und ich pflegten über lange Jahre ein sehr innige, fast schon intime Beziehung. Zugegeben, sie war etwas einseitig. Aber meine Leidenschaft reichte locker für uns beide. Zum Leidwesen meines damaligen Freundes, der an meinem Verstand zu zweifeln begann, als ich mich in den Tiefen des Internets auf die Suche nach einem 1,85 m großen Pappaufsteller dieses Mannes begab. (Das dieser nicht für unser Schlafzimmer bestimmt war und letztendlich der Grund ist, dass ich heute hier schreibe können Sie  hier nachlesen.) An den Rand der Verzweiflung getrieben habe ich ihn aber erst, als meine bisher geheim gehaltene Leidenschaft in über 250 Kinos weltweit öffentlich gemacht wurde. Weiterlesen

Weihnachten ist Weihnachten ist Weihnachten

Weihnachten ist mir heilig. Da bin ich kompromisslos. Es ist mir schnuppe ob sich die ganze Welt über den Konsumrausch oder den fehlenden Schnee echauffiert. Ab dem ersten Advent bin ich in Weihnachtsstimmung. Keinen Tag eher und keinen Tag später. Weihnachten ist mir heilig. Der Wahnsinn drum herum ist mir egal. Von meinem Weihnachten habe ich eine klare Vorstellung. Keine Geschenke – egal. Kein Baum – undenkbar. Weihnachten ist angesichts des Elends der Welt scheinheilig? Ist es. Aber dann soll man nicht lamentieren sondern im Kleinen etwas gegen die Schlechtigkeit tun. Weiterlesen

Als wir Robbie Williams in die Wüste schickten

So vieles wird geschrieben. Banales, Kluges, Nützliches und sehr viel Dummes. Fragt man diejenigen, die nur um des Schreibens willen schreiben, wie sie dazu gekommen sind und wann sie damit begonnen haben, erfährt man meist hübsche Anekdoten oder interessante Begebenheiten. Auch ein Blick ins Editorial oder die Rubrik „über mich“ eines Blogs lohnt. Häufig beantwortet er die Frage, wie es begonnen hat. Das Schreiben.
Bei mir nicht. Weiterlesen

nine eleven

Manche Daten sind unauslöschlich mit einem bestimmten Ereignis verbunden. Viele mit ganz persönlichen Erinnerungen und einige mit Geschehnissen, die eine ganze Generation verbinden. Früher war der 11. September für mich der Geburtstag meiner Schwester und läutete zugleich das Ende der Sommerferien ein. Seit meinem USA Besuch im September 2001 ist der Tag zu einem öffentlichen Datum und zugleich zu einer ganz persönlichen Erinnerung geworden. Ich habe eine Handvoll Menschen kennen gelernt, deren Freundschaft ohne die schreckliche Katastrophe kaum entstanden wäre. Weiterlesen